Im Epos hat Ares eine Seite, Gegner und Schmerzen
Im fünften Ilias-Gesang kämpfen Hektor und Ares gegen die Achaier. Hera sieht ihre Lage und ruft Athena zum Eingreifen auf. Athena rüstet sich selbst; sie bewegt Diomedes gegen Ares und lenkt den Angriff. Der Gott wird verwundet und flieht zum Olymp.
Ares klagt dort bei Zeus über Athena und über die Erlaubnis, einen Sterblichen gegen ihn vorgehen zu lassen. Die Rede ist Teil des Streits der Figuren. Dass ein Gott Schmerzen zeigt und sich beschwert, macht ihn zu einem Beteiligten der Szene, nicht zu einer unveränderlichen Definition des Krieges. Athena handelt ebenfalls gewaltsam; die Szene stützt keine einfache Gegenüberstellung von ‚brutal‘ und ‚sauber‘.
Im Lied wird er anders angreifbar
Bei den Phaiaken singt Demodokos in Odyssee 8 von Ares und Aphrodite. Hephaistos erfährt von ihrer heimlichen Begegnung und stellt unsichtbare Fesseln her. Ares und Aphrodite geraten hinein; Hephaistos ruft die anderen Götter als Zeugen. Ares steht hier nicht auf einem Schlachtfeld, sondern in einer Szene der Beschämung.
Der Text lässt göttliche Zuschauer lachen; Poseidon vermittelt schließlich eine Bürgschaft für die Freilassung. Es handelt sich um ein in die Odyssee eingebettetes Lied mit eigenem Aufführungskontext, nicht um ein objektives Protokoll der Beziehungen aller Gottheiten.
Ares unter Göttern auf einer attischen Lekythos

Antike Bilder lassen sich nicht auf einen Schlachtmoment reduzieren
Auf der attischen Lekythos im Met steht Ares nach Katalogidentifikation hinter Zeus in einer Szene um Herakles. Das Gefäß aus der Zeit um 500 v. Chr. macht eine olympische Bildrolle sichtbar, aber illustriert weder Diomedes’ Angriff noch das Odyssee-Lied.
Eine spätere böotische Schale wird vom Museum dagegen mit Athena und Ares als Beobachtern eines Zweikampfs aus Ilias 5 verbunden. Ihr Relief ist stark abgerieben; die Figuren sind auf dem Foto kaum zu identifizieren. Der Katalog liefert die Deutung, das Bild allein keinen sicheren Augenschein. Beide Objekte bleiben verschiedene Belege mit unterschiedlicher Lesbarkeit.
Ein Athener Heiligtum führt weitere Beziehungen vor
Pausanias beschreibt bei der Demosthenes-Statue ein Ares-Heiligtum in Athen. Er nennt dort nicht nur ein Ares-Bild, sondern zwei der Aphrodite sowie Bilder von Athena und Enyo. Die Ortsbeschreibung zeigt eine konkrete Zusammenstellung von Bildern und Namen außerhalb der beiden epischen Erzählungen.
Daraus ergibt sich keine allgemeine Regel für Ares-Verehrung in allen griechischen Orten. Das Figurenprofil bewahrt deshalb vier Ebenen: Kampfhandlung, Spottlied, späteren Ortsbericht und antikes Gefäß. Ein Vergleich mit dem römischen Mars benötigt dessen eigene Zeugnisse; ein bloßer Namensvergleich würde diese Unterschiede verdecken.
Die Figur in ihren Quellen
Eine Gestalt, verschiedene Textrollen
Ilias 5
Trojanischer Kampf, Verwundung, Beschwerde; Athena ebenfalls kämpfend.
Odyssee 8
Liebender und bloßgestellter Gott in einem eingebetteten Lied.
Athen und Gefäße
Später Ortsbericht und verschieden lesbare antike Bildrollen.
Texte und ihre Zugänge
Werke, Fassungen und verwendete Zugänge
Überlieferter Text
Homerische Ilias
Erzählwerk; nur ausdrücklich benannte Ausschnitte gelesen, kein vollständig erschlossenes Korpus.
Werkebene; hier keine exakte Datierung festgelegt.
Sprache: Altgriechisch
Benutzte Ausgabe
Ilias 5 nach Murray: Aphrodite, Ares und Athena
5,311–430 und 711–909 gelesen; Kampf- und Figurenrede nicht als universelle Charakterformel.
Historische englische Übersetzung; das Digitalisat datiert nicht den antiken Text.
Sprache: Englisch nach antikem Text
Überlieferter Text
Homerische Odyssee
Erzählwerk; nur ausdrücklich benannte Ausschnitte gelesen, kein vollständig erschlossenes Korpus.
Werkebene; hier keine exakte Datierung festgelegt.
Sprache: Altgriechisch
Benutzte Ausgabe
Odyssee 8 nach Murray: Demodokos’ Lied
8,266–366 im phaiakischen Aufführungskontext gelesen; Lied und Erzählebene getrennt.
