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MythaneumDas Museum der Mythologien

Figur

Melpomene: Vom Gesang zur Tragödie

Diodor deutet Melpomenes Namen durch die Wirkung des Gesangs. Ein römischer Ringstein wird im Met als Tragödienmuse benannt; seine stark abgeriebene Gravur setzt der Bildbeobachtung Grenzen.

3 Minuten Lesezeit · Bildbetrachtung nach eigener Zeit

Der ältere Name klingt nach Gesang

Melpomene steht in Hesiods Neunerreihe ohne eigene Szene. Diodor erklärt ihren Namen mit einem Gesang, der die Hörerinnen und Hörer innerlich bewegt. Seine Erklärung nennt hier keine Tragödienmaske und keine Aufführung Melpomenes.

Die verbreitete Kurzformel „Muse der Tragödie“ ist deshalb für diese beiden Textstellen zu eng.

Ein antikes Bild und seine schwer lesbare Oberfläche

Ein römischer Glasringstein im Met wird katalogseitig als Melpomene, Muse der Tragödie, identifiziert. Der Katalog datiert ihn nur weit zwischen das 1. Jahrhundert v. Chr. und das 3. Jahrhundert n. Chr. Die Gravur ist so abgerieben, dass im Foto weder eine Maske noch die Person für sich sicher erkennbar ist.

Die Tragödienzuordnung lässt sich hier als überprüfbare Museumsdeutung zeigen, nicht als Detail, das Besuchende am Bild selbst eindeutig ablesen müssten.

Musen im Wettstreit

Ein weiterer römischer Sarkophag aus dem dritten Viertel des 3. Jahrhunderts zeigt laut Met Musen und Sirenen im musikalischen Wettstreit. Die Musen erscheinen als handelnde Gruppe; einzelne Namen sind in der Bildaufnahme nicht beschriftet.

Gerade diese zweite Darstellung verhindert, die unklare Ringgravur zur einzigen Geschichte der Figur zu machen. Sie belegt jedoch keine bestimmte Position Melpomenes im Fries.

Historisches Bildzeugnis zu Melpomene

Breiter römischer Marmorsarkophag mit dichtem Figurenfries: links Götter, in der Mitte musizierende Frauengestalten, rechts geflügelte Sirenen.
Römischer Marmorsarkophag mit einem Wettstreit von Musen und Sirenen, drittes Viertel des 3. Jahrhunderts n. Chr., The Met 10.104, Public Domain / CC0. Die Szene zeigt die Musen als Gruppe; einzelne Figuren sind hier nicht sicher mit Hesiods neun Namen zu etikettieren. Bildnachweis Bildlizenz

Historisches Bildzeugnis zu Melpomene

Kleiner ovaler purpurfarbener Glasringstein auf weißem Grund neben einer Maßskala; die Gravur ist stark abgerieben.
Römischer Glasringstein, 1. Jahrhundert v. Chr. bis 3. Jahrhundert n. Chr., The Met 17.194.39, Public Domain / CC0. Der Katalog deutet die abgeriebene Darstellung als Melpomene, Muse der Tragödie; Maske und Einzelfigur sind auf dem Foto nicht sicher zu lesen. Bildnachweis Bildlizenz

Die Figur in ihren Quellen

Eine Gestalt, verschiedene Textrollen

Der ältere Name klingt nach Gesang
Theogonie 75–79; Diodor 4,7,3–4

Ein antikes Bild und seine schwer lesbare Oberfläche
Met 17.194.39, Objektseite und Originalbild

Musen im Wettstreit
Met 10.104, Sarkophag und Objektbeschreibung

Texte und ihre Zugänge

Werke, Fassungen und verwendete Zugänge

Überlieferter Text

Hesiod: Theogonie

Genealogisches Gedicht. Die einzelnen Editionskarten nennen die tatsächlich gelesenen Stellen; das Gesamtwerk ist hier nicht vollständig ausgewertet.

Werkebene; hier keine exakte Entstehungsdatierung festgelegt.

Sprache: Altgriechisch

Benutzte Ausgabe

Theogonie 53–103 nach Evelyn-White: die neun Musen

Mnemosyne, neun namentlich benannte Töchter und der gemeinsame Gesang; Kalliope wird mit der Rede der Herrscher verbunden.

Historische Übersetzung 1914

Sprache: Englisch nach Altgriechisch

Überlieferter Text

Diodor: Bibliotheke historike, Buch IV, Musenpassage

Quellengebundene Teilidentität des Werks für die Musenpassage; ein anderer bereits freigegebener Werkdatensatz umfasst separat das indirekt überlieferte Fragment aus Buch VI.

