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MythaneumDas Museum der Mythologien

Figur

Aglaia: Eine Charis mit eigener Beziehung

Hesiod nennt Aglaia als eine von drei Chariten und später als jüngste Frau des Hephaistos. Pindar spricht sie in der Siegesode für Orchomenos direkt an; ein römischer Spiegel zeigt dagegen nur die Gruppe.

2–3 Minuten Lesezeit · Bildbetrachtung nach eigener Zeit

Die jüngste Charis

Hesiod nennt Aglaia neben Euphrosyne und Thalia als Tochter von Zeus und Eurynome. Später bezeichnet er Aglaia ausdrücklich als jüngste der Chariten und als Frau des Hephaistos.

Diese Ehe ist der klare individuelle Beleg in den gelesenen Versen. Die kurze Stelle erzählt weder eine Hochzeitsszene noch ihre weiteren Taten.

Anrede in Orchomenos

Pindar ruft die Chariten von Orchomenos an, damit sie den Sieg des Asopichos begleiten. Er nennt Aglaia, Euphrosyne und Thalia einzeln. Aglaia ist dabei ausdrücklich angesprochen, aber die Freude am Fest gehört dem Gedicht als Ganzem.

Pausanias berichtet später, in Orchomenos habe man drei Chariten gekannt, aber für diese alte Gruppe keine überlieferten Einzelnamen gehabt. Sein Bericht darf nicht rückwirkend mit Pindars drei Namen beschriftet werden.

Drei Frauen, keine Namensschilder

Der römische Spiegel im Met zeigt drei ineinander verschränkte Frauen. Die mittlere ist von hinten dargestellt. Das Objekt bezeugt eine spätere Bildform der drei Chariten, benennt aber weder die mittlere noch die äußeren Figuren einzeln.

Das Foto kann deshalb Aglaia als Gruppenmitglied veranschaulichen, nicht ihre Position im Relief beweisen.

Historisches Bildzeugnis zu Aglaia

Runder vergoldeter römischer Spiegel mit drei ineinander verschränkten Frauenfiguren im Relief; die mittlere ist von hinten zu sehen, links und rechts stehen kleine Gefäße.
Vergoldeter römischer Bronzespiegel mit den drei Chariten, Mitte 2. Jahrhundert n. Chr., The Met 1987.11.1, Public Domain / CC0. Die drei Figuren bilden eine Gruppe; der Spiegel beschriftet sie nicht einzeln als Aglaia, Euphrosyne und Thalia. Bildnachweis Bildlizenz

Die Figur in ihren Quellen

Eine Gestalt, verschiedene Textrollen

Jüngste Charis und Hephaistos' Frau
Theogonie 907–911 und 945–946.

Angerufene Charis in Orchomenos
Olympische Ode 14,1–20.

Texte und ihre Zugänge

Werke, Fassungen und verwendete Zugänge

Überlieferter Text

Hesiod: Theogonie

Genealogisches Gedicht. Die einzelnen Editionskarten nennen die tatsächlich gelesenen Stellen; das Gesamtwerk ist hier nicht vollständig ausgewertet.

Werkebene; hier keine exakte Entstehungsdatierung festgelegt.

Sprache: Altgriechisch

Benutzte Ausgabe

Theogonie 211–225, 901–911, 945–946 nach Evelyn-White

Drei Figurengruppen im genealogischen Gedicht; widersprüchliche Moiren-Herkunft bleibt sichtbar.

Historische Übersetzung 1914

Sprache: Englisch nach Altgriechisch

Überlieferter Text

Pindar: Olympische Oden

Werkebene; nur die Oden 13 und 14 für diesen Komplex begrenzt gelesen.

Antike Siegesdichtung; hier keine genaue Entstehungsdatierung aller Oden festgelegt.

Sprache: Altgriechisch

Benutzte Ausgabe

Olympische Ode 14,1–24 nach Svarlien

Aglaia, Euphrosyne und Thalia im Siegeslied für Asopichos.

Übersetzung 1990

Sprache: Englisch nach Altgriechisch

Überlieferter Text

Pausanias: Beschreibung Griechenlands

Werkebene der Beschreibung Griechenlands. Die einzelnen Museumseiten nennen ihre tatsächlich gelesenen Ausschnitte in den zugehörigen Ausgabenkarten; daraus folgt keine vollständige Erschließung des Werks.

