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MythaneumDas Museum der Mythologien

Figur

Numa: Frieden braucht eine andere Gründung

Numa wird bei Livius zum zweiten Gründer durch Recht und Religion. Ovid erzählt von Egerias Beratung und einer listigen Begegnung mit Jupiter. Beim Lehrer Pythagoras widersprechen sich die literarischen Zugänge.

4 Minuten Lesezeit

Eine Stadt nach dem kriegerischen König

Nach Romulus’ Verschwinden schildert Livius ein Interregnum und eine geregelte Nachfolge. Numa kommt aus dem sabinischen Cures. Vor dem Amt steht eine Augurenbefragung. Die neue Herrschaft wird damit nicht einfach als Fortsetzung militärischer Überlegenheit eingeführt.

Numa soll die durch Gewalt gegründete Stadt mit Recht und Religion erneut gründen. Der Januszugang zeigt Krieg oder Frieden an. Livius verbindet das Zeichen mit späteren Schließungen und seiner eigenen Gegenwart unter Augustus. Die königliche Vergangenheit wird im Blick eines viel späteren Autors erzählt.

Wer lehrt den König?

Livius kennt die Erzählung, Pythagoras habe Numa unterrichtet, weist sie aber ausdrücklich zurück. Zeit und räumliche Möglichkeiten passten seiner Darstellung nach nicht. Diese Zurückweisung ist eine Stellungnahme des Autors innerhalb seines Berichts.

Ovid führt Numa dagegen nach Croton und stellt die Rede des aus Samos stammenden Lehrers in diesen Zusammenhang. Nach ihr kehrt Numa mit neuem Wissen zurück und regiert friedlich. Hier sind der Beginn und das Ende des Lehrerrahmens gelesen, nicht die gesamte lange Pythagorasrede. Der Widerspruch wird nicht durch eine erfundene gemeinsame Lehrzeit gelöst.

Egerias Rat und Jupiters Forderung

In den Fasti berät Egeria Numa gegen den Schrecken des Blitzes. Er soll Faunus und Picus fangen und sie befragen. Numa nutzt Wein und bindet die schlafenden Götter. Sie vermitteln den Zugang zu Jupiter; der Text wahrt Grenzen dessen, was der Dichter über ihre Kunst erzählen darf.

Als Jupiter eine Kopf- und Lebensgabe fordert, antwortet Numa mit Zwiebelkopf, Haaren und Fisch. Die schrittweisen Antworten verändern die gefährliche Forderung; Jupiter lacht und billigt das Verfahren. Das Gedicht zeigt Wortgewandtheit im Umgang mit göttlicher Macht, keinen heute gültigen Schutz vor Blitzen.

Öffentliche Zeichen statt stiller Privatweisheit

Ovid lässt Jupiter einen Schild als Herrschaftszeichen senden. Numa beauftragt Mamurius, gleichartige Schilde herzustellen, um den wertvollen Ursprung zu schützen. Als Lohn soll der Name des Handwerkers im Lied erklingen. Die neue Ordnung braucht so Erzählung, Werk und gemeinschaftliches Gedächtnis.

Livius schreibt Numa eine Reihe religiöser Einrichtungen zu, sagt aber auch, er habe nächtliche Treffen mit Egeria vorgetäuscht. Der von ihm ernannte Pontifex Numa Marcius ist eine andere Person als König Numa Pompilius. Die Quellen berichten Autorität auf verschiedene Weise; sie bestätigen weder jedes Gründungsdatum noch jede Institution unabhängig.

Die Figur in ihren Quellen

Eine Gestalt, verschiedene Textrollen

Eine Stadt nach dem kriegerischen König
Ab urbe condita 1.17–19

Wer lehrt den König?
Ab urbe condita 1.18; Metamorphosen 15,1–74 und 453–478; Metamorphosen 15,479 bis vor 552, Beginn

Egerias Rat und Jupiters Forderung
Fasti 3,259–348 im gelesenen Fenster 259–392

Öffentliche Zeichen statt stiller Privatweisheit
Fasti 3,349–392; Ab urbe condita 1.19–21

Texte und ihre Zugänge

Werke, Fassungen und verwendete Zugänge

Überlieferter Text

Ab urbe condita

Ab urbe condita 1.17–21: Nachfolge, zweite Gründung, Pythagoraszurückweisung, Egeriaberufung und Institutionen.

Antikes lateinisches Werk; die hier verwendete Auswahl belegt keine präzise Erstkomposition.

Sprache: Latein

Benutzte Ausgabe

Livius 1.17–21: Numa und Egeria

Nachfolge und religiöse Friedensordnung; zurückgewiesene Pythagoraslehre und als vorgetäuscht bezeichnete Egeriatreffen.

Antikes Werk; historische Übersetzung und digitale Leseausgabe sind eigene Vermittlungsebenen.

Sprache: Französische Nisardübersetzung 1864, BCS-Bearbeitung

Überlieferter Text

Ovid: Metamorphosen

Metamorphosen 15,1–74 und 15,453–478 sowie der Beginn der folgenden Egeriaszene ab 479: Wissenssuche, Rückkehr und Friedensregierung. Die lange Pythagorasrede 75–452 ist nicht als gelesen ausgewiesen.

Antikes Werk; keine Datierung aus dem Datum eines modernen Digitaltexts abgeleitet.

