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MythaneumDas Museum der Mythologien

Figur

Latinus: Ein Bündnis braucht mehr als einen König

Latinus nimmt Ankommende auf, deutet ein Orakel und verhandelt die Zukunft seiner Tochter. Doch sein Wille beendet den Konflikt nicht. Vergils König warnt Turnus und beschwört Frieden; Livius ordnet die Begegnung in eine andere Gründungsfolge ein.

4 Minuten Lesezeit

Der Vater hört eine fremde Zukunft

Vergil führt Latinus als alten König einer lange befriedeten Landschaft ein. Seine Familienlinie führt über Faunus und Picus zu Saturn. Nach dem frühen Tod eines Sohnes steht die Tochter im Zentrum der dynastischen Zukunft. Amata bevorzugt Turnus als Schwiegersohn.

Latinus befragt das Orakel seines Vaters Faunus im Hain der Albunea. Es verlangt einen auswärtigen Ehemann für die Tochter und verheißt Macht weit über Latium hinaus. Das Orakel ist eine Stimme im Epos; es liefert keinen historischen Beweis für die Herkunft einer Herrscherfamilie.

Gastfreundschaft wird zur Verhandlung

Als Trojaner um Frieden bitten, empfängt Latinus ihre Gesandten zwischen Ahnenbildern und Waffen. Er erklärt sie für willkommen und erzählt von Dardanus’ angeblicher Herkunft aus Italien. Ilioneus nennt die Ankunft bewusst gewollt. Herkunftserzählungen tragen das Gespräch über Aufnahme.

Latinus denkt an das Orakel und die Ehe seiner Tochter. Er lädt Aeneas persönlich ein und schickt Geschenke. Livius erzählt dagegen zwei Möglichkeiten: Ein Bündnis folgt auf eine Niederlage, oder Latinus fragt schon vor dem Kampf nach Herkunft und Absicht der Ankommenden. Diese Alternativen sind keine nacheinander stattfindenden Begegnungen.

Der König erkennt sein eigenes Nachgeben

Amata widerspricht der fremden Ehe und versteckt die Tochter. Später übernimmt Turnus im Kriegsrat die Initiative; Latinus zieht sich zurück und bereut die verzögerte Aufnahme Aeneas’. Seine Stellung als König reicht nicht aus, alle Beteiligten auf eine gemeinsame Zukunft zu verpflichten.

Zu Beginn des zwölften Buchs warnt er Turnus vor dem Zweikampf. Er gesteht, aus Zuneigung, Verwandtschaft und wegen Amatas Tränen gegen das Orakel nachgegeben zu haben. Diese Selbstkritik ist eine Handlung des Königs, auch wenn Turnus sich nicht umstimmen lässt.

Ein Eid ist noch keine dauerhafte Ordnung

Vor dem Zweikampf verspricht Aeneas gleiche Gesetze für die verbundenen Gruppen. Latinus soll militärische und sakrale Gewalt behalten; eine neue Stadt soll Lavinias Namen tragen. Latinus bekräftigt den Eid und beruft sich auf die Götter. Die Vertragsrede zeigt eine entworfene Ordnung, noch nicht ihre dauerhafte Umsetzung.

Livius gibt Latinus ein anderes Ende: Im Krieg gegen Turnus fällt er, während die Rutuler unterliegen. Die knappe Gründungsfolge und Vergils ausführlicher Vertrag sind verschiedene Erzählzugänge. Wer sie zu einer lückenlosen Lebensgeschichte verschmilzt, verdeckt die Arbeit der jeweiligen Autoren.

