Ein Titan in der ersten Generation
Hesiod nennt Kreios als Sohn von Gaia und Uranos in der ersten Titanenreihe. Auch Pseudo-Apollodor führt ihn auf. Die beiden Namenslisten sagen noch wenig über seinen Charakter oder ein eigenes Amt.
Die Bibliotheke erzählt den Angriff der Titanen auf Uranos als kollektive Aktion. Die Theogonie gibt die entscheidende Tat Kronos allein. Kreios erhält dadurch keine einzeln beschriebene Kampfszene.
Eurybia und die drei Söhne
Kreios verbindet sich bei Hesiod mit Eurybia, einer Tochter von Pontos und Gaia. Ihre Söhne heißen Astraios, Pallas und Perses. Pseudo-Apollodor nennt dieselbe Dreiergruppe.
Die Theogonie verzweigt von hier weiter: Astraios steht in der Abstammung von Winden und Sternen, Pallas in der Linie von Nike, Zelos, Kratos und Bia, Perses in der von Hekate. Diese späteren Gestalten sind Nachkommen, keine austauschbaren Namen für Kreios.
Die Grenze des Einzelprofils
Kreios gibt drei Erzählzweigen einen gemeinsamen genealogischen Ausgangspunkt. Die gelesenen Passagen schreiben ihm aber keine eigene Rede, Entscheidung oder kosmische Aufgabe zu.
Seine Seite bleibt deshalb eine Orientierung im Verwandtschaftskomplex. Wo die Überlieferung schweigt, ergänzt sie keine moderne Charakterbiografie.
Die Figur in ihren Quellen
Eine Gestalt, verschiedene Textrollen
Theogonie: Name und drei Söhne
133–138 und 375–410; einige Enkelzweige werden benannt.
Bibliotheke: genealogische Parallele
1.1.3, 1.2.2 und 1.2.4.
Texte und ihre Zugänge
Werke, Fassungen und verwendete Zugänge
Überlieferter Text
Hesiod: Theogonie
Genealogisches Gedicht. Die einzelnen Editionskarten nennen die tatsächlich gelesenen Stellen; das Gesamtwerk ist hier nicht vollständig ausgewertet.
Werkebene; hier keine exakte Entstehungsdatierung festgelegt.
Sprache: Altgriechisch
Benutzte Ausgabe
Theogonie nach Evelyn-White: Uranfang und Nachtgeschlecht
Nur Verse 116–233 und 617–820 im Zusammenhang gelesen. Anfangsfolge, Uranos-Konflikt, Nyx' Nachkommen, Titanenkampf und kosmografische Ortsrollen; keine Volllektüre oder griechische Kollation.
Historische Übersetzung von 1914; digitale Wiedergabe bei Theoi.
Sprache: Englisch nach Altgriechisch
Benutzte Ausgabe
Theogonie nach Evelyn-White: Titanen, Flüsse und Rheas List
Nur 233–265, 334–405 und 453–506 hier neu gelesen; der Uranos-Angriff und Titanenkampf liegen in eigenen begrenzten Quellenquittungen.
Historische Übersetzung 1914, digital bei Theoi.
Sprache: Englisch nach Altgriechisch
Überlieferter Text
Bibliotheke des Pseudo-Apollodor
Werkbezeichnung für die mythographische Sammlung. In diesem Museum sind nur ausgewählte Ausschnitte erschlossen; die einzelnen Editionsdatensätze benennen die tatsächlich gelesenen Stellen.
Antike mythographische Zusammenstellung; genaue Entstehungszeit und Autorschaft aus dieser Lektüre nicht bestimmt.
Sprache: Altgriechisch
Benutzte Ausgabe
Bibliotheke 1 nach Frazer: Generationen und Gaia-Konflikte
1.1.1–1.2.6 und 1.6.1–1.6.3 gelesen; späterer mythografischer Vergleich zu Hesiod, keine zusammengeschriebene Urfassung.
Historische Übersetzung 1921, digital bei Theoi.
Sprache: Englisch nach Altgriechisch
Benutzte Ausgabe
Theogonie 404–452 nach Evelyn-White
Gemeinsame Genealogie und Hekate-Ehren gelesen; keine Gesamtausgabe kollationiert.
Historische Übersetzung 1914
Sprache: Englisch nach Altgriechisch
Der Weg zum Beleg
Quellen und Einordnung
- Überlieferung
- Griechische genealogische Dichtung und spätere Mythografie
- Verwendeter Ausschnitt
- Theogonie 133–138 und 375–410; Bibliotheke 1.1.3, 1.2.2 und 1.2.4.
