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MythaneumDas Museum der Mythologien

Exponat

Gunnerus-Trommel: Ein Objekt mit Lücken in seiner Geschichte

Eine reale Trommel im NTNU-Museum trägt Spuren von Gebrauch, Reparatur und Sammlung. Ihr Weg lässt sich teilweise verfolgen; frühere Besitzende und genauer Herkunftsort bleiben offen.

4–5 Minuten Lesezeit · Bildbetrachtung nach eigener Zeit

Ein benanntes Stück statt einer allgemeinen Zaubertrommel

Die Gunnerus-Trommel gehört zu den Sammlungen des NTNU Vitenskapsmuseet in Trondheim. Die öffentliche Museumsbeschreibung ordnet sie einem südlichen samischen Trommeltyp zu. Der Name erinnert an Bischof Johan Ernst Gunnerus und damit an einen Sammler. Er nennt weder die Person, die das Objekt herstellte, noch jene, für die es religiöse Bedeutung hatte.

Die Museumsaufnahme von Åge Hojem zeigt das echte Stück: einen ovalen Rahmen, abgenutztes Fell und einen aufgelegten Schlägel. Einige Linien sind verblasst oder verdeckt. Eine Fotografie bewahrt diesen Zustand; sie ersetzt weder die ursprünglichen Beziehungen zum Objekt noch ein Gespräch mit seinen früheren Besitzenden.

Eine ovale Trommel mit abgenutztem hellem Fell und dunklen Linien liegt schräg vor schwarzem Hintergrund; ein heller Schlägel liegt auf dem Fell.
Gunnerus-Trommel aus den Sammlungen des NTNU Vitenskapsmuseet, aufgenommen am 12. Mai 2015. Foto: Åge Hojem, NTNU Vitenskapsmuseet, „Samisk tromme“, via Museums-Flickr/Wikimedia Commons, CC BY 2.0. Original unverändert; Webvarianten unbeschnitten verkleinert und als WebP komprimiert. Der aufgelegte Schlägel verdeckt einen Teil der Zeichen; das Bild ist kein vollständiger Symbolschlüssel. Bildnachweis Bildlizenz

Material trägt eine Geschichte des Gebrauchs

Birgitta Berglund beschreibt die Trommel 2017 als 55 Zentimeter lang und bis zu 35 Zentimeter breit. Der Rahmen besteht aus einem gebogenen Birkenstreifen. Reparaturen betreffen den Rahmen und das Fell; für eine Reparatur am Fell nennt sie Leinen. Das Objekt wurde also erhalten und bearbeitet. Wer diese Arbeiten ausführte und wann sie geschahen, bleibt in dieser Beschreibung offen.

Berglund deutet das Zeichen in der Mitte als Sonne und beschreibt weitere Figuren darum. Das ist eine benannte wissenschaftliche Lesart dieses Stücks. Wir zeichnen fehlende Linien nicht nach und übertragen keine Liste von Bedeutungen auf andere Trommeln. Formen und Zeichen unterscheiden sich nach regionalem und persönlichem Zusammenhang.

Tromsø bezeichnet einen Weg, nicht sicher den Ursprung

Nach Berglunds Museumsbeitrag dankte Gunnerus dem Missionar F. A. Bødtker in Tromsø 1761 für eine zugesandte Trommel. Ein Sammlungskatalog von 1779 erwähnt das später mit ihm verbundene Stück. Der Versand aus Nordnorwegen beweist jedoch keinen dortigen Herstellungsort. Gerade der südliche Rahmentyp lässt Berglund an einer Herkunft aus Troms zweifeln.

Für den Übergang in die Sammlung vermutet ihr Beitrag von 2004 eine Abgabe zu Gunnerus’ Lebzeiten. Eine spätere Commons-Beschreibung vermutet eine Donation nach seinem Tod. Diese unterschiedlichen Vermutungen ergeben kein gesichertes Übergabedatum. Bekannt ist aus Berglunds Bericht auch eine spätere Fehlzuordnung: 1930 wurde die Trommel in der grönländischen Sammlung wieder identifiziert.

Verfolgungskontext und offene Objektbiografie

Die Museumsquellen beschreiben, wie Mission und staatlicher Druck Trommeln aus samischen Zusammenhängen entfernten. Für dieses einzelne Stück belegen die verwendeten Quellen aber keine bestimmte Beschlagnahme und nennen keine ursprünglichen Besitzenden. Der allgemeine Zwangskontext darf diese Lücke nicht mit einer erfundenen Einzelerzählung füllen.

