Zwei Herkünfte im selben Gedicht
Hesiod nennt Klotho mit Lachesis und Atropos zunächst unter den Kindern der Nyx. Später nennt er dieselben drei im Abschnitt über Zeus und Themis und spricht von der hohen Ehre, die Zeus ihnen gibt.
Die beiden Textstellen sollen nicht durch eine erfundene Familiengeschichte versöhnt werden. Auch eine einzelne Technik des Spinnens teilt Hesiod Klotho hier nicht zu.
Gegenwart und äußerer Kreis
Im Er-Mythos der Politeia sitzen die drei Moiren als Töchter der Ananke an einer Spindel. Klotho singt die Dinge, die sind, und hilft mit ihrer rechten Hand, den äußeren Kreis zu drehen.
Platon schildert eine philosophische Jenseitsszene. Sein Bild erklärt weder Hesiods Herkunftsvarianten noch jede andere griechische Moiren-Vorstellung.
Nach der Lebenswahl
Nachdem die Seelen Leben gewählt haben, führt ihr Begleiter sie zuerst zu Klotho. Unter ihrer Hand und der Bewegung der Spindel wird das Los samt Wahl bestätigt. Atropos folgt erst danach.
Die konkrete Reihenfolge lässt Klotho weder allein alle Leben bestimmen noch mit einer Schere den Lebensfaden abschneiden.
Die Figur in ihren Quellen
Eine Gestalt, verschiedene Textrollen
Zwei genealogische Stellen
Theogonie 211–225 und 901–906.
Bestätigung der Wahl
Politeia 617c–d und 620e.
Texte und ihre Zugänge
Werke, Fassungen und verwendete Zugänge
Überlieferter Text
Hesiod: Theogonie
Genealogisches Gedicht. Die einzelnen Editionskarten nennen die tatsächlich gelesenen Stellen; das Gesamtwerk ist hier nicht vollständig ausgewertet.
Werkebene; hier keine exakte Entstehungsdatierung festgelegt.
Sprache: Altgriechisch
Benutzte Ausgabe
Theogonie 211–225, 901–911, 945–946 nach Evelyn-White
Drei Figurengruppen im genealogischen Gedicht; widersprüchliche Moiren-Herkunft bleibt sichtbar.
Historische Übersetzung 1914
Sprache: Englisch nach Altgriechisch
Überlieferter Text
Platon: Politeia
Werkebene; für diesen Komplex nur die Moiren im Er-Mythos von Buch 10 gelesen.
Antiker philosophischer Dialog; hier keine genaue Entstehungsdatierung festgelegt.
Sprache: Altgriechisch
Benutzte Ausgabe
Politeia 10,617b–e und 620d–621a nach Shorey
Moiren an Anankes Spindel und Reihenfolge der Seelen nach der Wahl.
Historische Übersetzung
Sprache: Englisch nach Altgriechisch
Der Weg zum Beleg
Quellen und Einordnung
- Überlieferung
- Griechische Dichtung und Bildzeugnisse; begrenzte Quellenfenster
- Verwendeter Ausschnitt
- Hesiods Theogonie mit ausdrücklich benannten Gegenstellen.
- Theogonie 211–225, 901–911 und 945–946: Horen, Moiren, Chariten
Hesiod zugeschriebene Theogonie; englische Übersetzung H. G. Evelyn-White · Antike Dichtung; historische englische Übersetzung 1914
211–225: Nyx bringt Moiren mit Klotho, Lachesis, Atropos hervor; 901–906: Zeus und Themis als Eltern der drei Horen und nochmals der Moiren; 907–911: Zeus und Eurynome als Eltern der drei Chariten; 945–946: Hephaistos nimmt Aglaia, die jüngste Charis, zur Frau. Die beiden Moiren-Genealogien nicht harmonisiert.
Eine historische englische Übersetzung, keine griechische Textkollation. Der Text bietet keine feste Einzelfunktion für jede Hore, Moire oder Charis; insbesondere kein standardisiertes Fadenschneiden. Die zweimalige Moiren-Abstammung ist ein Problem der überlieferten Textgestalt, keine von uns zu glättende Biografie. Abgerufen am 2026-09-29.
- Platon, Politeia 10,617b–e und 620d–621a: Moiren im Er-Mythos
Platon; englische Übersetzung Paul Shorey, Perseus · Antiker philosophischer Dialog; historische englische Übersetzung
617b–e: Moiren als Töchter der Ananke, verschiedene Gesänge über Vergangenes, Gegenwärtiges und Zukünftiges, Hände an verschiedenen Spindelkreisen und Lose; 620d–621a: Seelen vor Lachesis, Bestätigung der Wahl bei Klotho, Unumkehrbarkeit bei Atropos.
Die Szene ist eine philosophische Jenseitserzählung und nicht Hesiods Genealogie. Die Spindel, Lieder und Wahlfolge dürfen nicht als universale Funktion aller Moiren-Traditionen ausgegeben werden. Abgerufen am 2026-09-29.
Redaktion und Bearbeitungsstand
Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-09-29. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.
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