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MythaneumDas Museum der Mythologien

Quellenporträt

Huarochirí, Folio 72v: Eine Randnotiz fragt weiter

Ein bezeichnetes Blatt, seine gedruckte Transkription und die spanische Übersetzung zeigen, wie Fragen in einer kolonialen Aufzeichnung offenbleiben.

3 Minuten Lesezeit

Der Band hat einen institutionellen Nachweis

Die französische Nationalbibliothek verzeichnet unter Ms. 3169 der spanischen Nationalbibliothek einen Sammelband aus sechs Manuskripten. Huarochirí erscheint darin als viertes, quechuasprachiges Werk. Der Nachweis beschreibt einen Bestand; er bestimmt noch nicht allein jede schreibende oder erzählende Person.

Eine konkrete Blattstelle bleibt eine Frage

Martínez Sagredo bespricht die Blätter 72v und 73r mit Abbildungen und Transkriptionen. Eine Randnotiz fragt nach den Namen der fünf Brüder; die Antwort hält fest, dass ein Name unbekannt bleibt. Die Forschung deutet dies als Spur mehrerer Arbeitsschritte. Das ist eine zugeschriebene Deutung der Schreibarbeit, keine neu bewiesene Autorschaft.

So lässt sich die Blattangabe im Druck verfolgen

Öffne in der Ausgabe von 1966 die PDF-Seite 32. Links steht die Quechua-Transkription mit dem Marker f.72v und einer spanischen Randnotiz. Rechts beginnt die spanische Übersetzung von Kapitel 8. Auf PDF-Seite 33 folgt links der Marker f.73. Diese gesetzten Blätter sind ein überprüfbarer Editionszugang; sie zeigen nicht das Originalfoto der Handschrift.

Der deutsche Text gibt den Sinn der spanischen Notiz wieder. Er ergänzt keinen fünften Namen und behauptet keine eigene Entzifferung des Quechua.

Die Übersetzung erzählt eine andere Ebene

Arguedas’ spanischer Text lässt einen Mann sein bedrohtes Kind zu Huallallo bringen. Eine Gestalt Pariacacas schickt ihn mit dem Kind zurück. Danach schildert die Erzählung den Kampf gegen Huallallo. Die Randfrage nach den Namen gehört zur Überlieferungsarbeit; sie ist keine weitere Handlung des geretteten Kindes.

Das Quellenporträt erklärt, warum anonyme Aufzeichnung, koloniale Erhebung, Transkription und Übersetzung ihre eigenen Stimmen behalten. Die Figurenprofile erschließen die weiteren Beziehungen der Erzählung.

Drei Nachweise beantworten verschiedene Fragen

Die Quellen nennen abweichende Gesamtumfänge des Manuskripts. Hier werden nur die konkret verglichenen Blätter bezeichnet; eine neue vollständige Bestandskollation wird nicht behauptet.

NachweisWas du damit prüfen kannst
BnF-AutoritätsdatensatzWelcher institutionelle Sammelband gemeint ist.
Bezeichneter FachaufsatzWie die Forschung bestimmte Randnotizen und ihre Blattposition diskutiert.
Gedruckte Doppelseiten von 1966Wo Transkription, Folio-Marker und spanische Übersetzung im gewählten Editionszugang stehen.

Was lässt du offen?

Was ist im Editionsbild sichtbar, was liest du in einer Übersetzung, und was bleibt eine Deutung der Forschung? Warum wäre es falsch, den ausdrücklich fehlenden Namen für einen vollständigen Stammbaum zu erfinden?

Texte und ihre Zugänge

Werke, Fassungen und verwendete Zugänge

Überlieferter Text

Anonymes Quechua-Manuskript von Huarochirí

Verbundene lokale Erzählungen und Berichte über religiöse Beziehungen. Regionale Sprecherpositionen, christliche Wörter und Veränderungen stehen im selben überlieferten Text.

