Demeters Sohn bringt Reichtum
Hesiod erzählt, Demeter und Iasion hätten sich auf einem dreimal gepflügten Feld auf Kreta verbunden. Ihr Sohn Plutos zieht über Erde und Meer. Wer ihm begegnet und ihn erhält, wird durch seine Gabe reich. In diesen sechs Versen erscheint Reichtum als ein göttlich verkörpertes Gut, das Menschen erreichen kann.
Der Abschnitt sagt nicht, Plutos sei blind oder belohne ausschließlich gerechte Menschen. Solche Aussagen werden deshalb nicht aus der späteren Komödie in Hesiods kurze Genealogie zurückgetragen. Auch der Acker ist hier ein Ort der erzählten Verbindung; die Verse bilden keine überprüfte Anleitung zur Vermehrung von Besitz.
Ähnliche Namen bezeichnen verschiedene Gestalten
In der griechischen Theogonie steht bei Demeters Sohn eine Form des Namens Plutos. Ein anderes Verzeichnis nennt unter den weiblichen Okeaniden Plouto. Die weibliche Gestalt aus der Okeanos/Tethysgenealogie ist dadurch nicht automatisch derselbe Gott wie Demeters Sohn.
Auch die Namensähnlichkeit zum Unterweltsgott Plouton erlaubt keine Verschmelzung. Dieses Profil behandelt den Reichtumsgott in den bezeichneten Hesiod- und Aristophanesstellen; Hades erhält im Museum einen eigenen Zugang. Eine ähnliche Wortgestalt ersetzt nicht den Vergleich von Rolle, Verwandtschaft und konkretem Text.
Die Komödie gibt der ungerechten Verteilung einen Körper
Bei Aristophanes offenbart sich ein heruntergekommener blinder Mann als Plutos. Er erklärt Chremylos und Kario, Zeus habe ihn geblendet: Als junger Gott habe er nur die Gerechten und Besonnenen aufsuchen wollen. Ohne Sicht könne er sie nicht mehr erkennen. So wird die Frage nach ungerecht verteiltem Reichtum zu einer Begegnung mit einer handelnden Figur.
Chremylos will ihn heilen, Plutos fürchtet Zeus’ Zorn. Zugleich behauptet der Gott, die Menschen würden nach dem Reichwerden schlecht. Selbst in diesem Gespräch ist die Hoffnung also nicht unangefochten. Zeus’ Motiv, Plutos’ Angst und seine Menschenbewertung sind Figurenreden der Komödie, keine einheitliche Lehre aller griechischen Religion.
Penia fragt, wer die Arbeit tun wird
Penia, die Armut, widerspricht dem Plan: Wenn alle reich seien, werde niemand mehr die notwendigen Arbeiten übernehmen. Chremylos antwortet, versklavte Menschen könnten sie leisten. Penia fragt zurück, wer diese Menschen dann verkaufen würde, wenn auch jeder Händler reich wäre. Der Streit macht sichtbar, auf wessen Arbeit die erhoffte Bequemlichkeit beruht.
Penia unterscheidet außerdem ein arbeitsames Leben mit begrenzten Mitteln von völligem Bettel und behauptet moralische Vorteile der Armut. Auch das sind ihre Argumente, keine erwiesenen Regeln über arme und reiche Menschen. Chremylos weist sie schließlich fort; damit hat der Dialog ihre Fragen nicht vollständig widerlegt. Die Komödie hält einen Konflikt offen, den eine einfache Formel vom gerechten Wohlstand verdecken würde.
Die neue Sicht wird in einer komischen Heilungsgeschichte erzählt
Kario berichtet, Plutos habe im Heiligtum des Asklepios seine Sicht zurückgewonnen. Er beschreibt Reinigung, Opfer und Schlaflager, erzählt dabei aber auch von gestohlenen Speisen und eigenen Körperwitzen. In seiner Darstellung arbeiten der Gott, Panakeia und zwei Schlangen an Plutos’ Augen. Der Bericht gehört zur Komödie und ist keine medizinische Anleitung oder heutiger Nachweis einer Heilwirkung.
Bei der Rückkehr jubeln nach Karios Bericht zuvor arme Gerechte; Menschen mit unrechtmäßigem Reichtum reagieren feindselig. Plutos begrüßt die Sonne und Athen, bedauert seine frühere Wahl der Empfänger und kündigt eine Änderung an. Die wiedergewonnene Sicht soll neue Unterscheidung ermöglichen. Der hier gelesene Ausschnitt zeigt dieses Versprechen, nicht bereits einen vollständigen Beweis, dass alle späteren Verteilungsprobleme gelöst sind.
