Zum Museumsinhalt

Exponat 06 · Digitale Rasterausgabe und xerografischer Laserdruck

Ein Seitenraster wird zu Toner auf Papier

Der Laser verändert die Ladungsverteilung auf einem Fotoleiter. Tonerentwicklung, Übertragung und Fixierung erzeugen daraus die gedruckte Seite. Der Aufbau des Seitenrasters und seine schnelle Bereitstellung sind zusätzliche Aufgaben.

3 Minuten Haupttext · Stand: 8. September 2026

Buntstiftzeichnung eines vereinfachten Drucker-Schnittmodells mit belichteter Trommel, Papierbahn und nachfolgenden Walzen.Bild vergrößern ↗
Freies Anschauungsmodell der Druckfolge. Der Lichtstrahl trifft den Fotoleiter, nicht das Papier. Anordnung, Größen und Tonerübertragung sind schematisch und rekonstruieren kein bestimmtes Druckermodell.

Auf einen Blick

Wie verwandelt ein Laserdrucker berechnete Bildpunkte in eine haltbare Papierseite, ohne die Zeichen ins Papier zu brennen?

  • Der Laser belichtet den Fotoleiter; Toner wird anschließend auf Papier übertragen.
  • Das Seitenraster muss rechtzeitig berechnet und für die Belichtung bereitgestellt werden.
  • Prototyp, Forschungsanlage und späteres Serienprodukt besitzen unterschiedliche Eigenschaften.
Zeitliche Einordnung
PARC-Versuche ab 1971; kommerzieller Xerox 9700 ab 1977
Orte und Regionen
Xerox, USA
Historisch Beteiligte
Gary Starkweather, Ron Rider, Bob Sproull und weitere Entwicklungsgruppen

Die Seite muss zuerst als Bild vorliegen

Ein digitales Dokument besteht nicht von selbst als fertige Ladungsverteilung in einem Drucker. Für die Rasterausgabe muss feststehen, welche Bildpunkte auf der Seite erscheinen sollen. Textformen und andere Seitenelemente werden dafür in eine passende Punktanordnung umgesetzt. Rasterdaten und frühe Ausgabeversuche

Gary Starkweather beschreibt im Rückblick von 2010, wie eng die Entwicklung der Laserausgabe mit der Bereitstellung geeigneter Daten verbunden war. Ein optisch und mechanisch funktionierender Aufbau genügt nicht: Er braucht rechtzeitig die Information, an welchen Stellen belichtet werden soll. Datenverarbeitung und physische Ausgabe bilden zwei zusammenarbeitende Teile.

Licht verändert ein elektrisches Muster

In der Xerografie wird eine geeignete Oberfläche zunächst elektrisch geladen. Licht verändert lokal ihre elektrischen Eigenschaften. Bei der digitalen Laserausgabe wird diese Belichtung entsprechend dem vorgesehenen Seitenraster gesteuert. Auf dem Fotoleiter entsteht so eine Ladungsverteilung, die der späteren Bildentwicklung dient. Laden und Belichten

Der Laser brennt also nicht die Buchstaben unmittelbar in das Papier. Diese verbreitete Vorstellung überspringt die entscheidende Zwischenstufe. Auch die genaue elektrische Polarität lässt sich nicht pauschal für jede Anlage gleich angeben; die Erklärung konzentriert sich auf die funktionale Folge der Schritte.

Vom Ladungsbild zur haltbaren Seite

Bei der Entwicklung ordnet sich Toner entsprechend den vorgesehenen elektrischen Verhältnissen am Fotoleiter an. Das so entstandene Bild wird auf das Papier übertragen und anschließend fixiert. Die Arbeitsoberfläche wird für die nächste Ausgabe gereinigt beziehungsweise vorbereitet. Entwicklung, Übertragung, Fixierung und Reinigung

Jede Stufe beantwortet eine andere Frage: Wo soll Material haften? Wie gelangt es auf das Blatt? Wie bleibt es dort dauerhaft erhalten? Eine Lichtzeichnung allein wäre noch keine haltbare Druckseite. Erst das abgestimmte Verfahren verbindet die steuerbare Belichtung mit einem praktisch benutzbaren Papierdokument.

Ausgabe braucht schnell genug Daten

Starkweather schildert Ron Riders Zeichengenerator als Beitrag zur Versorgung früher Anlagen mit Bitmustern. Für die spätere Dover-Ausgabe berechnet der Alto Raster; Bob Sproulls Orbit-Hardware unterstützt das rechtzeitige Zusammenfügen der Bilddaten. Die im Interview beschriebenen Entwicklungsschritte verteilen sich auf mehrere Personen und Systeme. Zeichengenerator und Rasterzusammenbau

Ein Drucker kann nur dann den vorgesehenen Punkt zur richtigen Zeit ausgeben, wenn Bilddaten und Bewegung zusammenpassen. Dieses zeitliche Zusammenspiel erklärt, warum eine theoretisch mögliche Seitenbeschreibung noch keine ausreichend schnelle praktische Ausgabe garantiert. Das Interview ersetzt dabei keinen von uns wiederholten Leistungstest.

