Stachelhäuter
Röhrenseegurke
Holothuria tubulosa
Die Röhrenseegurke nimmt Sediment samt organischen Teilchen auf und setzt so den Meeresboden um. Ihre Wirkung hängt von Körpergröße und Umweltbedingungen ab. Aus einer frei lebenden Larve entsteht später die bodenbewohnende Form.
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WoRMS führt Holothuria (Holothuria) tubulosa als akzeptierte Art. Die vereinfachte Rangfolge überspringt die Untergattung. Die groben Weltregionen beziehen sich hier auf den Mittelmeerraum; der Ernährungsfilter beschreibt die sedimentfressende erwachsene Form.
Auf einen Blick
- Größe
- Bis etwa 40 cm lang; bis etwa 6 cm DurchmesserOrientierungswerte aus dem DORIS-Artprofil; keine aus dem Bild gemessenen Maße und keine unveränderliche Größe jedes Tiers.DORIS · FFESSM · Quintin, Müller und Lamare
- Gewicht
- nicht belegtFür diesen Vergleich kein einheitlicher Lebendgewichtsbereich. Studien verwenden teils ausgenommene Masse oder trockene Körperwand; diese Größen sind nicht austauschbar.Mediterranean Marine Science · Dereli et al. Marine Ecology Progress Series · Coulon und Jangoux
- Besonderheit
- Setzt oberflächliches Sediment durch Nahrungsaufnahme umAufnahmeraten und flächenbezogene Jahresmengen sind von Tiergröße, Bedingungen und lokaler Populationsdichte abhängig.Marine Ecology Progress Series · Coulon und Jangoux
Ein weicher Zylinder auf dem Meeresboden
Zwischen Sand und Seegras liegt ein länglicher brauner Körper. Dunkle, teils spitz zulaufende Papillen bedecken die ledrige Oberfläche. Ihre Bauchseite trägt kleine Ambulakralfüßchen in drei Längsbereichen, mit denen sie sich am Untergrund bewegt.
Die Mundöffnung liegt vorne an der Unterseite, der After am hinteren Ende. Sandkörner können an der Oberfläche haften und die Färbung zusätzlich verändern.
DORIS · FFESSM · Quintin, Müller und LamareNahrung aus der oberen Sedimentschicht
Holothuria tubulosa nimmt oberflächliches Sediment auf. Darin liegen abgestorbene organische Teilchen und Mikroorganismen, die als Nahrung dienen. Nach der Passage durch den Darm wird Material wieder ausgeschieden. Auf diese Weise setzt das Tier den Boden fortlaufend um.
Coulon und Jangoux untersuchten diese Arbeit an Tieren aus einer Seegraswiese vor Ischia. Sie verglichen im Labor Nahrungspassage und Aufnahme unter sommerlichen und winterlichen Bedingungen sowie bei Tag und Nacht. Die 1993 veröffentlichte Studie fand starke Unterschiede nach Körpergröße und Bedingungen.
Auch die hochgerechnete jährliche Sedimentmenge unterschied sich zwischen zwei Tiefenzonen der untersuchten Wiese. Solche flächenbezogenen Werte beschreiben eine bestimmte Population samt ihrer Dichte. Sie sind keine feste Jahresleistung jedes einzelnen Tiers.
Marine Ecology Progress Series · Coulon und JangouxBoden umsetzen und organische Stoffe verändern
Das Verschlucken von Sediment und das Entfernen überschüssiger organischer Stoffe sind unterschiedliche Vorgänge. Wie viel Nahrung aufgenommen und verwertet wird, lässt sich über die Zusammensetzung des angebotenen Sediments und der Ausscheidungen untersuchen.
Eine jüngere Originalarbeit setzte Röhrenseegurken unterschiedlichen Temperaturbedingungen aus. Die Forschenden untersuchten mehrere Klassen organischer Stoffe. Temperaturveränderungen beeinflussten den Stoffwechsel und die Verwertung. Ihre Ergebnisse sprechen dagegen, die Art pauschal als besonders wirksames Mittel gegen einen Überschuss organischer Substanz einzuplanen.
Gleichzeitig veränderte die Verarbeitung die ernährungsbezogene Qualität des Materials. Die ökologische Wirkung besteht also aus mehreren messbaren Teilen. Eine umgesetzte Menge Sand allein beantwortet noch nicht, welche Stoffe im Boden verbleiben oder für andere Organismen verfügbar werden.
Marine Environmental Research · Abyaba et al.Fortpflanzung im offenen Wasser
Männliche und weibliche Tiere geben ihre Geschlechtszellen ins Wasser ab. Dabei kann sich der vordere Körperabschnitt aufrichten. Die Befruchtung erfolgt außerhalb des Körpers. Eine Beobachtung der aufgerichteten Haltung ist daher nicht einfach eine andere Art der Fortbewegung.
