Zum Museumsinhalt
MythaneumDas Museum der Mythologien

Figur

Tellus: Der Boden trägt Saat und politische Hoffnung

Ovid bittet beim Saatfest gemeinsam zu Tellus und Ceres. Der Boden braucht Ruhe und Schutz vor Wetter, Tieren und Unkraut. Der Schluss verbindet die Sorge um Nahrung mit römischem Friedenslob: Erdbezug wird im Kalender konkret und politisch.

3–4 Minuten Lesezeit

Ein Saatfest lässt sich nicht nur im Datum finden

Ovid sucht das Saatfest im Kalender; die Muse erklärt, dass es beweglich sei. Die Aussaat bestimmt seinen Platz, während ein zuständiger Priester den Tag festlegt. Der Blick auf Tellus beginnt deshalb mit dem Rhythmus der Arbeit und einer gemeinschaftlichen Festsetzung.

Die Zugtiere tragen Schmuck und ruhen. Pflug und Erde sollen ebenfalls aussetzen. Die Ruhe ist ein Teil der beschriebenen Feier, kein zeitloser Beweis einer bestimmten landwirtschaftlichen Technik. Tellus wird im Zusammenhang mit genutztem und gepflegtem Boden sichtbar.

Zwei Göttinnen tragen unterschiedliche Aufgaben

Die Bitte gilt Tellus und Ceres gemeinsam. Ovid unterscheidet ihre Aufgaben: Ceres gibt der Saat die Lebenskraft, die Erde den Raum. Die Verbindung führt nicht dazu, dass beide Namen austauschbar werden. Nahrung braucht in dieser poetischen Erklärung mehrere Formen göttlicher Unterstützung.

Kuchen, örtliche gemeinschaftliche Gaben und Gebet verbinden die Gottheiten mit der erwarteten Ernte. Das ist ein konkreter römischer Festzusammenhang. Der Erdbezug allein macht Tellus weder automatisch zu jeder griechischen Gaia noch zu jeder Göttin, die anderswo als Mutter bezeichnet wird.

Die Bitte benennt, was auf dem Feld gefährlich wird

Der Text nennt Frost, Hitze, Wasser, Pflanzenkrankheiten, Unkraut und Tiere, die Saat oder Ernte bedrohen. Die Aufzählung holt die Erde aus einer abstrakten Weltdefinition in die konkrete Sorge um den Acker. Ein guter Ausgang wird als göttliche Hilfe erbeten.

Diese Worte sind ein Gebet, kein Wirksamkeitsnachweis. Sie belegen, was die dichterische Feststimme als gefährlich oder wünschenswert beschreibt. Für das Figurenprofil zählt die Verbindung von Boden, Arbeit und Unsicherheit; moderne Schutzverfahren werden aus der Bitte nicht abgeleitet.

Der Pflug wird Teil eines politischen Bilds

Am Ende erinnert Ovid an Zeiten, in denen Waffen aus bäuerlichen Geräten gemacht worden seien. Dann lobt er den Frieden der Herrscherzeit und verbindet Ceres mit dem Frieden. Der sichere Acker erhält damit eine politische Bedeutung: Nahrung und Herrschaftsordnung werden zusammen gedacht.

Tellus bleibt Teil des gemeinsamen Saatfestes; das ausdrücklich auf Ceres gerichtete Schlusslob wird nicht einfach zu einer neuen Alleinzuständigkeit der Tellus. Der Text zeigt vielmehr, wie eine Bitte um die Ernte in eine Behauptung guter römischer Ordnung übergehen kann. Diese Perspektive gehört zum Gedicht und ist kein neutrales Urteil über eine überall friedliche Zeit.

Die Figur in ihren Quellen

Eine Gestalt, verschiedene Textrollen

Ein Saatfest lässt sich nicht nur im Datum finden
Fasti 1,657–704; Ein Saatfest lässt sich nicht nur im Datum finden

Zwei Göttinnen tragen unterschiedliche Aufgaben
Fasti 1,657–704; Zwei Göttinnen tragen unterschiedliche Aufgaben

Die Bitte benennt, was auf dem Feld gefährlich wird
Fasti 1,657–704; Die Bitte benennt, was auf dem Feld gefährlich wird

Der Pflug wird Teil eines politischen Bilds
Fasti 1,657–704; Der Pflug wird Teil eines politischen Bilds

Texte und ihre Zugänge

Werke, Fassungen und verwendete Zugänge

Überlieferter Text

Fasti

Nur Fasti 1.657–704 in Frazers englischer Übersetzung: bewegliches Saatfest, gemeinsame Anrufung von Tellus und Ceres, konkrete Feldrisiken und abschließendes politisches Friedenslob. Das ausdrücklich Ceres geltende Schlusslob begründet keine neue Alleinzuständigkeit der Tellus.

Antikes lateinisches Werk; die hier verwendete Auswahl belegt keine präzise Erstkomposition.

Sprache: Latein

Benutzte Ausgabe

Fasti 1,657–704: Tellus und das Saatfest

Gemeinsame Anrufung von Tellus und Ceres, konkrete Feldsorgen und politischer Friedensschluss.

Antikes beziehungsweise spätantikes Werk; die historische Übersetzung und digitale Leseausgabe bilden eigene Zeitebenen.

Sprache: Englische Frazerübersetzung

Der Weg zum Beleg

Quellen und Einordnung

Überlieferung
Tellus und Ceres als verschiedene Empfängerinnen einer gemeinsamen Bitte in Ovids Saatfestgedicht.
Verwendeter Ausschnitt
Die auf dieser Seite benannten Werkfenster: Nur Fasti 1.657–704 in Frazers englischer Übersetzung: bewegliches Saatfest, gemeinsame Anrufung von Tellus und Ceres, konkrete Feldrisiken und abschließendes politisches Friedenslob. Das ausdrücklich Ceres geltende Schlusslob begründet keine neue Alleinzuständigkeit der Tellus.
  1. Ovid: Tellus, Saatfest und Frieden

    Ovid; englische Übersetzung James G. Frazer; Theoi · Antike Werke beziehungsweise heutige institutionelle Forschung; Edition und Objektzeit gesondert bezeichnet.

    Fasti 1,657–704 vollständig in der englischen Frazerübersetzung gelesen.

    Nur die benannten Abschnitte; keine vollständige Werk- oder Fußnotenlektüre, Handschriftenkollation, Objektautopsie oder Bildrechteprüfung. Aussagen des Autors, referierte Deutungen und heutige Katalogbeschreibungen bleiben unterscheidbar. Abgerufen am 2026-09-29.

Redaktion und Bearbeitungsstand

Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-10-17. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.

Eine Korrektur oder ein kulturelles Anliegen melden · Bitte den Titel oder die Seitenadresse nennen.