Die Figur in ihren Quellen

Eine Gestalt, verschiedene Textrollen

Der Vater hört eine fremde Zukunft
Aeneis 7,45b–106

Gastfreundschaft wird zur Verhandlung
Aeneis 7,148–285; Ab urbe condita 1.1

Der König erkennt sein eigenes Nachgeben
Aeneis 7,341–405; Aeneis 11,445–497; Aeneis 12,1–53

Ein Eid ist noch keine dauerhafte Ordnung
Aeneis 12,161–215; Ab urbe condita 1.2.1–2

Texte und ihre Zugänge

Werke, Fassungen und verwendete Zugänge

Überlieferter Text

Aeneis

Aeneis 7,45b–106, 7,148–285, 7,341–405, 11,445–497, 12,1–53 und 12,161–215: Orakel, Aufnahme, Widerstand, Rückzug und Vertrag.

Antikes lateinisches Werk; die hier verwendete Auswahl belegt keine präzise Erstkomposition.

Sprache: Latein

Benutzte Ausgabe

Vergil: Latinus, Lavinia und das Orakel

Aeneis 7,45b–106 Auswahl in französischer Übersetzung.

Antikes Werk; moderne oder historische Übersetzung als eigene Vermittlung.

Sprache: Französische Übersetzung von Anne-Marie Boxus und Jacques Poucet

Benutzte Ausgabe

Vergil: Latinus empfängt die Trojaner

Aeneis 7,148–285 Auswahl in französischer Übersetzung, einschließlich unnummerierter Absatzanfänge.

Antikes Werk; moderne oder historische Übersetzung als eigene Vermittlung.

Sprache: Französische Übersetzung von Anne-Marie Boxus und Jacques Poucet

Überlieferter Text

Ab urbe condita

Ab urbe condita 1.1–2: andere Fassungen der Begegnung und Latinus’ Tod.

Antikes lateinisches Werk; die hier verwendete Auswahl belegt keine präzise Erstkomposition.

Sprache: Latein

Benutzte Ausgabe

Livius 1.1–7: Familie und Gründung

Alternative Ankunft, offene Ascaniusabstammung, Aussetzung, Wiedererkennung und Mauerstreit.

Antikes Werk; historische Übersetzung und digitale Leseausgabe sind eigene Vermittlungsebenen.

Sprache: Französische Nisardübersetzung 1864, BCS-Bearbeitung

Benutzte Ausgabe

Vergil: Amata spricht für eine andere Ehe

Aeneis 7,341–405 Auswahl in französischer Übersetzung.

Antikes Werk; moderne oder historische Übersetzung als eigene Vermittlung.

Sprache: Französische Übersetzung von Anne-Marie Boxus und Jacques Poucet

Benutzte Ausgabe

Vergil: Camilla bietet ihr Kommando an

Aeneis 11,445–531 Auswahl in französischer Übersetzung, einschließlich des Absatzanfangs 498–499.

Antikes Werk; moderne oder historische Übersetzung als eigene Vermittlung.

Sprache: Französische Übersetzung von Anne-Marie Boxus und Jacques Poucet

Benutzte Ausgabe

Vergil: Heiratsanspruch, Warnung und Vertrag

Aeneis 12,1–215 Auswahl in französischer Übersetzung, einschließlich unnummerierter Absatzanfänge.

Antikes Werk; moderne oder historische Übersetzung als eigene Vermittlung.

Sprache: Französische Übersetzung von Anne-Marie Boxus und Jacques Poucet

Der Weg zum Beleg

Quellen und Einordnung

Überlieferung
Vergils römisches Epos und Livius’ unterschiedliche Ankunfts- und Gründungserzählungen.
Verwendeter Ausschnitt
Aeneis 7,45b–106; Aeneis 7,148–285; Ab urbe condita 1.1; Aeneis 7,341–405; Aeneis 11,445–497; Aeneis 12,1–53; Aeneis 12,161–215; Ab urbe condita 1.2.1–2
  1. Vergil: Latinus, Lavinia und das Orakel

    Vergil; französische Übersetzung Anne-Marie Boxus und Jacques Poucet, BCS · Antikes Werk; moderne oder historische Übersetzung als eigene Vermittlung.

    Aeneis 7,45b–106 vollständig französisch gelesen.

