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MythaneumDas Museum der Mythologien

Figur

Dagan: Herrscherlob und regionale Zeugnisse

Ein sumerisches Königslied nennt Dagan als Vater und Schicksalsgeber. Die weiteren Belege reichen über den mittleren Euphrat bis zu anderen levantinischen Traditionen und ergeben keine sichere Fischgestalt.

2–3 Minuten Lesezeit

Ein König hat mehr als eine Art von Vater

Iddin-Dagan B rühmt den König von Isin durch die Gunst mehrerer Götter. An setzt seine Stellung fest, Enlil gibt ihm Aufgaben, Enki vermittelt Verständnis. Dann wird Iddin-Dagan als Sohn Dagans angesprochen. Später heißt es, Dagan habe ihm schon im Mutterleib Kraft im Kampf bestimmt.

Das Ende nennt zugleich Šu-ilišu als seinen Vater, der ihm das Fundament von Sumer und Akkad gefestigt habe. Göttliche Sohnschaft und menschliche Herrschernachfolge stehen hier nebeneinander. Wer aus einer einzigen Vateranrede eine vollständige biologische Genealogie ableiten wollte, würde die unterschiedlichen Funktionen der Aussagen übersehen.

Lob, Versorgung und Schrift gehören zusammen

Dasselbe Gedicht preist geregelte Wege, Gerechtigkeit, Nahrung und Schutz. Es lässt außerdem Nisaba dem jungen Schreiber Weisheit gewähren, der diese Worte auf Ton festhält. Die Größe des Königs wird dadurch nicht nur im Kampf, sondern auch in Versorgung, Ordnung und Weitergabe dargestellt.

Das sind Aussagen eines Preisgedichts. Sie liefern keinen unabhängigen Nachweis, dass jedes gerühmte Ergebnis so erreicht wurde. Dagan erscheint dabei als Teil einer größeren göttlichen Begründung von Königtum; das Lied macht ihn nicht zum einzigen Handelnden.

Regionale Vergleiche brauchen Grenzen

Stones Fachüberblick setzt einen Schwerpunkt am mittleren Euphrat, insbesondere bei Tuttul und Terqa. Für Ugarit behandelt er die Beziehung zu Baal und zugleich unterschiedliche Vaterangaben im dortigen Pantheon. Er trennt diese Zeugnisse von späterer biblischer Dagon-Rezeption.

Die populäre Ableitung einer Fischgestalt aus dem Namen ist damit nicht abgesichert. Der Überblick kritisiert die späte Fischdeutung; auch eine mögliche Beziehung des Namens zu Getreide ersetzt keinen konkreten Funktionsbeleg. Ein Fischbild wird hier daher nicht ohne weiteren Nachweis als Dagan-Porträt verwendet.

Der Vergleich geht von benannten Regionen, Textarten und Zeitstufen aus. Er macht nicht aus jeder Dagon-Nennung eine Episode im Leben des Vaters aus dem Isin-Lied. Die im Überblick genannten ugaritischen und biblischen Texte sind in diesem Profil als vermittelte Vergleichsbefunde gekennzeichnet.

Die Figur in ihren Quellen

Eine Gestalt, verschiedene Textrollen

KönigslobundregionalgegliederterVergleich
Iddin-DaganBganzundStonesFachüberblick;keinlückenloserglobalerLebenslaufoderneueVolllektüreallerLevanttexte.

Texte und ihre Zugänge

Werke, Fassungen und verwendete Zugänge

Überlieferter Text

Iddin-DaganB: Preisgedicht für den König von Isin

79 Zeilen in moderner zusammengesetzter Übersetzung; Gunst mehrerer Götter, göttliche Dagan-Sohnschaft, menschlicher Vater und Anrufung des jungen Schreibers.

Antikes Königslob; historische Figur und spätere Überlieferung von moderner ETCSL-Revisionsdatierung unterschieden.

Sprache: Sumerisch

Benutzte Ausgabe

ETCSL 2.5.3.2: englische Übersetzung

Ganzer bereitgestellter Lesetext 1–79 mit Fehlstellen gelesen; keine neue Keilschriftkollation.

Bearbeitung 1999, elektronische Aufbereitung 2000, Layout 2001 laut Revisionsende.

Sprache: Englisch nach Sumerisch

Der Weg zum Beleg

Quellen und Einordnung

Überlieferung
Dagan im sumerischen Preisgedicht Iddin-Dagan B; regionale und historische Vergleichszeugnisse nach dem bezeichneten Fachüberblick.
Verwendeter Ausschnitt
Das vollständige bezeichnete ETCSL-Preisgedicht und die benannten Fachabschnitte. Keine eigene Ganzlektüre aller dort zusammengetragenen ugaritischen oder biblischen Quellen und keine neue Bildautopsie.
  1. ETCSL 2.5.3.2: A praise poem of Iddin-Dagan (Iddin-Dagan B)

    Electronic Text Corpus of Sumerian Literature, University of Oxford · Archivierter Seitenstand 17.10.2026; historische/Editionsdaten im Lesetext.

    Ganze englische Übersetzung 1–79 samt Fehlstellen und Revisionsende in allen 4460 Zeichen tatsächlich gelesen. Göttliche/menschliche Vaterbezüge und Nisaba-Schreiberpassage unterschieden.

    Keine eigene sumerische Kollation oder unabhängige Bestätigung jeder gerühmten Maßnahme; kein biologischer Stammbaum aus göttlicher Vateranrede. Abgerufen am 2026-10-17.

  2. Dagan (god)

    Adam Stone, Ancient Mesopotamian Gods and Goddesses, Oracc · Archivierter Seitenstand 17.10.2026; historische/Editionsdaten im Lesetext.

    Ganzer 9348 Zeichen-Hauptartikel einschließlich Orts-/Funktions-/Zeit-/Namensabschnitten, Autorzeile und Referenzliste tatsächlich gelesen. Verwendet: begrenzter regionaler Vergleich und kritische Fischetymologie.

    Genannte ugaritische, biblische und weitere historische Belege als Fachvermittlung, keine neue Volllektüre aller genannten Werke. Etymologie ersetzt keinen Funktions- oder Bildbeleg; Ugarit/Philister/Mesopotamien nicht gleichförmig behandelt. Abgerufen am 2026-10-17.

Redaktion und Bearbeitungsstand

Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-10-17. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.

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