Ein Name bezeichnet eine Abstammung
Daityas heißen die Nachkommen Ditis. Im Viṣṇu Purāṇa stehen neben ihnen die Dānavas als Nachkommen Danus. Wer beide Namen schlicht als „Dämonen“ wiedergibt, verdeckt diese verschiedenen genealogischen Zuordnungen. Ditis Rolle lässt sich genauer lesen, wenn ihre eigene Linie sichtbar bleibt.
Zu ihren Kindern gehören in der hier verwendeten Fassung Hiraṇyakaśipu und Hiraṇyākṣa. Ihr Enkel Prahlāda wird ausdrücklich als tugendhaft und Viṣṇu ergeben beschrieben. Abstammung und religiöse Bewertung sind also nicht dasselbe: Eine Familie kann im Text Gegner der Götter und einen vorbildlichen Verehrer hervorbringen.
Eine heutige Bildantwort

Trauer wird zu einem Plan gegen Indra
Der Schluss von Viṣṇu Purāṇa 1.21 setzt bei Ditis Verlust an. Sie gewinnt Kaśyapas Zustimmung zu einem neuen Sohn, der Indra töten soll. Das Versprechen ist an eine außergewöhnlich lange Zeit der vorgeschriebenen Reinheit gebunden. In Wilsons Übersetzung sind es hundert Jahre.
Diti handelt hier mit einem Ziel, statt nur als Mutter in einer Namensliste aufzutauchen. Aber die Geschichte ist aus einem Konflikt erzählt: Indra fürchtet den künftigen Gegner und dient ihr scheinbar demütig, während er auf eine Gelegenheit wartet, ihren Plan zu vereiteln. Das hilfreiche Auftreten und die feindliche Absicht stehen nebeneinander.
Die geplante Feindschaft endet anders
Als Diti einschläft, ohne die vorgeschriebene Waschung ausgeführt zu haben, greift Indra die Schwangerschaft an. Der Text erzählt eine gewaltsame Teilung in sieben und nochmals sieben Teile. Daraus entstehen neunundvierzig Maruts, die zu Indras Gefährten werden.
Das ist die überraschende Bewegung der Erzählung: Der erhoffte einzelne Gegner wird zu einer Vielzahl von Begleitern. Die Reinheitsregel gehört zur Logik dieser historischen religiösen Geschichte. Sie ist weder eine Erklärung tatsächlicher Schwangerschaften noch ein heutiger Maßstab, nach dem eine betroffene Frau für Gewalt verantwortlich wäre. Die Szene wird hier ohne grafische Darstellung besprochen.
Eine andere Fassung gibt dem Ende ein Gespräch
Im Bhāgavata Purāṇa 6.18 dauert das Gelübde ein Jahr. Viṣṇus Gnade erklärt dort, weshalb die neunundvierzig Kinder überleben. Nach dem Angriff fragt Diti nach der Wahrheit. Indra gesteht seine eigennützige Tat und bittet sie um Verzeihung; das Ende erzählt ihre Zustimmung zur neuen Verbindung.
Gelesen wird die englische BBT-Übersetzung mit ihrer ausdrücklich religiösen Perspektive. Die hundert Jahre aus der anderen Fassung werden nicht eingesetzt, um diese Erzählung zu „vervollständigen“. Entscheidend ist hier auch die zusätzliche Stimme am Schluss: Diti kann nachfragen, und Indra muss antworten.
Selbst ein Werk kennt mehr als eine Marut-Herkunft
Viṣṇu Purāṇa 1.15.105 nennt Maruts auch als Kinder Marutvatīs. Einige Kapitel später stehen sie im Bericht über Diti. Eine einzige vollständige Familientafel würde diese beiden Einträge glattziehen müssen. Die Seite lässt stattdessen die jeweiligen Textstellen nebeneinander bestehen.
Solche Unterschiede sind ein Grund, Herkunft immer mit einer Fundstelle zu nennen. „Die Mutter der Maruts“ beschreibt eine Rolle in einer bestimmten Erzählung; es ist keine Garantie, dass jede Passage mit diesem Gruppennamen dieselbe Genealogie voraussetzt. Ditis Profil erschließt gerade den Wechsel von Abstammung, Absicht und erzähltem Ergebnis.
Die Figur in ihren Quellen
Diti
Diti in benannten purāṇischen Genealogien und zwei verschiedenen Marut-Erzählungen. Ditis Kinder, Danus Nachkommen und ein anderer Marut-Ursprung bleiben getrennt; keine pauschal böse Abstammung oder einzige Gesamtgenealogie.
