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MythaneumDas Museum der Mythologien

Figur

Kleio: Wessen Ruhm erzählt wird

Hesiod nennt Kleio unter neun Musen. Diodor verbindet ihren Namen mit dem Ruhm der Besungenen; erst spätere Kunst macht daraus die leicht erkennbare Muse der Geschichte mit Trompete.

3 Minuten Lesezeit · Bildbetrachtung nach eigener Zeit

Ein Name in einer gemeinsamen Stimme

Kleio steht in der Theogonie an erster Stelle der neun namentlich genannten Töchter von Zeus und Mnemosyne. Die Musen singen dort gemeinsam von Göttern und Menschen. Kleio bekommt keinen eigenen Geschichtsauftrag und keine besondere Szene.

Pausanias überliefert am Helikon eine andere, ältere Dreiergruppe mit den Namen Übung, Erinnerung und Gesang. Seine Erzählung macht sichtbar, dass Musenzahl und Namen nicht in jeder lokalen Tradition dieselben waren.

Diodors Ruhm ist noch kein modernes Geschichtsfach

Diodor erklärt Kleios Namen mit dem Ruhm, den das Lob eines Dichters den Besungenen verschafft. Eine solche Erinnerung kann vergangene Taten bewahren. Seine Stelle ordnet Kleio aber nicht mit einem eigenen Lehrbuch der Geschichtswissenschaft aus.

Die bekannte Bezeichnung „Muse der Geschichte“ ist als spätere Rezeptionsschicht verständlich; sie darf Diodors Aussage nicht ersetzen.

Die Trompete von 1674

Claude Lorrains Zeichnung zeigt die Musen in einer Landschaft. Das Met erkennt Kleio an der Trompete links im Figurenkreis: Sie soll den Ruhm der geschilderten Personen weithin hörbar machen. Dieser Bildcode gehört zur neuzeitlichen Darstellung.

Die feine Trompete ist in kleinen Ansichten kaum aufzulösen. Daher erklärt der Bildtext die Katalogdeutung, statt sie als unmittelbar sichtbaren Beweis auszugeben.

Historisches Bildzeugnis zu Kleio

Blasse historische Landschaftszeichnung: eine kleine Gruppe um Apollon und die Musen steht links an einer Quelle, rechts nimmt ein schräger Baum den Bildraum ein.
Claude Lorrain, Landschaft mit Apollon und den Musen, 1674, The Met 61.59, Public Domain / CC0. Das Museum erkennt im linken und mittleren Figurenkreis Terpsichore, Kleio, Kalliope und Thalia an Attributen; die feinen Einzelheiten sind in kleinen Ansichten kaum lesbar. Neuzeitliche Deutung, kein antikes Musenbild. Bildnachweis Bildlizenz

Die Figur in ihren Quellen

Eine Gestalt, verschiedene Textrollen

Ein Name in einer gemeinsamen Stimme
Theogonie 53–79; Pausanias 9,29,2–4

Diodors Ruhm ist noch kein modernes Geschichtsfach
Diodor 4,7,3–4

Die Trompete von 1674
Met 61.59, Objektbeschreibung und Bild

Texte und ihre Zugänge

Werke, Fassungen und verwendete Zugänge

Überlieferter Text

Hesiod: Theogonie

Genealogisches Gedicht. Die einzelnen Editionskarten nennen die tatsächlich gelesenen Stellen; das Gesamtwerk ist hier nicht vollständig ausgewertet.

Werkebene; hier keine exakte Entstehungsdatierung festgelegt.

Sprache: Altgriechisch

Benutzte Ausgabe

Theogonie 53–103 nach Evelyn-White: die neun Musen

Mnemosyne, neun namentlich benannte Töchter und der gemeinsame Gesang; Kalliope wird mit der Rede der Herrscher verbunden.

Historische Übersetzung 1914

Sprache: Englisch nach Altgriechisch

Überlieferter Text

Pausanias: Beschreibung Griechenlands

Werkebene der Beschreibung Griechenlands. Die einzelnen Museumseiten nennen ihre tatsächlich gelesenen Ausschnitte in den zugehörigen Ausgabenkarten; daraus folgt keine vollständige Erschließung des Werks.

Werkebene; hier kein exaktes Entstehungsjahr festgelegt.

Sprache: Altgriechisch

Benutzte Ausgabe

Pausanias 9,29–30 nach Jones: Musen am Helikon

Dreier- und Neunergruppen, Musenstatuen, Uranias lokaler Sohn Linus und Pausanias' Gegenposition zu Kalliopes Orpheus-Mutterschaft.

