Exponat 02 · Manabe und Wetheralds Strahlungs-Konvektionsmodell
Ein Gleichgewicht der Atmosphäre berechnen
Eine senkrechte Modellsäule verbindet Strahlung mit konvektiver Anpassung. Ihre Temperaturantwort hängt davon ab, welche Feuchte, Wolken und Randbedingungen vorgegeben sind. Das Ergebnis ist ein historischer Modellvergleich, keine Wettervorhersage für einen bestimmten Ort.
3 Minuten Haupttext · Stand: 8. September 2026
Bild vergrößern ↗Auf einen Blick
Wie verändert sich ein berechneter Gleichgewichtszustand, wenn Kohlendioxid und die Annahme über Wasserdampf verändert werden?
- Strahlung und konvektiver Wärmetransport wirken im Modell zusammen.
- Feste relative und feste absolute Feuchte erlauben unterschiedliche Wasserdampfreaktionen.
- Ein Gleichgewichtsunterschied unter Annahmen ist keine gemessene regionale Zukunftskarte.
- Zeitliche Einordnung
- 1967
- Orte und Regionen
- Geophysical Fluid Dynamics Laboratory, USA
- Historisch Beteiligte
- Syukuro Manabe und Richard T. Wetherald
Eine andere Frage als das Wetter morgen
Manabe und Wetherald untersuchen 1967, wie sich eine vereinfachte Atmosphäre unter veränderten Bedingungen zu einem anderen Gleichgewicht entwickelt. Ihr Modell betrachtet eine senkrechte Säule. Es ist weder ein dreidimensionaler Wetterfilm noch eine regionale Karte für ein bestimmtes zukünftiges Datum. Die Fragestellung der Originalarbeit
Diese Unterscheidung grenzt die Station vom vorhandenen Exponat zu Wetteranfangszuständen ab. Eine Wetterrechnung verfolgt einen konkreten zeitlichen Zustand. Hier wird dagegen gefragt, welche Temperaturverteilung mit festgelegten physikalischen Annahmen und veränderten Vorgaben vereinbar ist.
Strahlung allein lässt die Säule nicht verstehen
Die Rechnung berücksichtigt Strahlungsflüsse durch verschiedene Höhen. Zusätzlich begrenzt eine konvektive Anpassung das Temperaturgefälle, wenn es zu steil wird. Die Modellatmosphäre ist damit nicht bloß eine Oberfläche, über der ein Gas wie ein isolierter Deckel liegt. Strahlung und konvektive Anpassung
Auch die Bilanz am oberen Rand der Atmosphäre gehört zur Frage. Wärmeflüsse und Temperaturverteilung müssen im betrachteten Gesamtsystem zusammenpassen. Eine Veränderung der Strahlung an einer einzigen Stelle reicht deshalb nicht, um sämtliche Temperaturänderungen der Säule ohne weitere Rechnung festzulegen.
Die Feuchteannahme verändert die Reaktion
Die Autoren vergleichen unter anderem festgehaltene absolute und relative Feuchte. Bei vorgegebener relativer Feuchte kann eine wärmere Luftsäule mehr Wasserdampf enthalten. Dieser Wasserdampf beeinflusst wiederum die Strahlungsbilanz. Die gewählte Bedingung erlaubt damit eine zusätzliche Reaktion innerhalb des Modells. Zwei verschiedene Feuchtevorgaben
Eine feste relative Feuchte bedeutet also nicht, dass die Wasserdampfmenge unverändert bleiben muss. Vorgabe und Ergebnis sind sorgfältig auseinanderzuhalten: Die Regel für die Feuchte wird angenommen; die damit verbundene Temperaturantwort wird innerhalb des beschriebenen Systems berechnet.
Ein Zahlenvergleich bleibt an sein Modell gebunden
Tabelle 5 zeigt für den Vergleich von 300 mit 600 ppm Kohlendioxid unter den dort vorgegebenen Wolken eine größere Temperaturantwort bei fester relativer als bei fester absoluter Feuchte. Der Vergleich macht die Rolle der zusätzlichen Wasserdampfreaktion sichtbar. Der direkte Vergleich in Tabelle 5
Das Ergebnis ist kein unmittelbar gemessener Temperaturanstieg der Erde. Es gehört zu einem bestimmten historischen Modell und seinen Annahmen. Ein offenbar vertauschtes sprachliches Bezugspaar im anschließenden Fließtext wurde für diese Erklärung gegen Tabelle und Abstract geprüft, statt ungeprüft wörtlich übernommen zu werden.
