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MythaneumDas Museum der Mythologien

Figur

Telephos: Der verwundete Gegner kennt den Weg

Telephos verteidigt Mysien gegen Griechen, die den Ort für Troja halten. Achilles verwundet ihn. Später tauscht Telephos sein Wissen um die richtige Route gegen Heilung ein. Seine Herkunft verbindet verschiedene Länder und Familien, ohne seine Zugehörigkeit eindeutig festzulegen.

3–4 Minuten Lesezeit

Ein Kind, zwei verschieden erzählte Gefährdungen

Auge ist in der Bibliotheke Aleus’ Tochter; die ausführlichere Fassung nennt sie Priesterin Athenas. Nach Herakles’ sexuellem Zugriff verbirgt sie ihr Kind im Heiligtum. Eine Plage beziehungsweise unfruchtbares Land führt zur Enthüllung. Die Erzählung macht Auge und den Säugling gefährdet, statt ihre Situation als unbeschwerte Liebesgeschichte darzustellen.

Die beiden Abschnitte unterscheiden sich. In 2.7.4 soll Nauplios Auge ins Ausland verkaufen; in 3.9.1 soll er sie töten. Beide Wege führen zu Teuthras in Mysien, der sie zur Frau nimmt. Der ausgesetzte Säugling wird am Parthenion von einer Hirschkuh genährt und von Hirten aufgenommen. Die erzählte Verbindung zwischen Tier und Name ist eine Herkunftserklärung der Quelle, keine gesicherte heutige Etymologie.

Mysien wird zu einer neuen Heimat

In der ausführlicheren Herkunftsfassung wächst Telephos bei Korythos’ Hirten auf. Die Suche nach seinen Eltern führt über Delphi nach Mysien. Teuthras nimmt ihn als Sohn an und macht ihn zum Nachfolger. Herakles’ Vaterschaft erklärt seine Herkunft, während die Aufnahme bei Teuthras eine andere politische und familiäre Beziehung schafft.

Die Epitome zeigt Telephos später als König der Mysier. Als die Griechen sein Land verwüsten, verteidigt er es. Ihre Annahme, bereits bei Troja zu sein, erklärt den Angriff, macht ihn aber nicht zum Angriff auf das richtige Ziel. Der aus einer griechischen Heldengenealogie bekannte Mann handelt hier gegen das griechische Heer.

Die Wunde führt zurück zum Verwunder

Telephos tötet im Kampf Thersandros, den Sohn des Polyneikes. Auf der Flucht vor Achilles verstrickt ihn eine Weinrebe; ein Speer verwundet seinen Schenkel. Nach der zerstreuten Rückfahrt der Griechen heilt die Wunde nicht. Ein Orakel Apollons erklärt, der Verwunder werde der Arzt sein.

Telephos geht in Lumpen nach Argos und bittet Achilles um Heilung. Die Epitome erzählt, Achilles habe Rost von seinem pelischen Speer abgeschabt und damit die Wunde geheilt. Die Waffe, die den Schaden verursachte, wird zum Gegenstand seiner Behebung. Das ist die Logik dieser Erzählung, kein heutiger Nachweis einer Therapie.

Wissen ist seine Gegengabe

Telephos verspricht als Gegenleistung, den Griechen den Weg nach Troja zu zeigen. Damit besitzt der Besiegte etwas, das das Heer selbst nicht hat. Seine Wegweisung wird durch Kalchas’ Mantik bestätigt. Heilung und Wissen bilden einen Tausch zwischen Gegnern; Herkunft allein hätte den Griechen die Route nicht gegeben.

Die Epitome ordnet den Irrtum in eine besondere Kriegszeitfolge ein: zwei Jahre bis zur ersten Fahrt, acht Jahre Unterbrechung und dann zehn Jahre Kampf um Troja. Diese Zahlen gehören zu ihrer Fassung. Sie liefern keine gemeinsame Chronologie sämtlicher Trojaerzählungen. Telephos wird hier zum Wegweiser, ohne dass daraus seine uneingeschränkte Zustimmung zum Krieg oder eine eindeutige Lageridentität folgt.