Ein Name bezeichnet eine Abstammung
Viṣṇu Purāṇa 1.15.140–143; Viṣṇu PurāṇaI.XXI, Anfang
Trauer wird zu einem Plan gegen Indra
Viṣṇu PurāṇaI.XXI, Schluss, gedruckte Seiten 151–152
Die geplante Feindschaft endet anders
Viṣṇu PurāṇaI.XXI, Schluss, Seite 152
Eine andere Fassung gibt dem Ende ein Gespräch
Bhāgavata Purāṇa 6.18.45, 54, 60–77; BBT-Kapitelübersetzung
Selbst ein Werk kennt mehr als eine Marut-Herkunft
Viṣṇu Purāṇa 1.15.105 und 1.21.30–41
Texte und ihre Zugänge
Werke, Fassungen und verwendete Zugänge
Überlieferter Text
Viṣṇu Purāṇa
Werkidentität des mehrteiligen Viṣṇu Purāṇa. Die jeweils verwendeten Abschnitte werden in den eigenen Ausgabekarten ausgewiesen; keine Gesamtlektüre des Werks.
Mehrschichtige Textüberlieferung; hier keine pauschale Erstdatierung.
Sprache: Sanskrit
Benutzte Ausgabe
Taylor: Dakṣa, Satī und Diti
Viṣṇu Purāṇa 1.8.1–14, 1.15.72–156 und vollständiges 1.21.1–41. Keine Gesamtlektüre von Buch I; das zusätzliche Anfangsfenster 1.15.1–8 wird für diese Seiten nicht herangezogen.
McComas Taylor, ANU Press, 2021.
Sprache: Englisch; eigene deutsche Erläuterung
Benutzte Ausgabe
Wilson: Diti und die Maruts
Kapitel I.XXI und seine Fußnoten 1–24 vollständig. Genealogien und Ditis Schlussgeschichte; Berichte über weitere Werke in Noten sind keine eigenen Lektüren.
Historische englische Übersetzung in heutiger Webwiedergabe; Druckvorlage nicht am Titelblatt geprüft.
Sprache: Englisch; eigene deutsche Erläuterung
Überlieferter Text
Bhāgavata Purāṇa 6.18.1–78 · Ditis Gelübde und die Maruts
Eigenständig adressierbarer Teiltext. Die Werkidentität des Gesamtwerks ist nicht eine Gesamtlektüre; hier ausschließlich 6.18.1–78.
Teiltext eines mehrschichtigen Werks; hier nicht neu datiert.
Sprache: Sanskritüberlieferung über benannten englischen Zugang
Benutzte Ausgabe
BBT: Ditis Gelübde und die Maruts
Gelesen: 6.18.1–78. Vollständige Kapitelübersetzung. Keine separat verlinkten Erläuterungen (Purports) oder eigene Sanskritübersetzung; religiöse Perspektive gekennzeichnet.
Vedabase-Webzugang; Übersetzung A. C. Bhaktivedanta Swami Prabhupāda, Bhaktivedanta Book Trust. Ursprüngliches Druckdatum nicht geprüft.
Sprache: Englische religiöse Übersetzung; eigene deutsche Erläuterung
Der Weg zum Beleg
Quellen und Einordnung
- Überlieferung
- Benannte purāṇische Textfassungen
- Verwendeter Ausschnitt
- Viṣṇu Purāṇa 1.15.72–156 und 1.21.1–41 nach Taylor; Wilson I.XXI; Bhāgavata Purāṇa 6.18.1–78 in der religiösen BBT-Übersetzung.
- Dakṣa, Satī und Diti in benannten Abschnitten des Viṣṇu Purāṇa
McComas Taylor, Übersetzer; ANU Press · The Viṣṇu Purāṇa, ANU Press, 2021.
Viṣṇu Purāṇa 1.8.1–14 und 1.15.72–156; Kapitel 1.21.1–41 vollständig.
Nur die bezeichneten Abschnitte aus Buch I gelesen; 1.15.9–71 und eine Gesamtlektüre des Buchs fehlen. Keine eigene Sanskritübersetzung, Kollation oder PDF-Bildprüfung. Abgerufen am 2026-10-04.
- Ditis Nachkommen und die Geburt der Maruts
Horace Hayman Wilson, Übersetzer und Kommentator; Internet Sacred Text Archive · Historische englische Übersetzung in heutiger Webwiedergabe; genaue Druckvorlage nicht am Titelblatt geprüft.
Viṣṇu Purāṇa I.XXI vollständig, einschließlich Wilsons Fußnoten 1–24.
Keine Gesamtlektüre der Ausgabe oder eigene Sanskritkollation. Andere Purāṇas in Wilsons Fußnoten sind historische Berichte des Übersetzers, keine eigenen Lektüren dieser Werke. Abgerufen am 2026-10-04.
- Ditis Gelübde, die Maruts und Indras Bitte um Verzeihung
A. C. Bhaktivedanta Swami Prabhupāda; Bhaktivedanta Book Trust, Vedabase · Heutiger englischer Webzugang; ursprüngliches Druckdatum hier nicht geprüft.
Bhāgavata Purāṇa 6.18.1–78 und die Kapitelzusammenfassung vollständig; englische BBT-Kapitelübersetzung.
Keine separat verlinkten Erläuterungen (Purports), eigene Sanskritübersetzung oder Gesamtlektüre. Normen und Sprecherwertungen gehören zur benannten religiösen Fassung; sie sind keine heutigen Empfehlungen. Abgerufen am 2026-10-04.
Redaktion und Bearbeitungsstand
Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-10-04. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.
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