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MythaneumDas Museum der Mythologien

Figur

Ülgen: Ein Schöpfer muss Hilfe annehmen

Ülgen schafft Erde und Menschen, weiß aber nicht alles. In Malchievs aufgezeichneter Erzählung helfen Schwalbe, Eidechse und Frosch an entscheidenden Stellen.

4 Minuten Lesezeit

Der Anfang gehört einem benannten Erzähler

Die hier verwendete Schöpfungserzählung wurde 1976 von I. B. Shinzhin bei Ch. Malchiev in Malyy Yaloman aufgezeichnet. Der Erzähler gehörte zum Tölös-Clan. Die Ausgabe von 2011 bietet einen altaischen Text und eine russische Übersetzung von E. E. Yamayeva und Shinzhin. Unser Zugang folgt dieser Übersetzung.

Ülgen lebt am Anfang im Himmel und hat sieben Söhne; Erlik wird als jüngerer Bruder vorgestellt. Doch die Welt besitzt noch keine bewohnbare Erde. Ülgen möchte sie schaffen und weiß zunächst nicht, wie. Bereits dieser Anfang unterscheidet die erzählte Figur von einem nachträglich vollkommen geordneten Göttersystem.

Wissen kommt von außerhalb

Ein Wesen, das sich Mensch nennt, weiß, wo das Material für die Erde zu finden ist. Ülgen reagiert zunächst ärgerlich auf diesen Wissensvorsprung. Der Taucher bringt Erde aus dem Wasser. Ülgen verteilt sie, doch Reste zwischen den Zähnen des Tauchers lassen sumpfige Stellen entstehen.

Nach dessen Verschwinden sucht Ülgen nach einer besseren Oberfläche. Eine Schwalbe bringt Erde im Schnabel und verringert damit die Sümpfe. Ülgen freut sich. Die Landschaft entsteht durch mehrere Eingriffe, und tierische Hilfe hat eine konkrete Wirkung.

Die Eidechse verändert eine Entscheidung

Ülgen formt Menschen, deren Belebung Erlik während seiner Abwesenheit übernimmt. Als Ülgen zurückkehrt, erwägt er, die Menschen zu vernichten. Eine Eidechse rät ihm, sie leben zu lassen: Ihr Leben wird Freude und Leid enthalten. Ülgen hört auf sie und verschont die Menschen.

Dann stellt die Kälte ein neues Problem. Die Menschen brauchen Wärme. Ein Frosch erklärt Ülgen, wie Feuer gewonnen werden kann; die Erzählung beschreibt daraufhin das erste Feuer. Hier wird keine heutige Ritualanweisung gegeben. Die Episode zeigt, dass Ülgens Fürsorge auch vom Wissen kleiner Tiere abhängt.

Handlung statt eines fertigen Pantheons

Zum Schluss enttäuscht ihn der Ungehorsam der Menschen. Ülgen zieht seine unmittelbare Versorgung zurück; sie müssen Kleidung und Nahrung selbst beschaffen. Seine Figur handelt fürsorglich, zornig und nachdenklich. Diese Spannungen erklären die Geschichte besser als die bloße Zuordnung zu einem vollkommen guten Himmelsgott.

Oinotkinovas Studie vergleicht solche Stoffe mit anderen religiösen Erzählungen. Ihre Systematik wird hier als Forschungsperspektive gelesen. Die drei Üch-Kurbustans einer anderen lokalen Vierbrüder-Fassung werden deshalb nicht einfach zu drei Namen Ülgens. Auch Namensvarianten benötigen jeweils ihren belegten Textzusammenhang.

Die Figur in ihren Quellen

Ülgen in Malchievs Aufzeichnung von 1976

BenannteAufzeichnung von 1976, altaischer Text mit russischer Übersetzung 2011; keine allwissende Gottheit aus späterer Systematik ableiten. Üch-Kurbustans der Elo-Fassung nicht als Ülgen-Aliase führen.

