Eine übersichtliche Folge ist bereits eine Entscheidung
Die Bibliotheke führt durch Abstammungen und verbundene Handlungen. Im Perseus-Abschnitt gelangt man vom bedrohten Kind über Auftrag und Helfer zur Rückkehr und anschließend zu weiteren Familien. Die Ordnung ermöglicht den Wechsel von einer Generation zur nächsten.
Damit liegt eine bestimmte Zusammenstellung vor. Ihre Übersichtlichkeit beweist weder, dass alle Beteiligten schon immer denselben Stammbaum hatten, noch dass die verschiedenen überlieferten Erzählungen ursprünglich genau diese Folge bildeten.
Der Name des Verfassers ist eine Quellenfrage
Die Bezeichnung Pseudo-Apollodor hält ein Zuschreibungsproblem sichtbar. Simon Hornblowers öffentlicher Extract verweist auf die Castor-Zitation als chronologischen Einwand gegen die ältere Autorenidentifizierung. Ein präziser gesicherter Verfassername ergibt sich daraus hier nicht.
Die neue Museumslektüre verwendet Frazers benannte Übersetzung von 1921. Verfasserzuschreibung, antiker Text und moderne Übersetzung stehen auf verschiedenen Ebenen. Aus dem Datum der Übersetzung lässt sich kein Datum des erzählten Geschehens gewinnen.
Der Text bewahrt manchmal mehr als eine Antwort
Bei Io nennt 2.1.3 verschiedene Elternangaben und ordnet sie unter anderem Castor, Tragikern, Hesiod und Akusilaos zu. Auch für den allsehenden Argos stehen mehrere zugeschriebene Herkünfte nebeneinander. Die Liste ist also nicht nur das Ergebnis einer endgültigen Entscheidung.
Die referierten Werke sind damit nicht automatisch selbst mitgelesen. Wer behauptet, Hesiod sage etwas Bestimmtes, muss unterscheiden, ob die Aussage im erhaltenen Gedicht nachgesehen oder hier über einen mythografischen Bericht vermittelt wurde.
Eine kurze Angabe ist nicht die ganze Geschichte
Der Sisyphos-Absatz verbindet Familienangaben, Steinqual und den Verrat von Zeus’ Geheimnis. Er erzählt an dieser Stelle nicht sämtliche aus anderen Quellen bekannten Fluchten und Listen. Eine spätere Ergänzung würde den begrenzten Befund verändern.
Ähnlich lohnt sich bei Perseus die Frage nach dem Mittel: Die Bibliotheke lässt ihn das Meeresungeheuer töten, beschreibt dort aber nicht eigens den Einsatz des Gorgonenhaupts. Ein vertrautes Bild darf die ungenannte Kampftechnik nicht nachträglich als Textwortlaut festlegen.
Mit einer geordneten Frage weiterlesen
Wähle eine Verbindung im Figurenprofil: Elternschaft, Hilfe, Verpflichtung oder Gegnerschaft. Suche die genaue Stelle, an der diese Verbindung behauptet wird. Steht sie in der Erzählung, in einer Figurenrede oder als fremde zugeschriebene Aussage?
Die Quellenwerkstatt und das Hesiod-Porträt bieten andere Fälle derselben Unterscheidung. Eine gute Übersicht führt zu solchen Entscheidungen zurück, statt sie hinter einer scheinbar lückenlosen Datenbank zu verstecken.
Texte und ihre Zugänge
Werke, Fassungen und verwendete Zugänge
Benutzte Ausgabe
Theogonie nach Evelyn-White: drei Machtgenerationen
116–210, 453–512 und 617–735 als zusammenhängende, aber begrenzte Lektüre für E05-01.
Historische Übersetzung 1914, digital bei Theoi.
Sprache: Englisch nach Altgriechisch
Benutzte Ausgabe
Bibliotheke: Danae, Perseus, Andromeda und die Rückkehr
Nur fünf vollständige englische Abschnitte, keine Originalsprachenkollation, vollständige Heldengenealogie oder moderne ethnische Herkunftsbestätigung. Mütter-/Vaterschaftsvarianten, Namensgleichheiten und Textaufträge getrennt; Anmerkungen nicht behauptet.
1921; Bibliotheke 2.4.1–5 vollständig; endet vor 2.4.6. Verlinkte Frazeranmerkungen nicht gelesen.
Sprache: Englisch nach Altgriechisch
Benutzte Ausgabe
Bibliotheke: Sisyphos, Familie und verratenes Geheimnis
Historische englische Übersetzung; nur das im Nachweis bezeichnete Fenster gelesen. Keine eigene Kollation des altgriechischen Textes.
1921; Bibliotheke 1.9.3 vollständig, vor 1.9.4; englischer Text und Übersetzungsangabe, keine verlinkten Anmerkungen.
Sprache: Englisch nach Altgriechisch
Benutzte Ausgabe
Bibliotheke 2.1.3 in Frazers Übersetzung
Nur der bezeichnete vollständige Abschnitt mit Quellenzuschreibungen; keine Lektüre aller referierten Werke.
1921, nicht Datum des zugeschriebenen antiken Verfassers.
Sprache: Englisch nach Altgriechisch
Überlieferter Text
Hesiod: Theogonie
Genealogisches Gedicht. Die einzelnen Editionskarten nennen die tatsächlich gelesenen Stellen; das Gesamtwerk ist hier nicht vollständig ausgewertet.
Werkebene; hier keine exakte Entstehungsdatierung festgelegt.
Sprache: Altgriechisch
Überlieferter Text
Bibliotheke des Pseudo-Apollodor
Hier 2.1.3 sowie bereits gelesene Perseus-/Sisyphos-Fenster; keine gesamte Mythensammlung oder Lektüre sämtlicher zitierter Autoren.
