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MythaneumDas Museum der Mythologien

Figur

Selene: Mondlicht und Endymion

Ein Hymnus beschreibt Selenes Licht und Fahrt; ein hellenistisches Epos lässt sie über Endymion sprechen. Pausanias kennt unterschiedliche lokale Fassungen, und ein römischer Sarkophag deutet die Begegnung als Grabkunst.

3–4 Minuten Lesezeit · Bildbetrachtung nach eigener Zeit

Selenes Licht im Hymnus

Hesiod stellt Selene neben Helios und Eos als Kind von Hyperion und Theia. Der Homerische Selene-Hymnus richtet den Blick auf ihr Licht, ihre Pferde und ihre Fahrt. Zur Monatsmitte strahlt sie besonders; der Hymnus nennt außerdem Pandia als Tochter Selenes und Zeus'.

Diese poetischen Beobachtungen sind keine astronomische Messanleitung. Die hier gelesene Hymne erzählt auch nicht von Endymion. Die Familienangabe von Hesiod und das hymnische Lob beantworten unterschiedliche Fragen.

Selene erinnert sich an Endymion

In Apollonios' Argonautika beobachtet Selene Medea auf ihrer Flucht. Der Dichter lässt die Mondgöttin innerlich sprechen: Sie denkt an ihr eigenes Begehren für Endymion und an Medeas Umgang mit Zauber. Selene ist hier nicht nur eine Himmelserscheinung, sondern eine Figur, die einen anderen Menschen beurteilt und sich dabei selbst erinnert.

Die Szene gehört zu Medeas erzählter Nacht. Sie sagt nicht, dass alle Endymion-Geschichten denselben Schlaf, dieselbe Beziehung oder denselben Ort kennen.

Pausanias hält örtliche Versionen nebeneinander

Pausanias berichtet von Erzählungen über Endymions Abstammung und Nachkommen. Eine elische Version macht Selene zur Mutter von fünfzig Töchtern. Er nennt zugleich andere Frauen als Mütter seiner Kinder. Auch die Ortsansprüche bleiben geteilt: Elis zeigt ein Grab, bei Latmos gibt es eine andere Erinnerung an Endymion.

Das sind von Pausanias berichtete Varianten, nicht fünfzig Töchter aus dem Selene-Hymnus. Weder die Geburtsangabe noch der Grabanspruch schließt die andere Fassung einfach aus.

Selene und Endymion auf einem römischen Sarkophag

Breiter römischer Marmorsarkophag vor grauem Hintergrund mit dichtem Figurenrelief, einer gelagerten Person rechts, einem Wagen links und einer Inschrift auf dem Deckel.
Römischer Marmorsarkophag mit Selene und Endymion, frühes 3. Jahrhundert n. Chr. The Met 47.100.4a, b, Public Domain / CC0. Laut Katalog besucht Selene den schlafenden Endymion; am Deckel steht die Widmung für Arria. Das spätere Grabrelief ist ein eigener Bildentwurf und keine Illustration des Homerischen Selene-Hymnus. Bildnachweis Bildlizenz

Ein Grabrelief ist eine neue Deutung

Der Met-Katalog identifiziert auf einem römischen Marmorsarkophag Selene und den schlafenden Endymion. Das Werk stammt aus dem frühen 3. Jahrhundert n. Chr.; auf dem Deckel steht eine Widmung für Arria. Seine Breite, der Wagen und die gelagerte Figur sind im unbeschnittenen Foto zu sehen, kleine Einzelheiten bleiben bei kleiner Anzeige schwer lesbar.

Das Grabobjekt nutzt die Begegnung in einem Bestattungskontext. Es illustriert weder Selenes kurzen Hymnus noch entscheidet es zwischen den örtlichen Erzählungen, die Pausanias berichtet.

Die Figur in ihren Quellen

Eine Gestalt, verschiedene Textrollen

Mondhymnus
Theogonie 371–374 und Hymnus 32 ohne Endymion.

