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Vögel

Uhu

Bubo bubo

Orange Augen, Federohren und ein tiefer Ruf kennzeichnen den Uhu. Der große Nachtjäger braucht passende Brutplätze und erreichbare Beute; sein vielseitiger Speiseplan und die lange Versorgung der Jungen verbinden ihn eng mit seiner Landschaft.

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Fotorealistisch KI-generierter Uhu mit orangefarbenen Augen und Federohren auf einem Felsabsatz über einer gegliederten Landschaft.
KI-generierte, fotorealistische Darstellung eines Uhus; Vogel und Felslandschaft sind fiktiv.

Bubo bubo im von AviList 2025 und Clements 2025 anerkannten Avibase-Artenkonzept. Ältere, weiter gefasste Verbreitungsangaben einschließlich anderer Uhu-Arten werden nicht übernommen. Das historische nordafrikanische Vorkommen wird nicht als heutiger Afrika-Filterwert geführt. Körpermaße und Brutdaten beziehen sich auf die jeweils genannten europäischen Profile.

Auf einen Blick

Körperlänge und Spannweite
Etwa 60–75 cm Körperlänge; 160–188 cm FlügelspannweiteOrientierungswerte nach BirdLife Österreich. Länge und Spannweite sind unterschiedliche Maße; regionale Profile und Unterarten können andere Bereiche aufweisen.BirdLife Österreich
Körpermasse
Männchen etwa 1,6–2,1 kg; Weibchen 2,2–3,2 kgGeschlechtsbezogene Profilspannen nach BirdLife Österreich, keine Mittelwerte oder absoluten Artgrenzen. Herkunft, Alter und Zustand beim Vergleich berücksichtigen.BirdLife Österreich
Besonderheit
Die auffälligen Federohren sind keine OhröffnungenDie tatsächlichen Ohren liegen verborgen im seitlichen Kopfgefieder. Büschelstellung und Silhouette können sich verändern.Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen · EGE Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern

Ein tiefer Ruf und eine große Eule

Ein tiefes, zweisilbiges „U-hu“ aus einer Felswand kann einen Vogel verraten, den man tagsüber kaum entdeckt. Der Uhu, wissenschaftlich Bubo bubo, gehört zu den größten Eulen. Sein massiger Körper, der breite Kopf und die orangefarbenen Augen ergeben ein eindrucksvolles Gesamtbild.

Der bekannte Balz- und Revierruf des Männchens klingt tiefer als die entsprechenden Rufe des Weibchens. Junge Uhus besitzen wiederum auffällige, schnarrende Bettellaute. Nicht jeder Laut aus einem Uhurevier ist deshalb der namensgebende Ruf.

Trotz seiner Größe kann ein ruhender Uhu an einem Felsen oder zwischen Zweigen erstaunlich unauffällig wirken. Das braun gefleckte und gebänderte Gefieder löst die Körperkontur vor einem unruhigen Hintergrund auf. Die große Eule ist oft leichter zu hören als zu sehen.

Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen · EGE Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern BirdLife Österreich

Federohren sind keine Ohren

Die auffälligen Büschel auf dem Kopf bestehen aus Federn. Sie sind weder Ohrmuscheln noch die Öffnungen, durch die Schall ins Ohr gelangt. Die wirklichen Ohröffnungen liegen verborgen unter dem Gefieder, seitlich am Kopf hinter den Augen.

Die Stellung der Federbüschel kann sich verändern. Sie trägt zum Ausdruck und zur Silhouette des Vogels bei; aus einem einzelnen Foto lässt sich daraus aber kein vollständiges Bild seiner Stimmung ableiten. Auch angelegte Federohren verschwinden nicht als Artmerkmal aus dem Gefieder.

Zum Erkennen hilft deshalb die Kombination: ein großer, kräftiger Körper, orangegelbe bis orange Augen, ein breiter Kopf und braunes Gefieder mit dunklen Längsflecken und feiner Querzeichnung. Ein Waldkauz ist kleiner, rundköpfig und dunkeläugig. Eine Waldohreule besitzt zwar ebenfalls Federohren, wirkt jedoch viel schlanker und kleiner.

Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen · EGE Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern BirdLife Österreich

Der Brutplatz braucht ein Jagdgebiet in der Nähe

Eine geschützte Felsnische ist ein klassischer Uhubrutplatz. Auch Steinbrüche können solche Plätze bieten. Wo geeignete Felsen fehlen, kommen Bodenstellen oder alte große Vogelnester als Alternative infrage. Der Uhu baut kein umfangreiches Zweignest wie ein Bussard.

Zum Brutplatz muss ein nutzbares Nahrungsgebiet passen. In Mitteleuropa sind das häufig abwechslungsreiche Landschaften mit offenen Flächen, Hecken, Feldgehölzen, Waldrändern und manchmal Gewässern. Ansitzplätze erleichtern die Suche nach erreichbarer Beute. Ein Felsen allein macht deshalb noch kein gutes Uhurevier.

Überwiegend jagt der Uhu in der Dämmerung und nachts. Tagsüber ruht er häufig verborgen. Das bedeutet keine völlige Beschränkung aller Tätigkeiten auf die Nacht: Insbesondere bei der Versorgung älterer Jungen können auch tagsüber Fütterungen vorkommen.

Bayerisches Landesamt für Umwelt Bayerisches Landesamt für Umwelt Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern

Ein kräftiger Jäger mit vielseitiger Beute

Mäuse, Ratten und andere Säugetiere gehören zu den wichtigen Beutetieren des Uhus. Auch Vögel werden erbeutet, darunter Tauben, Rabenvögel und gelegentlich andere Eulen oder Greifvögel. Je nach Umgebung können Amphibien, Fische und weitere Tiere hinzukommen.

