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Knorpelfische

Kurzflossen-Mako

Isurus oxyrinchus

Ein schlanker Jäger mit spitzer Schnauze und sichelförmigem Schwanz hält bestimmte Körperbereiche wärmer als das Wasser. Messfühler im Magen junger Makos zeigen, wie sich Wärme, Nahrung und Tauchgänge verbinden.

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Fotorealistisch generierter Kurzflossen-Mako mit spitzer heller Schnauzenunterseite, blauem Rücken und sichelförmiger Schwanzflosse im freien Wasser; der ganze Körper ist sichtbar.
KI-generierte, fotorealistische Darstellung eines Kurzflossen-Makos in einer erfundenen Meerszene. Keine dokumentarische Aufnahme, kein Sendertier und kein Beleg für eine gemessene Geschwindigkeit, Körpertemperatur oder Größe.

Isurus oxyrinchus Rafinesque, 1810 wurde bereits in der Gattung Isurus beschrieben. Die vereinfachte Rangfolge verwendet die breite Klasse Chondrichthyes; WoRMS stellt zusätzliche und anders benannte Zwischenränge dar. Isurus paucus, der Langflossen-Mako, ist eine eigene Art und wird hier nicht als Synonym geführt.

Auf einen Blick

Größe
Nordatlantik: Weibchen bis etwa 4 m, Männchen bis 2,85 m GesamtlängeRegionale Max.-TL-Angaben des Shark-Trust-Profils, keine Mittelwerte oder artweiten Geschlechtsgrenzen. Die Jungtierstudie von 2004 verwendete dagegen Gabel- beziehungsweise Fork-Länge: etwa 80–145 cm, nicht Gesamtlänge.The Shark Trust C. A. Sepulveda, S. Kohin, C. Chan, R. Vetter und J. B. Graham · Marine Biology145,191–199 (2004)
Besonderheit
Regionale Endothermie: ausgewählte Gewebe bleiben wärmerDie Feldstudie maß Magentemperaturen bei sieben Jungtieren vor Südkalifornien. Sie bestimmte weder die Temperatur jedes Körperteils noch einen Geschwindigkeitsrekord erwachsener Tiere.C. A. Sepulveda, S. Kohin, C. Chan, R. Vetter und J. B. Graham · Marine Biology145,191–199 (2004) Phillip R. Morrison, Diego Bernal, Chugey A. Sepulveda und Colin J. Brauner · Journal of Experimental Biology226(2) (2023)

Eine spitze Schnauze und ein kräftiger Antrieb

Der Kurzflossen-Mako hat einen schlanken, muskulösen Körper mit spitz zulaufender Schnauze. Auf der Oberseite glänzt er metallisch blau, darunter ist er deutlich heller bis weiß. Große dunkle Augen, fünf Kiemenspalten pro Seite und eine sichelförmige Schwanzflosse prägen sein Erscheinungsbild.

An der schmalen Schwanzwurzel liegt seitlich eine markante Kielleiste. Die vordere Rückenflosse ist groß, die zweite Rückenflosse und die Afterflosse dagegen klein. Seine schmalen, zurückgebogenen Zähne haben glatte Schneidkanten; einige untere Zähne können auch bei fast geschlossenem Maul sichtbar bleiben.

Isurus oxyrinchus gehört wie der Weiße Hai zu den Makrelenhaien. Der ähnliche Langflossen-Mako, Isurus paucus, ist eine andere Art: Er hat längere Brustflossen und häufig eine dunklere Partie um das Maul. Beim Kurzflossen-Mako ist die Unterseite der Schnauze typischerweise hell.

World Register of Marine Species Florida Museum of Natural History · Discover Fishes The Shark Trust

Ein Jäger des freien Wassers

Kurzflossen-Makos kommen in tropischen und gemäßigten Meeren verschiedener Weltregionen vor. Sie leben vor allem im freien Wasser, können aber auch küstennahe Gebiete nutzen. Jungtiere und erwachsene Tiere müssen dabei nicht dieselben Räume und Tiefen bevorzugen.

Sie fressen Fische und Kopffüßer, darunter flinke Bewohner des offenen Meeres. Die stromlinienförmige Gestalt und der kräftige Schwanz passen zu einem aktiven Jäger. Seine großen Augen gehören zu der Ausstattung, mit der er sich in diesem Lebensraum orientiert. Eine konkrete Sehreichweite lässt sich daraus jedoch nicht ablesen.

Feldbeobachtungen zeigen auch Wechsel zwischen oberflächennahen und tieferen Wasserschichten. Hinter solchen Wegen können Nahrung, Licht und Temperatur stehen. Ein Senderpfad allein verrät nicht in jedem Moment, welches dieser Motive ein Tier gerade bewegt.

Florida Museum of Natural History · Discover Fishes The Shark Trust C. A. Sepulveda, S. Kohin, C. Chan, R. Vetter und J. B. Graham · Marine Biology145,191–199 (2004)

Wärmer als das Wasser – in bestimmten Körperbereichen

Ein Mako kann Stoffwechselwärme in ausgewählten Geweben zurückhalten. Dazu gehören die ausdauernd arbeitende rote Schwimmmuskulatur und Bereiche des Körperinneren. Spezielle Gefäßanordnungen unterstützen den Wärmeaustausch zwischen Blutströmen und begrenzen den Wärmeverlust.

