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MythaneumDas Museum der Mythologien

Figur

Supay: Ein Wörterbuchwort wird christlich gedeutet

Was zeigt der Vergleich älterer Übersetzungen, und was lässt er über frühere Vorstellungen offen?

3–4 Minuten Lesezeit · Bildbetrachtung nach eigener Zeit

Getrennte Lesefelder: 1560 · Wörterbuchseite 133, 1609 · Garcilasos Argument.

Çupay und Zúpay: zwei Übersetzungsfenster

1560 · Wörterbuchseite 133

Die tatsächlich gelesene Seite 133 des Wörterbuchs von Santo Tomás nennt çupay zweimal: in Engelbegriffen mit guter oder schlechter Wertung und daneben in Dämon- beziehungsweise Hausgeistbegriffen. Schon die spanischen Wörter gehören zu christlichen und europäischen Kategorien. Die Wortfamilie ist keine vollständige Figurenbiografie.

Zur benannten Quelle

1609 · Garcilasos Argument

Garcilaso verbindet Zúpay mit Diablo und grenzt sein Pachacámac-Gotteswort davon ab. Zugleich beschreibt er, wie vorgängige dämonische Verurteilung offene Auskünfte behindert. Zwei gelesene Fenster belegen keine vollständige lineare Entwicklung und keine heutigen Bedeutungen aller Gemeinschaften.

Zur benannten Quelle

Eigene Textgrafik zu zwei benannten historischen Quellenstellen. Kein erfundener Teufelskörper, allumfassendes Totenreich oder unbemerkter Sprung zu heutiger Praxis. Grafik vergrößern Textgrundlage

Der frühe Druck bietet mehr als eine Übersetzung

Auf der tatsächlich gelesenen Druckseite 133 des Wörterbuchs von 1560 steht çupay zweimal. Ein Eintrag nennt einen guten oder schlechten Engel, der zweite Dämon oder Hausgeist. Schon diese spanischen Übersetzungswörter tragen christliche und europäische Kategorien. Die doppelte Wertung ist deshalb nicht allein der Nachweis einer ursprünglich überall moralisch neutralen Gestalt.

Die Wortfamilie ist keine ganze Biografie

Daneben stehen ein Ausdruck für Besessenheit und eine mit dem Haus des Dämons verbundene Höllenübersetzung. Das sind ausgewählte Wörterbucheinträge. Sie erzählen keine eigene Geburt, Verwandtschaft oder Herrschaft über sämtliche Toten. Der Beitrag füllt diese Lücken nicht mit einer heutigen pauschalen Teufelsgeschichte.

Garcilaso setzt Zúpay in eine theologische Argumentation

Sein Kapitel über Pachacámac nennt Zúpay als Diablo und verbindet den Namen mit Ablehnung. Zugleich unterscheidet er Pachacámac als Gottesbezeichnung von einer dämonischen Stimme, die sich dieses Namens bemächtige. Diese Erklärung gehört zu seiner christlichen Argumentation und ist kein neutrales Urteil des Museums über religiöse Gegenüber.

Er beschreibt auch einen Druck auf das Erzählen

Garcilaso erklärt, Menschen gäben ihre Aussagen nicht offen weiter, wenn spanische Christen sie vorher als dämonisch verurteilten. Er kritisiert zugleich ungenaue Sprachkenntnis und regionenübergreifende Gleichsetzungen. Der Wortgebrauch steht so in einer Beziehung von Übersetzung, religiöser Bewertung und Macht.

Zwei Stellen belegen nicht jede spätere Verwendung

Der Vergleich zeigt verschiedene erhaltene Übersetzungsentscheidungen von 1560 und in Garcilasos Werk von 1609. Er liefert weder eine vollständige lineare Entwicklung noch heutige Bedeutungen in jeder Sprache und Gemeinschaft. Eine gegenwärtige lokale Figur oder Praxis benötigt einen eigenen öffentlich geeigneten Nachweis.

Welche Aussage trägt die Stelle?

Vergleiche Übersetzungswort, Wertung und behauptete religiöse Rolle. Warum wäre sowohl ein universeller Teufel als auch die unbelegte Behauptung völliger früherer Neutralität zu weit?

Begriff im Quellenbezug

Supay als Quellen- und Übersetzungsfrage

Benannte Fassung
Garcilaso Buch II I–II, III XX–XXI und Namensabsatz II XXI

Wörterbuch 1560
Druckseite 133/PDF 279, beide çupay-Zeilen; keine gesamte historische Moraltheorie.

