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MythaneumDas Museum der Mythologien

Figur

Chronos: Wenn Zeit den Weltanfang eröffnet

Chronos kann an der Spitze eines Weltanfangs stehen oder als geflügelter Drache nach Wasser und Erde entstehen. Ein Gespräch in den Clementinischen Homilien deutet dagegen Kronos als Zeit. Die ähnlichen Namen führen hier zu einer ausdrücklichen Auslegung, nicht zu einer überall gleichen Gestalt.

4–5 Minuten Lesezeit

Zeit steht nicht in jeder Fassung an derselben Stelle

Damaskios beschreibt zunächst sogenannte orphische Rhapsodien. In der philosophischen Auslegung steht Chronos für einen ersten Ursprung; Aither, Chaos und Ei werden in eine Ordnung von Prinzipien eingeordnet. Der Text erklärt zugleich, dass Philosophen bei ihren Deutungen unterschiedliche Vorstellungen vertreten und Dinge ergänzen können, die Orpheus nicht zugeschrieben werden sollen.

Danach berichtet Damaskios eine andere Theologie unter den Namen Hieronymus und Hellanicus. Er lässt selbst offen, ob beide Namen dieselbe Person meinen. Hier gehen Wasser und Erde dem dritten Prinzip voraus: einem Drachen, der als Chronos bezeichnet wird. Beide Abschnitte handeln von Weltanfängen. Ihre Reihenfolgen lassen sich trotzdem nicht zu einer einzigen widerspruchsfreien Geburtserzählung zusammenziehen.

Der Drache trägt mehrere Namen

Der zweite Bericht beschreibt am Drachen Stier- und Löwenköpfe, dazwischen ein göttliches Gesicht, und Flügel auf den Schultern. Er nennt dieselbe Gestalt nicht alternde Zeit und Herakles. Das ist eine konkrete Namensverbindung in diesem Text. Sie berechtigt nicht dazu, automatisch die Taten des Helden Herakles auf den kosmischen Drachen zu übertragen.

Ananke ist mit ihm verbunden. Aither und Chaos erscheinen als Nachkommen der Zeit; im weiteren Bericht tritt auch das Ei auf. Damaskios ordnet die Folge philosophisch als Triaden. Seine eigenen Formulierungen des Vermutens gehören zur Darstellung: Er überliefert und interpretiert. Die Seite verwendet diese Berichtsebene, ohne einen vollständig erhaltenen älteren Orpheustext vorzutäuschen.

Appion erklärt Kronos ausdrücklich als Zeit

In der sechsten Clementinischen Homilie spricht Appion mit Clement in Tyros. Er lehnt eine wörtliche Lesart der Göttergeschichten ab und kündigt ihre philosophische Deutung an. In diesem Gespräch erklärt er Kronos als chronos, also Zeit, und Rhea als Fließen der Materie. Ähnliche Namen werden zum Werkzeug einer allegorischen Erklärung.

Das Gespräch entfaltet aus ungeordneter Materie Bewegung, Ordnung und ein Ei, in dem verschiedene Formen angelegt sind. Die Gleichsetzung gehört zu Appions Rede. Sie ist weder eine Behauptung, dass alle antiken Autoren Chronos und Kronos verwechselten, noch eine heutige naturwissenschaftliche Erklärung des Weltanfangs.

Zwei Namen brauchen verschiedene Wege

Chronos bezeichnet auf dieser Seite das Zeitprinzip der benannten Kosmogonien. Kronos erhält einen eigenen Zugang zu Herrschaft und Nachfolge. Die Trennung bewahrt die unterschiedlichen Fragen; Appions Allegorie bleibt als begründete Verbindung sichtbar.

Auch das Aussehen des Drachen wird hier aus einem Text erschlossen. Es ist kein Beleg für jedes antike Bild eines alten Mannes, einer Schlange oder einer geflügelten Gestalt. Vor einer Bildzuordnung müssten Objekt, Zeit und Bildzusammenhang einzeln geprüft werden.

Die Figur in ihren Quellen

Eine Gestalt, verschiedene Textrollen

Zeit steht nicht in jeder Fassung an derselben Stelle
Ruelle I, 123, S. 316–317; 123 bis ab S. 317, Z. 15; From Damascius, Rhapsodien- und Hieronymus/Hellanicus-Absätze

Der Drache trägt mehrere Namen
Ruelle I, 123 bis, S. 317–318, besonders S. 318, Z. 1–18

Appion erklärt Kronos ausdrücklich als Zeit
Clementinische Homilien VI, 1–5, besonders 2 und 5

Zwei Namen brauchen verschiedene Wege
Ruelle I, 123 bis, S. 317–318; Clementinische Homilien VI, 5

Texte und ihre Zugänge

Werke, Fassungen und verwendete Zugänge

Überlieferter Text

Damaskios: Über die ersten Prinzipien

Untersuchung von Prinzipien mit referierten und philosophisch ausgelegten Kosmogonien. Die Ausgaben nennen die hier verwendeten Stellen.