Antikes Geschichtswerk; dieser Arbeitsdatensatz umfasst nur 4,7,1–4.

Sprache: Altgriechisch

Benutzte Ausgabe

Diodor 4,7,1–4 nach Oldfather: Namen und Zahl der Musen

Antike Zusammenstellung von Zahl- und Elternvarianten, Künsten und neun Namenserklärungen; kein festes neunfaches Fachschema.

Historische Übersetzung 1935

Sprache: Englisch nach Altgriechisch

Der Weg zum Beleg

Quellen und Einordnung

Überlieferung
Griechische Dichtung, lokaler Reisebericht und datierte Bildrezeption; begrenzte Quellenfenster
Verwendeter Ausschnitt
Hesiods Musenpassage; spätere Varianten und Bilder sind gesondert kenntlich.
  1. Theogonie 53–103: Geburt, Namen und gemeinsame Rede der neun Musen

    Hesiod zugeschriebene Theogonie; englische Übersetzung H. G. Evelyn-White · Antike Dichtung; historische englische Übersetzung 1914

    53–67: Zeus und Mnemosyne, gemeinsamer Gesang und die Wirkung der Musen; 75–79: neun Namen und Kalliope als hervorgehobene Muse; 80–103: Rede der Herrscher und Trost durch Sänger. Keine eigene Fachliste für die übrigen acht Musen.

    Eine historische Übersetzung, keine vollständige altgriechische Textkollation. Die neun Namen dürfen nicht rückwirkend als Hesiods feste Liste von neun Künsten ausgegeben werden; Kalliope wird mit Rede der Herrscher verbunden, nicht allein auf spätere Ependichtung festgelegt. Abgerufen am 2026-09-29.

  2. Diodor 4,7,1–4: Zahl, Herkunft und Namensdeutungen der Musen

    Diodoros Sikeliotes; englische Übersetzung C. H. Oldfather, Loeb Classical Library, auf LacusCurtius · Antike historische Kompilation; englische Übersetzung 1935

    4,7,1–2: konkurrierende Eltern- und Zahlentraditionen; 4,7,3: verschiedenartige Künste werden den Musen zugeordnet, ohne eine feste Eins-zu-eins-Tabelle; 4,7,4: Diodors antike Erklärungen der neun Namen von Kleio bis Kalliope.

    Antike Etymologien sind Diodors Deutungsangebot und keine gesicherte moderne Wortgeschichte. Die Namenserklärungen setzen weder einzelne Handlungen noch ein starres Fach für jede Muse fest. Die historische englische Übersetzung wird nur knapp paraphrasiert. Abgerufen am 2026-09-29.

  3. Römischer Glasringstein mit Melpomene, Met 17.194.39

    The Metropolitan Museum of Art; römische Werkstatt unbekannt · 1. Jahrhundert v. Chr. bis 3. Jahrhundert n. Chr.; heutiger Sammlungskatalog

    Met-Objektseite und API: purpurfarbener römischer Glasringstein 17.194.39, Zeitraum 1. Jahrhundert v. Chr. bis 3. Jahrhundert n. Chr. Der Katalog identifiziert Melpomene als Muse der Tragödie; Public Domain und API-Flag geprüft.

    Breites Datierungsintervall; die Met-Zuordnung ist Katalogdeutung. Das kleine Relief nicht zu einer exakten Geschichte der Tragödienmuse im gesamten Altertum verallgemeinern. Abgerufen am 2026-09-29.

  4. Römischer Sarkophag: Wettstreit zwischen Musen und Sirenen, Met 10.104

    The Metropolitan Museum of Art; römische Werkstatt unbekannt · Drittes Viertel 3. Jahrhundert n. Chr.; heutiger Sammlungskatalog

    Met-Objektseite und API: Pentelischer Marmorsarkophag 10.104 mit Musen-Sirenen-Wettstreit, datiert in das dritte Viertel des 3. Jahrhunderts n. Chr.; Public Domain und API-Flag. Athena, Zeus und Hera stehen laut Katalog links; die Musen siegen über die Sirenen.

    Die Museumsbeschreibung identifiziert die Musengruppe, nicht jedes einzelne Bildglied. Der Sarkophag beweist keine durchgehende Einzelfach-Liste und darf nicht als Illustration von Hesiods konkreter Szene ausgegeben werden. Abgerufen am 2026-09-29.

Redaktion und Bearbeitungsstand

Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-09-29. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.

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