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MythaneumDas Museum der Mythologien

Quellenporträt

Mythografie: Ordnen heißt nicht, alle Varianten zu beseitigen

Die Bibliotheke verbindet Erzählungen und Genealogien; benannte Gegenstimmen und eine unsichere Autorenidentität bleiben Teil der Quellenarbeit.

3–4 Minuten Lesezeit

Eine übersichtliche Folge ist bereits eine Entscheidung

Die Bibliotheke führt durch Abstammungen und verbundene Handlungen. Im Perseus-Abschnitt gelangt man vom bedrohten Kind über Auftrag und Helfer zur Rückkehr und anschließend zu weiteren Familien. Die Ordnung ermöglicht den Wechsel von einer Generation zur nächsten.

Damit liegt eine bestimmte Zusammenstellung vor. Ihre Übersichtlichkeit beweist weder, dass alle Beteiligten schon immer denselben Stammbaum hatten, noch dass die verschiedenen überlieferten Erzählungen ursprünglich genau diese Folge bildeten.

Der Name des Verfassers ist eine Quellenfrage

Die Bezeichnung Pseudo-Apollodor hält ein Zuschreibungsproblem sichtbar. Simon Hornblowers öffentlicher Extract verweist auf die Castor-Zitation als chronologischen Einwand gegen die ältere Autorenidentifizierung. Ein präziser gesicherter Verfassername ergibt sich daraus hier nicht.

Die neue Museumslektüre verwendet Frazers benannte Übersetzung von 1921. Verfasserzuschreibung, antiker Text und moderne Übersetzung stehen auf verschiedenen Ebenen. Aus dem Datum der Übersetzung lässt sich kein Datum des erzählten Geschehens gewinnen.

Der Text bewahrt manchmal mehr als eine Antwort

Bei Io nennt 2.1.3 verschiedene Elternangaben und ordnet sie unter anderem Castor, Tragikern, Hesiod und Akusilaos zu. Auch für den allsehenden Argos stehen mehrere zugeschriebene Herkünfte nebeneinander. Die Liste ist also nicht nur das Ergebnis einer endgültigen Entscheidung.

Die referierten Werke sind damit nicht automatisch selbst mitgelesen. Wer behauptet, Hesiod sage etwas Bestimmtes, muss unterscheiden, ob die Aussage im erhaltenen Gedicht nachgesehen oder hier über einen mythografischen Bericht vermittelt wurde.

Eine kurze Angabe ist nicht die ganze Geschichte

Der Sisyphos-Absatz verbindet Familienangaben, Steinqual und den Verrat von Zeus’ Geheimnis. Er erzählt an dieser Stelle nicht sämtliche aus anderen Quellen bekannten Fluchten und Listen. Eine spätere Ergänzung würde den begrenzten Befund verändern.

Ähnlich lohnt sich bei Perseus die Frage nach dem Mittel: Die Bibliotheke lässt ihn das Meeresungeheuer töten, beschreibt dort aber nicht eigens den Einsatz des Gorgonenhaupts. Ein vertrautes Bild darf die ungenannte Kampftechnik nicht nachträglich als Textwortlaut festlegen.

Nachlesen: [4] 1.9.3 [1] 2.4.3

Mit einer geordneten Frage weiterlesen

Wähle eine Verbindung im Figurenprofil: Elternschaft, Hilfe, Verpflichtung oder Gegnerschaft. Suche die genaue Stelle, an der diese Verbindung behauptet wird. Steht sie in der Erzählung, in einer Figurenrede oder als fremde zugeschriebene Aussage?

Die Quellenwerkstatt und das Hesiod-Porträt bieten andere Fälle derselben Unterscheidung. Eine gute Übersicht führt zu solchen Entscheidungen zurück, statt sie hinter einer scheinbar lückenlosen Datenbank zu verstecken.

Texte und ihre Zugänge

Werke, Fassungen und verwendete Zugänge

Benutzte Ausgabe

Theogonie nach Evelyn-White: drei Machtgenerationen

116–210, 453–512 und 617–735 als zusammenhängende, aber begrenzte Lektüre für E05-01.