Philosophisches Werk der Spätantike; historische Ausgaben und Übersetzungen gesondert benannt

Sprache: Altgriechisch

Benutzte Ausgabe

Damaskios: zwei orphische Weltanfänge in Corys Übersetzung

The Theogonies / From Damascius: Rhapsodienabsätze und Bericht über Hieronymus/Hellanicus bis zum Abschluss dieser Genealogie; zusätzlich Web-Editionshinweis gelesen.

Benannte historische Textausgabe; konkrete Lesegrenzen unten

Sprache: Englisch nach Altgriechisch

Benutzte Ausgabe

Damaskios: griechische Kontrollstellen zu Chronos, Ananke und Phanes

Ruelle I: Abschnitt 123, S. 316 ab Beginn des Rhapsodienabsatzes bis S. 317 vor 123 bis; 123 bis, S. 317 ab Absatzbeginn bis S. 319 vor 124. Griechische Namen und die Berichtsgliederung am Scan kontrolliert; keine eigene vollständige kritische Übersetzung.

Benannte historische Textausgabe; konkrete Lesegrenzen unten

Sprache: Altgriechisch, historische Ausgabe Ruelle 1889

Überlieferter Text

Clementinische Homilien

Literarische Gesprächsfolge. Für diese Profile gelesen wurde Appions Rede in Homilie VI, Kapitel 1–5; weitere Teile bleiben gesonderte Recherche.

Historisch überliefertes Gesprächswerk; keine sichere Autorschaft des Clemens von Rom behauptet

Sprache: Altgriechisch

Benutzte Ausgabe

Clementinische Homilien: Appions Deutung von Kronos und Phanes

Homilie VI, Kapitel 1–5 vollständig in der englischen CCEL-Fassung; Kopf Homily VI; Übersetzerzuweisung VI–XII an Peter Peterson im historischen Editionskopf und Einleitung von Thomas Smith ergänzend geprüft.

Benannte historische Textausgabe; konkrete Lesegrenzen unten

Sprache: Englisch nach Altgriechisch

Der Weg zum Beleg

Quellen und Einordnung

Überlieferung
Die jeweils benannten griechischen philosophischen und orphischen Textzusammenhänge; Gesprächsrede und referierte ältere Überlieferung bleiben getrennt.
Verwendeter Ausschnitt
Damaskios, Ruelle I, 123 und 123 bis, S. 316–319; Clementinische Homilien VI, 1–5.
  1. Damaskios: griechische Kontrollstellen zu Chronos, Ananke und Phanes

    Damaskios; Herausgeber Charles-Émile Ruelle, Band I, Paris 1889; Digitalisat Bayerische Staatsbibliothek · Benannte historische Textausgabe; konkrete Lesegrenzen unten

    Ruelle I: Abschnitt 123, S. 316 ab Beginn des Rhapsodienabsatzes bis S. 317 vor 123 bis; 123 bis, S. 317 ab Absatzbeginn bis S. 319 vor 124. Griechische Namen und die Berichtsgliederung am Scan kontrolliert; keine eigene vollständige kritische Übersetzung.

    Nur die bezeichneten Stellen gelesen; keine vollständige Werk-, Handschriften- oder Korpusprüfung und keine externe Fachgegenlektüre. Berichtete ältere Texte wurden nicht als selbst gelesene Originale behandelt. Abgerufen am 2026-10-01.

  2. Damaskios: zwei orphische Weltanfänge in Corys Übersetzung

    Damaskios; englische Übersetzung in Isaac Preston Cory, Ancient Fragments, 1832 · Benannte historische Textausgabe; konkrete Lesegrenzen unten

    The Theogonies / From Damascius: Rhapsodienabsätze und Bericht über Hieronymus/Hellanicus bis zum Abschluss dieser Genealogie; zusätzlich Web-Editionshinweis gelesen.

    Nur die bezeichneten Stellen gelesen; keine vollständige Werk-, Handschriften- oder Korpusprüfung und keine externe Fachgegenlektüre. Berichtete ältere Texte wurden nicht als selbst gelesene Originale behandelt. Abgerufen am 2026-10-01.

  3. Clementinische Homilien: Appions Deutung von Kronos und Phanes

    Pseudo-Clementinische Homilien; Homilie VI in der Übersetzung Peter Peterson, Ante-Nicene Fathers VIII · Benannte historische Textausgabe; konkrete Lesegrenzen unten

    Homilie VI, Kapitel 1–5 vollständig in der englischen CCEL-Fassung; Kopf Homily VI; Übersetzerzuweisung VI–XII an Peter Peterson im historischen Editionskopf und Einleitung von Thomas Smith ergänzend geprüft.

    Nur die bezeichneten Stellen gelesen; keine vollständige Werk-, Handschriften- oder Korpusprüfung und keine externe Fachgegenlektüre. Berichtete ältere Texte wurden nicht als selbst gelesene Originale behandelt. Abgerufen am 2026-10-01.

Redaktion und Bearbeitungsstand

Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-10-17. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.

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