Die Figur in ihren Quellen
Eine Gestalt, verschiedene Textrollen
Demeters Sohn bringt Reichtum
Theogonie 969–974; griechische Verse 969–974 zur Namensprüfung
Ähnliche Namen bezeichnen verschiedene Gestalten
Theogonie 346–370, griechischer Vers 355 Πλουτώ;969–974, griechischer Vers 969 Πλοῦτον
Die Komödie gibt der ungerechten Verteilung einen Körper
Plutos, Dialoggruppen 71–130
Penia fragt, wer die Arbeit tun wird
Plutos, Dialoggruppen 500–621, besonders 517,548 und 590–608
Die neue Sicht wird in einer komischen Heilungsgeschichte erzählt
Plutos, Dialoggruppen 622–747; Plutos, Dialoggruppen 748–781
Belegte Beziehungen
Texte und ihre Zugänge
Werke, Fassungen und verwendete Zugänge
Überlieferter Text
Hesiod: Theogonie
Genealogisches Gedicht. Die einzelnen Editionskarten nennen die tatsächlich gelesenen Stellen; das Gesamtwerk ist hier nicht vollständig ausgewertet.
Werkebene; hier keine exakte Entstehungsdatierung festgelegt.
Sprache: Altgriechisch
Benutzte Ausgabe
Hesiod: Eros, Okeaniden und Plutos
Theogonie 116–206, 334–370 und 969–974; zusätzlich griechische Verse 116–122, 346–370 und 969–974 zur begrenzten Namen- und Rollenprüfung. Die ausdrücklich benannten Stellen wurden gelesen. Andere Werkteile, zitierte verlorene Werke und vollständige Identitäts- oder Handschriftenprüfungen sind damit nicht erschlossen.
Antikes Werk; benannte digitale Leseausgabe
Sprache: Englisch nach Altgriechisch; 38 griechische Hesiodverse ergänzend geprüft
Überlieferter Text
Aristophanes: Plutos
Eine Komödie über Reichtum, Verteilung und die Heilung des personifizierten Plutos. Die einzelnen Lesegrenzen stehen in den Ausgabenkarten.
ToposText ordnet die gelesene Komödie 388 v. Chr. zu
Sprache: Altgriechisch
Benutzte Ausgabe
Aristophanes: Plutos, gerechte Verteilung und Penias Einwand
Plutos: Gruppen ab Vers 71 bis vor 131, ab 500 bis vor 622 und ab 748 bis vor 782 im ToposText-Text; zusätzlich Editionskopf. Die ausdrücklich benannten Stellen wurden gelesen. Andere Werkteile, zitierte verlorene Werke und vollständige Identitäts- oder Handschriftenprüfungen sind damit nicht erschlossen.
Antike Komödie, ToposText führt 388 v. Chr.; englische Übersetzung 1912
Sprache: Englisch nach Altgriechisch
Benutzte Ausgabe
Aristophanes: die erzählte Heilung des Plutos
Plutos, Dialoggruppen 622–747: Aufbruch, Erfolgsnachricht und Karios komischer Bericht über die Heilung im Asklepiosheiligtum. Nur die benannten Stellen und die ausgewählte Objektansicht geprüft; keine vollständige Werk-, Handschriften-, Objekt- oder Identitätsprüfung und keine externe Fachgegenlektüre.
Antikes Werk; benannte digitale Leseausgabe
Sprache: Englisch nach Altgriechisch
Der Weg zum Beleg
Quellen und Einordnung
- Überlieferung
- Die jeweils benannten griechischen Überlieferungen und ihre gesondert bezeichneten römischen beziehungsweise spätantiken Bild- und Textzugänge.
- Verwendeter Ausschnitt
- Theogonie 969–974; Aristophanes’ Plutos 71–130,500–781 in benannten Dialoggruppen.
- Hesiod: Eros, Okeaniden und Plutos
Hesiod; englische Übersetzung H. G. Evelyn-White · Antikes Werk; benannte digitale Leseausgabe
Theogonie 116–206, 334–370 und 969–974; zusätzlich griechische Verse 116–122, 346–370 und 969–974 zur begrenzten Namen- und Rollenprüfung.
Die ausdrücklich benannten Stellen wurden gelesen. Andere Werkteile, zitierte verlorene Werke und vollständige Identitäts- oder Handschriftenprüfungen sind damit nicht erschlossen. Abgerufen am 2026-10-01.
- Aristophanes: Plutos, gerechte Verteilung und Penias Einwand
Aristophanes; englische Übersetzung The Athenian Society, 1912 · Antike Komödie, ToposText führt 388 v. Chr.; englische Übersetzung 1912
Plutos: Gruppen ab Vers 71 bis vor 131, ab 500 bis vor 622 und ab 748 bis vor 782 im ToposText-Text; zusätzlich Editionskopf.
Die ausdrücklich benannten Stellen wurden gelesen. Andere Werkteile, zitierte verlorene Werke und vollständige Identitäts- oder Handschriftenprüfungen sind damit nicht erschlossen. Abgerufen am 2026-10-01.
- Aristophanes: die erzählte Heilung des Plutos
Aristophanes; englische Übersetzung The Athenian Society, 1912, bei ToposText · Antikes Werk; benannte digitale Leseausgabe
Plutos, Dialoggruppen 622–747: Aufbruch, Erfolgsnachricht und Karios komischer Bericht über die Heilung im Asklepiosheiligtum.
Nur die benannten Stellen und die ausgewählte Objektansicht geprüft; keine vollständige Werk-, Handschriften-, Objekt- oder Identitätsprüfung und keine externe Fachgegenlektüre. Abgerufen am 2026-10-01.
Redaktion und Bearbeitungsstand
Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-10-01. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.
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