Der Alte lebt nicht mehr im Palast
Schon Athena erzählt Telemachos in fremder Gestalt, Laertes gehe nicht mehr in die Stadt, sondern lebe abseits auf dem Feld. Eumaios berichtet später, er trauere um Odysseus und um seine verstorbene Frau Antikleia.
Der Rückzug macht Laertes nicht zu einer bloßen Erinnerung an die Vergangenheit. Er bleibt am Leben, arbeitet und wird von Menschen des Hofes versorgt. Wie viel er selbst über den Zustand im Palast weiß, lässt sich daraus nicht sicher bestimmen.
Arbeit und Trauer im Garten
Odysseus findet seinen Vater im Obst- und Weingarten, in geflickter Kleidung und mit Handschuhen gegen Dornen. Eine alte sizilische Frau betreut ihn auf dem Hof; versklavte Menschen wohnen und arbeiten dort.
Odysseus weint beim Anblick des alten Vaters, entscheidet sich dann jedoch, ihn zuerst durch eine erfundene Geschichte zu prüfen. Die List, die ihm auf See half, verlängert hier zunächst Laertes' Schmerz.
Ein Zeichen aus gemeinsamem Leben
Als Laertes nach der Nachricht vom vermeintlich verlorenen Sohn Staub über sein Haupt streut, gibt Odysseus sich zu erkennen. Laertes verlangt trotzdem ein eindeutiges Zeichen.
Odysseus zeigt die alte Narbe und erinnert an Bäume, die sein Vater ihm als Kind im Garten zugewiesen hatte: Birnen, Äpfel, Feigen und Weinreihen. Laertes erkennt ihn an dieser geteilten Erinnerung, nicht allein am Anblick eines kampffähigen Mannes.
Vater und Sohn bleiben in einem Konflikt
Nach dem Wiedersehen spricht Laertes davon, wie er früher selbst gekämpft hätte. Als Verwandte der getöteten Freier gegen Odysseus ziehen, nimmt auch Laertes Waffen auf und tötet Eupeithes.
Athena beendet den Kampf und stiftet einen Bund. Die Freude über den wiedergekehrten Sohn steht im Epos neben der Gefahr einer fortgesetzten Fehde. Das Ende ist durch göttliches Eingreifen geschlossen, nicht durch einen selbstverständlichen häuslichen Frieden.
Die Figur in ihren Quellen
Eine Gestalt, verschiedene Textrollen
Trauer und Feldarbeit
Laertes lebt zurückgezogen und trauert um Sohn und Ehefrau. Im Garten fordert er einen Beweis der Rückkehr und nimmt danach noch am Schlusskonflikt teil.
Erkennung und Friedensschluss
Laertes lebt zurückgezogen und trauert um Sohn und Ehefrau. Im Garten fordert er einen Beweis der Rückkehr und nimmt danach noch am Schlusskonflikt teil.
Texte und ihre Zugänge
Werke, Fassungen und verwendete Zugänge
Überlieferter Text
Homerische Odyssee
Erzählwerk; nur ausdrücklich benannte Ausschnitte gelesen, kein vollständig erschlossenes Korpus.
Werkebene; hier keine exakte Datierung festgelegt.
Sprache: Altgriechisch
Benutzte Ausgabe
Odyssee 1: Telemachos und der Götterrat nach Murray
Stellengebunden gelesen: Telemachos und der Götterrat, 1,80–364. Keine Gesamtlektüre dieses Buchs behauptet.
Historische Übersetzung A. T. Murray; digitale Wiedergabe bei Theoi.
Sprache: Englisch nach Altgriechisch
Benutzte Ausgabe
Odyssee 15: Rückfahrt und Eumaios' Lebensbericht nach Murray
Stellengebunden gelesen: Rückfahrt und Eumaios' Lebensbericht, 15,250–493. Keine Gesamtlektüre dieses Buchs behauptet.
Historische Übersetzung A. T. Murray; digitale Wiedergabe bei Theoi.
Sprache: Englisch nach Altgriechisch
Benutzte Ausgabe
Odyssee 24: Laertes nach Murray
Stellengebunden gelesen: Laertes, Baumzeichen und Schlusskonflikt, 24,203–365; 383–548. Keine Gesamtlektüre dieses Buchs behauptet.
Historische Übersetzung A. T. Murray; digitale Wiedergabe bei Theoi.
Sprache: Englisch nach Altgriechisch
Der Weg zum Beleg
Quellen und Einordnung
- Überlieferung
- Griechisches Epos: Odyssee nach begrenzt gelesenen Passagen
- Verwendeter Ausschnitt
- Odyssee 1, 15 und 24 nach A. T. Murray; Quellenreden und direkte Gartenszene getrennt.
- Odyssee 1: Telemachos und die Lage auf Ithaka
Homer; englische Übersetzung A. T. Murray · Antikes Epos; historische englische Übersetzung
1,80–124; 1,172–305; 1,325–364: Athenas Plan für Telemachos, die Aufnahme des fremden Gasts, seine Unsicherheit über den Vater und die Spannungen im Haus.
Athena tritt als Mentes auf; ihre Zukunftsaussagen sind Figurenrede. Telemachos' Befehle an Penelope zeigen die im Epos erzählte Geschlechterordnung, keine heutige Norm. Keine griechische Kollation. Abgerufen am 2026-09-29.
- Odyssee 15: Telemachos' Rückfahrt und Eumaios' Herkunft
Homer; englische Übersetzung A. T. Murray · Antikes Epos; historische englische Übersetzung
15,250–301; 15,301–493: Telemachos' Rückfahrt, Eumaios' Sorge um den Gast, Bericht über Laertes und Antikleia sowie Eumaios' eigene Kindheit, Verschleppung und Verkauf.
Eumaios spricht aus seiner Erinnerung. Die erzählte Insel Syria ist nicht ohne Beleg mit einem modernen Staat oder Ort gleichzusetzen. Die ebenfalls versklavte phönizische Frau erhält ihre eigene motivierte Perspektive; keine Entschuldigung der Kindesentführung. Keine griechische Kollation. Abgerufen am 2026-09-29.
- Odyssee 24: Laertes und der offene Frieden
Homer; englische Übersetzung A. T. Murray · Antikes Epos; historische englische Übersetzung
24,203–365; 24,383–548: Laertes im Garten, Odysseus' erneute Erprobung des Vaters, Narben- und Baumerinnerung, Reaktion auf die Tötungen, Gegenwehr der Freierfamilien und Athenas Friedensschluss.
Der Vater-Sohn-Test fügt Laertes zusätzliche Trauer zu. Der Friedensschluss ist ein epischer göttlicher Eingriff, keine historische politische Lösung. Keine griechische Kollation. Abgerufen am 2026-09-29.
Redaktion und Bearbeitungsstand
Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-09-29. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.
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