    Ausgewählte Erzählabschnitte; keine vollständige Werklektüre, archäologische Bestätigung oder externe Fachprüfung. Antikes Werk, Übersetzung und moderne Neubearbeitung werden unterschieden. Keine Erlaubnis zur Übernahme von Texten oder Bildern aus den verlinkten Websites behauptet. Abgerufen am 2026-10-02.

  2. Vergil: Latinus empfängt die Trojaner

    Vergil; französische Übersetzung Anne-Marie Boxus und Jacques Poucet, BCS · Antikes Werk; moderne oder historische Übersetzung als eigene Vermittlung.

    Aeneis 7,148–285 vollständig französisch gelesen, einschließlich unnummerierter Absatzanfänge.

    Ausgewählte Erzählabschnitte; keine vollständige Werklektüre, archäologische Bestätigung oder externe Fachprüfung. Antikes Werk, Übersetzung und moderne Neubearbeitung werden unterschieden. Keine Erlaubnis zur Übernahme von Texten oder Bildern aus den verlinkten Websites behauptet. Abgerufen am 2026-10-02.

  3. Livius: Familienfolge, ausgesetzte Kinder und eine umstrittene Gründung

    Livius; französische Nisardausgabe von 1864 in der bearbeiteten BCS-Leseausgabe · Antike Werke; historische Übersetzungen und digitale Leseausgaben gesondert bezeichnet.

    Ab urbe condita 1.1–7 vollständig französisch gelesen; Vorrede und Editionshinweis ebenfalls vollständig gelesen.

    Nur die bezeichneten Fenster und Editionshinweise gelesen. Keine vollständige Werklektüre, Handschriftenkollation, archäologische Autopsie, unabhängige Bestätigung antiker Gründungsdaten oder Bildrechteprüfung. Erzählstimmen, alternative Fassungen und heutige Edition bleiben getrennt. Abgerufen am 2026-10-02.

  4. Vergil: Amata spricht für eine andere Ehe

    Vergil; französische Übersetzung Anne-Marie Boxus und Jacques Poucet, BCS · Antikes Werk; moderne oder historische Übersetzung als eigene Vermittlung.

    Aeneis 7,341–405 vollständig französisch gelesen.

    Ausgewählte Erzählabschnitte; keine vollständige Werklektüre, archäologische Bestätigung oder externe Fachprüfung. Antikes Werk, Übersetzung und moderne Neubearbeitung werden unterschieden. Keine Erlaubnis zur Übernahme von Texten oder Bildern aus den verlinkten Websites behauptet. Abgerufen am 2026-10-02.

  5. Vergil: Camilla bietet ihr Kommando an

    Vergil; französische Übersetzung Anne-Marie Boxus und Jacques Poucet, BCS · Antikes Werk; moderne oder historische Übersetzung als eigene Vermittlung.

    Aeneis 11,445–531 vollständig französisch gelesen, einschließlich des Absatzanfangs 498–499.

    Ausgewählte Erzählabschnitte; keine vollständige Werklektüre, archäologische Bestätigung oder externe Fachprüfung. Antikes Werk, Übersetzung und moderne Neubearbeitung werden unterschieden. Keine Erlaubnis zur Übernahme von Texten oder Bildern aus den verlinkten Websites behauptet. Abgerufen am 2026-10-02.

  6. Vergil: Heiratsanspruch, Warnung und Vertrag

    Vergil; französische Übersetzung Anne-Marie Boxus und Jacques Poucet, BCS · Antikes Werk; moderne oder historische Übersetzung als eigene Vermittlung.

    Aeneis 12,1–215 vollständig französisch gelesen, einschließlich unnummerierter Absatzanfänge.

    Ausgewählte Erzählabschnitte; keine vollständige Werklektüre, archäologische Bestätigung oder externe Fachprüfung. Antikes Werk, Übersetzung und moderne Neubearbeitung werden unterschieden. Keine Erlaubnis zur Übernahme von Texten oder Bildern aus den verlinkten Websites behauptet. Abgerufen am 2026-10-02.

Redaktion und Bearbeitungsstand

Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-10-17. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.

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