Endymion in Texten
Lokale Aussagen bei Pausanias und Selenes Rede im hellenistischen Epos getrennt.

Römische Grabkunst
Met-Sarkophag mit Arria-Widmung, Jahrhunderte später als die behandelten griechischen Texte.

Texte und ihre Zugänge

Werke, Fassungen und verwendete Zugänge

Überlieferter Text

Hesiod: Theogonie

Genealogisches Gedicht. Die einzelnen Editionskarten nennen die tatsächlich gelesenen Stellen; das Gesamtwerk ist hier nicht vollständig ausgewertet.

Werkebene; hier keine exakte Entstehungsdatierung festgelegt.

Sprache: Altgriechisch

Benutzte Ausgabe

Theogonie 371–383 und 984–991 nach Evelyn-White

Elternschaft der Trias, Winde und Sterne sowie Eos' Nachkommen; nur diese Textfenster gelesen.

Historische Übersetzung 1914

Sprache: Englisch nach Altgriechisch

Überlieferter Text

Homerische Hymnen

Sammlungsbezeichnung für einzelne Hymnen. Gemeinsam archiviert oder verglichen, aber nach Nummer und tatsächlichem Lesebereich zitiert.

Antike Hymnen verschiedener Entstehungszusammenhänge; keine einheitliche Autorschaft oder Handlungszeit.

Sprache: Altgriechisch

Benutzte Ausgabe

Homerische Hymnen 31 und 32 nach Evelyn-White

Helios und Selene in je einer kurzen Hymne; Euryphaessa-Name bei Helios und Pandia bei Selene.

Historische Übersetzung 1914

Sprache: Englisch nach Altgriechisch

Überlieferter Text

Pausanias: Beschreibung Griechenlands

Werkebene der Beschreibung Griechenlands. Die einzelnen Museumseiten nennen ihre tatsächlich gelesenen Ausschnitte in den zugehörigen Ausgabenkarten; daraus folgt keine vollständige Erschließung des Werks.

Werkebene; hier kein exaktes Entstehungsjahr festgelegt.

Sprache: Altgriechisch

Benutzte Ausgabe

Pausanias 5,1,3–5 nach Jones

Endymion-Fassungen und zwei örtliche Ansprüche in begrenzter Passage.

Historische Übersetzung

Sprache: Englisch nach Altgriechisch

Überlieferter Text

Apollonios Rhodios: Argonautika

Erzählgedicht um die Argo und ihre Fahrt. Die benutzten historischen Übersetzungen nennen ihre tatsächlich gelesenen Fenster in eigenen Editionskarten; kein vollständig erschlossenes Gesamtwerk.

Hellenistische Dichtung; hier keine genaue Entstehungsdatierung

Sprache: Altgriechisch

Benutzte Ausgabe

Argonautika 4,55–65 nach Seaton

Selene beobachtet Medeas Flucht und erinnert sich an Endymion.

Historische Übersetzung

Sprache: Englisch nach Altgriechisch

Der Weg zum Beleg

Quellen und Einordnung

Überlieferung
Griechische Dichtung und Reisebericht sowie römische Grabkunst
Verwendeter Ausschnitt
Theogonie 371–374; Homerischer Hymnus 32; Argonautika 4,55–65; Pausanias 5,1,3–5; Met 47.100.4a,b.
  1. Theogonie 371–383 und 984–991: Kinder von Hyperion und Theia, Eos' Nachkommen

    Hesiod zugeschriebene Theogonie; englische Übersetzung Hugh G. Evelyn-White · Antike Dichtung; historische englische Übersetzung 1914

    371–383: Hyperion und Theia als Eltern von Helios, Selene und Eos; Eos und Astraios mit Winden und Sternen. 984–991: Eos und Tithonos mit Memnon und Emathion, außerdem Kephalos und Phaethon. Nur diese Stellen für die Trias gelesen.

