Höhere Krebse
Gewöhnlicher Flohkrebs
Gammarus pulex
Der Gewöhnliche Flohkrebs bearbeitet Falllaub, frisst aber auch tierische Nahrung. Sein seitlich abgeflachter Körper trägt zahlreiche Anhänge zum Bewegen, Atmen und Festhalten – und das Weibchen einen Brutraum für die Jungen.
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Gammarus pulex (Linnaeus, 1758), akzeptierte Art nach dem WoRMS-Amphipoda-Katalog. Der deutsche Haupteintrag lautet Gewöhnlicher Flohkrebs. Gammarus fossarum ist eine andere Art; Sammelnachweise als G. pulex/fossarum werden nicht als sichere Nachweise dieser Art behandelt. Gammarus pulex pulex wird im Katalog unter Gammarus pulex repräsentiert.
Auf einen Blick
- Größe
- Männchen bis etwa 21 mm; Weibchen etwa 14 mmOrientierungswerte des nordirischen Artenprofils; die Quelle beschreibt ihre Messprozedur nicht näher. Keine für alle Populationen festen Größen oder Mittelwerte. Angaben zu Sammelgruppen aus G. pulex und G. fossarum wurden dafür nicht übernommen.Invasive Species Northern Ireland · Arteninformation
- Besonderheit
- Junge entwickeln sich im Brutraum des WeibchensDie Jungtiere ähneln beim Verlassen des Brutraums bereits den Erwachsenen. Kein für jede Temperatur gleicher Entwicklungszeitraum und keine pauschale Anzahl von Bruten pro Jahr.NatureSpot · Leicestershire and Rutland recording project Universität Bayreuth · BayCEER
Ein Flohkrebs, dessen Name genau gelesen werden muss
Gammarus pulex wird im Deutschen als Gewöhnlicher Flohkrebs bezeichnet. Er gehört zu den Flohkrebsen, der Ordnung Amphipoda, und damit zu den Krebstieren. Der ebenfalls gebräuchliche Ausdruck „Bachflohkrebs“ wird häufig für den verwandten Gammarus fossarum verwendet. Beide Namen dürfen deshalb nicht ohne Blick auf die wissenschaftliche Bezeichnung gleichgesetzt werden.
Auch Beobachtungsdaten brauchen diese Sorgfalt. Manche Portale führen ähnliche Tiere gemeinsam als Gammarus-pulex/fossarum-Gruppe. Eine solche Sammelmeldung ist noch kein sicher bestimmter Nachweis von Gammarus pulex. Ähnliche Körperformen und verborgene Bestimmungsmerkmale erschweren die Zuordnung am lebenden Tier.
World Register of Marine Species · Amphipoda-Katalog Universität Bayreuth · BayCEER NatureSpot · Leicestershire and Rutland recording projectSeitlich flach und in viele Abschnitte gegliedert
Der Körper ist seitlich zusammengedrückt und meist deutlich gekrümmt. Unter einer grauen, bräunlichen oder grünlich wirkenden Hülle können innere Strukturen teilweise durchscheinen. Zwei Fühlerpaare sitzen am Kopf. Zahlreiche gegliederte Anhänge übernehmen unterschiedliche Aufgaben beim Festhalten, Laufen, Schwimmen und Umgang mit Nahrung.
Das unterscheidet den kleinen Bewohner eines Bachs von einem Insekt mit sechs Beinen. Seine Bewegungen zwischen Steinchen, Pflanzen und Laub wirken häufig ruckartig. Eine Seitenlage beim Schwimmen passt zum Körperbau und ist nicht automatisch ein Zeichen dafür, dass das Tier krank ist.
Universität Bayreuth · BayCEER Invasive Species Northern Ireland · Arteninformation NatureSpot · Leicestershire and Rutland recording projectFalllaub ist Nahrung, aber nicht die einzige
Blätter, die ins Wasser fallen, werden für den Flohkrebs zu erreichbaren Nahrungsstücken. Er kann an Pflanzenmaterial fressen, nimmt aber auch Aas und kleine wirbellose Tiere auf. Die Bezeichnung als Laubverwerter beschreibt daher eine wichtige Rolle, keine ausschließlich pflanzliche Ernährung.