Frühes 17. Jahrhundert; anonyme Aufzeichnung im kolonialen Kontext. Keine gesicherte Autorenzuschreibung aus dem Titel 1966.

Sprache: Kolonial verschriftetes Quechua mit spanischen Einschüben

Benutzte Ausgabe

Dioses y hombres de Huarochirí, Lima 1966

José María Arguedas übersetzt; die Einleitung nennt Karen Spalding für die paleografische Transkription und Pierre Duviols für die beigefügte Studie. Nur ausgewählte Kapitel und Vorstücke hier gelesen; die Quechua-Spalte ist kein Foto der Handschrift.

1966; digitales Universitätsangebot ist keine neue historische Datierung.

Sprache: Gedruckte Quechua-Transkription neben spanischer Übersetzung

Der Weg zum Beleg

Quellen und Einordnung

Überlieferung
Benannter Huarochirí-Textzugang im kolonialen Sammelband Ms. 3169; heutiger Bestandsort nach institutionellem Katalog.
Verwendeter Ausschnitt
Folio 72v und benachbartes 73r nach Martínez Sagredo 2016; Arguedas 1966, Kapitel 8, PDF 32–34 mit ausdrücklichen Folio-Markern.
  1. BnF: Biblioteca nacional (Espagne), Manuscrit Ms. 3169

    Bibliothèque nationale de France, RAMEAU

    Autoritätsdatensatz FRBNF13167705: Benennung der spanischen Nationalbibliothek, Sammelband mit sechs Manuskripten, Huarochirí als viertes Werk; Quelle Salomon/Urioste 1991.

    Katalogmetadaten, keine neue BNE-Bestandsautopsie. Die angegebene Gesamtspanne 64r–105v wird wegen abweichender Spannen anderer Quellen nicht zur eigenen Vollumfangsentscheidung. Kein Fotorecht übertragen. Abgerufen am 2026-10-19.

  2. Randnotizen und Schreibarbeit im Sammelband 3169

    Paula Martínez Sagredo · 2016, Boletín del Museo Chileno de Arte Precolombino 21(1); DOI 10.4067/S0718-68942016000100009

    Titel/Autor und Forschungsansatz; Foliobeispiele 72v/73r und zugehörige Transkriptionen, Abschnitt zu den Autorschaftshypothesen und bezeichnete Ergänzungen an 67r/75v. HTML-Zeilen 59–122 und 178–236, 262–268.

    Gezielte Textlektüre. Verlinkte PDF- und Bildabrufe scheiterten; kein Originalfoto tatsächlich gesehen oder übernommen. Zuschreibung einzelner Hände und Schreibwerkstatt bleiben Forschungspositionen. Keine ganze Taylor-Edition oder eigene Quechua-Kollation. Abgerufen am 2026-10-19.

  3. Huarochirí: ausgewählte Kapitel in Arguedas’ zweisprachiger Ausgabe

    Anonyme Quechua-Aufzeichnung; José María Arguedas (Übersetzung), Karen Spalding (paleografische Transkription) · Koloniale Aufzeichnung des frühen 17. Jahrhunderts; Ausgabe Lima 1966

    Vorstücke PDF 1–7/12–13; vollständige spanische Kapitel 1–10/PDF 14–41,13/PDF 46–48,14/PDF 49–50. Gedrucktes Quechua parallel sichtbar.

    Keine eigene Quechua-Übersetzung, keine Handschriftenautopsie. Ältere Titelzuschreibung an Ávila und fragliche 1598-Datierung sind Aussagen der Ausgabe, keine heute gesicherte Autoren-/Datierungsentscheidung. Übrige Kapitel und Duviols’ gesamte Studie nicht gelesen. Abgerufen am 2026-10-14.

Redaktion und Bearbeitungsstand

Redaktionell verantwortlich: Benjamin Metzig. Stand: 2026-10-19. Generative KI unterstützt Rechercheaufbereitung, Text und technische Umsetzung. Eine externe fachwissenschaftliche Gegenlektüre ist für diese Werkfassung nicht dokumentiert.

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