Sprache: Latein

Benutzte Ausgabe

Metamorphosen 15: Numas Lehrerrahmen

Nur 1–74 und 453–478: Wissenssuche, Crotons Gründungsbericht und Anfang beziehungsweise Ende des Lehrerrahmens. Die Rede 75–452 bleibt hier ungelesen.

Antikes Werk; historische Übersetzung und digitale Leseausgabe sind eigene Vermittlungsebenen.

Sprache: Englische Moreübersetzung, Theoi

Benutzte Ausgabe

Metamorphosen 15: Egerias Trauer

Ab 479 bis vor 552: Numas Rückkehr und Tod, Hippolytus’ Trostgeschichte, Egerias Verwandlung. Der Schlussmarker 457 auf der Website ist fehlerhaft.

Antikes Werk; historische Übersetzung und digitale Leseausgabe sind eigene Vermittlungsebenen.

Sprache: Englische Moreübersetzung, Theoi

Überlieferter Text

Fasti

Fasti 3,259–392: Egerias Rat, Vermittler, Jupiterdialog, Schild und Mamurius.

Antikes lateinisches Werk; die hier verwendete Auswahl belegt keine präzise Erstkomposition.

Sprache: Latein

Benutzte Ausgabe

Ovid Fasti – Boxus/Poucet BCS

Benutzte Online-Ausgabe, keine hier eigenständig kollationierten antiken Textzeugen. Lektüreumfang je Quelle dokumentiert.

2004.

Sprache: Französisch

Der Weg zum Beleg

Quellen und Einordnung

Überlieferung
Livius’ Königsbericht und zwei verschiedene Ovidwerke: Fasti und Metamorphosen.
Verwendeter Ausschnitt
Die auf dieser Seite benannten Werkfenster: Ab urbe condita 1.17–21: Nachfolge, zweite Gründung, Pythagoraszurückweisung, Egeriaberufung und Institutionen.; Metamorphosen 15,1–74 und 15,453–478 sowie der Beginn der folgenden Egeriaszene ab 479: Wissenssuche, Rückkehr und Friedensregierung. Die lange Pythagorasrede 75–452 ist nicht als gelesen ausgewiesen.; Fasti 3,259–392: Egerias Rat, Vermittler, Jupiterdialog, Schild und Mamurius.
  1. Livius: Numas Friedensordnung und die behauptete Beratung durch Egeria

    Livius; französische Nisardausgabe von 1864 in der bearbeiteten BCS-Leseausgabe · Antike Werke; historische Übersetzungen und digitale Leseausgaben gesondert bezeichnet.

    Ab urbe condita 1.17–21 vollständig französisch gelesen.

    Nur die bezeichneten Fenster und Editionshinweise gelesen. Keine vollständige Werklektüre, Handschriftenkollation, archäologische Autopsie, unabhängige Bestätigung antiker Gründungsdaten oder Bildrechteprüfung. Erzählstimmen, alternative Fassungen und heutige Edition bleiben getrennt. Abgerufen am 2026-10-02.

  2. Ovid: Numas Wissenssuche und der Rahmen der Pythagorasrede

    Ovid; englische Übersetzung Brookes More, Theoi · Antikes Werk; digitale Leseausgabe und benannte Übersetzung als gesonderte Vermittlung.

    Metamorphosen 15,1–74 und 453–478 vollständig englisch gelesen; Morekopf geprüft. Die lange Rede 75–452 ist hier nicht gelesen.

    Nur die bezeichneten Fenster gelesen. Keine vollständige Werklektüre, Handschriftenkollation oder historische Bestätigung der erzählten Gründungsereignisse. Übersetzungen und antike Sprecher bleiben getrennt; keine Bildrechteprüfung. Abgerufen am 2026-10-02.

  3. Ovid: Numas Tod, Hippolytus’ Trostversuch und Egerias Verwandlung

    Ovid; englische Übersetzung Brookes More; digitale Leseausgabe Theoi · Antike Werke; historische Übersetzungen und digitale Leseausgaben gesondert bezeichnet.

    Metamorphosen 15 ab der Markierung 479 bis vor der nächsten Markierung 552 vollständig englisch gelesen.

    Nur die bezeichneten Fenster und Editionshinweise gelesen. Keine vollständige Werklektüre, Handschriftenkollation, archäologische Autopsie, unabhängige Bestätigung antiker Gründungsdaten oder Bildrechteprüfung. Erzählstimmen, alternative Fassungen und heutige Edition bleiben getrennt. Abgerufen am 2026-10-02.

  4. Fasti 3.259–392: Numa und Jupiter Elicius

    Ovid; Anne-Marie Boxus und Jacques Poucet, französische BCS-Übersetzung 2004

    Französischer Haupttext 3.259–392 vollständig gelesen; ausgewählte Erläuterungen einschließlich 3.328 Elicius. Editionsvorwort F0-Intro gelesen.

    Poetische Erklärung von Riten, kein Ritualprotokoll und kein historischer Beleg einer Abschaffung von Menschenopfern durch Numa. Kultbedeutung von Elicius laut Editionsanmerkung unsicher; keine eigene lateinische Vollkollation. Abgerufen am 2026-09-26.

Redaktion und Bearbeitungsstand

Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-10-17. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.

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