Der Uhu greift die Beute mit kräftigen Füßen und gebogenen Krallen. Welche Tiere in einem Revier häufig gefressen werden, hängt davon ab, was dort vorkommt und erreichbar ist. Eine Liste möglicher Beutetiere ist daher noch keine Speisekarte mit festen Anteilen.

Das große Beutespektrum macht ihn nicht zu einem beliebigen Allesfresser: Seine Nahrung ist tierisch. Zugleich ist es wenig sinnvoll, ihn nur als „Mäusejäger“ oder nur als Jäger großer Tiere zu beschreiben. Die Unterschiede zwischen Lebensräumen können beträchtlich sein.

Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen · EGE BirdLife Österreich Bayerisches Landesamt für Umwelt

Was norwegische Knochenreste erzählen

Eine Untersuchung aus der Region Trøndelag in Mittelnorwegen verglich Beutereste aus Bergland, Küstennähe und Inseln. Die Forschenden sammelten zwischen 2008 und 2015 Material an 45 Orten mit insgesamt 76 Nestern. Aus den Knochenresten bestimmten sie über 40.000 Beutetiere.

Dabei unterschieden sich die Fundmuster: An manchen Orten dominierten Nagetiere, küstennah waren Frösche besonders stark vertreten, auf einigen Inseln spielten Seevögel eine große Rolle. Der Uhu nutzte in diesen Landschaften also sehr unterschiedliche Nahrungsquellen.

Wichtig ist die Zeitdimension. Neben frischen Gewöllen wurden alte Ablagerungen ausgewertet; einzelne untere Knochenlagen waren fast 4.000 Jahre alt. Die Sammlung ist deshalb keine Zählung von Jagderfolgen ausschließlich aus den acht Sammeljahren. Sie beschreibt nachweisbare Reste verschiedener Orte und Zeiten. Solche Funde erschließen Beutevielfalt, liefern aber keine unveränderliche heutige Ernährungsformel für alle Uhus.

Obuch und Bangjord · Slovak Raptor Journal 10:51–64

Frühe Brut, lange Versorgung

Uhus beginnen ihre Brut in Mitteleuropa oft schon im späten Winter oder zeitigen Frühjahr. BirdLife Österreich nennt meist zwei bis vier Eier und ungefähr fünf Wochen Brutdauer. Das Weibchen brütet, während das Männchen Nahrung heranschafft. Die genaue zeitliche Abfolge hängt unter anderem von Ort und Nahrungsbedingungen ab.

Die Jungen bleiben zunächst am Brutplatz. Wann sie dessen engste Umgebung verlassen, hängt auch von seiner Lage ab: Eine Bodenbrut bietet andere Möglichkeiten als eine hoch gelegene Felsnische. Das Verlassen des Brutplatzes ist außerdem nicht dasselbe wie Flugfähigkeit.

Auch nach den ersten Flügen werden die Junguhus weiter versorgt. Die Zeit bis zur Selbständigkeit reicht deutlich über die eigentliche Nestlingsphase hinaus. Ein Jungvogel, der schon außerhalb der Nische sitzt, beherrscht daher nicht automatisch die Jagd. Die lange Familienphase gehört zu diesem großen Beutegreifer ebenso wie seine kräftigen Krallen.

BirdLife Österreich Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen · EGE Bayerisches Landesamt für Umwelt

Schutz endet nicht mit der Rückkehr in ein Gebiet

Nach starker Verfolgung waren Uhus in großen Teilen Deutschlands selten geworden oder verschwunden. Schutzarbeit und Wiederansiedlungen halfen bei der Rückkehr. Dazu gehörte mehr als das Freilassen von Vögeln: Brutplätze und Jagdgebiete mussten erhalten und Gefahren in der Landschaft vermindert werden.

Ungesicherte Strommasten, Kollisionen im Verkehr und Störungen am Brutplatz können weiterhin Verluste verursachen. In Steinbrüchen kann die spätere Verfüllung geeignete Nischen wieder beseitigen. Solche Probleme betreffen unterschiedliche Abschnitte des Lebens eines Uhus.

Dass ein Revier besetzt ist, sagt noch nicht, wie erfolgreich dort Junge groß werden und wie viele Vögel langfristig überleben. Für die Beurteilung eines Bestands zählen deshalb auch Bruterfolg und Verluste. Eine einzelne historische Bestandszahl beantwortet diese Fragen nicht für die Gegenwart.

Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen · EGE Bayerisches Landesamt für Umwelt Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen · EGE

Große Spannweite, größere Weibchen

BirdLife Österreich nennt als Orientierung etwa 60 bis 75 Zentimeter Körperlänge und 160 bis 188 Zentimeter Flügelspannweite. Das sind verschiedene Maße: Die Spannweite entsteht durch die ausgebreiteten Flügel. Andere regionale Artenprofile geben etwas andere Bereiche an.

Weibchen sind gewöhnlich größer und schwerer als Männchen. Die österreichische Profilangabe unterscheidet ungefähr 1,6 bis 2,1 Kilogramm bei Männchen und 2,2 bis 3,2 Kilogramm bei Weibchen. Das sind keine festen Grenzen aller geografischen Formen.

Der hier behandelte Bubo bubo ist eine Art Europas und Asiens mit mehreren Unterarten. Angaben, die sämtliche ähnlich benannten Uhus aus Afrika oder Indien zusammenfassen, passen nicht automatisch zu diesem Artenumfang. Für den Vergleich sind deshalb neben Geschlecht und Messweise auch Herkunft und taxonomische Einordnung wichtig.

BirdLife Österreich Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern Birds Canada · Avibase

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Quellen und Bildnachweis

Stand: 2026-10-28

Bild: KI-generierte, fotorealistische Darstellung für Wissenschaftswelle; keine dokumentarische Aufnahme.