Exponat 01 · Genomeditierung · RNA-geführte Nuklease
CRISPR-Cas9: ein Ziel in der DNA
Wie wurde aus einem bakteriellen Abwehrsystem ein Werkzeug zum gezielten Verändern von Erbgut?
Exponat erkunden ↗Themenraum · 6 Exponate
Sechs Stationen führen von RNA-geführter DNA-Bearbeitung über vorübergehende Proteinproduktion zu veränderten Zellzuständen und räumlichen Forschungsmodellen.
In deinem Tempo · Quellen an jedem Exponat · Stand: 5. September 2026
Bild vergrößern ↗Eine Raumfrage · verschiedene Zugänge
Beginne bei einer Frage, die dich interessiert, oder folge den Stationen des Rundgangs.
Exponat 01 · Genomeditierung · RNA-geführte Nuklease
Wie wurde aus einem bakteriellen Abwehrsystem ein Werkzeug zum gezielten Verändern von Erbgut?
Exponat erkunden ↗Exponat 02 · Genomeditierung · Baseneditoren
Wie lässt sich ein einzelner DNA-Baustein chemisch umwandeln?
Exponat erkunden ↗Exponat 03 · Genomeditierung · RNA-Vorlage und DNA-Synthese
Wie kann ein Werkzeug die Zielstelle und die gewünschte neue Sequenz zugleich mitbringen?
Exponat erkunden ↗Exponat 04 · RNA-Technik · Proteinproduktion und Impfstoffe
Wie wird eine empfindliche RNA-Vorlage zu einem praktisch nutzbaren Werkzeug?
Exponat erkunden ↗Exponat 05 · Zellbiologie · induzierte pluripotente Stammzellen
Kann eine spezialisierte Körperzelle wieder mehrere Entwicklungswege einschlagen?
Exponat erkunden ↗Exponat 06 · Zellbiologie · räumliche Kulturmodelle
Was lässt sich an einer kleinen organähnlichen Struktur lernen – und was fehlt ihr?
Exponat erkunden ↗Die Werkstatt der Erkenntnis
Jede Aussage braucht einen passenden Nachweis: Ein molekularer Eingriff, eine Zellfunktion und eine Wirkung im Menschen werden auf unterschiedlichen Ebenen geprüft.
Eine Frage an deinen Blick
In einem Darmorganoid wird eine bestimmte Transportfunktion gemessen. Welche Aussage lässt sich daraus allein ableiten?
Molekül, Zelle, Gewebe und Mensch sind verbundene, aber unterschiedliche Untersuchungsebenen. Ein guter Befund benennt, auf welcher Ebene seine Aussage gilt.
Die Erklärung mit Quellen lesen ↗Die Idee dieser Ausstellung
Eine einzelne farbige Stelle im DNA-Modell, ein RNA-Faden und eine Gruppe runder Zellen: Die Gegenstände dieses Raums sehen verschieden aus, weil sie verschiedene Aufgaben erklären. Die ersten Stationen verändern Information im Erbgut. Eine weitere nutzt RNA zur Proteinproduktion. Die letzten beiden fragen nach dem Zustand und der räumlichen Organisation von Zellen.
Du brauchst dafür keine Vorkenntnisse in Molekularbiologie. Die Exponate beginnen mit einer konkreten Frage, erklären die nötigen Begriffe und führen anschließend zu historischen Arbeiten. Die Quellen stehen bei den Aussagen und am Ende jeder Station. So kannst du kurz orientiert bleiben oder einen einzelnen Erkenntnisweg ausführlich verfolgen.
Die ersten drei Werkzeuge teilen eine wichtige Ausgangsidee: Eine RNA trägt zur Auswahl einer DNA-Stelle bei. Was danach geschieht, unterscheidet sich. Cas9 kann Stränge schneiden, Baseneditoren verändern chemische Bausteine, Prime Editing bringt zusätzliche Vorlageninformation mit. Ihre Reihenfolge macht diese Unterschiede sichtbar.
Eine hilfreiche Besucherfrage lautet deshalb: Welche Veränderung soll entstehen, und welche wurde tatsächlich gemessen? Zwischen Absicht und Ergebnis liegt ein biologischer Ablauf. Gerade weil sich Werkzeuge gezielter gestalten lassen, lohnt es sich, diesen Ablauf genau zu betrachten.
Das mRNA-Exponat verändert den Blick auf den Informationsträger. Dort soll RNA nicht eine bestimmte Stelle im Erbgut bearbeiten. Sie dient als vorübergehende Vorlage für ein Protein. Chemische Gestalt, Transport und Nutzung der Vorlage werden dadurch zu eigenen Forschungsfragen.
Der Vergleich hilft auch beim Lesen von Nachrichten. Ein gemeinsamer Molekülname bedeutet nicht dieselbe Wirkung. Frage nach seiner Rolle im konkreten Verfahren. Die Zeichnungen stellen diese Rollen als physische Lehrmodelle dar; sie sind keine Mikroskopbilder und keine maßstäblichen Molekülstrukturen.
Reprogrammierte Zellen erweitern die Möglichkeiten, menschliche Zelltypen im Labor zu untersuchen. Organoide fügen räumliche Organisation und ausgewählte Gewebefunktionen hinzu. Beide Entwicklungen zeigen, wie ein neuer Zugang zum Gegenstand auch neue Fragen ermöglicht.
Ein Modell wird dabei nicht allein dadurch gut, dass es seinem Vorbild ähnlich sieht. Entscheidend ist die Eignung für eine bestimmte Frage. Eine überschaubare Struktur kann eine einzelne Funktion zugänglich machen, während andere Zusammenhänge fehlen. Die Befundkarten und die Lernfrage laden dazu ein, diese Grenze selbst zu formulieren.
Einige der gezeigten Entwicklungen führen zu medizinischen Anwendungen. Dieser Übergang wird mit seinem historischen Datum und konkreten Prüfrahmen beschrieben. Ein erfolgreicher Zellversuch, ein klinischer Endpunkt und eine Zulassungsentscheidung sind unterschiedliche Schritte. Keiner davon sollte stellvertretend für alle anderen stehen.
Du kannst den sechsteiligen Rundgang nutzen oder bei einem Bild beginnen. Am Ende führt der Weg zur Sammlung zurück: Neue Mess- und Materialtechniken untersuchen andere Gegenstände, stellen aber eine verwandte Frage. Wie wird aus einer gezielten Möglichkeit ein Ergebnis, dessen Bedeutung wir nachvollziehen können?
Dein nächster Weg
Der Rundgang verbindet die Exponate. In der Sammlung erreichst du die anderen Themenräume.