Die jüngste Charis
Hesiod nennt Aglaia neben Euphrosyne und Thalia als Tochter von Zeus und Eurynome. Später bezeichnet er Aglaia ausdrücklich als jüngste der Chariten und als Frau des Hephaistos.
Diese Ehe ist der klare individuelle Beleg in den gelesenen Versen. Die kurze Stelle erzählt weder eine Hochzeitsszene noch ihre weiteren Taten.
Anrede in Orchomenos
Pindar ruft die Chariten von Orchomenos an, damit sie den Sieg des Asopichos begleiten. Er nennt Aglaia, Euphrosyne und Thalia einzeln. Aglaia ist dabei ausdrücklich angesprochen, aber die Freude am Fest gehört dem Gedicht als Ganzem.
Pausanias berichtet später, in Orchomenos habe man drei Chariten gekannt, aber für diese alte Gruppe keine überlieferten Einzelnamen gehabt. Sein Bericht darf nicht rückwirkend mit Pindars drei Namen beschriftet werden.
Drei Frauen, keine Namensschilder
Der römische Spiegel im Met zeigt drei ineinander verschränkte Frauen. Die mittlere ist von hinten dargestellt. Das Objekt bezeugt eine spätere Bildform der drei Chariten, benennt aber weder die mittlere noch die äußeren Figuren einzeln.
Das Foto kann deshalb Aglaia als Gruppenmitglied veranschaulichen, nicht ihre Position im Relief beweisen.
Historisches Bildzeugnis zu Aglaia

Die Figur in ihren Quellen
Eine Gestalt, verschiedene Textrollen
Jüngste Charis und Hephaistos' Frau
Theogonie 907–911 und 945–946.
Angerufene Charis in Orchomenos
Olympische Ode 14,1–20.
Texte und ihre Zugänge
Werke, Fassungen und verwendete Zugänge
Überlieferter Text
Hesiod: Theogonie
Genealogisches Gedicht. Die einzelnen Editionskarten nennen die tatsächlich gelesenen Stellen; das Gesamtwerk ist hier nicht vollständig ausgewertet.
Werkebene; hier keine exakte Entstehungsdatierung festgelegt.
Sprache: Altgriechisch
Benutzte Ausgabe
Theogonie 211–225, 901–911, 945–946 nach Evelyn-White
Drei Figurengruppen im genealogischen Gedicht; widersprüchliche Moiren-Herkunft bleibt sichtbar.
Historische Übersetzung 1914
Sprache: Englisch nach Altgriechisch
Überlieferter Text
Pindar: Olympische Oden
Werkebene; nur die Oden 13 und 14 für diesen Komplex begrenzt gelesen.
Antike Siegesdichtung; hier keine genaue Entstehungsdatierung aller Oden festgelegt.
Sprache: Altgriechisch
Benutzte Ausgabe
Olympische Ode 14,1–24 nach Svarlien
Aglaia, Euphrosyne und Thalia im Siegeslied für Asopichos.
Übersetzung 1990
Sprache: Englisch nach Altgriechisch
Überlieferter Text
Pausanias: Beschreibung Griechenlands
Werkebene der Beschreibung Griechenlands. Die einzelnen Museumseiten nennen ihre tatsächlich gelesenen Ausschnitte in den zugehörigen Ausgabenkarten; daraus folgt keine vollständige Erschließung des Werks.
Werkebene; hier kein exaktes Entstehungsjahr festgelegt.
Sprache: Altgriechisch
Benutzte Ausgabe
Pausanias 9,35,1–3 und 9,38,1 nach Jones
Lokale Dreier- und Zweiergruppen der Chariten sowie alte Steine in Orchomenos.
Historische Übersetzung
Sprache: Englisch nach Altgriechisch
Der Weg zum Beleg
Quellen und Einordnung
- Überlieferung
- Griechische Dichtung und Bildzeugnisse; begrenzte Quellenfenster
- Verwendeter Ausschnitt
- Hesiods Theogonie mit ausdrücklich benannten Gegenstellen.
- Theogonie 211–225, 901–911 und 945–946: Horen, Moiren, Chariten
Hesiod zugeschriebene Theogonie; englische Übersetzung H. G. Evelyn-White · Antike Dichtung; historische englische Übersetzung 1914
211–225: Nyx bringt Moiren mit Klotho, Lachesis, Atropos hervor; 901–906: Zeus und Themis als Eltern der drei Horen und nochmals der Moiren; 907–911: Zeus und Eurynome als Eltern der drei Chariten; 945–946: Hephaistos nimmt Aglaia, die jüngste Charis, zur Frau. Die beiden Moiren-Genealogien nicht harmonisiert.
Eine historische englische Übersetzung, keine griechische Textkollation. Der Text bietet keine feste Einzelfunktion für jede Hore, Moire oder Charis; insbesondere kein standardisiertes Fadenschneiden. Die zweimalige Moiren-Abstammung ist ein Problem der überlieferten Textgestalt, keine von uns zu glättende Biografie. Abgerufen am 2026-09-29.
- Pindar, Olympische Ode 14,1–24: Chariten von Orchomenos
Pindar; englische Übersetzung Diane Arnson Svarlien, Perseus · Antike Siegesode; englische Übersetzung 1990
Olympische Ode 14,1–24: Anrufung der Chariten in Orchomenos, Tanz und Fest, namentliche Anrede Aglaia, Euphrosyne, Thalia und Glückwunsch an Asopichos. Die Anrede unterscheidet die Namen, weist aber keine drei getrennten Abenteuer zu.
Siegesode und Gebet, keine vollständige Theologie oder Beschreibung eines erhaltenen Bildes. Das Digitalisat nennt bei der Datierung ein Fragezeichen; keine präzise Datierung der Ode behaupten. Abgerufen am 2026-09-29.
- Pausanias 9,35,1–3 und 9,38,1: Chariten in Orchomenos
Pausanias, Beschreibung Griechenlands; englische Übersetzung W. H. S. Jones · Antiker Reisebericht; historische englische Übersetzung
9,35,1–3: Überlieferung um Eteokles und drei unbenannte Chariten in Orchomenos, anderswo Zweiergruppen und andere Namen; 9,38,1: alte verehrte Steine und später gestiftete steinerne Bilder am Ort.
Pausanias gibt lokale Aussagen und seinen Reiseeindruck wieder; die Orchomenos-Steine tragen in seiner Schilderung keine individuelle Aglaia-, Euphrosyne- oder Thalia-Zuordnung. Abgerufen am 2026-09-29.
- Vergoldeter Bronzespiegel mit drei Chariten, Met 1987.11.1
The Metropolitan Museum of Art; römische Werkstatt unbekannt · Römischer Spiegel, Mitte 2. Jahrhundert n. Chr.; heutiger Sammlungskatalog
Met-Objektseite und API: römischer vergoldeter Bronzespiegel mit drei Chariten, Mitte 2. Jahrhundert n. Chr., Durchmesser 12,1 cm, Objekt 1987.11.1; Public-Domain-Angabe und API-Flag geprüft.
Die Gruppe auf dem Spiegel ist nicht mit Namen an einzelnen Figuren beschriftet. Das römische Bild nicht als direkte Illustration von Pindars Gedicht oder des alten Orchomenos-Heiligtums ausgeben; Bildsichtung separat protokollieren. Abgerufen am 2026-09-29.
Redaktion und Bearbeitungsstand
Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-09-29. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.
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