Historische Übersetzung

Sprache: Englisch nach Altgriechisch

Überlieferter Text

Diodor: Bibliotheke historike, Buch IV, Musenpassage

Quellengebundene Teilidentität des Werks für die Musenpassage; ein anderer bereits freigegebener Werkdatensatz umfasst separat das indirekt überlieferte Fragment aus Buch VI.

Antikes Geschichtswerk; dieser Arbeitsdatensatz umfasst nur 4,7,1–4.

Sprache: Altgriechisch

Benutzte Ausgabe

Diodor 4,7,1–4 nach Oldfather: Namen und Zahl der Musen

Antike Zusammenstellung von Zahl- und Elternvarianten, Künsten und neun Namenserklärungen; kein festes neunfaches Fachschema.

Historische Übersetzung 1935

Sprache: Englisch nach Altgriechisch

Der Weg zum Beleg

Quellen und Einordnung

Überlieferung
Griechische Dichtung, lokaler Reisebericht und datierte Bildrezeption; begrenzte Quellenfenster
Verwendeter Ausschnitt
Hesiods Musenpassage; spätere Varianten und Bilder sind gesondert kenntlich.
  1. Theogonie 53–103: Geburt, Namen und gemeinsame Rede der neun Musen

    Hesiod zugeschriebene Theogonie; englische Übersetzung H. G. Evelyn-White · Antike Dichtung; historische englische Übersetzung 1914

    53–67: Zeus und Mnemosyne, gemeinsamer Gesang und die Wirkung der Musen; 75–79: neun Namen und Kalliope als hervorgehobene Muse; 80–103: Rede der Herrscher und Trost durch Sänger. Keine eigene Fachliste für die übrigen acht Musen.

    Eine historische Übersetzung, keine vollständige altgriechische Textkollation. Die neun Namen dürfen nicht rückwirkend als Hesiods feste Liste von neun Künsten ausgegeben werden; Kalliope wird mit Rede der Herrscher verbunden, nicht allein auf spätere Ependichtung festgelegt. Abgerufen am 2026-09-29.

  2. Pausanias 9,29–30: Musen am Helikon und verschiedene Gruppen

    Pausanias, Beschreibung Griechenlands; englische Übersetzung W. H. S. Jones · Antiker Reisebericht; historische englische Übersetzung

    9,29,1–4: Helikon, drei ältere Namen Melete, Mneme, Aoede und berichtete Einführung von neun Musen; 9,29,6: Urania als Mutter des Linus in lokaler Überlieferung; 9,30,1: mehrere Musenstatuen; 9,30,4: Pausanias bestreitet Kalliopes Mutterschaft bei Orpheus zugunsten einer Tochter des Pieros.

    Pausanias berichtet örtliche Traditionen und eigene Urteile. Seine Abfolge ist kein Beweis für die tatsächliche Einführung der Neunergruppe durch Pieros; er beschreibt die Statuen nicht mit individuellen Attributen. Abgerufen am 2026-09-29.

  3. Diodor 4,7,1–4: Zahl, Herkunft und Namensdeutungen der Musen

    Diodoros Sikeliotes; englische Übersetzung C. H. Oldfather, Loeb Classical Library, auf LacusCurtius · Antike historische Kompilation; englische Übersetzung 1935

    4,7,1–2: konkurrierende Eltern- und Zahlentraditionen; 4,7,3: verschiedenartige Künste werden den Musen zugeordnet, ohne eine feste Eins-zu-eins-Tabelle; 4,7,4: Diodors antike Erklärungen der neun Namen von Kleio bis Kalliope.

    Antike Etymologien sind Diodors Deutungsangebot und keine gesicherte moderne Wortgeschichte. Die Namenserklärungen setzen weder einzelne Handlungen noch ein starres Fach für jede Muse fest. Die historische englische Übersetzung wird nur knapp paraphrasiert. Abgerufen am 2026-09-29.

  4. Claude Lorrain, Landschaft mit Apollon und den Musen, Met 61.59

    The Metropolitan Museum of Art; Zeichnung von Claude Lorrain · Zeichnung 1674; heutiger Sammlungskatalog

    Met-Objektseite und API: Claude Lorrains Zeichnung von 1674, Inventar 61.59, Public Domain und API-Flag. Met identifiziert anhand der Attribute links Terpsichore und Kleio sowie rechts Kalliope und Thalia; die anderen Gestalten sind im Katalog nicht einzeln benannt.

    Neuzeitliche Rezeption; weder antikes Bild noch Beweis für Hesiods individuelle Fachzuteilung. Die vier Katalogidentifikationen werden als Katalogdeutung und nur nach tatsächlicher Bildsichtung verwendet. Abgerufen am 2026-09-29.

Redaktion und Bearbeitungsstand

Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-09-29. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.

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