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MythaneumDas Museum der Mythologien

Figur

Plutos: Wem soll Reichtum zufallen?

Hesiod erzählt Plutos als Sohn Demeters und Iasions, der Reichtum bringt. In Aristophanes’ Komödie ist er blind und soll nach seiner Heilung gerechter verteilen. Penia widerspricht der Hoffnung, mit allgemeinem Reichtum sei jede Schwierigkeit gelöst.

4–5 Minuten Lesezeit

Demeters Sohn bringt Reichtum

Hesiod erzählt, Demeter und Iasion hätten sich auf einem dreimal gepflügten Feld auf Kreta verbunden. Ihr Sohn Plutos zieht über Erde und Meer. Wer ihm begegnet und ihn erhält, wird durch seine Gabe reich. In diesen sechs Versen erscheint Reichtum als ein göttlich verkörpertes Gut, das Menschen erreichen kann.

Der Abschnitt sagt nicht, Plutos sei blind oder belohne ausschließlich gerechte Menschen. Solche Aussagen werden deshalb nicht aus der späteren Komödie in Hesiods kurze Genealogie zurückgetragen. Auch der Acker ist hier ein Ort der erzählten Verbindung; die Verse bilden keine überprüfte Anleitung zur Vermehrung von Besitz.

Ähnliche Namen bezeichnen verschiedene Gestalten

In der griechischen Theogonie steht bei Demeters Sohn eine Form des Namens Plutos. Ein anderes Verzeichnis nennt unter den weiblichen Okeaniden Plouto. Die weibliche Gestalt aus der Okeanos/Tethysgenealogie ist dadurch nicht automatisch derselbe Gott wie Demeters Sohn.

Auch die Namensähnlichkeit zum Unterweltsgott Plouton erlaubt keine Verschmelzung. Dieses Profil behandelt den Reichtumsgott in den bezeichneten Hesiod- und Aristophanesstellen; Hades erhält im Museum einen eigenen Zugang. Eine ähnliche Wortgestalt ersetzt nicht den Vergleich von Rolle, Verwandtschaft und konkretem Text.

Die Komödie gibt der ungerechten Verteilung einen Körper

Bei Aristophanes offenbart sich ein heruntergekommener blinder Mann als Plutos. Er erklärt Chremylos und Kario, Zeus habe ihn geblendet: Als junger Gott habe er nur die Gerechten und Besonnenen aufsuchen wollen. Ohne Sicht könne er sie nicht mehr erkennen. So wird die Frage nach ungerecht verteiltem Reichtum zu einer Begegnung mit einer handelnden Figur.

Chremylos will ihn heilen, Plutos fürchtet Zeus’ Zorn. Zugleich behauptet der Gott, die Menschen würden nach dem Reichwerden schlecht. Selbst in diesem Gespräch ist die Hoffnung also nicht unangefochten. Zeus’ Motiv, Plutos’ Angst und seine Menschenbewertung sind Figurenreden der Komödie, keine einheitliche Lehre aller griechischen Religion.

Penia fragt, wer die Arbeit tun wird

Penia, die Armut, widerspricht dem Plan: Wenn alle reich seien, werde niemand mehr die notwendigen Arbeiten übernehmen. Chremylos antwortet, versklavte Menschen könnten sie leisten. Penia fragt zurück, wer diese Menschen dann verkaufen würde, wenn auch jeder Händler reich wäre. Der Streit macht sichtbar, auf wessen Arbeit die erhoffte Bequemlichkeit beruht.

Penia unterscheidet außerdem ein arbeitsames Leben mit begrenzten Mitteln von völligem Bettel und behauptet moralische Vorteile der Armut. Auch das sind ihre Argumente, keine erwiesenen Regeln über arme und reiche Menschen. Chremylos weist sie schließlich fort; damit hat der Dialog ihre Fragen nicht vollständig widerlegt. Die Komödie hält einen Konflikt offen, den eine einfache Formel vom gerechten Wohlstand verdecken würde.

Die neue Sicht wird in einer komischen Heilungsgeschichte erzählt

Kario berichtet, Plutos habe im Heiligtum des Asklepios seine Sicht zurückgewonnen. Er beschreibt Reinigung, Opfer und Schlaflager, erzählt dabei aber auch von gestohlenen Speisen und eigenen Körperwitzen. In seiner Darstellung arbeiten der Gott, Panakeia und zwei Schlangen an Plutos’ Augen. Der Bericht gehört zur Komödie und ist keine medizinische Anleitung oder heutiger Nachweis einer Heilwirkung.

Bei der Rückkehr jubeln nach Karios Bericht zuvor arme Gerechte; Menschen mit unrechtmäßigem Reichtum reagieren feindselig. Plutos begrüßt die Sonne und Athen, bedauert seine frühere Wahl der Empfänger und kündigt eine Änderung an. Die wiedergewonnene Sicht soll neue Unterscheidung ermöglichen. Der hier gelesene Ausschnitt zeigt dieses Versprechen, nicht bereits einen vollständigen Beweis, dass alle späteren Verteilungsprobleme gelöst sind.

