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Blumentiere

Wachsrose

Anemonia viridis

Lange bewegliche Tentakel lassen die Wachsrose wie eine Unterwasserblume wirken. Tatsächlich ist sie eine Seeanemone, die kleine Tiere fängt. Zugleich beherbergt sie Mikroalgen im Gewebe – und verbindet so Beutefang mit einer lichtabhängigen Partnerschaft.

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Wachsrose auf einem Meeresfelsen mit vielen langen olivgrünen Tentakeln, violetten Spitzen und teilweise sichtbarer rötlichbrauner Säule.
KI-generierte, fotorealistische Darstellung einer grünen Wachsrose; keine dokumentarische Aufnahme.

Anemonia viridis ist eine Seeanemone aus der Familie Actiniidae. Anemonia sulcata ist ein älterer wissenschaftlicher Name derselben hier behandelten Art.

Auf einen Blick

Fuß und Tentakelkrone
MarLIN: Fußdurchmesser bis etwa 7 cm, Tentakelspannweite etwa 18 cmZwei verschiedene Maße desselben Profils; keine Körperhöhe. Andere Wuchsformen können andere Ausmaße erreichen, deshalb kein allgemeingültiger Art-Höchstwert.Keith Hiscock · Marine Biological Association / MarLIN (2008)
Verbreitung
Nordöstlicher Atlantik von den Kanaren bis Schottland, Ärmelkanal und MittelmeerHäufig auf hartem Untergrund in flachen beleuchteten Küstenbereichen; kleinere Tiere auch auf Seegras oder Algen.DORIS · FFESSM Keith Hiscock · Marine Biological Association / MarLIN (2008)

Tentakel statt Blütenblätter

Die Tentakel stehen um eine Mundscheibe. Darunter liegt eine weiche Säule, deren Fußscheibe am Untergrund haftet. Trotz dieser Befestigung kann die Wachsrose ihren Standort langsam verändern.

Viele Tiere sind grünlich und tragen violette Tentakelspitzen. Es gibt aber auch graubraune und blassere Erscheinungsformen. Die langen Tentakel sind meist ausgestreckt und bewegen sich mit dem Wasser. Sie werden selten vollständig eingezogen; selten bedeutet hier nicht unmöglich. Eine einzelne Farbe oder die Haltung in einem Foto genügt deshalb nicht als vollständiger Bestimmungsschlüssel.

DORIS · FFESSM Keith Hiscock · Marine Biological Association / MarLIN (2008)

Ein Fangapparat im Wasserstrom

Kleine Krebstiere, andere Wirbellose und kleine Fische können zur Beute werden. Auf den Tentakeln sitzen Nesselzellen, deren Kapseln bei Auslösung feine Fäden ausschleudern. Diese Strukturen helfen, Beute festzuhalten und zu überwältigen.

Der blumenähnliche Eindruck täuscht also über die Ernährungsweise hinweg. Die Tentakel sind bewegliche Teile eines tierischen Körpers und bringen Nahrung in Richtung der zentralen Mundöffnung. Nicht alles, was zwischen ihnen lebt, wird jedoch gefressen: Bestimmte kleine Krebse und Fische nutzen Seeanemonen auch als Unterschlupf.

DORIS · FFESSM

Mitbewohner in den Zellen

Im Gewebe leben einzellige Algen aus der Gruppe der Dinoflagellaten. Sie betreiben Photosynthese und geben dabei gebildete Stoffe an die Anemone weiter. Umgekehrt erhalten sie einen geschützten Lebensraum und Nährstoffe.

Das erklärt, warum Licht für die Partnerschaft wichtig ist. Die Wachsrose bleibt zugleich ein räuberisches Tier. Unter Stress kann sie symbiotische Algen verlieren und ausbleichen. Die Verbindung zwischen beiden Organismen gehört deshalb zur Biologie des ganzen Tiers, nicht nur zu seiner äußeren Farbe.

DORIS · FFESSM

Neue Tiere aus Larven oder Teilung

Bei der geschlechtlichen Fortpflanzung werden Ei- und Samenzellen abgegeben. Nach der Befruchtung entstehen schwimmende Larven. Männliche und weibliche Tiere sind getrennt.

Daneben kann sich die Art ungeschlechtlich vermehren, etwa durch Längsteilung. Aus einem Körper gehen dann zwei Tiere hervor. Dadurch können örtlich dichte Bestände entstehen. Das unterscheidet sich von einer Ansammlung, die aus vielen einzeln angesiedelten Larven hervorgegangen ist – äußerlich nahe Nachbarn verraten ihre Entstehungsgeschichte nicht immer sofort.

DORIS · FFESSM

Weitere Tiere

Quellen und Bildnachweis

Stand: 2026-10-30

Bild: KI-generierte, fotorealistische Darstellung für Wissenschaftswelle; keine dokumentarische Aufnahme.