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MythaneumDas Museum der Mythologien

Figur

Klotho: Die Wahl wird bestätigt

Hesiod nennt Klotho unter den drei Moiren und gibt an zwei Stellen verschiedene Eltern an. In Platons Er-Mythos singt sie das Gegenwärtige und bestätigt das von einer Seele gewählte Leben.

2 Minuten Lesezeit

Zwei Herkünfte im selben Gedicht

Hesiod nennt Klotho mit Lachesis und Atropos zunächst unter den Kindern der Nyx. Später nennt er dieselben drei im Abschnitt über Zeus und Themis und spricht von der hohen Ehre, die Zeus ihnen gibt.

Die beiden Textstellen sollen nicht durch eine erfundene Familiengeschichte versöhnt werden. Auch eine einzelne Technik des Spinnens teilt Hesiod Klotho hier nicht zu.

Gegenwart und äußerer Kreis

Im Er-Mythos der Politeia sitzen die drei Moiren als Töchter der Ananke an einer Spindel. Klotho singt die Dinge, die sind, und hilft mit ihrer rechten Hand, den äußeren Kreis zu drehen.

Platon schildert eine philosophische Jenseitsszene. Sein Bild erklärt weder Hesiods Herkunftsvarianten noch jede andere griechische Moiren-Vorstellung.

Nach der Lebenswahl

Nachdem die Seelen Leben gewählt haben, führt ihr Begleiter sie zuerst zu Klotho. Unter ihrer Hand und der Bewegung der Spindel wird das Los samt Wahl bestätigt. Atropos folgt erst danach.

Die konkrete Reihenfolge lässt Klotho weder allein alle Leben bestimmen noch mit einer Schere den Lebensfaden abschneiden.

Die Figur in ihren Quellen

Eine Gestalt, verschiedene Textrollen

Zwei genealogische Stellen
Theogonie 211–225 und 901–906.

Bestätigung der Wahl
Politeia 617c–d und 620e.

Texte und ihre Zugänge

Werke, Fassungen und verwendete Zugänge

Überlieferter Text

Hesiod: Theogonie

Genealogisches Gedicht. Die einzelnen Editionskarten nennen die tatsächlich gelesenen Stellen; das Gesamtwerk ist hier nicht vollständig ausgewertet.

Werkebene; hier keine exakte Entstehungsdatierung festgelegt.

Sprache: Altgriechisch

Benutzte Ausgabe

Theogonie 211–225, 901–911, 945–946 nach Evelyn-White

Drei Figurengruppen im genealogischen Gedicht; widersprüchliche Moiren-Herkunft bleibt sichtbar.

Historische Übersetzung 1914

Sprache: Englisch nach Altgriechisch

Überlieferter Text

Platon: Politeia

Werkebene; für diesen Komplex nur die Moiren im Er-Mythos von Buch 10 gelesen.

Antiker philosophischer Dialog; hier keine genaue Entstehungsdatierung festgelegt.

Sprache: Altgriechisch

Benutzte Ausgabe

Politeia 10,617b–e und 620d–621a nach Shorey

Moiren an Anankes Spindel und Reihenfolge der Seelen nach der Wahl.

Historische Übersetzung

Sprache: Englisch nach Altgriechisch

Der Weg zum Beleg

Quellen und Einordnung

Überlieferung
Griechische Dichtung und Bildzeugnisse; begrenzte Quellenfenster
Verwendeter Ausschnitt
Hesiods Theogonie mit ausdrücklich benannten Gegenstellen.
  1. Theogonie 211–225, 901–911 und 945–946: Horen, Moiren, Chariten

    Hesiod zugeschriebene Theogonie; englische Übersetzung H. G. Evelyn-White · Antike Dichtung; historische englische Übersetzung 1914

    211–225: Nyx bringt Moiren mit Klotho, Lachesis, Atropos hervor; 901–906: Zeus und Themis als Eltern der drei Horen und nochmals der Moiren; 907–911: Zeus und Eurynome als Eltern der drei Chariten; 945–946: Hephaistos nimmt Aglaia, die jüngste Charis, zur Frau. Die beiden Moiren-Genealogien nicht harmonisiert.

    Eine historische englische Übersetzung, keine griechische Textkollation. Der Text bietet keine feste Einzelfunktion für jede Hore, Moire oder Charis; insbesondere kein standardisiertes Fadenschneiden. Die zweimalige Moiren-Abstammung ist ein Problem der überlieferten Textgestalt, keine von uns zu glättende Biografie. Abgerufen am 2026-09-29.

  2. Platon, Politeia 10,617b–e und 620d–621a: Moiren im Er-Mythos

    Platon; englische Übersetzung Paul Shorey, Perseus · Antiker philosophischer Dialog; historische englische Übersetzung

    617b–e: Moiren als Töchter der Ananke, verschiedene Gesänge über Vergangenes, Gegenwärtiges und Zukünftiges, Hände an verschiedenen Spindelkreisen und Lose; 620d–621a: Seelen vor Lachesis, Bestätigung der Wahl bei Klotho, Unumkehrbarkeit bei Atropos.

    Die Szene ist eine philosophische Jenseitserzählung und nicht Hesiods Genealogie. Die Spindel, Lieder und Wahlfolge dürfen nicht als universale Funktion aller Moiren-Traditionen ausgegeben werden. Abgerufen am 2026-09-29.

Redaktion und Bearbeitungsstand

Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-09-29. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.

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