Historische Übersetzung 1914, digital bei Theoi.

Sprache: Englisch nach Altgriechisch

Benutzte Ausgabe

Bibliotheke: Danae, Perseus, Andromeda und die Rückkehr

Nur fünf vollständige englische Abschnitte, keine Originalsprachenkollation, vollständige Heldengenealogie oder moderne ethnische Herkunftsbestätigung. Mütter-/Vaterschaftsvarianten, Namensgleichheiten und Textaufträge getrennt; Anmerkungen nicht behauptet.

1921; Bibliotheke 2.4.1–5 vollständig; endet vor 2.4.6. Verlinkte Frazeranmerkungen nicht gelesen.

Sprache: Englisch nach Altgriechisch

Benutzte Ausgabe

Bibliotheke: Sisyphos, Familie und verratenes Geheimnis

Historische englische Übersetzung; nur das im Nachweis bezeichnete Fenster gelesen. Keine eigene Kollation des altgriechischen Textes.

1921; Bibliotheke 1.9.3 vollständig, vor 1.9.4; englischer Text und Übersetzungsangabe, keine verlinkten Anmerkungen.

Sprache: Englisch nach Altgriechisch

Benutzte Ausgabe

Bibliotheke 2.1.3 in Frazers Übersetzung

Nur der bezeichnete vollständige Abschnitt mit Quellenzuschreibungen; keine Lektüre aller referierten Werke.

1921, nicht Datum des zugeschriebenen antiken Verfassers.

Sprache: Englisch nach Altgriechisch

Überlieferter Text

Hesiod: Theogonie

Genealogisches Gedicht. Die einzelnen Editionskarten nennen die tatsächlich gelesenen Stellen; das Gesamtwerk ist hier nicht vollständig ausgewertet.

Werkebene; hier keine exakte Entstehungsdatierung festgelegt.

Sprache: Altgriechisch

Überlieferter Text

Bibliotheke des Pseudo-Apollodor

Hier 2.1.3 sowie bereits gelesene Perseus-/Sisyphos-Fenster; keine gesamte Mythensammlung oder Lektüre sämtlicher zitierter Autoren.

Antike mythographische Zusammenstellung; genaue Entstehungszeit und Autorschaft aus dieser Lektüre nicht bestimmt.

Sprache: Altgriechisch

Figuren in diesem Textfenster

3 Figuren und Rollen mit ihren Belegen ansehen

Die Einträge beziehen sich auf die jeweils benannte Werkfassung und Textstelle. Gleiche Namen machen unterschiedliche Rollen nicht automatisch zu derselben Lebensgeschichte.

Io und zugeschriebene Elternangaben

Mehrere zugeschriebene Vaterbeziehungen stehen nebeneinander.

Berichtete Varianten, keine in allen Texten gelöste Identität.

Beleg: 2.1.3 · Bibliotheke 2.1.3: Io, Quellenzuschreibungen und Varianten

Castor, Tragiker, Hesiod und Akusilaos

Als Gewährsleute für alternative Aussagen genannt.

Nennung ist keine selbstständige Lektüre ihrer Werke.

Beleg: 2.1.3 · Bibliotheke 2.1.3: Io, Quellenzuschreibungen und Varianten

Argos und weitere Herkunftszuschreibungen

Verschiedene berichtete Eltern-/Ursprungsbeziehungen.

Nicht alle gleich benannten Gestalten zu einer Biografie vereinigt.

Beleg: 2.1.3 · Bibliotheke 2.1.3: Io, Quellenzuschreibungen und Varianten

Der Weg zum Beleg

Quellen und Einordnung

Überlieferung
Benannte griechische/römische Vermittlungen; moderne philosophische Rezeption getrennt
Verwendeter Ausschnitt
Abschnittsweise bezeichnete Ausgangsfassung, keine verschmolzene Gesamtmythologie
  1. Bibliotheke: Danae, Perseus, Andromeda und die Rückkehr

    Pseudo-Apollodor; englische Übersetzung J. G. Frazer · 1921

    Bibliotheke 2.4.1–5 vollständig; endet vor 2.4.6. Verlinkte Frazeranmerkungen nicht gelesen.