Diese regionale Endothermie bedeutet, dass einzelne Körperbereiche wärmer als das umgebende Wasser sein können. Sie bedeutet nicht, dass der gesamte Hai ständig auf einer einzigen festen Temperatur bleibt. Verschiedene Gewebe und das Wasser an den Kiemen bilden unterschiedliche thermische Bedingungen.

Für ein aktives Tier ist das interessant, weil Muskelarbeit und Verdauung temperaturabhängig sind. Wie viel Wärme ein bestimmtes Tier zurückhält, hängt aber unter anderem von seiner Größe, seinen Wegen durch die Wasserschichten und seiner Nahrungsaufnahme ab.

Phillip R. Morrison, Diego Bernal, Chugey A. Sepulveda und Colin J. Brauner · Journal of Experimental Biology226(2) (2023) C. A. Sepulveda, S. Kohin, C. Chan, R. Vetter und J. B. Graham · Marine Biology145,191–199 (2004)

Eine Makrele trägt den Messfühler

Eine 2004 veröffentlichte Studie untersuchte sieben junge Makos vor Südkalifornien. Die Tiere bekamen eine Makrele mit einem Sender darin zu fressen. Dieser übermittelte Temperatur- und Druckdaten aus dem Magen. Das Forschungsschiff verfolgte die Signale und erfasste ergänzend die Temperaturverteilung im Wasser.

Die Aufzeichnungen dauerten je nach Hai knapp sieben bis etwa 45 Stunden. Die Jungtiere waren ungefähr 80 bis 145 Zentimeter lang, gemessen bis zur Gabelung der Schwanzflosse. Dieses Maß ist kürzer als die Gesamtlänge und darf nicht mit den Größenangaben des Steckbriefs gleichgesetzt werden.

Die Messreihen zeigten Mägen, die mehrere Grad wärmer als das umgebende Wasser waren. Zugleich wechselten die Tiere ihre Tiefe. Die Studie liefert damit einen unmittelbaren Einblick in das Leben freischwimmender Jungtiere, keinen Temperaturwert für jeden erwachsenen Mako.

Auch einzelne Temperaturabfälle mussten interpretiert werden: Frisch verschluckte, kühlere Beute kann den Magen abkühlen; ein Wechsel in kälteres Wasser ebenfalls. Das Team zog weitere Daten und bei einigen Tieren Mageninhalte zur Einordnung heran. Ein Temperatursignal ist deshalb mehr als eine Zahl, aber noch kein Film jeder Mahlzeit.

C. A. Sepulveda, S. Kohin, C. Chan, R. Vetter und J. B. Graham · Marine Biology145,191–199 (2004)

Junge wachsen im Muttertier und fressen Eier

Kurzflossen-Makos gebären lebende Junge. Die Embryonen nutzen zunächst den Dottervorrat ihrer Eier. Später fressen sie im Mutterleib weitere, unbefruchtete Eier. Diese Form der Ernährung heißt Oophagie. Eine Plazentaverbindung wie bei manchen anderen Haien besteht nicht.

Die Fortpflanzung kostet Zeit. Artübersichten nennen lange Tragzeiten und zusätzliche Ruhephasen zwischen Schwangerschaften. Die genauen Größen- und Altersangaben unterscheiden sich jedoch zwischen Regionen und Geschlechtern. Besonders Weibchen brauchen lange, bis sie erstmals Nachwuchs bekommen können.

Eierfressen im Mutterleib darf nicht pauschal mit dem Fressen bereits entwickelter Geschwister gleichgesetzt werden. Für das Verständnis des Makos ist entscheidend, woher seine Embryonen zusätzliche Nahrung erhalten: aus weiteren Eiern.

Florida Museum of Natural History · Discover Fishes The Shark Trust

Leistungsfähig und durch Fang belastet

Die Fähigkeit zu aktiver Jagd schützt eine Art nicht automatisch vor Überfischung. Kurzflossen-Makos werden als Ziel- und Beifang in Fischereien gefangen. Die vergleichsweise langsame Fortpflanzung begrenzt, wie schnell verlorene Tiere ersetzt werden können.

Der Shark Trust verweist auf die globale IUCN-Bewertung von 2019 als „stark gefährdet“. Regionale Bestände und ihre Belastungen müssen dabei getrennt betrachtet werden. Die weite Verbreitung des Makos ist kein Maß für die Zahl der Tiere in jedem Meeresgebiet.

Sein Porträt verbindet damit mehrere Ebenen: eine auf Bewegung ausgerichtete Gestalt, Wärme im Körperinneren und eine langsame Lebensgeschichte. Gerade dieses Zusammenspiel erklärt mehr über das Tier als eine einzelne zugeschriebene Höchstgeschwindigkeit.

The Shark Trust Florida Museum of Natural History · Discover Fishes C. A. Sepulveda, S. Kohin, C. Chan, R. Vetter und J. B. Graham · Marine Biology145,191–199 (2004)

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Quellen und Bildnachweis

Stand: 2026-10-29

Bild: KI-generierte, fotorealistische Darstellung für Wissenschaftswelle; keine dokumentarische Aufnahme.