Antike mythographische Zusammenstellung; genaue Entstehungszeit und Autorschaft aus dieser Lektüre nicht bestimmt.
Sprache: Altgriechisch
Figuren in diesem Textfenster
3 Figuren und Rollen mit ihren Belegen ansehen
Die Einträge beziehen sich auf die jeweils benannte Werkfassung und Textstelle. Gleiche Namen machen unterschiedliche Rollen nicht automatisch zu derselben Lebensgeschichte.
- Io und zugeschriebene Elternangaben
-
Mehrere zugeschriebene Vaterbeziehungen stehen nebeneinander.
Berichtete Varianten, keine in allen Texten gelöste Identität.
Beleg: 2.1.3 · Bibliotheke 2.1.3: Io, Quellenzuschreibungen und Varianten
- Castor, Tragiker, Hesiod und Akusilaos
-
Als Gewährsleute für alternative Aussagen genannt.
Nennung ist keine selbstständige Lektüre ihrer Werke.
Beleg: 2.1.3 · Bibliotheke 2.1.3: Io, Quellenzuschreibungen und Varianten
- Argos und weitere Herkunftszuschreibungen
-
Verschiedene berichtete Eltern-/Ursprungsbeziehungen.
Nicht alle gleich benannten Gestalten zu einer Biografie vereinigt.
Beleg: 2.1.3 · Bibliotheke 2.1.3: Io, Quellenzuschreibungen und Varianten
Der Weg zum Beleg
Quellen und Einordnung
- Überlieferung
- Benannte griechische/römische Vermittlungen; moderne philosophische Rezeption getrennt
- Verwendeter Ausschnitt
- Abschnittsweise bezeichnete Ausgangsfassung, keine verschmolzene Gesamtmythologie
- Bibliotheke: Danae, Perseus, Andromeda und die Rückkehr
Pseudo-Apollodor; englische Übersetzung J. G. Frazer · 1921
Bibliotheke 2.4.1–5 vollständig; endet vor 2.4.6. Verlinkte Frazeranmerkungen nicht gelesen.
Nur fünf vollständige englische Abschnitte, keine Originalsprachenkollation, vollständige Heldengenealogie oder moderne ethnische Herkunftsbestätigung. Mütter-/Vaterschaftsvarianten, Namensgleichheiten und Textaufträge getrennt; Anmerkungen nicht behauptet. Abgerufen am 2026-10-01T06:35:25.900089+00:00.
- Bibliotheke 2.1.3: Io, Quellenzuschreibungen und Varianten
Pseudo-Apollodor; englische Übersetzung J. G. Frazer · Historische englische Übersetzung1921
Abschnitt2.1.3 vollständig im vorhandenen Buch2-Archiv neu gelesen. Verschiedene zugeschriebene Elternangaben zu Io und Argos sowie die genannten Gewährsleute verfolgt. Keine verlinkten Frazer-Fußnoten gelesen.
Nennung eines älteren Autors ist keine unabhängige neue Lektüre seines Werks. Mehrere Argos-/Io-Namen und berichtete ägyptische Gleichsetzungen nicht zu universellen Identitäten verbinden. Keine vollständige Bibliotheke-Lektüre oder Originalsprachenkollation. Abgerufen am 2026-10-17.
- Apollodorus (9), Greek author of the Bibliotheca, 2nd cent. CE – öffentlicher Extract
Simon Hornblower · 7.März2016
Öffentlich angezeigter Extract im Web-Suchwerkzeug tatsächlich gelesen. Direkte Werkzeugöffnung lieferte internen Fehler; kein Artikelvolltext erworben, kein weiterer Abruf.
Nur öffentlich angezeigter Extract; kein Artikelvolltext oder eigener vollständiger Datierungsbeweis. Der direkte Öffnungsfehler wurde nicht durch einen alternativen Abruf umgangen. Abgerufen am 2026-10-17.
- Bibliotheke: Sisyphos, Familie und verratenes Geheimnis
Pseudo-Apollodor; J. G. Frazer · 1921
Bibliotheke 1.9.3 vollständig, vor 1.9.4; englischer Text und Übersetzungsangabe, keine verlinkten Anmerkungen.
Der Nachweis gilt für den angegebenen Ausschnitt in historischer englischer Übersetzung; er erschließt nicht das gesamte Werk. Die verlinkten Übersetzeranmerkungen sind nicht Teil dieses Nachweises. Abgerufen am 2026-10-01.
- Theogonie 116–210, 453–512 und 617–735: Elternschaft und Machtwechsel
Hesiod zugeschriebene Theogonie; englische Übersetzung Hugh G. Evelyn-White · Antike Dichtung; historische englische Übersetzung 1914
116–210: Chaos, Gaia, Uranos, Titanen und Kronos' Angriff; 453–512: Rhea und Kronos' sechs Kinder, Verbergen des Zeus, Stein, Wiederhervorbringen und Iapetos/Klymenes vier Söhne; 617–735: Gaias Rat, Krieg mit Hilfe der Hundertarmigen, Niederlage und Tartaros. Diese Textfenster zusammen für die Generationenstation gelesen; keine Volllektüre des Gedichts behauptet.
Historische englische Übersetzung ohne eigene griechische Kollation. Der Elternpfeil zeigt keine Herrschaftsübergabe; Gaia und Uranos handeln, Kronos verschlingt seine Kinder, Zeus' Sieg benötigt Verbündete. Die Titanomachie ist nicht ein schlichter Vater-Sohn-Zweikampf. Die erste Folge aus Chaos, Gaia und Tartaros ist keine durchgehende Elternkette. Weitere Figuren und abweichende Mythen nicht rückwirkend einbauen. Abgerufen am 2026-09-29.
Redaktion und Bearbeitungsstand
Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-10-17. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.
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