Texte und ihre Zugänge

Werke, Fassungen und verwendete Zugänge

Überlieferter Text

Primera parte de los Comentarios reales de los Incas

Historisch-literarischer Bericht Garcilasos. Eigene Familienerinnerung, weitere Auskünfte und spanische Autoren werden im ausgewählten Fenster unterschieden.

Erstdruck Lisboa 1609; am wiedergegebenen Titelbild gelesen.

Sprache: Spanisch; Verfasser beschreibt Vermittlung aus seiner mütterlichen Sprache

Benutzte Ausgabe

Modernisierter digitaler Lesetext beim Museo Histórico Regional de Cusco

PDF 537 Seiten: Titelbild 1609, eigene Modernisierungskriterien, gesetzte Dialoge und Fußnoten. Gelesen wurden genau benannte Vorstücke und Buch I XV–XIX; kein vollständiges 1609-Faksimile behauptet.

Im PDF keine sichere Herausgeber-/Ausgabedatierung. Metadaten 2009/2018 beschreiben Dateien, nicht den Erstdruck.

Sprache: Modernisiertes Spanisch mit beibehaltenen indigenen Namen

Überlieferter Text

Lexicon, o Vocabulario de la lengua general del Peru

Zweisprachiges Wörterbuch mit benannten Übersetzungsrichtungen. Hier nur einzelne Einträge gelesen; keine ganze Sprachbeschreibung.

Kolophon: Valladolid, 10. Januar 1560.

Sprache: Spanisch und kolonial verschriftete Quechua-Lesefassung

Benutzte Ausgabe

Digitaler Scan des Exemplars der John Carter Brown Library

PDF 382 Seiten, teilweise fehlerhafte OCR und Druckzählung. Verwendet sind der wirkliche Kolophon und die ausgewählte Druckseite 133/PDF 279. Keine eigene Textrekonstruktion des fehlenden Originaltitels.

Werk 1560, IA-Digitalisierung laut Dateimetadaten 2011; kein neues Publikationsjahr der alten Quelle.

Sprache: Historischer Druck; OCR nur als Suchhilfe

Der Weg zum Beleg

Quellen und Einordnung

Verwendeter Ausschnitt
Benannte Garcilaso-Fenster im modernisierten Lesetext; für Supay zusätzlich ein genauer 1560-Wörterbuchbeleg. Keineuniverselle Anden-Kosmologie.
  1. Garcilaso: Sonne, Mond, Illapa und christliche Wortdeutung

    Inca Garcilaso de la Vega; modernisierter Museo-Lesetext · Werk 1609; modernisierte digitale Edition ohne eindeutig genanntes Ausgabedatum

    Buch II I–II auf PDF 69–74; III XX–XXI auf 162–166; Namensabsatz am Schluss II XXI auf 110.

    Kein ganzes Werk. Autorenbehauptungen und Modernisierungsnoten getrennt. Keine heutige Gemeinschaftsaufnahme oder allgemeine Wetter-/Göttersystematik. Abgerufen am 2026-10-14.

  2. Santo Tomás 1560: ausgewählte Wörterbuchstellen zu çupay und Guaca

    Fray Domingo de Santo Tomás; digitaler Scan des JCB-Exemplars · Valladolid 1560; Kolophon 10. Januar 1560, digitaler Scan

    PDF 4 Kolophon; PDF 279/Druckseite 133: çupay, çupayasca, çupaypa-guacin und Guaca am Scan gelesen.

    Kein ganzes Wörterbuch. Die christlichen Übersetzungswörter sind nicht unvermittelt die Bedeutung vorchristlicher Religionen. Kopie mit fehlendem Originaltitel laut Bibliotheksmetadaten; Kolophon hier tatsächlich gesehen. Abgerufen am 2026-10-14.

  3. Garcilaso: Gründungserzählungen in einem modernisierten Lesetext

    Inca Garcilaso de la Vega; digitaler Lesetext beim Museo Histórico Regional de Cusco · Werk 1609; digitale Modernisierung ohne eindeutig genanntes Ausgabedatum

    Buch I XV–XIX auf PDF 47–57; Kriterien PDF 2, Proemio 16, Sprachwarnungen 17–18; Titelbild 1.

    Keine vollständige Ausgabe gelesen oder Kollation mit dem Erstdruck von 1609 durchgeführt. Orthografie und Dialogzeichnung sind modernisiert; Ausgabedatum/Herausgeberschaft im PDF nicht eindeutig bestimmt. Moderne Fußnoten sind nicht als Garcilasos Wortlaut übernommen. Abgerufen am 2026-10-14.

Redaktion und Bearbeitungsstand

Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-10-14. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.

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