- Theogonie: kosmische Anfänge und Nachtgeschlecht
Hesiod zugeschriebene Theogonie; englische Übersetzung Hugh G. Evelyn-White · Antike Dichtung; historische englische Übersetzung 1914
Verse 116–233 zu Chaos, Gaia, Tartaros, Eros, Erebos, Nyx, Aither, Hemera, Uranos, Pontos, den Titanen, Kronos' Angriff und Nyx' Nachkommen; 617–820 zu Titanenkampf, Tartaros, Atlas sowie Nacht und Tag an der Schwelle tatsächlich gelesen. Keine Volllektüre der Theogonie behauptet.
Historische Übersetzung ohne eigene griechische Kollation oder kritischen Apparat. Die Reihenfolge des Auftretens ist keine naturwissenschaftliche Entstehungschronologie. Genealogische Personifikation, Ortsbeschreibung und handelnde Figur auseinanderhalten. Erebos als Kind des Chaos in Vers 123 nicht automatisch mit jedem späteren Raumbeleg gleichsetzen. Einzelne Namen der Nyx-Liste nicht zu Lebensgeschichten ausbauen. Abgerufen am 2026-09-29.
- Theogonie 233–405 und 453–506: Nereiden, Flussnachkommen, Titanen und Zeus' Rettung
Hesiod zugeschriebene Theogonie; englische Übersetzung Hugh G. Evelyn-White · Antike Dichtung; historische englische Übersetzung 1914
Verse 233–265, 334–405 und 453–506 im Zusammenhang gelesen: Thetis in der Nereidenliste, Flüsse und Okeaniden aus Okeanos und Tethys, Styx' Entscheidung, Kronos' und Rheas Kinder, das Verschlingen, Zeus' Verbergen, Stein und Machtwechsel. Die bereits separat registrierte Uranos-Szene 139–210 bleibt eigenes Lesefenster.
Historische englische Übersetzung ohne eigene griechische Kollation. Namenslisten ergeben keine ausgeführten Biografien. Thetis ist in 240–265 eine Nereide und nicht Tethys. Okeanos' Rolle im Krieg ist in dieser Theogonie-Lektüre nicht aus jeder Namensnennung abzuleiten; Pseudo-Apollodors abweichende Szene bleibt getrennt. Abgerufen am 2026-09-29.
- Bibliotheke 1,1–2 und 1,6: frühe Göttergenerationen
Pseudo-Apollodor; englische Übersetzung James G. Frazer · Antike mythografische Sammlung; englische Übersetzung 1921
Bibliotheke 1.1.1–1.2.6 und 1.6.1–1.6.3 gelesen: Uranos' Herrschaft, abweichende Geburtsfolge, gemeinsamer Angriff der Titanen außer Okeanos, Kronos' Machtwechsel, Tartaros als Raum, Pontos' Kinder sowie Gaias Reaktion nach Titanen- und Gigantenkampf.
Spätere mythografische Zusammenstellung, keine fehlende Fortsetzung Hesiods. Besonders Dione in der Titanidenliste, Reihenfolge der ersten Kinder und Beteiligung der Titanen nicht in Hesiods Fassung hineinmischen. Frazer-Übersetzung; Fußnoten und Varianten nur begrenzt geprüft. Abgerufen am 2026-09-29.
- Theogonie 404–452: Leto, Asteria und Hekates Ehren
Hesiod zugeschriebene Theogonie; englische Übersetzung Hugh G. Evelyn-White · Antike Dichtung; historische englische Übersetzung 1914
404–409: Koios/Phoibe und die Töchter Leto/Asteria, Asteria mit Perses; 410–452: Hekate als deren Tochter, von Zeus bewahrte Rechte in Himmel, Erde und Meer, Hilfe bei Königen, Wettkämpfen, Pferden, Fischfang und Herden sowie Kinderpflege. Nur dieser Textabschnitt für die drei Profile gelesen.
Historische englische Übersetzung ohne griechische Kollation. Hesiod gibt Hekate breite Ehren, aber hier weder eine Kreuzweg-Szene noch eine pauschale moderne Hexenrolle. Leto ist hier genealogisch kurz; Asteria wird noch nicht zur Insel Delos. Keine spätere Fassung rückwirkend einsetzen. Abgerufen am 2026-09-29.
Redaktion und Bearbeitungsstand
Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-10-17. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.
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