1971 und 1977 bezeichnen verschiedene Anlagen

Das Computer History Museum führt den Scanning Laser Output Terminal als umgebauten Kopierer von 1971. Die dort verzeichneten 500 Punkte pro Zoll gehören zu diesem Versuchsgerät. Der Hersteller beschreibt den kommerziellen Xerox 9700 von 1977 dagegen mit 300 Punkten pro Zoll. Der frühe SLOT-Apparat Das spätere Serienprodukt

Diese Zahlen dürfen nicht zu einer scheinbar einheitlichen Spezifikation zusammengefügt werden. Ebenso sind ein erster Versuch, eine verwendete Forschungsanlage und ein vermarktetes Produkt verschiedene historische Belege. Eine niedrigere einzelne Auflösungszahl bedeutet für sich genommen auch nicht, dass sämtliche Gebrauchseigenschaften einer späteren Anlage schlechter wären.

Vom Dokument zur materiellen Spur

Die Verbindung zur Bravo-Station zeigt den vollständigen Weg besonders anschaulich: Ein Text wird bearbeitet, in eine Ausgabeform gebracht, als Raster bereitgestellt und über einen physikalischen Prozess auf Papier übertragen. An jeder Grenze können andere Eigenschaften und Fehler auftreten. Das Zusammenwirken von Daten und Drucktechnik

Die CD-Station wechselt anschließend das Ausgabemedium. Dort werden gespeicherte digitale Werte zeitlich geordnet zu einem Tonsignal. Beide Verfahren zeigen, warum die Aussage, ein Inhalt sei digital, die konkrete Umsetzung noch nicht erklärt. Daten benötigen jeweils ein definiertes Verfahren, das ihre Ordnung in eine wahrnehmbare Ausgabe übersetzt.

Grenzen des Wissens

Was offen bleibt

Die Prinziperklärung ist keine maßstäbliche Rekonstruktion eines bestimmten Druckers. Starkweathers Interview von 2010 ist ein Beteiligtenrückblick. Die genannten Zeitpunkte und Leistungsdaten verschiedener Anlagen werden nicht zu einem einzigen Gerät zusammengezogen.

Begriffe verstehen

Raster

Anordnung einzelner Bildpunkte, aus denen eine darzustellende Seite aufgebaut wird.

← Zur Textstelle
Fotoleiter

Material, dessen elektrische Eigenschaften sich durch Belichtung verändern und so ein Ladungsmuster ermöglichen.

← Zur Textstelle
Toner

Feines Material, das nach der Entwicklung eines Ladungsbildes auf das Papier übertragen und fixiert wird.

← Zur Textstelle
Fixierung

Verfahrensschritt, der den übertragenen Toner dauerhaft mit der Papieroberfläche verbindet.

Quellen und Nachweise

Die Quellen sind den Aussagen im Text zugeordnet. Originalstudien, Sammlungstexte und eigene Einordnung erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Einige Fachtexte sind beim Verlag nur teilweise frei zugänglich.

  1. Rasterdaten und die Entwicklung der Laserausgabe

    Gary Starkweather: Oral History. Gespräch mit Gardner Hendrie, 23. August 2010. Computer History Museum, X5848.2010.

    Beteiligtenrückblick; Ron Riders Zeichengenerator, EARS, Dover und Sproulls Orbit getrennt. Keine unabhängigen Leistungsbenchmarks oder unbelegten Managementmotive behauptet.

    ← Zur Textstelle 1: Die Seite muss zuerst als Bild vorliegen← Zur Textstelle 2: Ausgabe braucht schnell genug Daten← Zur Textstelle 3: Vom Dokument zur materiellen Spur
  2. Das spätere kommerzielle Drucksystem

    Xerox: Celebrates an Innovation That Transformed Business Communications. 29. Juni 2017.

    Xerox 9700 von 1977 mit 300 dpi nicht mit dem SLOT-Prototyp von 1971 verwechselt; historische Produktangaben, keine heutigen Aussagen.

    ← Zur Textstelle: 1971 und 1977 bezeichnen verschiedene Anlagen
  3. Der frühe Scanning Laser Output Terminal

    Computer History Museum: Scanning Laser Output Terminal (SLOT). Objekt 500004700, 1971.

    Umgebauter Kopierer und 500 dpi betreffen dieses Objekt; Angaben nicht mit dem kommerziellen 9700 zusammengeführt.

    ← Zur Textstelle: 1971 und 1977 bezeichnen verschiedene Anlagen
  4. Die Schritte der Xerografie

    Xerox: Chester Carlson and Xerography. Einführung und Prozessbeschreibung.

    Prinziperklärung von Ladung, Belichtung, Toner, Übertragung und Fixierung. Keine universelle elektrische Polarität oder maßstäbliche Rekonstruktion einer bestimmten Anlage behauptet.

    ← Zur Textstelle 1: Licht verändert ein elektrisches Muster← Zur Textstelle 2: Vom Ladungsbild zur haltbaren Seite

Redaktion: Benjamin Metzig. Text und Quellen am 8. September 2026 geprüft. Generative KI diente als Werkzeug für Text und Bild.

Hinweis oder Korrektur an die Redaktion

Zusammenhänge entdecken

Bildansicht

100 %

Mit + Details vergrößern. Das vergrößerte Bild lässt sich mit dem Finger, der Maus oder den Pfeiltasten verschieben.

Bilddatei in voller Größe öffnen ↗