Diese Grenze gehört zur Ausstellung: Wir kennen einen Teil der Sammlungsgeschichte, nicht die ganze Lebensgeschichte des Objekts. Der Bildnachweis nennt Urheber, Quelle und Lizenz. Sie dient der Betrachtung eines dokumentierten Stücks; eine Anleitung zur Deutung oder Verwendung seiner Zeichen ergibt sich daraus nicht.

Fassungen und Belege unterscheiden

Werk, Überlieferung und Lesezugang

Werk

Samiske trommer: Museumsbeitrag zu Trommeln und Sammlung

Der vollständige Norark-Beitrag von 2017 unterscheidet mehrere Trommeln, ihre historischen Vermittlungswege und einen eigenen Gunnerus-Abschnitt. Der Brief von 1761, der Katalog von 1779 sowie Leem, Schefferus und Manker werden durch diesen Beitrag vermittelt, nicht als unabhängig erschlossene Originale.

06.02.2017

Sprache: Norwegisch

Beleg für den hier verwendeten Ausschnitt: Samiske trommer: Gunnerus-Trommel und Sammlungskontext

Benutzter Lesezugang

Samiske trommer: Museumsbeitrag zu Trommeln und Sammlung: benutzter digitaler Zugang

Birgitta Berglund, NTNU Vitenskapsmuseet. Vollständiger öffentlicher Inhaltskörper gelesen; hier der Gunnerus-Abschnitt und allgemeine Quellenkritik. Keine Originalarchivalien oder Bildübernahme.

06.02.2017

Sprache: Norwegisch

Quellen zu diesem Lesezugang: Samiske trommer: Gunnerus-Trommel und Sammlungskontext

Werk

Runebommer, noaider og misjonærer

Der Gunnerus-Abschnitt auf Seite 10 von SPOR 2004 steht neben Angaben zu Folldalen und einer nachträglich bemalten Grönlandtrommel. Die Seiten 4–9 liefern weiteren Bandkontext. Die verschiedenen Objekte behalten ihre eigenen Biografien; Textbeschreibung und Abbildung beantworten unterschiedliche Fragen.

SPOR 1/2004, S. 4–10; Schwerpunkt S. 10

Sprache: Norwegisch

Beleg für den hier verwendeten Ausschnitt: Runebommer, noaider og misjonærer: Gunnerus-Abschnitt

Benutzter Lesezugang

Runebommer, noaider og misjonærer: benutzter digitaler Zugang

Birgitta Berglund. Gunnerus-Abschnitt und vollständige Seite 10 tatsächlich gelesen und als gerenderte Seite betrachtet, Titel und Einleitung auf Seite 4 betrachtet. Textauszüge 4–10 gelesen; keine Gesamtlektüre der Ausgabe.

SPOR 1/2004, S. 4–10; Schwerpunkt S. 10

Sprache: Norwegisch

Quellen zu diesem Lesezugang: Runebommer, noaider og misjonærer: Gunnerus-Abschnitt

Werk

Samisk tromme: öffentliche Museumsbeschreibung zur Aufnahme

Der Museumsfotobeleg von 2015 zeigt Gunnerus’ Trommel mit Schlägel, nicht Poulsens Objekt. Für genau dieses Foto ist CC BY 2.0 dokumentiert. Das Bild belegt keinen heutigen Ausstellungszustand. Andere Aufnahmen besitzen eigene Bildnachweise.

Aufnahme 12.05.2015; Veröffentlichung 22.07.2015

Sprache: Norwegisch und Englisch

Beleg für den hier verwendeten Ausschnitt: Samisk tromme: Gunnerus-Museumsaufnahme und freie Lizenz

Benutzter Lesezugang

Samisk tromme: öffentliche Museumsbeschreibung zur Aufnahme: benutzter digitaler Zugang

NTNU Vitenskapsmuseet; Fotografie Åge Hojem. Museumsbeschreibung und benannte Lizenzangaben gelesen, Originalbild als Ganzes verkleinert sowie drei Webvarianten nativ betrachtet. Nicht Poulsens Trommel.