Historische englische Übersetzung; das Digitalisat datiert nicht den antiken Text.
Sprache: Englisch nach antikem Text
Überlieferter Text
Pausanias: Beschreibung Griechenlands
Werkebene der Beschreibung Griechenlands. Die einzelnen Museumseiten nennen ihre tatsächlich gelesenen Ausschnitte in den zugehörigen Ausgabenkarten; daraus folgt keine vollständige Erschließung des Werks.
Werkebene; hier kein exaktes Entstehungsjahr festgelegt.
Sprache: Altgriechisch
Benutzte Ausgabe
Pausanias 1,8,4 nach Jones: Ares-Heiligtum in Athen
1,8,4 gelesen; örtlicher später Bericht über Heiligtum und Bilder.
Historische englische Übersetzung; das Digitalisat datiert nicht den antiken Text.
Sprache: Englisch nach antikem Text
Welche Zeit ist gemeint?
- Die attische Lekythos stammt laut Met von etwa 500 v. Chr.; die böotische Schale aus dem 2. Jahrhundert v. Chr. Ihre Daten sind keine Lebensdaten des Ares.
Die Datierung eines Zeugnisses ist kein Geburtsdatum des gesamten Erzählstoffs.
Der Weg zum Beleg
Quellen und Einordnung
- Überlieferung
- Ares in Ilias 5, Odyssee 8, Pausanias 1,8,4 und antiken Met-Objekten
- Verwendeter Ausschnitt
- Ilias 5 als erste Kriegsszene; die übrigen Zeugnisse werden als andere Gattungen und Zeiten gegengeprüft.
- Ilias 5: Ares und Aphrodite im Kampf des Diomedes
Homerische Ilias; englische Übersetzung A. T. Murray · antiker Text; historische englische Übersetzung
Verse 311–430 und 711–909 gelesen: Aphrodite schützt Aineias und wird verwundet; Ares’ Kampf, Athena und Diomedes, Beschwerde bei Zeus.
Episodische Kriegserzählung mit parteiischen Figurenreden; keine generelle Opposition kluge Athena versus brutaler Ares und kein Kultzeugnis. Abgerufen am 2026-09-28.
- Odyssee 8,266–366: Demodokos’ Lied von Ares, Aphrodite und Hephaistos
Homerische Odyssee; englische Übersetzung A. T. Murray · antiker Text; historische englische Übersetzung
Verse 266–366 und unmittelbar umgebenden phaiakischen Aufführungskontext gelesen: unsichtbare Fesseln, Bloßstellung, göttliches Lachen, Poseidons Bürgschaft und Freilassung.
Eingebettetes Lied des Demodokos, nicht neutrale Chronik oder allgemeine Eheordnung. Behinderung und Beschämung sind Figurenrede beziehungsweise Erzählkontext. Abgerufen am 2026-09-28.
- Pausanias 1,8,4: Ares-Heiligtum in Athen
Pausanias; englische Übersetzung W. H. S. Jones · antiker Text; historische englische Übersetzung
Beschreibung Griechenlands 1,8,4 gelesen: Athener Heiligtum des Ares mit Bildern von Ares, Aphrodite, Athena und Enyo; benannte Künstler.
Später Orts- und Bildbericht, kein archäologischer Autopsiebeleg der heute erhaltenen Skulpturen und keine allgemeine Ares-Kultregel. Abgerufen am 2026-09-28.
- Met 41.162.30: Ares hinter Zeus auf einer attischen Lekythos
The Metropolitan Museum of Art, Department of Greek and Roman Art · laufender Museumskatalog; antikes Objekt
Objektseite und API zur attischen Sappho-Maler-Lekythos um 500 v. Chr. gelesen: Ares hinter Zeus in einer Herakles-Einführungsszene; Public-Domain-Metadaten geprüft.
Ein konkretes Gefäßbild aus dem olympischen Kontext, kein Ares-Kultbeleg und keine Illustration der Ilias-5-Kampfszene. Abgerufen am 2026-09-28.
- Met 31.11.18 / 1980.11.2a–c: Athena und Ares auf einer Schale
The Metropolitan Museum of Art, Department of Greek and Roman Art · laufender Museumskatalog; antikes Objekt
Met-Objektseite und API zur böotischen Megarischen Schale des 2. Jahrhunderts v. Chr. gelesen: katalogisierte sitzende Athena und Ares am Skamandros als Beobachter eines Ilias-5-Zweikampfs; Inschriftenhinweis und Public-Domain-Metadaten geprüft.
Das stark abgeriebene Foto erlaubt die Figurenidentifikation kaum eigenständig. Die Met-Katalogdeutung betrifft eine beobachtete Kampfszene, nicht Ares’ spätere Verwundung durch Diomedes; kein Beweis allgemeiner Kriegsrollen. Abgerufen am 2026-09-28.
Redaktion und Bearbeitungsstand
Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-09-28. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.
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