Die Figur in ihren Quellen

Eine Gestalt, verschiedene Textrollen

Ein Kind, zwei verschieden erzählte Gefährdungen
Bibliotheke 2.7.4 und 3.9.1

Mysien wird zu einer neuen Heimat
Bibliotheke 3.9.1; Epitome E.3.17

Die Wunde führt zurück zum Verwunder
Epitome E.3.17–20

Wissen ist seine Gegengabe
Epitome E.3.18–20

Belegte Beziehungen

  • Telephos wird in der Bibliotheke als Sohn des Herakles und der Auge erzählt: HeraklesBelege [1] : Bibliotheke 2.7.4 und 3.9.1

Texte und ihre Zugänge

Werke, Fassungen und verwendete Zugänge

Überlieferter Text

Bibliotheke des Pseudo-Apollodor

Werkbezeichnung für die mythographische Sammlung. In diesem Museum sind nur ausgewählte Ausschnitte erschlossen; die einzelnen Editionsdatensätze benennen die tatsächlich gelesenen Stellen.

Antike mythographische Zusammenstellung; genaue Entstehungszeit und Autorschaft aus dieser Lektüre nicht bestimmt.

Sprache: Altgriechisch

Benutzte Ausgabe

Bibliotheke: Auge, der ausgesetzte Telephos und zwei Aufträge an Nauplios

Bibliotheke 2.7.4 und 3.9.1 vollständig; beide Erzählungen voneinander unterschieden.

Historische Textüberlieferung; verwendete Übersetzung und Bearbeitung ausdrücklich benannt

Sprache: Englisch nach Altgriechisch

Überlieferter Text

Epitome zur Bibliotheke des Pseudo-Apollodor

Die Epitome wird von den hier benutzten Bibliothekeabschnitten unterschieden. Nur benannte Fenster der englischen Ausgabe gelesen, kein vollständiges Werk erschlossen.

Überlieferter Auszug; keine eigene Datierungs- oder Handschriftenprüfung.

Sprache: Altgriechisch

Benutzte Ausgabe

Epitome: die verfehlte Landung, Telephos Wunde und das Wegwissen

Epitome E.3.17–E.3.20 vollständig in der englischen Theoi-Fassung.

Historische Textüberlieferung; verwendete Übersetzung und Bearbeitung ausdrücklich benannt

Sprache: Englisch nach Altgriechisch

Der Weg zum Beleg

Quellen und Einordnung

Überlieferung
Griechische mythografische und dramatische Werkfassungen; römischer Vergleich und örtliche Kultberichte jeweils gesondert benannt.
Verwendeter Ausschnitt
Bibliotheke 2.7.4 und 3.9.1; Epitome E.3.17–20.
  1. Bibliotheke: Auge, der ausgesetzte Telephos und zwei Aufträge an Nauplios

    Pseudo-Apollodor; englische Übersetzung James G. Frazer, 1921 · Historische Textüberlieferung; verwendete Übersetzung und Bearbeitung ausdrücklich benannt

    Bibliotheke 2.7.4 und 3.9.1 vollständig; beide Erzählungen voneinander unterschieden.

    Nur die benannten Ausschnitte in englischer Übersetzung gelesen; keine Gesamtlektüre der Werke, griechische Kollation oder externe Fachgegenlektüre. Berichtete fremde Texte und lokale Gründungslegenden bleiben Aussagen der jeweiligen Quelle. Abgerufen am 2026-10-01.

  2. Epitome: die verfehlte Landung, Telephos Wunde und das Wegwissen

    Epitome der Bibliotheke; englische Übersetzung James G. Frazer, 1921 · Historische Textüberlieferung; verwendete Übersetzung und Bearbeitung ausdrücklich benannt

    Epitome E.3.17–E.3.20 vollständig in der englischen Theoi-Fassung.

    Nur die benannten Ausschnitte in englischer Übersetzung gelesen; keine Gesamtlektüre der Werke, griechische Kollation oder externe Fachgegenlektüre. Berichtete fremde Texte und lokale Gründungslegenden bleiben Aussagen der jeweiligen Quelle. Abgerufen am 2026-09-29.

Redaktion und Bearbeitungsstand

Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-10-01. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.

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