Vordere Greifanhänge halten Nahrung fest. Im Mundbereich arbeiten weitere kleine Werkzeuge am Transport und an der Zerkleinerung. Eine vergleichende Untersuchung der Mundwerkzeuge beschreibt bei Gammarus pulex sowohl Schneid- und Mahlflächen als auch Borstenstrukturen, die für den Umgang mit feinen Partikeln geeignet sind. Die Form solcher Werkzeuge hilft, den breiten Speiseplan zu verstehen; sie liefert allein noch keine Prozentangaben darüber, was ein Tier an einem bestimmten Tag frisst.
Universität Bayreuth · BayCEER Gerd Mayer, Andreas Maas und Dieter Waloszek · International Journal of Zoology (2012), 493420Bewegung versorgt auch die Kiemen
Die Bewegung der Anhänge hat nicht nur mit Ortswechsel zu tun. Sie bringt auch frisches Wasser an die für den Gasaustausch wichtigen Kiemenblätter. Der Sauerstoff wird aus dem Wasser aufgenommen.
Zwischen Pflanzen, unter Steinen und im Laub kann ein Flohkrebs Nahrung und Deckung finden. Solche kleinen Strukturen sind deshalb Teile seines Lebensraums. Die Art kommt in Fließgewässern, aber auch in Seen und Kanälen vor. Die bloße Beobachtung eines einzelnen ähnlich aussehenden Flohkrebses ersetzt dabei weder eine sichere Artbestimmung noch eine Untersuchung aller chemischen Eigenschaften des Wassers.
Universität Bayreuth · BayCEER Invasive Species Northern Ireland · Arteninformation NatureSpot · Leicestershire and Rutland recording projectDas Weibchen trägt den Nachwuchs im Brutraum
Vor der eigentlichen Paarung kann ein Männchen ein Weibchen festhalten und mit ihm zusammen unterwegs sein. Diese Begleitung steht mit dem Zeitpunkt der Häutung des Weibchens in Verbindung: Die Paarung wird möglich, wenn es seine alte Hülle abgelegt hat.
Die Eier und der sich entwickelnde Nachwuchs bleiben anschließend in einem Brutraum an der Bauchseite des Weibchens. Heraus kommen kleine Flohkrebse, die den Erwachsenen bereits ähneln. Es gibt hier keine frei im Wasser schwimmende Larvenphase, die wie eine ganz andere Tierform aussieht. Dauer und Erfolg der Entwicklung hängen von den Bedingungen ab; eine feste Zahl von Jungtieren pro Monat beschreibt nicht jede Population.
NatureSpot · Leicestershire and Rutland recording project Universität Bayreuth · BayCEERNordirland zeigt, weshalb die Herkunft einen Unterschied macht
Beim Bearbeiten von Falllaub und anderen Nahrungsstücken wird organisches Material zerkleinert und in tierische Biomasse umgesetzt. Der Flohkrebs verbindet damit Nahrung am Gewässerboden mit weiteren Teilen des Nahrungsnetzes.
Wie er ein Gewässer beeinflusst, hängt aber auch davon ab, welche anderen Tiere dort leben. Das nordirische Artenprofil beschreibt Gammarus pulex als einen aus Europa stammenden, in den 1950er-Jahren eingeführten Bewohner. Dort kann er heimische Arten durch Konkurrenz verdrängen. Ein Vorkommen in Europa sagt deshalb für sich genommen noch nicht, ob die Tiere an einem bestimmten Ort ursprünglich heimisch sind.
Universität Bayreuth · BayCEER Gerd Mayer, Andreas Maas und Dieter Waloszek · International Journal of Zoology (2012), 493420 Invasive Species Northern Ireland · ArteninformationWeitere Tiere

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EntdeckenQuellen und Bildnachweis
Stand: 2026-10-30
- Gammarus pulex (Linnaeus, 1758) · AphiaID 234074 · World Register of Marine Species · Amphipoda-Katalog · abgerufen 2026-10-30
- Gewöhnlicher Flohkrebs · Gammarus pulex, Arten-Drehwürfel · Universität Bayreuth · BayCEER · abgerufen 2026-10-30
- Freshwater shrimp · Gammarus pulex/fossarum agg. · NatureSpot · Leicestershire and Rutland recording project · abgerufen 2026-10-30
- Gammarus pulex · Merkmale und Lebensräume · Invasive Species Northern Ireland · Arteninformation · abgerufen 2026-10-30
- Mouthpart morphology of three sympatric native and nonnative gammaridean species · Gerd Mayer, Andreas Maas und Dieter Waloszek · International Journal of Zoology (2012), 493420 · abgerufen 2026-10-30
Bild: KI-generierte, fotorealistische Darstellung für Wissenschaftswelle; keine dokumentarische Aufnahme.
