Eine konkrete Warnung, kein stummer Abschied
Andromache erinnert Hektor, dass Achilleus ihren Vater und ihre Brüder tötete. Sie fürchtet nun seinen Tod und bittet ihn, eine gefährdete Stelle der Stadtmauer zu sichern. Hektor antwortet mit seinem Ehrgefühl vor der Stadt und der Furcht, sie könne nach einer Niederlage verschleppt werden.
Die gemeinsame Szene mit dem Kind und dem abgelegten Helm ist zärtlich, aber nicht konfliktfrei. Eine heutige Illustration des Abschieds zeigt nur eine frei gestaltete Möglichkeit; Kleidung, Tor und Gesichter sind keine Rekonstruktion.
Heutige Illustration des Abschieds

Die Ilias endet bei der Klage
Nach der Rückgabe Hektors nennt Andromache in ihrer Totenklage nicht nur ihren eigenen Verlust. Sie denkt an die Zukunft ihres Sohnes und an die Stadt ohne ihren Verteidiger. Das Epos schließt mit Hektors Begräbnis, bevor es einen Fall Trojas oder Andromaches Gefangenschaft erzählt.
Die späteren Tragödien greifen gerade diese offene Zukunft auf. Ihre Bühnenhandlungen sind keine fehlenden Kapitel desselben Epos.
Zwei spätere Bühnenlagen
In Euripides’ Troerinnen wird Andromache mit Astyanax als Beute fortgeführt. Der Herold kündigt die Tötung des Kindes an; später bringt er den Körper auf Hektors Schild. Andromache hat vor ihrer Abfahrt noch darum gebeten, den Sohn zu bestatten.
Euripides’ eigenes Drama Andromache setzt in Thessalien an. In dessen Prolog berichtet sie von ihrer Versklavung durch Neoptolemos und einem später geborenen Sohn. Vor Hermione und Menelaos sucht sie am Altar der Thetis Schutz. Es sind zwei getrennte Bühnenentwürfe einer Nachkriegsfigur; dieses Profil verschmilzt Astyanax und den späteren Sohn nicht und behauptet aus dem Prolog keinen Ausgang des zweiten Dramas.
Die Figur in ihren Quellen
Eine Gestalt, verschiedene Textrollen
Rede und Klage
Ilias 6 und 24.
Nachkrieg auf der Bühne
Euripides, Troerinnen und Andromache.
Der Weg zum Beleg
Quellen und Einordnung
- Überlieferung
- Griechisches Epos und zwei spätere attische Tragödien
- Verwendeter Ausschnitt
- Ilias 6 und 24; Euripides, Troerinnen 570–798 und 1120–1165; Andromache-Prolog 1–80.
- Ilias 6: Hektor und Andromache
Homerische Dichtung; englische Übersetzung A. T. Murray, Theoi Classical Texts · antiker Text; historische englische Übersetzung
Ilias 6,369–502 gelesen: Begegnung am Tor, Andromaches Bericht über ihre Familie und Bitte, Hektors Antwort, Kind und Abschied.
Andromaches und Hektors Aussagen bleiben Figurenperspektiven. Die vorhergesagte Eroberung ist im behandelten Iliasabschnitt nicht als Ereignis erzählt. Abgerufen am 2026-09-29.
- Ilias 24: Priamos, Achilleus und Hektors Bestattung
Homerische Dichtung; englische Übersetzung A. T. Murray, Theoi Classical Texts · antiker Text; historische englische Übersetzung
Ilias 24,468–676 und 692–804 gelesen: Priamos’ Bitte, gemeinsame Trauer, Rückgabe, Aufschub des Kampfes, Klagen von Andromache, Hekabe und Helena sowie Hektors Bestattung.
Die Ilias schließt mit Hektors Bestattung; sie zeigt hier keinen Fall Trojas. Die Reden der Trauernden sind unterschiedliche Perspektiven, keine einheitliche Frauenstimme. Abgerufen am 2026-09-29.
- Troerinnen 570–798 und 1120–1165: Andromache und Astyanax
Euripides; historische englische Übersetzung, Center for Hellenic Studies · antike Tragödie; englische historische Übersetzung
Andromache wird mit ihrem Sohn als Kriegsbeute fortgeführt; sie und Hekabe sprechen über den Verlust Trojas und Polyxenas. Der Herold kündigt Astyanax’ Tötung an; später bringt er dessen Leichnam auf Hektors Schild und berichtet, Andromache habe die Bestattung erbeten.
Indexnotiz der begrenzten Weblektüre. Nur die Andromache- und Astyanax-Fenster gelesen. Die Tragödie ist eine andere Textlage als Homers Ilias und ihr Stadtausgang darf nicht in die Ilias hineinerzählt werden. Abgerufen am 2026-09-30.
- Andromache 1–80: Gefangenschaft und Schutzsuche
Euripides; englische Übersetzung E. P. Coleridge, MIT Internet Classics Archive · antike Tragödie; historische englische Übersetzung
Andromache erinnert den Tod Hektors und Astyanax’ und beschreibt ihre Versklavung im Haus des Neoptolemos. Sie hat mit Neoptolemos einen Sohn; aus Furcht vor Hermione und Menelaos sucht sie am Altar der Thetis Schutz und verbirgt das Kind.
Indexnotiz der begrenzten Weblektüre. Nur den Prolog und die erste Bedrohungslage gelesen; Ausgang des Dramas nicht aus dem Anfang behaupten. Der Konflikt gehört zur Tragödie, nicht zur Ilias. Abgerufen am 2026-09-30.
Redaktion und Bearbeitungsstand
Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-09-30. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.
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