Spinnentiere
Wespenspinne
Argiope bruennichi
Das gestreifte Weibchen der Wespenspinne baut sein Radnetz zwischen Grashalmen. Der Nachwuchs bleibt viel unauffälliger: Er schlüpft bereits vor dem Winter, verlässt den Seidenkokon aber erst im Frühjahr.
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Argiope bruennichi (Scopoli, 1772), akzeptierte Art in der Familie Araneidae nach World Spider Catalog und Spiders of Europe. Die ältere Schreibweise Aranea brünnichii ist als Suchname hinterlegt. Die ähnlichen Arten Argiope trifasciata und Argiope lobata sind nicht eingeschlossen.
Auf einen Blick
- Größe
- Weibchen etwa 10–22 mm; Männchen etwa 7–8 mmGerundete Körperlängen der Übersicht Spiders of Europe: Weibchen 9,9–22,0 mm und Männchen 6,9–8,3 mm. Ohne Beine; katalogisierte Bereiche, keine garantierten Grenzen für jedes Individuum. Andere Übersichten nennen abweichende Orientierungswerte.Spiders of Europe · araneae / Naturhistorisches Museum Bern
- Besonderheit
- Jungspinnen überwintern im SeidenkokonSchlupf aus dem Ei bereits im Spätsommer oder Herbst; Austritt aus dem Kokon erst im folgenden Frühjahr. Beschreibung des mitteleuropäischen Jahreszyklus, kein für alle Orte identischer Kalendertag.RWTH Aachen · FLIP-Projekt / Institut für Umweltforschung Arachnologische Gesellschaft · Ambros Hänggi, Peter Jäger und Martin Kreuels
Die gelben Streifen zeigen vor allem das Weibchen
Eine ausgewachsene weibliche Wespenspinne trägt auffällige schwarze, gelbe und helle Querbänder auf ihrem ovalen Hinterleib. Der kleinere Vorderkörper schimmert silbrig, die langen Beine sind hell und dunkel geringelt. Ein solches Tier ist zwischen Grashalmen oft schon ohne Lupe erkennbar.
Männchen bleiben wesentlich kleiner und sind unauffälliger gefärbt. Sie können deshalb leicht für eine andere Spinnenart gehalten werden. Körperlängen werden bei Spinnen ohne die Beine angegeben: Ein weit ausgespreiztes Weibchen nimmt erheblich mehr Platz ein, als seine reine Körperlänge vermuten lässt.
Trotz ihres Namens gehört die Wespenspinne nicht zu den Insekten. Sie besitzt acht Laufbeine und gehört zu den Echten Radnetzspinnen, der Familie Araneidae.
Spiders of Europe · araneae / Naturhistorisches Museum Bern RWTH Aachen · FLIP-Projekt / Institut für Umweltforschung Naturhistorisches Museum Bern · World Spider CatalogHalme geben dem Radnetz seinen Rahmen
Wespenspinnen nutzen strukturreiche Wiesen und Brachflächen, in denen Pflanzenstängel als Befestigungspunkte stehen bleiben. Ihr Netz liegt meist relativ nahe am Boden. Zwischen den Halmen entsteht eine Fangfläche, die ein einzelner Grashalm allein nicht bieten könnte.
Die Art ist nicht auf ein kleines südliches Gebiet beschränkt. Der World Spider Catalog führt Vorkommen in Europa, Nordafrika und weiten Teilen Asiens bis Japan auf. Für ein einzelnes Tier ist trotzdem entscheidend, ob direkt vor Ort passende Vegetation und Beute vorhanden sind. Häufiges vollständiges Mähen kann Netze und ihre Befestigungsmöglichkeiten beseitigen.
Naturhistorisches Museum Bern · World Spider Catalog Arachnologische Gesellschaft · Ambros Hänggi, Peter Jäger und Martin Kreuels RWTH Aachen · FLIP-Projekt / Institut für UmweltforschungDas helle Zickzackband ist nur ein Teil des Netzes
Oft fällt in der Nähe der Netzmitte ein dichter, heller Seidenstreifen in Zickzackform auf. Dieses Band wird Stabiliment genannt. Es unterscheidet sich deutlich von den feinen Speichen und spiralig verlaufenden Fangfäden des Radnetzes.
Der Name legt eine Stabilisierung nahe, doch aus der Bezeichnung oder dem bloßen Ansehen lässt sich seine Funktion nicht ableiten. In der Fachübersicht der Arachnologischen Gesellschaft werden verschiedene Erklärungen diskutiert: mechanischer Schutz, Veränderungen der Sichtbarkeit für Räuber und eine mögliche Anlockung von Insekten. Die auffällige Struktur ist deshalb zunächst ein beobachtbares Merkmal, keine für jeden Fangversuch bewiesene Erklärung.