Auch Wolken und Oberfläche sind Vorgaben
Wolkenhöhen, Wolkenanteile und Reflexion sind weitere Bedingungen der Rechnung. Die Oberfläche ist vereinfacht und speichert in diesem Ansatz keine Wärme wie ein vollständig dargestellter Ozean. Horizontale Transportwege und regionale Unterschiede sind damit ebenfalls nicht umfassend beschrieben. Die benannten Vereinfachungen
Solche Grenzen machen einen Modellvergleich nicht nutzlos. Sie bestimmen, welche Frage er klar untersuchen kann. Wer daraus einen konkreten lokalen Zukunftsverlauf ableiten wollte, würde jedoch zusätzliche Prozesse und Daten benötigen, die diese einzelne Säulenrechnung nicht bereitstellt.
Eine Erklärung wird durch Vergleich präziser
Die Originalarbeit zeigt, weshalb die Temperaturantwort nicht überall in der Atmosphäre gleich aussehen muss. Unterschiedliche Höhen reagieren innerhalb der berechneten Strahlungs- und Konvektionsordnung verschieden. Eine pauschale Vorstellung gleichmäßiger Erwärmung aller Luftschichten würde den Modellbefund verkürzen. Die vertikale Temperaturantwort
Der Gewinn liegt im nachvollziehbaren Vergleich: Welche Vorgabe wurde verändert, welche blieb fest, und welche Reaktion folgt daraus? Die weitere Sammlung ergänzt solche Rechenfragen durch Messreihen, Eisarchive und Beobachtungsnetze. Jede dieser Methoden liefert andere Beziehungen, an denen Erklärungen geprüft und erweitert werden können.
Grenzen des Wissens
Was offen bleibt
Die gescannte Originalarbeit wurde auf den dokumentierten Seiten 1–4 und 7–12 tatsächlich als Bilder gelesen. Übrige Seiten blieben ungelesen. Ein offenbar vertauschtes former/latter im Fließtext wurde gegen Tabelle 5 und Abstract geprüft; keine damaligen Zahlen als heutige Prognose ausgegeben.
Begriffe verstehen
Modellsäule
Vereinfachte senkrechte Darstellung der Atmosphäre, in der horizontale Unterschiede nicht vollständig aufgelöst werden.
Konvektion
Wärmetransport durch Bewegung des Mediums; im beschriebenen Modell vereinfacht durch Anpassung des Temperaturgefälles berücksichtigt.
Relative Feuchte
Maß dafür, wie viel Wasserdampf gegenüber dem bei der jeweiligen Temperatur möglichen Sättigungszustand vorhanden ist.
← Zur TextstelleGleichgewicht
Hier ein berechneter Zustand, dessen betrachtete Energieflüsse unter den vorgegebenen Bedingungen ausgeglichen sind.
← Zur TextstelleQuellen und Nachweise
Die Quellen sind den Aussagen im Text zugeordnet. Originalstudien, Sammlungstexte und eigene Einordnung erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Einige Fachtexte sind beim Verlag nur teilweise frei zugänglich.
- Strahlung, Konvektion und verschiedene Feuchteannahmen
Syukuro Manabe und Richard T. Wetherald: Thermal Equilibrium of the Atmosphere with a Given Distribution of Relative Humidity. Journal of the Atmospheric Sciences 24, 241–259, 1967.
Säulenmodell und Gleichgewicht, feste relative oder absolute Feuchte, Wolken und Randbedingungen. Former/latter-Unstimmigkeit gegen Abstract und Tabelle 5 geprüft. Keine regionale Prognose oder aktueller Sensitivitätswert.
← Zur Textstelle 1: Eine andere Frage als das Wetter morgen← Zur Textstelle 2: Strahlung allein lässt die Säule nicht verstehen← Zur Textstelle 3: Die Feuchteannahme verändert die Reaktion← Zur Textstelle 4: Ein Zahlenvergleich bleibt an sein Modell gebunden← Zur Textstelle 5: Auch Wolken und Oberfläche sind Vorgaben← Zur Textstelle 6: Eine Erklärung wird durch Vergleich präziser
Redaktion: Benjamin Metzig. Text und Quellen am 8. September 2026 geprüft. Generative KI diente als Werkzeug für Text und Bild.
Hinweis oder Korrektur an die Redaktion

