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MythaneumDas Museum der Mythologien

Figur

Steropes: der Blitzname erzählt noch kein Einzelabenteuer

Eine historische Namensglosse verbindet Steropes mit dem Blitz. Hesiod erzählt jedoch von gemeinsamer Arbeit dreier Kyklopen, nicht von einem persönlich zugeteilten Waffenstück.

3 Minuten Lesezeit

Ein Name im Licht des Gewitters

Steropes steht bei Hesiod zwischen Brontes und Arges. Die drei Kinder von Gaia und Uranos besitzen jeweils ein Stirnauge. In ihren Werken liegen Kraft und Geschick. Der Text lässt sie Zeus seine Gewitterwaffen geben und verbindet damit eine außerordentliche Körpergestalt mit einer produktiven Fähigkeit.

Evelyn-Whites Editionsfußnote glossiert Steropes mit einem englischen Ausdruck für das Blitzen. Das ist eine historische Lesehilfe zum Namen. Aus ihr folgt keine im Gedicht erzählte Szene, in der Steropes allein einen bestimmten Blitz herstellt oder selbst als Wetterereignis auftritt.

Befreiung macht die gemeinsame Gabe möglich

Die Bibliotheke erzählt, dass Uranos die Brüder in den Tartaros sperrt. Nach seinem Sturz werden sie zunächst freigelassen und von Kronos erneut eingeschlossen. Erst Zeus’ Bündnis bringt eine weitere Befreiung. Die folgende Waffengabe ist damit Teil eines Machtwechsels, nicht eine isolierte Werkstattszene.

Zeus erhält Donner und Blitzwaffen, Pluto einen Helm, Poseidon einen Dreizack. Steropes gehört zur handelnden Gruppe. Wer welches Stück anfertigt, bleibt in diesem Fenster ungeteilt. Die andere Befreiungsabfolge dieser Fassung wird neben Hesiod gelesen, statt beide Texte zu einer scheinbar einheitlichen Vorgeschichte zu verschmelzen.

Der Gruppenname wechselt seinen Erzählraum

In Odysseus’ Bericht begegnen Kyklopen als Höhlenbewohner. Der Sprecher im Höhlengespräch erklärt, er müsse Zeus nicht fürchten. Die Nähe zum Zeus der Waffengaben ist dort also nicht einfach dieselbe. Zudem ist diese Schilderung an Odysseus als Erzähler gebunden.

Steropes’ Profil bleibt bei seinem tatsächlich benannten genealogischen Kontext. Es weist auf Brontes und Arges weiter, ohne die Höhlenepisode als persönliches Abenteuer eines dieser Brüder zu übernehmen.

Die Figur in ihren Quellen

Eine Gestalt, verschiedene Textrollen

Ein Name im Licht des Gewitters
Theogonie 139–146 und Editionsfußnote 6

Befreiung macht die gemeinsame Gabe möglich
Bibliotheke 1.1.2–1.1.5 und 1.2.1

Der Gruppenname wechselt seinen Erzählraum
Odyssee 9,105–115 und 250–286

Texte und ihre Zugänge

Werke, Fassungen und verwendete Zugänge

Überlieferter Text

Hesiod: Theogonie

Genealogisches Gedicht. Die einzelnen Editionskarten nennen die tatsächlich gelesenen Stellen; das Gesamtwerk ist hier nicht vollständig ausgewertet.

Werkebene; hier keine exakte Entstehungsdatierung festgelegt.

Sprache: Altgriechisch

Benutzte Ausgabe

Evelyn-White: Kyklopen und Hundertarmige

Genau benannte tatsächlich gelesene Fenster einer historischen englischen Übersetzung; keine eigene griechische Kollation oder Volllektüre.

Theogonie 139–162, 617–735 und 807–819; Editionsfußnote 6, Ausgabe 1914.

Sprache: Englisch

Überlieferter Text

Bibliotheke des Pseudo-Apollodor

Werkbezeichnung für die mythographische Sammlung. In diesem Museum sind nur ausgewählte Ausschnitte erschlossen; die einzelnen Editionsdatensätze benennen die tatsächlich gelesenen Stellen.

Antike mythographische Zusammenstellung; genaue Entstehungszeit und Autorschaft aus dieser Lektüre nicht bestimmt.

Sprache: Altgriechisch

Benutzte Ausgabe

Frazer: Befreiungen und Waffengaben

Genau benannte tatsächlich gelesene Fenster einer historischen englischen Übersetzung; keine eigene griechische Kollation oder Volllektüre.

Bibliotheke 1.1.1–1.1.7 und 1.2.1; Ausgabe 1921.

Sprache: Englisch

Überlieferter Text

Homerische Odyssee

Erzählwerk; nur ausdrücklich benannte Ausschnitte gelesen, kein vollständig erschlossenes Korpus.

Werkebene; hier keine exakte Datierung festgelegt.

Sprache: Altgriechisch

Benutzte Ausgabe

Murray: andere Kyklopen im Höhlenbericht

Genau benannte tatsächlich gelesene Fenster einer historischen englischen Übersetzung; keine eigene griechische Kollation oder Volllektüre.

Odyssee 9,105–115 und 250–286; Ausgabe 1919.

Sprache: Englisch

Der Weg zum Beleg

Quellen und Einordnung

Überlieferung
Hesiodische Göttergenealogie und jeweils benannte andere literarische Fassungen.
Verwendeter Ausschnitt
Theogonie 139–162; weitere konkrete Fenster stehen an jedem Abschnitt.
  1. Hesiods Kyklopen und Hundertarmige

    Hesiod; englische Übersetzung H. G. Evelyn-White · 1914, historische englische Leseausgabe

    Theogonie 139–162, 617–735, 807–819; Editionsfußnote 6.

    Benannte Fenster und historische Namensglossen; keine eigene griechische Etymologie oder ganze Werklektüre. Briareos/Obriareus beobachtete englische Formen; Ortsangaben nicht harmonisiert. Abgerufen am 2026-10-01.

  2. Kyklopen und Hekatoncheiren in der Bibliotheke

    Pseudo-Apollodor; englische Übersetzung J. G. Frazer · 1921, historische englische Leseausgabe

    Bibliotheke 1.1.1–1.1.7 und 1.2.1.

    Neue begrenzte Lektüre derselben archivierten Ausgabe; keine Ausweitung alter Lesebelege. Reihenfolge und erneute Fesselung dieser Fassung kenntlich; kollektive Waffen nicht einzeln verteilen. Abgerufen am 2026-10-01.

  3. Andere Kyklopen: Odysseus’ Höhlenbericht

    Homerische Odyssee; englische Übersetzung A. T. Murray · 1919, historische englische Leseausgabe

    Odyssee 9,105–115 und 250–286.

    Nur diese Abgrenzungsfenster neu gelesen, keine vollständige Polyphemepisode oder ethnografische Bestätigung. Erzählperspektive von Odysseus; gemeinsamer Gruppenname beweist keine Einzelfigurenidentität. Abgerufen am 2026-10-01.

Redaktion und Bearbeitungsstand

Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-10-01. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.

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