Eine Untersuchung an drei Stationen der Dardanellen erfasste zwischen April 2013 und März 2014 regelmäßig Tiere und ihre Keimdrüsen. Im untersuchten Bestand lag die Fortpflanzungsphase im August und September. Solche regionalen Daten helfen, einen Jahreszyklus zu verstehen. Sie legen aber keinen überall im Mittelmeer identischen Termin fest. Auch Maße ausgenommener Tiere sind nicht ohne Weiteres mit Lebendgewichten vergleichbar.
DORIS · FFESSM · Quintin, Müller und Lamare Mediterranean Marine Science · Dereli et al.Die Larve hat einen anderen Bauplan
Aus den befruchteten Eiern entwickeln sich frei im Wasser lebende Larven. Die sogenannte Auricularia besitzt Wimpernbänder und einen gegliederten Verdauungstrakt. Sie sieht deutlich anders aus als die längliche Seegurke auf dem Sand.
Eine 2024 veröffentlichte Arbeit untersuchte die Entwicklung von Holothuria tubulosa mit Licht- und hochauflösender Mikroskopie. Markierungen machten unter anderem Muskel-, Nerven- und Skelettstrukturen sichtbar. Während der Metamorphose wird der Larvenkörper stark umgebaut; schließlich entsteht ein Jungtier mit Mundtentakeln und Körperwandstrukturen der bodenlebenden Form.
Der Wechsel betrifft damit mehr als bloßes Wachstum. Die Lebensweise im Wasser und die spätere Nutzung des Bodens verlangen unterschiedliche Körperorganisationen. Die Zeitangaben einer Laboraufzucht beschreiben dabei deren Bedingungen, keinen starren Kalender im Meer.
Frontiers in Ecology and Evolution · Perillo, Alessandro, Toscano und AnnunziataEine Seegurke unter den Stachelhäutern
Die Röhrenseegurke gehört zur Klasse Holothuroidea und damit zu den Stachelhäutern. Seesterne und Seeigel sind andere Klassen desselben Tierstamms. Die längliche Körperform allein verrät diese Verwandtschaft kaum.
WoRMS führt die Art als Holothuria (Holothuria) tubulosa in der Ordnung Holothuriida. Die Klammer bezeichnet die Untergattung. Für das Porträt wird die kürzere Schreibweise Holothuria tubulosa verwendet. Der hier erschlossene Verbreitungsschwerpunkt ist das Mittelmeer; ältere Atlantikangaben sind teils unsicher und können auf Verwechslungen beruhen.
WoRMS · World Register of Marine Species DORIS · FFESSM · Quintin, Müller und LamareWeitere Tiere

Stachelhäuter
Gemeiner Seestern
Viele haftende Füßchen bewegen einen Räuber, der Muschelbeute mit einem ausgestülpten Magen erreicht. Hinter den fünf Armen stehen ein verteiltes Nervensystem und ein überraschend anderer Larvenkörper.
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Essbarer Seeigel
Zwischen den Stacheln arbeiten bewegliche Füßchen, darunter liegt ein komplexer Kauapparat. Der Essbare Seeigel zeigt, wie ein kugeliger Stachelhäuter Felsflächen abweidet und seinen Lebensraum mitgestaltet.
EntdeckenQuellen und Bildnachweis
Stand: 2026-10-28
- Holothuria (Holothuria) tubulosa · AphiaID 125182 · WoRMS · World Register of Marine Species · abgerufen 2026-10-28
- Holothuria (Holothuria) tubulosa · Holothurie tubuleuse · DORIS · FFESSM · Quintin, Müller und Lamare · abgerufen 2026-10-28
- Feeding rate and sediment reworking by Holothuria tubulosa in a Mediterranean seagrass bed off Ischia Island (1993) · Marine Ecology Progress Series · Coulon und Jangoux · abgerufen 2026-10-28
- Organic matter ingestion and assimilation rates by Holothuria tubulosa at different temperatures (online 2024; volume 203, 2025) · Marine Environmental Research · Abyaba et al. · abgerufen 2026-10-28
- Reproduction and population structure of Holothuria tubulosa in the Dardanelles Strait, Turkey (2016) · Mediterranean Marine Science · Dereli et al. · abgerufen 2026-10-28
- Larval development of Holothuria tubulosa, a new tractable system for evo-devo (2024) · Frontiers in Ecology and Evolution · Perillo, Alessandro, Toscano und Annunziata · abgerufen 2026-10-28
Bild: KI-generierte, fotorealistische Darstellung für Wissenschaftswelle; keine dokumentarische Aufnahme.