Die Figur in ihren Quellen

Eine Gestalt, verschiedene Textrollen

Demeters Sohn bringt Reichtum
Theogonie 969–974; griechische Verse 969–974 zur Namensprüfung

Ähnliche Namen bezeichnen verschiedene Gestalten
Theogonie 346–370, griechischer Vers 355 Πλουτώ;969–974, griechischer Vers 969 Πλοῦτον

Die Komödie gibt der ungerechten Verteilung einen Körper
Plutos, Dialoggruppen 71–130

Penia fragt, wer die Arbeit tun wird
Plutos, Dialoggruppen 500–621, besonders 517,548 und 590–608

Die neue Sicht wird in einer komischen Heilungsgeschichte erzählt
Plutos, Dialoggruppen 622–747; Plutos, Dialoggruppen 748–781

Belegte Beziehungen

  • Demeter ist hier Plutos’ Mutter: DemeterBelege [1] : Theogonie 969–974

Texte und ihre Zugänge

Werke, Fassungen und verwendete Zugänge

Überlieferter Text

Hesiod: Theogonie

Genealogisches Gedicht. Die einzelnen Editionskarten nennen die tatsächlich gelesenen Stellen; das Gesamtwerk ist hier nicht vollständig ausgewertet.

Werkebene; hier keine exakte Entstehungsdatierung festgelegt.

Sprache: Altgriechisch

Benutzte Ausgabe

Hesiod: Eros, Okeaniden und Plutos

Theogonie 116–206, 334–370 und 969–974; zusätzlich griechische Verse 116–122, 346–370 und 969–974 zur begrenzten Namen- und Rollenprüfung. Die ausdrücklich benannten Stellen wurden gelesen. Andere Werkteile, zitierte verlorene Werke und vollständige Identitäts- oder Handschriftenprüfungen sind damit nicht erschlossen.

Antikes Werk; benannte digitale Leseausgabe

Sprache: Englisch nach Altgriechisch; 38 griechische Hesiodverse ergänzend geprüft

Überlieferter Text

Aristophanes: Plutos

Eine Komödie über Reichtum, Verteilung und die Heilung des personifizierten Plutos. Die einzelnen Lesegrenzen stehen in den Ausgabenkarten.

ToposText ordnet die gelesene Komödie 388 v. Chr. zu

Sprache: Altgriechisch

Benutzte Ausgabe

Aristophanes: Plutos, gerechte Verteilung und Penias Einwand

Plutos: Gruppen ab Vers 71 bis vor 131, ab 500 bis vor 622 und ab 748 bis vor 782 im ToposText-Text; zusätzlich Editionskopf. Die ausdrücklich benannten Stellen wurden gelesen. Andere Werkteile, zitierte verlorene Werke und vollständige Identitäts- oder Handschriftenprüfungen sind damit nicht erschlossen.

Antike Komödie, ToposText führt 388 v. Chr.; englische Übersetzung 1912

Sprache: Englisch nach Altgriechisch

Benutzte Ausgabe

Aristophanes: die erzählte Heilung des Plutos

Plutos, Dialoggruppen 622–747: Aufbruch, Erfolgsnachricht und Karios komischer Bericht über die Heilung im Asklepiosheiligtum. Nur die benannten Stellen und die ausgewählte Objektansicht geprüft; keine vollständige Werk-, Handschriften-, Objekt- oder Identitätsprüfung und keine externe Fachgegenlektüre.

Antikes Werk; benannte digitale Leseausgabe

Sprache: Englisch nach Altgriechisch

Der Weg zum Beleg

Quellen und Einordnung

Überlieferung
Die jeweils benannten griechischen Überlieferungen und ihre gesondert bezeichneten römischen beziehungsweise spätantiken Bild- und Textzugänge.
Verwendeter Ausschnitt
Theogonie 969–974; Aristophanes’ Plutos 71–130,500–781 in benannten Dialoggruppen.
  1. Hesiod: Eros, Okeaniden und Plutos

    Hesiod; englische Übersetzung H. G. Evelyn-White · Antikes Werk; benannte digitale Leseausgabe

    Theogonie 116–206, 334–370 und 969–974; zusätzlich griechische Verse 116–122, 346–370 und 969–974 zur begrenzten Namen- und Rollenprüfung.

    Die ausdrücklich benannten Stellen wurden gelesen. Andere Werkteile, zitierte verlorene Werke und vollständige Identitäts- oder Handschriftenprüfungen sind damit nicht erschlossen. Abgerufen am 2026-10-01.

  2. Aristophanes: Plutos, gerechte Verteilung und Penias Einwand

    Aristophanes; englische Übersetzung The Athenian Society, 1912 · Antike Komödie, ToposText führt 388 v. Chr.; englische Übersetzung 1912

    Plutos: Gruppen ab Vers 71 bis vor 131, ab 500 bis vor 622 und ab 748 bis vor 782 im ToposText-Text; zusätzlich Editionskopf.

    Die ausdrücklich benannten Stellen wurden gelesen. Andere Werkteile, zitierte verlorene Werke und vollständige Identitäts- oder Handschriftenprüfungen sind damit nicht erschlossen. Abgerufen am 2026-10-01.

  3. Aristophanes: die erzählte Heilung des Plutos

    Aristophanes; englische Übersetzung The Athenian Society, 1912, bei ToposText · Antikes Werk; benannte digitale Leseausgabe

    Plutos, Dialoggruppen 622–747: Aufbruch, Erfolgsnachricht und Karios komischer Bericht über die Heilung im Asklepiosheiligtum.

    Nur die benannten Stellen und die ausgewählte Objektansicht geprüft; keine vollständige Werk-, Handschriften-, Objekt- oder Identitätsprüfung und keine externe Fachgegenlektüre. Abgerufen am 2026-10-01.

Redaktion und Bearbeitungsstand

Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-10-01. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.

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