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MythaneumDas Museum der Mythologien

Figur

Laertes: Der Garten und das Wiedererkennen

Laertes trauert abseits des Palasts um Sohn und Frau. Im Garten erkennt er Odysseus erst an einer geteilten Kindheitserinnerung; danach wird er erneut in Gewalt hineingezogen.

3 Minuten Lesezeit

Der Alte lebt nicht mehr im Palast

Schon Athena erzählt Telemachos in fremder Gestalt, Laertes gehe nicht mehr in die Stadt, sondern lebe abseits auf dem Feld. Eumaios berichtet später, er trauere um Odysseus und um seine verstorbene Frau Antikleia.

Der Rückzug macht Laertes nicht zu einer bloßen Erinnerung an die Vergangenheit. Er bleibt am Leben, arbeitet und wird von Menschen des Hofes versorgt. Wie viel er selbst über den Zustand im Palast weiß, lässt sich daraus nicht sicher bestimmen.

Arbeit und Trauer im Garten

Odysseus findet seinen Vater im Obst- und Weingarten, in geflickter Kleidung und mit Handschuhen gegen Dornen. Eine alte sizilische Frau betreut ihn auf dem Hof; versklavte Menschen wohnen und arbeiten dort.

Odysseus weint beim Anblick des alten Vaters, entscheidet sich dann jedoch, ihn zuerst durch eine erfundene Geschichte zu prüfen. Die List, die ihm auf See half, verlängert hier zunächst Laertes' Schmerz.

Ein Zeichen aus gemeinsamem Leben

Als Laertes nach der Nachricht vom vermeintlich verlorenen Sohn Staub über sein Haupt streut, gibt Odysseus sich zu erkennen. Laertes verlangt trotzdem ein eindeutiges Zeichen.

Odysseus zeigt die alte Narbe und erinnert an Bäume, die sein Vater ihm als Kind im Garten zugewiesen hatte: Birnen, Äpfel, Feigen und Weinreihen. Laertes erkennt ihn an dieser geteilten Erinnerung, nicht allein am Anblick eines kampffähigen Mannes.

Vater und Sohn bleiben in einem Konflikt

Nach dem Wiedersehen spricht Laertes davon, wie er früher selbst gekämpft hätte. Als Verwandte der getöteten Freier gegen Odysseus ziehen, nimmt auch Laertes Waffen auf und tötet Eupeithes.

Athena beendet den Kampf und stiftet einen Bund. Die Freude über den wiedergekehrten Sohn steht im Epos neben der Gefahr einer fortgesetzten Fehde. Das Ende ist durch göttliches Eingreifen geschlossen, nicht durch einen selbstverständlichen häuslichen Frieden.

Die Figur in ihren Quellen

Eine Gestalt, verschiedene Textrollen

Trauer und Feldarbeit
Laertes lebt zurückgezogen und trauert um Sohn und Ehefrau. Im Garten fordert er einen Beweis der Rückkehr und nimmt danach noch am Schlusskonflikt teil.

Erkennung und Friedensschluss
Laertes lebt zurückgezogen und trauert um Sohn und Ehefrau. Im Garten fordert er einen Beweis der Rückkehr und nimmt danach noch am Schlusskonflikt teil.

Texte und ihre Zugänge

Werke, Fassungen und verwendete Zugänge

Überlieferter Text

Homerische Odyssee

Erzählwerk; nur ausdrücklich benannte Ausschnitte gelesen, kein vollständig erschlossenes Korpus.

Werkebene; hier keine exakte Datierung festgelegt.

Sprache: Altgriechisch

Benutzte Ausgabe

Odyssee 1: Telemachos und der Götterrat nach Murray

Stellengebunden gelesen: Telemachos und der Götterrat, 1,80–364. Keine Gesamtlektüre dieses Buchs behauptet.

Historische Übersetzung A. T. Murray; digitale Wiedergabe bei Theoi.

Sprache: Englisch nach Altgriechisch

Benutzte Ausgabe

Odyssee 15: Rückfahrt und Eumaios' Lebensbericht nach Murray

Stellengebunden gelesen: Rückfahrt und Eumaios' Lebensbericht, 15,250–493. Keine Gesamtlektüre dieses Buchs behauptet.

Historische Übersetzung A. T. Murray; digitale Wiedergabe bei Theoi.

Sprache: Englisch nach Altgriechisch

Benutzte Ausgabe

Odyssee 24: Laertes nach Murray

Stellengebunden gelesen: Laertes, Baumzeichen und Schlusskonflikt, 24,203–365; 383–548. Keine Gesamtlektüre dieses Buchs behauptet.

Historische Übersetzung A. T. Murray; digitale Wiedergabe bei Theoi.

Sprache: Englisch nach Altgriechisch

Der Weg zum Beleg

Quellen und Einordnung

Überlieferung
Griechisches Epos: Odyssee nach begrenzt gelesenen Passagen
Verwendeter Ausschnitt
Odyssee 1, 15 und 24 nach A. T. Murray; Quellenreden und direkte Gartenszene getrennt.
  1. Odyssee 1: Telemachos und die Lage auf Ithaka

    Homer; englische Übersetzung A. T. Murray · Antikes Epos; historische englische Übersetzung

    1,80–124; 1,172–305; 1,325–364: Athenas Plan für Telemachos, die Aufnahme des fremden Gasts, seine Unsicherheit über den Vater und die Spannungen im Haus.

    Athena tritt als Mentes auf; ihre Zukunftsaussagen sind Figurenrede. Telemachos' Befehle an Penelope zeigen die im Epos erzählte Geschlechterordnung, keine heutige Norm. Keine griechische Kollation. Abgerufen am 2026-09-29.

  2. Odyssee 15: Telemachos' Rückfahrt und Eumaios' Herkunft

    Homer; englische Übersetzung A. T. Murray · Antikes Epos; historische englische Übersetzung

    15,250–301; 15,301–493: Telemachos' Rückfahrt, Eumaios' Sorge um den Gast, Bericht über Laertes und Antikleia sowie Eumaios' eigene Kindheit, Verschleppung und Verkauf.

    Eumaios spricht aus seiner Erinnerung. Die erzählte Insel Syria ist nicht ohne Beleg mit einem modernen Staat oder Ort gleichzusetzen. Die ebenfalls versklavte phönizische Frau erhält ihre eigene motivierte Perspektive; keine Entschuldigung der Kindesentführung. Keine griechische Kollation. Abgerufen am 2026-09-29.

  3. Odyssee 24: Laertes und der offene Frieden

    Homer; englische Übersetzung A. T. Murray · Antikes Epos; historische englische Übersetzung

    24,203–365; 24,383–548: Laertes im Garten, Odysseus' erneute Erprobung des Vaters, Narben- und Baumerinnerung, Reaktion auf die Tötungen, Gegenwehr der Freierfamilien und Athenas Friedensschluss.

    Der Vater-Sohn-Test fügt Laertes zusätzliche Trauer zu. Der Friedensschluss ist ein epischer göttlicher Eingriff, keine historische politische Lösung. Keine griechische Kollation. Abgerufen am 2026-09-29.

Redaktion und Bearbeitungsstand

Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-09-29. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.

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