Der Anfang gehört einem benannten Erzähler
Text 2, Block 1; Provenienz und Übersetzer S. 406

Wissen kommt von außerhalb
Text 2, Blöcke 2–7; Schwalbenhilfe am Ende von Block 7

Die Eidechse verändert eine Entscheidung
Text 2, Blöcke 8–13: Belebung, Eidechsenrat und Feuer

Handlung statt eines fertigen Pantheons
Text 2, Blöcke 14–16 samt Schluss; S. 38–40 und 44–46: unterschiedliche Schöpferkonstellationen und Vergleichsrahmen

Belegte Beziehungen

  • Älterer Bruder Erliks: Erlik in benannten Altai-TextenBelege [1] : Malchiev-Aufzeichnung 1976, Text 2 Block 1; kein gemeinsamer Stammbaum mit der Elo-Vierbrüder-Fassung

Fassungen und Belege unterscheiden

Werk, Überlieferung und Lesezugang

Werk

Schöpfung von Erde und Mensch: Malchiev-Aufzeichnung

Text 2 der Ausgabe von 2011 nach Ch. Malchiev wird vollständig in seiner russischen Fassung verwendet, mit den Blöcken 1–16 auf Druckseiten 67–79. Die Kommentare auf Seiten 406–408 vermitteln Herkunft, Erklärungen und Varianten. Im Handlungstext bleibt die Gleichsetzung des Tauchers mit Erlik ausdrücklich strittig; die Kommentarnote ist bestimmter. Eine ganze altaische Original- oder Tonfassung ist dadurch nicht erschlossen.

Aufzeichnung 1976; Ausgabe 2011, Text 2, S. 67–79

Sprache: Altaisch; benutzt wurde die russische Parallelübersetzung

Beleg für den hier verwendeten Ausschnitt: Schöpfung von Erde und Mensch: Ch. Malchiev, Malyy Yaloman 1976

Benutzter Lesezugang

Schöpfung von Erde und Mensch: Malchiev-Aufzeichnung: benutzter PDF-Zugang

I. B. Shinzhin, Aufzeichnung; E. E. Yamayeva/Shinzhin, Übersetzung. Vollständige russische Fassung und benannte Kommentare gelesen, keine vollständige altaische Originallektüre.

Aufzeichnung 1976; Ausgabe 2011, Text 2, S. 67–79

Sprache: Altaisch; benutzt wurde die russische Parallelübersetzung

Quellen zu diesem Lesezugang: Schöpfung von Erde und Mensch: Ch. Malchiev, Malyy Yaloman 1976

Werk

Schöpfungserzählungen: Oinotkinovas Forschungsdeutung

Verwendet werden die Druckseiten 38–40 und 43–46 mit Abstracts, Einleitungsanfang und benannten Vergleichen, nicht der gesamte 25-seitige Artikel. Russische Kommentare und Zitatübersetzungen vermitteln die altaischen Belege. Klassifikationen und Einflussvergleiche bleiben Deutungen der Autorin; eine neue vollständige Übersetzung aus dem Altaischen wird nicht beansprucht.

2020, Nr. 1, S. 38–62; benutzte Passagen S. 38–46

Sprache: Russisch; eigene deutsche Paraphrase

Beleg für den hier verwendeten Ausschnitt: Oinotkinova: Schöpfungserzählungen und ihre verschiedenen Vermittlungsrahmen

Benutzter Lesezugang

Schöpfungserzählungen: Oinotkinovas Forschungsdeutung: benutzter PDF-Zugang

Benannte Abstracts/Einleitung und Motivpassagen gelesen, keine gesamte 25-seitige Studie. Deutungskategorien nicht zur ursprünglichen Einheitsreligion machen.