    Nur fünf vollständige englische Abschnitte, keine Originalsprachenkollation, vollständige Heldengenealogie oder moderne ethnische Herkunftsbestätigung. Mütter-/Vaterschaftsvarianten, Namensgleichheiten und Textaufträge getrennt; Anmerkungen nicht behauptet. Abgerufen am 2026-10-01T06:35:25.900089+00:00.

  2. Bibliotheke 2.1.3: Io, Quellenzuschreibungen und Varianten

    Pseudo-Apollodor; englische Übersetzung J. G. Frazer · Historische englische Übersetzung1921

    Abschnitt2.1.3 vollständig im vorhandenen Buch2-Archiv neu gelesen. Verschiedene zugeschriebene Elternangaben zu Io und Argos sowie die genannten Gewährsleute verfolgt. Keine verlinkten Frazer-Fußnoten gelesen.

    Nennung eines älteren Autors ist keine unabhängige neue Lektüre seines Werks. Mehrere Argos-/Io-Namen und berichtete ägyptische Gleichsetzungen nicht zu universellen Identitäten verbinden. Keine vollständige Bibliotheke-Lektüre oder Originalsprachenkollation. Abgerufen am 2026-10-17.

  3. Apollodorus (9), Greek author of the Bibliotheca, 2nd cent. CE – öffentlicher Extract

    Simon Hornblower · 7.März2016

    Öffentlich angezeigter Extract im Web-Suchwerkzeug tatsächlich gelesen. Direkte Werkzeugöffnung lieferte internen Fehler; kein Artikelvolltext erworben, kein weiterer Abruf.

    Nur öffentlich angezeigter Extract; kein Artikelvolltext oder eigener vollständiger Datierungsbeweis. Der direkte Öffnungsfehler wurde nicht durch einen alternativen Abruf umgangen. Abgerufen am 2026-10-17.

  4. Bibliotheke: Sisyphos, Familie und verratenes Geheimnis

    Pseudo-Apollodor; J. G. Frazer · 1921

    Bibliotheke 1.9.3 vollständig, vor 1.9.4; englischer Text und Übersetzungsangabe, keine verlinkten Anmerkungen.

    Der Nachweis gilt für den angegebenen Ausschnitt in historischer englischer Übersetzung; er erschließt nicht das gesamte Werk. Die verlinkten Übersetzeranmerkungen sind nicht Teil dieses Nachweises. Abgerufen am 2026-10-01.

  5. Theogonie 116–210, 453–512 und 617–735: Elternschaft und Machtwechsel

    Hesiod zugeschriebene Theogonie; englische Übersetzung Hugh G. Evelyn-White · Antike Dichtung; historische englische Übersetzung 1914

    116–210: Chaos, Gaia, Uranos, Titanen und Kronos' Angriff; 453–512: Rhea und Kronos' sechs Kinder, Verbergen des Zeus, Stein, Wiederhervorbringen und Iapetos/Klymenes vier Söhne; 617–735: Gaias Rat, Krieg mit Hilfe der Hundertarmigen, Niederlage und Tartaros. Diese Textfenster zusammen für die Generationenstation gelesen; keine Volllektüre des Gedichts behauptet.

    Historische englische Übersetzung ohne eigene griechische Kollation. Der Elternpfeil zeigt keine Herrschaftsübergabe; Gaia und Uranos handeln, Kronos verschlingt seine Kinder, Zeus' Sieg benötigt Verbündete. Die Titanomachie ist nicht ein schlichter Vater-Sohn-Zweikampf. Die erste Folge aus Chaos, Gaia und Tartaros ist keine durchgehende Elternkette. Weitere Figuren und abweichende Mythen nicht rückwirkend einbauen. Abgerufen am 2026-09-29.

Redaktion und Bearbeitungsstand

Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-10-17. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.

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