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Schirmquallen

Kompassqualle

Chrysaora hysoscella

Braune Strahlen auf einem hellen Schirm machen die Kompassqualle unverwechselbar. Unter ihm hängen dünne Fangtentakel und vier gekräuselte Mundarme. Ihre Entwicklung verbindet die schwimmende Meduse mit einem winzigen, festsitzenden Polypen.

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Kompassqualle im blaugrünen Meer mit hellem gewölbtem Schirm, braunen strahlenförmigen Zeichnungen, dünnen Randtentakeln und langen gekräuselten Mundarmen.
KI-generierte, fotorealistische Darstellung einer Kompassqualle in einer erfundenen Unterwasserszene. Keine dokumentarische Aufnahme; feine, überlagerte Tentakel sind kein Bestimmungspräparat.

Akzeptierte Art Chrysaora hysoscella (Linnaeus, 1767) nach WoRMS, Familie Pelagiidae. Andere Chrysaora-Arten werden nicht als Synonyme behandelt. Die vereinfachte Stammbaumansicht zeigt sechs Ränge.

Auf einen Blick

Größe
Schirmdurchmesser bis etwa 30 cmOrientierungsangabe aus MarLIN und dem Artenprofil der Universität Granada; ohne ausgestreckte Tentakel und Mundarme. Die Quellen nennen keine einheitliche Messprozedur; kein weltweiter Maximalrekord und keine Gesamtlänge.Marisa Sabatini · Marine Biological Association, MarLIN (2008) Luis Sánchez Tocino · Departamento de Zoología, Universidad de Granada
Besonderheit
16 braune Strahlenzeichnungen auf dem SchirmTypische gabelnde Zeichnung erwachsener Medusen; Färbung und Deutlichkeit der braunen Strahlen können variieren.Marisa Sabatini · Marine Biological Association, MarLIN (2008) FFESSM · DORIS, Données d’Observations pour la Reconnaissance et l’Identification de la faune et la flore Subaquatiques

Der Kompass sitzt auf dem Schirm

Auf dem hellen, durchscheinenden Schirm verlaufen braune Zeichnungen vom Zentrum nach außen. Typisch sind 16 strahlenförmige Einheiten, die sich zum Rand hin gabeln und an V-förmige Kompassmarken erinnern. Sie geben Chrysaora hysoscella ihren deutschen Namen.

Der Schirm ist leicht gewölbt, sein Rand in kleine Lappen gegliedert. Unter Wasser kann die Grundfarbe weißlich bis gelblich erscheinen. Die braune Zeichnung hilft bei der Unterscheidung von der Ohrenqualle: Bei dieser fallen eher vier durchscheinende, hufeisenförmige Geschlechtsorgane auf. Ein gestrandetes, zusammengefallenes Tier lässt viele Körpermerkmale schlechter erkennen als eine frei schwimmende Qualle.

Marisa Sabatini · Marine Biological Association, MarLIN (2008) FFESSM · DORIS, Données d’Observations pour la Reconnaissance et l’Identification de la faune et la flore Subaquatiques Luis Sánchez Tocino · Departamento de Zoología, Universidad de Granada

Dünne Fangfäden und vier gekräuselte Mundarme

Unter dem Schirm hängen zwei verschiedene Arten von Anhängen. Am Rand sitzen beim erwachsenen Tier 24 dünne Tentakel, angeordnet in acht Dreiergruppen. Weiter innen entspringen vier kräftigere Mundarme. Diese wirken wie lange, stark gekräuselte Bänder und gehören zum Bereich um die Mundöffnung.

Wer nur alle herabhängenden Strukturen zusammenzählt, vermischt deshalb unterschiedliche Körperteile. Die dünnen Randtentakel tragen Nesselzellen für den Beutefang. Die Mundarme liegen näher am Weg, auf dem Nahrung zum Mund gelangt. Je nach Haltung überlagern sich die Anhänge; ein einzelnes Foto eignet sich daher nicht immer dazu, ihre vollständige Zahl zu kontrollieren.

Marisa Sabatini · Marine Biological Association, MarLIN (2008) FFESSM · DORIS, Données d’Observations pour la Reconnaissance et l’Identification de la faune et la flore Subaquatiques

Ein Räuber im schwebenden Nahrungsnetz

Die Kompassqualle ernährt sich von tierischer Beute. Zum Spektrum gehören kleine Krebstiere, etwa Ruderfußkrebse und Flohkrebse; größere Quallen können auch größere Beutetiere erfassen. Die Nesselzellen helfen beim Festhalten und Überwältigen.

So durchsucht die Qualle keinen Meeresboden wie ein Krebs mit Scheren. Ihre ausgebreiteten Fangstrukturen bringen sie mit Tieren in Kontakt, die sich im Wasser befinden oder in ihre Reichweite geraten. Das DORIS-Artenprofil nennt außerdem Beute aus dem bodennahen Bereich. „Im freien Wasser lebend“ beschreibt also den Aufenthaltsort der Meduse und bedeutet nicht, dass jedes ihrer Nahrungstiere sein ganzes Leben im Plankton verbringen muss.

FFESSM · DORIS, Données d’Observations pour la Reconnaissance et l’Identification de la faune et la flore Subaquatiques Luis Sánchez Tocino · Departamento de Zoología, Universidad de Granada

Vor der großen Qualle steht ein kleiner Polyp

Die auffällige Meduse ist nur eine Phase des Lebenszyklus. Aus der geschlechtlichen Fortpflanzung gehen kleine, bewegliche Planula-Larven hervor. Sie können sich an einem geeigneten Untergrund festsetzen und zu Polypen entwickeln. Diese Lebensform ist am Boden befestigt und sieht der frei schwimmenden Qualle kaum ähnlich.

Bei der Strobilation entstehen am Polypen scheibenartig gegliederte Anlagen junger Medusen. Sie lösen sich als kleine Ephyren ab und wachsen weiter. Damit verbindet der Lebenszyklus einen festsitzenden Abschnitt mit dem Leben im freien Wasser. Eine sichtbare Ansammlung erwachsener Quallen verrät noch nicht, wo sich die kleinen Polypen der betreffenden Population befinden.

FFESSM · DORIS, Données d’Observations pour la Reconnaissance et l’Identification de la faune et la flore Subaquatiques Luis Sánchez Tocino · Departamento de Zoología, Universidad de Granada

Jahreszeit und Region verändern den Blick auf die Art

Die Kompassqualle ist aus europäischen Atlantikgewässern, der Nordsee und dem Mittelmeer bekannt. An britischen Küsten beschreibt MarLIN das Auftreten junger Medusen ab Mai. Angaben zu Monaten sind dabei regionale Beobachtungen, kein Kalender für alle Meere. Auch die Häufigkeit kann zwischen Jahren schwanken.

Zum Erkennen lohnt sich deshalb der Blick auf den Körperbau: die braunen Strahlen auf dem Schirm, die feinen Randtentakel und die vier gefältelten Mundarme. Weil die Art wirksame Nesselzellen besitzt, ist das Beobachten aus Abstand sinnvoll. Die Zeichnung ist eine Hilfe zur Artbestimmung und keine Zusage, dass ein Tier harmlos wäre.

Marisa Sabatini · Marine Biological Association, MarLIN (2008) FFESSM · DORIS, Données d’Observations pour la Reconnaissance et l’Identification de la faune et la flore Subaquatiques Luis Sánchez Tocino · Departamento de Zoología, Universidad de Granada

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Quellen und Bildnachweis

Stand: 2026-10-30

Bild: KI-generierte, fotorealistische Darstellung für Wissenschaftswelle; keine dokumentarische Aufnahme.