2020, Nr. 1, S. 38–62; benutzte Passagen S. 38–46

Sprache: Russisch; eigene deutsche Paraphrase

Quellen zu diesem Lesezugang: Oinotkinova: Schöpfungserzählungen und ihre verschiedenen Vermittlungsrahmen

Der Weg zum Beleg

Quellen und Einordnung

Überlieferung
Benannte altaische Aufzeichnungen im Onguday-Gebiet; russische Paralleltexte und Forschungsdeutung getrennt.
Verwendeter Ausschnitt
Text 2 der Ausgabe 2011; russische Übersetzung nach Malchievs 1976 aufgezeichneter altaischer Erzählung.
  1. Schöpfung von Erde und Mensch: Ch. Malchiev, Malyy Yaloman 1976

    Ch. Malchiev, Erzähler; I. B. Shinzhin, Aufzeichnung; E. E. Yamayeva und I. B. Shinzhin, russische Übersetzung; Oinotkinova/Shinzhin/Yadanova/Yamayeva, Ausgabe · Aufzeichnung 1976; Ausgabe Novosibirsk: Nauka 2011, Text 2, S. 67–79; Kommentar S. 406–408

    Vollständige russische Fassung Text 2, Blöcke 1–16 samt Schluss, Druck S. 67–79 (PDF 71,73,75,77,79,81,83). Kommentar/Provenienz S. 406–408 als Text gelesen, ganze S. 406 gerendert geöffnet. Ganze Erzählseite S. 69 gerendert gelesen. Altaische gegenüberliegende Seite PDF 72 nur Namens-/Dialoganfang geprüft, keine vollständige Originallektüre. Impressum und institutionelle Buchbeschreibung gelesen.

    Benutzte russische Übersetzung der Ausgabe von 2011; keine vollständige altaische Originalsprachlektüre, Manuskript- oder Tonaufnahmeautopsie, keine gesamte 576-seitige Buchlektüre. PDF hat 599 Dateiseiten und wechselnde Seitenoffsets; benannte Druckseiten/Dateiseiten separat geprüft. Fotografien und Tonaufnahmen nicht übernommen. Keine heutige Praxisbeschreibung oder gesamtsibirische Identität. Text selbst lässt offen, ob der anfangs Mensch genannte Taucher mit dem späteren Erlik identisch ist. Editorische Erklärung und Erzählzweifel nebeneinander erhalten; russisches dusha/Seele nicht ungeprüft auf alle altaischen Begriffe ausweiten. Abgerufen am 2026-10-03.

  2. Oinotkinova: Schöpfungserzählungen und ihre verschiedenen Vermittlungsrahmen

    N. R. Oinotkinova; Institute of Philology SB RAS · Studies in Theory of Literary Plot and Narratology 2020, Nr. 1, S. 38–62; DOI 10.25205/2410-7883-2020-1-38-62

    Abstracts/Einleitung und benannte Abschnitte S. 38–40 und 43–46 tatsächlich gelesen: dualistische und Vierbrüder-Erzählungen, Erdtauchen, unterschiedliche Landschaftsentstehung, Schwalbenhilfe, Blütenwettbewerb und Menschenschöpfung. Keine gesamte Artikellektüre. Namensformen Ӱлген und Ӱч-Курбустан aus Fachtext geprüft.

    Kategorien dualistisch und buddhistisch sowie Einflussvergleiche sind wissenschaftliche Deutung der Autorin. Ihre Gott/Teufel-Sprache nicht als sichere ursprüngliche Figurenidentität übernehmen. Keine vollständige Lektüre aller 25 Seiten und keine unabhängige Lektüre der zitierten Originaltexte von Verbitski, Radlov oder Potanin; keine eigenen Feldaufnahmen. Die Autorin weist für eine Kumandin-Aufzeichnung 1964 selbst nur russischen Textzugang aus; daraus kein Originalsprachbeleg. Abgerufen am 2026-10-03.

Redaktion und Bearbeitungsstand

Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-10-18. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.

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