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Reptilien

Grüner Baumpython

Morelia viridis

Wie ein grüner Sattel hängt dieser Python über einem Ast. Seine Jungtiere sind dagegen gelb. Der Farbwechsel begleitet einen Wechsel der Lebensweise – und ist keine spontane Anpassung an jede neue Unterlage.

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Grüner Baumpython mit weißlichen Rückenmarkierungen und einem auf den grünen Körperschlingen ruhenden Kopf über einem bemoosten Ast.
KI-generierte, fotorealistische Darstellung eines erwachsenen Grünen Baumpythons in einer erfundenen Regenwaldszene; keine dokumentarische Aufnahme.

Morelia viridis im heutigen engeren Sinn; nördliche M.azurea nicht eingeschlossen. Vereinfachte Rangfolge ohne Unterordnung Serpentes.

Auf einen Blick

Kopf-Rumpf-Länge
Bis 160 cmMaximale Schnauzen-Kloaken-Länge (SVL) im Artkonto der Revision; Schwanz nicht enthalten. Australische Populationen bleiben deutlich kleiner. Kein typischer Mittelwert.Daniel J. D. Natusch und Mitautoren · Molecular Phylogenetics and Evolution142 (2020),106640
Verbreitung
Teile Neuguineas, Aru-Inseln und nordöstliches AustralienÜberwiegend südliche Linie; das genaue Areal reicht im östlichen Neuguinea auch nördlich der zentralen Gebirge. Nicht alle grünen Pythons Neuguineas gehören zu dieser Art.Daniel J. D. Natusch und Mitautoren · Molecular Phylogenetics and Evolution142 (2020),106640

Ein Ast als Ruheplatz und Jagdwarte

Ein ruhender Grüner Baumpython legt mehrere Körperschlingen quer über einen Ast. Der Kopf liegt häufig zwischen oder auf den Schlingen. Mit dem Greifschwanz kann sich das Tier festhalten. Die Haltung lässt viel Körper auf wenig Astlänge Platz finden.

Die Schlange lebt in Regenwäldern, kommt aber auch in nachgewachsenen Wäldern und Gärten vor. Sie ist kein ausschließliches Kronendachtier: Auch der Boden gehört zu ihrem Bewegungs- und Jagdraum.

Smithsonian’s National Zoo and Conservation Biology Institute Daniel J. D. Natusch und Mitautoren · Molecular Phylogenetics and Evolution142 (2020),106640

Gelb am Waldrand, grün im Blätterdach

Bei der heute enger abgegrenzten Art sind die Jungtiere gelb. Mit dem Heranwachsen werden sie grün. Der Entwicklungsschritt heißt ontogenetischer Farbwechsel. Eine bestimmte Unterlage löst daher nicht jedes Mal einen beliebigen Wechsel zwischen Gelb und Grün aus.

Eine australische Studie untersuchte 27 grüne und vier gelbe Wildtiere. Die Forschenden maßen die Lichtreflexion der Schlangen und ihrer Umgebung und berechneten Farbkontraste für Schlangen- und Vogelaugen. Gelb fiel am untersuchten Regenwaldrand weniger auf, Grün im Blätterdach. Das unterstützt eine Tarnungsfunktion. Gemessen wurden jedoch keine Angriffe oder Überlebensraten.

David Wilson, Robert Heinsohn und John A. Endler · Biology Letters3 (2007),40–43 Daniel J. D. Natusch und Mitautoren · Molecular Phylogenetics and Evolution142 (2020),106640

Mit dem Körper wächst auch die mögliche Beute

An den australischen Untersuchungsorten jagten die gelben Jungtiere kleine Reptilien und Wirbellose nahe dem Boden. Größere Tiere konnten zusätzlich größere Wirbeltiere erbeuten, darunter Nagetiere und Vögel. Aufenthaltsort, Körpergröße und Nahrung ändern sich damit gemeinsam.

Bei der Suche helfen Augen und wärmeempfindliche Gruben an den Lippen. Der Python ist ungiftig und hält ergriffene Beute mit seinen Körperschlingen fest. Ein herabhängender Schwanz kann außerdem als beweglicher Köder dienen; nicht jede Ruhehaltung ist allerdings gerade ein beobachteter Jagdversuch.

David Wilson, Robert Heinsohn und John A. Endler · Biology Letters3 (2007),40–43 Smithsonian’s National Zoo and Conservation Biology Institute

Ein grüner Baumbewohner, der Eier legt

Weibchen legen Eier an geschützten Stellen und umschlingen sie während der Brut. Ein geschützter, geeigneter Ablageplatz ist deshalb ein anderer wichtiger Teil des Lebensraums als der offene Ruheast.

Die äußerlich ähnliche Grüne Hundskopfboa Südamerikas bringt dagegen lebende Junge zur Welt. Ähnliche grüne Färbung und Asthaltung machen die beiden Tiere nicht zur gleichen Art oder Gattung. Der Baumpython gehört zur Familie der Pythons.

Smithsonian’s National Zoo and Conservation Biology Institute The Reptile Database

Nicht jeder grüne Python ist Morelia viridis

Die Revision von 2019, erschienen im Zeitschriftenband 2020, unterscheidet die überwiegend südlich verbreitete Morelia viridis von Morelia azurea. Dabei wurden genetische Daten und Körpermerkmale gemeinsam ausgewertet.

Das ist für Bilder und Beschreibungen wichtig: Rote Jungtiere aus älteren Darstellungen des gesamten Artenkomplexes sind kein Beleg für rote Jungtiere der hier behandelten engeren Art. Ebenso ist eine gemessene Kopf-Rumpf-Länge nicht mit der Gesamtlänge einschließlich Schwanz gleichzusetzen.

Daniel J. D. Natusch und Mitautoren · Molecular Phylogenetics and Evolution142 (2020),106640 The Reptile Database

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Quellen und Bildnachweis

Stand: 2026-10-30

Bild: KI-generierte, fotorealistische Darstellung für Wissenschaftswelle; keine dokumentarische Aufnahme.