Das eigentliche Fangen geschieht mit dem gesamten Netz. Ein Bild des Zickzackbands allein zeigt nur einen kleinen Ausschnitt dieser Konstruktion.
Arachnologische Gesellschaft · Ambros Hänggi, Peter Jäger und Martin Kreuels RWTH Aachen · FLIP-Projekt / Institut für UmweltforschungSeide hilft, zappelnde Beute zu sichern
In das Netz können Heuschrecken, Fliegen und andere Insekten geraten. Die Spinne eilt zum gefangenen Tier und umhüllt es mit Seide. Dafür zieht sie mit den Hinterbeinen Fäden aus den Spinnwarzen und legt sie um die Beute. Ein eingewickeltes Paket im Netz kann deshalb ein Beutetier oder dessen Rest sein und muss kein Eikokon sein.
Radnetze sind somit mehr als passive Hindernisse. Ihr Bau und die anschließenden Bewegungen der Spinne arbeiten beim Beutefang zusammen. Welche Tiere tatsächlich gefangen werden, hängt auch davon ab, was sich durch die umgebende Wiese bewegt.
RWTH Aachen · FLIP-Projekt / Institut für Umweltforschung Arachnologische Gesellschaft · Ambros Hänggi, Peter Jäger und Martin KreuelsDer Nachwuchs schlüpft, bevor er den Kokon verlässt
Zur Fortpflanzung sucht das kleine Männchen das Netz eines Weibchens auf. Dabei kann es selbst zur Beute des Weibchens werden. Nach der Paarung produziert das Weibchen einen oder mehrere braune, rundliche Seidenkokons und befestigt sie in der Vegetation.
Eine wichtige Unterscheidung wird dabei leicht übersehen: Die Jungtiere können bereits im Spätsommer oder Herbst aus den Eiern schlüpfen und trotzdem noch im Kokon bleiben. Sie überwintern in dieser schützenden Seidenhülle. Der sichtbare Austritt im nächsten Frühjahr ist also nicht mit dem eigentlichen Schlupf aus dem Ei gleichzusetzen.
Wenn die jungen Spinnen den Kokon verlassen, können sie kleine Radnetze bauen. Für das Heranwachsen bis zum erwachsenen Tier reicht unter den beschriebenen mitteleuropäischen Bedingungen eine Vegetationsperiode.
Arachnologische Gesellschaft · Ambros Hänggi, Peter Jäger und Martin Kreuels RWTH Aachen · FLIP-Projekt / Institut für UmweltforschungEine Wiese ist auch außerhalb des Sommers bewohnt
Im Sommer sind große Weibchen und ihre Netze besonders auffällig. Später können scheinbar unscheinbare braune Kokons an Halmen die entscheidende Lebensphase enthalten. Wer nur nach großen gestreiften Spinnen sucht, übersieht dann leicht den Nachwuchs.
Stehenbleibende Vegetationsstrukturen bieten daher nicht nur Halt für Fangnetze. Sie können auch Träger der Winterkokons sein. Für das Verständnis einer Wespenspinne gehören die großen Sommernetze und die verborgenen Jungtiere im Winter zusammen: Es sind unterschiedliche Stationen desselben Jahreszyklus.
Arachnologische Gesellschaft · Ambros Hänggi, Peter Jäger und Martin Kreuels RWTH Aachen · FLIP-Projekt / Institut für UmweltforschungWeitere Tiere

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EntdeckenQuellen und Bildnachweis
Stand: 2026-10-29
- Argiope bruennichi (Scopoli, 1772) · akzeptierte Art · Naturhistorisches Museum Bern · World Spider Catalog · abgerufen 2026-10-29
- Argiope bruennichi · Beschreibung und Körperlängen · Spiders of Europe · araneae / Naturhistorisches Museum Bern · abgerufen 2026-10-29
- Argiope bruennichi · Wiesenbeobachtungen · RWTH Aachen · FLIP-Projekt / Institut für Umweltforschung · abgerufen 2026-10-29
- Spinne des Jahres 2001 · Wespenspinne · Arachnologische Gesellschaft · Ambros Hänggi, Peter Jäger und Martin Kreuels · abgerufen 2026-10-29
Bild: KI-generierte, fotorealistische Darstellung für Wissenschaftswelle; keine dokumentarische Aufnahme.