Aufnahme 12.05.2015; Veröffentlichung 22.07.2015

Sprache: Norwegisch und Englisch

Quellen zu diesem Lesezugang: Samisk tromme: Gunnerus-Museumsaufnahme und freie Lizenz

Der Weg zum Beleg

Quellen und Einordnung

Überlieferung
Benannte samische Rahmentrommel aus den NTNU-Museumssammlungen, als südlicher Typ eingeordnet; genauer Herkunftsort und ursprüngliche Besitzende nicht sicher bekannt.
Verwendeter Ausschnitt
Berglunds Museumsvermittlung 2004 und 2017, verbunden mit öffentlicher NTNU-Objektfotografie von 2015.
  1. Samiske trommer: Gunnerus-Trommel und Sammlungskontext

    Birgitta Berglund, NTNU Vitenskapsmuseet · 06.02.2017

    Vollständiger norwegischer Inhaltskörper samt Bildlegenden tatsächlich gelesen. Verwendet: Gunnerus-Abschnitt, Material/Maße/Reparaturen, Katalog1779 und Dankbrief1761; einleitender Hinweis auf Fremdberichte und missionarischen Zwang.

    Kein Katalog1779, Originalbrief1761, Petersen1930 oder Manker-Original unabhängig gelesen. Südlicher Trommeltyp ist keine sichere Orts- oder Benutzerzuordnung. Angaben zu anderen Trommeln und datierte Ausstellung2017 nicht auf Gunnerus übertragen. Keine neue Bildlizenz aus diesem Beitrag abgeleitet; keine heutigen Ritual- oder Standortbeobachtungen. Abgerufen am 2026-10-03.

  2. Runebommer, noaider og misjonærer: Gunnerus-Abschnitt

    Birgitta Berglund; SPOR, NTNU Vitenskapsmuseet · SPOR 1/2004, Artikel S. 4–10; benutzter Schwerpunkt S. 10

    Seite 10 vollständig tatsächlich gelesen und als gerenderte ganze Seite betrachtet, einschließlich Gunnerus-Abschnitt, benachbarter Vergleichsobjekte, Bildlegenden und Literaturhinweise. Titel, Autor und Einleitung auf Seite 4 visuell betrachtet. Textauszüge der Seiten 4–10 tatsächlich gelesen; keine visuelle Vollprüfung aller sieben Artikelseiten.

    Schwerpunkt ist der Gunnerus-Abschnitt auf Seite 10: Katalog 1779 nach Museumsvermittlung, Versand aus Tromsø wohl 1761, Transfer zu Lebzeiten als Vermutung, Wiederidentifizierung 1930 und frühere Grönland-Etikettierung. Keine Originalarchivalien oder gesamte 52-seitige Ausgabe gelesen. Alte Terminologie bleibt quellenkritisch eingeordnet; die nachträglich bemalte Grönlandtrommel, Folldalen/Bendix und Gunnerus sind verschiedene Objekte. Keine Bilder oder Nachzeichnungen aus dem PDF übernommen. Abgerufen am 2026-10-03.

  3. Samisk tromme: Gunnerus-Museumsaufnahme und freie Lizenz

    Åge Hojem, NTNU Vitenskapsmuseet; Museums-Flickr und Wikimedia Commons · Foto 12.05.2015; Flickr-Veröffentlichung 22.07.2015; Commons-Lizenzprüfung 25.10.2015

    Öffentliche norwegische und englische Museumsbeschreibung auf Flickr, Fotocredit, Daten und direkter CC-BY-2.0-Lizenzlink tatsächlich gelesen. Commons-Beschreibung, Urheber, Datum, Flickr-Lizenzprüfung, Originalupload und CC-Deed samt Bedingungen und Hinweisen tatsächlich gelesen. Originalfoto 5300 × 3533 als Ganzes in 1920 × 1280-Werkzeugansicht betrachtet; unbeschnittene WebP-Varianten in 480, 960 und 1536 Pixeln nativ betrachtet.

    Keine pixelweise Originalvollprüfung oder eigene Objektbesichtigung. Foto zeigt die reale Gunnerus-Trommel mit aufgelegtem Schlägel, keine Poulsen-Trommel, Nachbildung oder Zeichenrekonstruktion. Die Commons-Vermutung einer Donation nach dem Tod 1773 bleibt ungesichert; Berglund vermutet 2004 einen Transfer zu Lebzeiten. Museums-Flickr ist ein eigener öffentlicher Bild- und Vermittlungszugang, keine indigene Freigabe sämtlicher Ritualdetails. Keine heutige Ausstellung oder Benutzung aus dem Foto von 2015 abgeleitet. Abgerufen am 2026-10-03.

Redaktion und Bearbeitungsstand

Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-10-18. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.

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