    Historische englische Übersetzung ohne eigene griechische Kollation. Die Passagen geben keine vollständigen Biografien. Hesiods Theia-Name wird nicht automatisch mit Euryphaessa des Helios-Hymnus identifiziert; Eos' Memnon-Abstammung ersetzt keine eigene Memnon-Erzählung. Abgerufen am 2026-09-29.

  2. Homerische Hymnen 5, 31 und 32: Eos, Helios und Selene

    Verschiedene homerische Hymnen; englische Übersetzung Hugh G. Evelyn-White · Antike Hymnen; historische englische Übersetzung 1914

    Hymnus 5 an Aphrodite 218–238: Aphrodite erzählt Eos' Bitte um Tithonos' Unsterblichkeit ohne Jugend und seine spätere Pflege und Einschließung. Hymnus 31 an Helios 1–19: Euryphaessa als Mutter, Strahlen und Wagen. Hymnus 32 an Selene 1–20: Mondlicht, Pferde, Monatsmitte und Pandia. Keine Gesamtlektüre der Hymnensammlung.

    Mehrere Hymnen verschiedener Zusammenhänge auf einer Digitalisatseite. Aphrodites Rede ist literarischer Vergleich, kein neutraler Lebenslauf der Eos. Euryphaessa und Theia bleiben als unterschiedliche Benennungen in ihren jeweiligen Quellen. Die Selene-Hymne erzählt nicht die Endymion-Szene. Abgerufen am 2026-09-29.

  3. Pausanias 5,1,3–5: Selene und Endymion in lokalen Varianten

    Pausanias, Beschreibung Griechenlands; englische Übersetzung W. H. S. Jones · Antiker Reisebericht; historische englische Übersetzung

    5,1,3–5: Endymions Abstammung; Selene als eine Mutter von fünfzig Töchtern in einer lokalen Erzählung; Pausanias stellt Ehefrauen-Alternativen daneben und unterscheidet elischen Grabanspruch von der Verehrung bei Latmos.

    Pausanias meldet und bewertet lokale Aussagen, ohne eine einzige verbindliche Endymion-Biografie zu sichern. Die fünfzig Töchter gehören nicht zum Homerischen Selene-Hymnus. Ortstraditionen und römisches Bildobjekt später getrennt ausweisen. Abgerufen am 2026-09-29.

  4. Argonautika 4,55–65: Selene spricht über Endymion

    Apollonios Rhodios, Argonautika; englische Übersetzung R. C. Seaton · Hellenistisches Epos; historische englische Übersetzung

    4,55–65: Die aufsteigende Mondgöttin beobachtet Medeas Flucht, spricht in innerer Rede über ihre Liebe zu Endymion und Medeas Zauber. Unmittelbarer Medea-Kontext mitgelesen.

    Selene spricht als Figur eines hellenistischen Epos; ihre Bemerkung ist kein Bericht über tatsächlich beobachtete Zauberpraxis. Endymion wird geliebt, aber der Vers erklärt keine einheitliche Version seines Schlafs. Abgerufen am 2026-09-29.

  5. Römischer Selene-Endymion-Sarkophag, Met 47.100.4a, b

    The Metropolitan Museum of Art; römische Werkstatt unbekannt · Frühes 3. Jahrhundert n. Chr.; heutiger Sammlungskatalog

    Objektseite und API: Severischer Marmorsarkophag, Inventar 47.100.4a, b; Katalog zu Selene, Endymion, Schlafmotiv, Helios und der Inschrift für Arria; individuelle Public-Domain-Angabe und API-Flag geprüft. Bilddetails erst nach Originalsichtung.

    Römisches Grabobjekt, kein griechisches Originalbild der Selene-Hymne. Relief, Grabinschrift und Katalogdeutung unterscheiden; die dargestellte ewige Jugend nicht Pausanias 5,1,4 zuschreiben. Abgerufen am 2026-09-29.

Redaktion und Bearbeitungsstand

Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-09-29. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.

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