Exponat 04 · Restrechnung · Inverse · Verfahren
Mit Resten einen passenden Faktor finden
Qin Jiushaos Verfahren sucht einen besonderen Faktor für eine Restaufgabe. Vier geordnet mitgeführte Werte reichen für den Weg zur Lösung. Ein selbst gewähltes Beispiel zeigt jeden Schritt und erklärt, warum die Schlussprobe entscheidend ist.
3 Minuten Haupttext · Stand: 6. September 2026
Bild vergrößern ↗Auf einen Blick
Mit welcher ganzen Zahl musst du sieben multiplizieren, damit beim Teilen durch sechsundzwanzig genau eins übrig bleibt?
- Gesucht ist ein Faktor mit einer bestimmten Resteigenschaft.
- Beim Verkleinern der Reste werden passende Begleitwerte mitgeführt.
- Eine gewöhnliche Bruchzahl und eine modulare Inverse lösen unterschiedliche Fragen.
- Zeitliche Einordnung
- Qin Jiushaos Werk von 1247; hier erläutert über eine moderne Forschungsinterpretation von 2023
- Orte und Regionen
- China; spätere Textüberlieferung und mathematische Forschung
- Historisch Beteiligte
- Qin Jiushao sowie spätere Bearbeitende seiner Texte; Han Wu und Guangwu Xu als Autoren der hier gelesenen mathematischen Analyse.
Eine andere Art von Umkehrung
Bei der gewöhnlichen Division ist die Umkehrung zu sieben der Bruch ein Siebtel: Sieben mal ein Siebtel ergibt genau eins. Unsere neue Frage sucht dagegen eine ganze Zahl. Ihr Produkt mit sieben darf größer sein, soll aber beim Teilen durch sechsundzwanzig den Rest eins lassen.
Fünfzehn erfüllt diese Bedingung: 7 × 15 = 105, und 105 = 4 × 26 + 1. In der Sprache der Restrechnung ist fünfzehn eine modulare Inverse von sieben bezüglich sechsundzwanzig. Der Name klingt ungewohnt; die Schlussprobe besteht aus einer einfachen Multiplikation und einem Rest.
Qin beschreibt einen Weg zur Eins
Qin Jiushaos Werk von 1247 beschreibt ein Verfahren zum Finden eines solchen Faktors. Wu und Xu analysieren es mit vier Werten in zwei Zeilen und zwei Spalten. Ihre Interpretation verwendet bei der Division den kleinsten positiven Rest, sodass rechts oben am Ende eine Eins steht. Historische Beschreibung und moderne Interpretation, Abschnitte 1–2.1
Wir verfolgen diese Deutung an unserem frei gewählten Zahlenpaar. Die rechte Spalte enthält die sich verkleinernden Zahlen. Links werden Begleitwerte mitgeführt. Schreibe zu Beginn oben das Paar (1, 7), darunter (0, 26). In jedem Paar steht zuerst der linke, dann der rechte Wert.
Die ersten beiden Schritte
Zuerst zerlegen wir 26 = 3 × 7 + 5. Rechts unten bleibt fünf. Links unten kommt das Dreifache des oberen linken Werts hinzu: 0 + 3 × 1 = 3. Die beiden Zeilen lauten jetzt oben (1, 7), unten (3, 5).
Dann zerlegen wir 7 = 1 × 5 + 2. Rechts oben bleibt zwei. Links oben wird 1 + 1 × 3 = 4. Nun stehen oben (4, 2) und unten (3, 5). Bei jedem Schritt wird also rechts ein Vielfaches entfernt und links mit demselben Faktor der passende Begleitwert addiert.
Warum wir nicht bei Null enden
Als Nächstes gilt 5 = 2 × 2 + 1. Damit wird die untere Zeile zu (11, 1), denn 3 + 2 × 4 = 11. Oben steht weiterhin (4, 2). Eine Eins ist schon vorhanden, aber noch nicht rechts oben, wo diese Verfahrensfassung sie als Endbedingung verlangt.