Werkebene; hier kein exaktes Entstehungsjahr festgelegt.

Sprache: Altgriechisch

Benutzte Ausgabe

Pausanias 9,35,1–3 und 9,38,1 nach Jones

Lokale Dreier- und Zweiergruppen der Chariten sowie alte Steine in Orchomenos.

Historische Übersetzung

Sprache: Englisch nach Altgriechisch

Der Weg zum Beleg

Quellen und Einordnung

Überlieferung
Griechische Dichtung und Bildzeugnisse; begrenzte Quellenfenster
Verwendeter Ausschnitt
Hesiods Theogonie mit ausdrücklich benannten Gegenstellen.
  1. Theogonie 211–225, 901–911 und 945–946: Horen, Moiren, Chariten

    Hesiod zugeschriebene Theogonie; englische Übersetzung H. G. Evelyn-White · Antike Dichtung; historische englische Übersetzung 1914

    211–225: Nyx bringt Moiren mit Klotho, Lachesis, Atropos hervor; 901–906: Zeus und Themis als Eltern der drei Horen und nochmals der Moiren; 907–911: Zeus und Eurynome als Eltern der drei Chariten; 945–946: Hephaistos nimmt Aglaia, die jüngste Charis, zur Frau. Die beiden Moiren-Genealogien nicht harmonisiert.

    Eine historische englische Übersetzung, keine griechische Textkollation. Der Text bietet keine feste Einzelfunktion für jede Hore, Moire oder Charis; insbesondere kein standardisiertes Fadenschneiden. Die zweimalige Moiren-Abstammung ist ein Problem der überlieferten Textgestalt, keine von uns zu glättende Biografie. Abgerufen am 2026-09-29.

  2. Pindar, Olympische Ode 14,1–24: Chariten von Orchomenos

    Pindar; englische Übersetzung Diane Arnson Svarlien, Perseus · Antike Siegesode; englische Übersetzung 1990

    Olympische Ode 14,1–24: Anrufung der Chariten in Orchomenos, Tanz und Fest, namentliche Anrede Aglaia, Euphrosyne, Thalia und Glückwunsch an Asopichos. Die Anrede unterscheidet die Namen, weist aber keine drei getrennten Abenteuer zu.

    Siegesode und Gebet, keine vollständige Theologie oder Beschreibung eines erhaltenen Bildes. Das Digitalisat nennt bei der Datierung ein Fragezeichen; keine präzise Datierung der Ode behaupten. Abgerufen am 2026-09-29.

  3. Pausanias 9,35,1–3 und 9,38,1: Chariten in Orchomenos

    Pausanias, Beschreibung Griechenlands; englische Übersetzung W. H. S. Jones · Antiker Reisebericht; historische englische Übersetzung

    9,35,1–3: Überlieferung um Eteokles und drei unbenannte Chariten in Orchomenos, anderswo Zweiergruppen und andere Namen; 9,38,1: alte verehrte Steine und später gestiftete steinerne Bilder am Ort.

    Pausanias gibt lokale Aussagen und seinen Reiseeindruck wieder; die Orchomenos-Steine tragen in seiner Schilderung keine individuelle Aglaia-, Euphrosyne- oder Thalia-Zuordnung. Abgerufen am 2026-09-29.

  4. Vergoldeter Bronzespiegel mit drei Chariten, Met 1987.11.1

    The Metropolitan Museum of Art; römische Werkstatt unbekannt · Römischer Spiegel, Mitte 2. Jahrhundert n. Chr.; heutiger Sammlungskatalog

    Met-Objektseite und API: römischer vergoldeter Bronzespiegel mit drei Chariten, Mitte 2. Jahrhundert n. Chr., Durchmesser 12,1 cm, Objekt 1987.11.1; Public-Domain-Angabe und API-Flag geprüft.

    Die Gruppe auf dem Spiegel ist nicht mit Namen an einzelnen Figuren beschriftet. Das römische Bild nicht als direkte Illustration von Pindars Gedicht oder des alten Orchomenos-Heiligtums ausgeben; Bildsichtung separat protokollieren. Abgerufen am 2026-09-29.

Redaktion und Bearbeitungsstand

Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-09-29. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.

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