Im letzten Schritt verwenden wir deshalb 2 = 1 × 1 + 1. Es bleibt ausdrücklich der positive Rest eins. Oben entsteht (15, 1), unten bleibt (11, 1). Würden wir stattdessen 2 = 2 × 1 + 0 einsetzen, wäre diese Endbedingung verfehlt. Genau die Wahl des positiven Rests ist ein wichtiger Punkt der gelesenen Forschungsinterpretation. Warum die Deutung des Restes wichtig ist
Alle vier Werte im Blick
Die Tabelle hält jeden Zwischenstand unseres Beispiels fest. In jedem Paar steht zuerst der linke, danach der rechte Wert. Lies eine Zeile als die vollständige Anordnung nach dem genannten Schritt.
| Schritt | Obere Zeile | Untere Zeile |
|---|---|---|
| Start | (1, 7) | (0, 26) |
| 1 | (1, 7) | (3, 5) |
| 2 | (4, 2) | (3, 5) |
| 3 | (4, 2) | (11, 1) |
| 4 | (15, 1) | (11, 1) |
Die Tabelle verwendet unsere heutige Schreibweise. Sie bildet keine überlieferte historische Rechenfläche ab.
Der Faktor wird durch die Probe bestätigt
Der obere linke Wert ist nun fünfzehn. Die bereits vorgeführte Schlussprobe bestätigt: Sein Produkt mit sieben ist um genau eins größer als ein ganzes Vielfaches von sechsundzwanzig. Du musst die vier Felder also nicht allein aufgrund ihrer ordentlichen Anordnung glauben.
Die Probe erklärt auch die Voraussetzung. Wären die Ausgangszahlen sechs und vierundzwanzig, wäre jedes ganzzahlige Vielfache von sechs durch sechs teilbar. Ein Vielfaches von vierundzwanzig plus eins ist es nicht. Für dieses Paar kann kein gesuchter Faktor existieren. Die hier behandelte Verfahrensfassung setzt deshalb teilerfremde positive Ausgangszahlen voraus.
Der Weg behält mehr als den letzten Rest
Beim gemeinsamen Maß genügten zuletzt die verkleinerten Restzahlen. Hier werden zusätzliche Werte benötigt, damit aus dem Rest eins auch ein passender Faktor der ursprünglichen Sieben zurückgewonnen werden kann. Die mitgeführten Informationen gehören zur Lösung.
Das Ergebnis ist nicht auf den einzigen Wert fünfzehn beschränkt. Auch 41 erfüllt die Resteigenschaft, denn es ist fünfzehn plus sechsundzwanzig. Das Verfahren liefert in unserem Beispiel den positiven Vertreter fünfzehn. Es löst eine genau bestimmte Restaufgabe und behauptet nicht, dass fünfzehn im gewöhnlichen Bruchrechnen gleich ein Siebtel wäre.
Grenzen des Wissens
Was offen bleibt
Die Darstellung folgt der ausdrücklich benannten Interpretation mit kleinstem positivem Rest. Die historische Lesart ist diskutiert. Unser Zahlenpaar sieben und sechsundzwanzig sowie seine heutige Schreibweise sind ein eigenes Anschauungsbeispiel, keine als Original ausgegebene Rechnung aus dem Jahr 1247.
Begriffe verstehen
Rest
Der Teil, der nach dem Abziehen ganzer Vielfacher eines gewählten Teilers übrig bleibt.
← Zur TextstelleModulus
Die Zahl, bezüglich derer Reste miteinander verglichen werden; hier sechsundzwanzig.
Modulare Inverse
Hier ein ganzer Faktor, dessen Produkt mit der gegebenen Zahl bei Division durch den Modulus den Rest eins besitzt.
← Zur TextstelleTeilerfremd
Zwei positive ganze Zahlen sind teilerfremd, wenn sie keinen gemeinsamen positiven Teiler außer eins haben.
Quellen und Nachweise
Die Quellen sind den Aussagen im Text zugeordnet. Originalstudien, Sammlungstexte und eigene Einordnung erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Einige Fachtexte sind beim Verlag nur teilweise frei zugänglich.
- Qins Verfahren und die modulare Inverse
Han Wu und Guangwu Xu: Qin’s Algorithm, Continued Fractions and 2-dimensional Lattices. arXiv:2310.09103v2, 7. November 2023.
Forschungsinterpretation des Verfahrens aus Qin Jiushaos Werk von 1247. Die Deutung mit kleinstem positivem Rest bleibt als Deutung benannt. Das Museumsbeispiel mit sieben und sechsundzwanzig ist selbst gewählt und separat geprüft.
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Redaktion: Benjamin Metzig. Erste vollständige Fassung vom 6. September 2026. Generative KI diente als Werkzeug für Text und Bild.
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