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Vögel

Kea

Nestor notabilis

Der Kea erkundet Bergwälder und Felslandschaften mit einem vielseitigen Schnabel und großer Neugier. Auswahlversuche zeigen, wie dieser neuseeländische Papagei Hinweise auf günstige Nahrungschancen verbinden kann.

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Olivgrüner Kea mit dunklen Federrändern und schlank gebogenem Schnabel auf einem Felsen; die Flügel sind geschlossen.
KI-generierte, fotorealistische Darstellung eines Keas in einer erfundenen neuseeländischen Berglandschaft. Keine dokumentarische Aufnahme und kein Bild eines bestimmten Forschungstiers.

Nestor notabilis Gould, 1856. Ordnung Psittaciformes und Familie Strigopidae nach New Zealand Birds Online. Manche Systematiken trennen Nestor in eine eigene Familie Nestoridae ab; hier wird die genannte Quelle einheitlich verwendet. Die Gattung Nestor umfasst auch den Kākā, der nicht dieselbe Art ist.

Auf einen Blick

Größe
Etwa 46 cm GesamtlängeOrientierungsangabe von New Zealand Birds Online für den gesamten Vogel einschließlich Schwanz; keine Flügelspannweite und kein individuell vermessener Bildvogel.New Zealand Birds Online · Colin Miskelly / Birds New Zealand, Te Papa und DOC
Körpermasse
Männchen 900–1.100 g; Weibchen 700–900 gGeschlechtsspezifische Orientierungsbereiche von New Zealand Birds Online, keine für alle Altersstufen oder Jahreszeiten gültigen Einzelgewichte.New Zealand Birds Online · Colin Miskelly / Birds New Zealand, Te Papa und DOC
Besonderheit
Auswahl nach günstigen Mischungsverhältnissen2020 an sechs männlichen Keas in menschlicher Obhut untersucht; Aufgaben und Trainingsstand begrenzen die Verallgemeinerung. Der methodische Nachtrag vom Juni 2020 ist berücksichtigt.Amalia P. M. Bastos und Alex H. Taylor · Nature Communications 11, 828 (2020) Amalia P. M. Bastos und Alex H. Taylor · Nature Communications 11, 2906 (2020)

Ein Papagei zwischen Bergwald und Fels

Ein Kea sieht im Sitzen eher olivgrün und braun aus. Dunkle Federränder erzeugen ein feines Schuppenmuster. Erst beim Öffnen der Flügel leuchten die orange-roten Unterseiten auf. Der schlanke, gebogene Schnabel unterscheidet ihn von vielen Papageien mit besonders wuchtigen Schnäbeln. Junge Keas besitzen gelbliche Hautpartien an Schnabelbasis und Augen, die beim Heranwachsen dunkler werden.

Seine Heimat ist Neuseelands Südinsel. Trotz seines Rufs als Bergpapagei lebt er nicht ausschließlich oberhalb der Baumgrenze. Bergwälder, Gebüsch, Gras- und Kräuterflächen gehören ebenso zu seinem Lebensraum; manche Vorkommen reichen bis nahe ans Meer. Wald und offene Höhenlagen bilden für ihn keinen strikten Gegensatz.

New Zealand Birds Online · Colin Miskelly / Birds New Zealand, Te Papa und DOC New Zealand Department of Conservation · Te Papa Atawhai

Ein vielseitiger Speiseplan verlangt vielseitiges Suchen

Keas sind Allesfresser. Sie nehmen Früchte, Samen, Blätter, Blüten und Nektar auf, graben nach unterirdischen Pflanzenteilen und suchen nach Insekten und deren Larven. Auch Aas kann Nahrung liefern. Welche Quellen zugänglich sind, verändert sich mit Ort und Jahreszeit.

Der Schnabel dient dabei nicht nur zum Zerkleinern. Mit ihm lassen sich Dinge untersuchen, Pflanzen bearbeiten und Nahrung aus Verstecken holen. Wer einen Kea an einer Berghütte erlebt, sieht deshalb nur einen kleinen Ausschnitt seiner Nahrungssuche. Menschliche Essensreste sind kein notwendiger Bestandteil dieses natürlichen Speiseplans.

Kea Conservation Trust New Zealand Birds Online · Colin Miskelly / Birds New Zealand, Te Papa und DOC New Zealand Department of Conservation · Te Papa Atawhai

Das Nest liegt am Boden, die Kindheit dauert länger

Keas nutzen geschützte Hohlräume, etwa unter Felsen oder Baumwurzeln. Viele Nester liegen im Wald unterhalb der Baumgrenze. Während der Fortpflanzung übernimmt das Weibchen das Brüten und die unmittelbare Versorgung der Jungen im Nest. Das Männchen bringt ihm Nahrung.

Die Jungen bleiben ungefähr drei Monate im Nest und benötigen anschließend weiter Betreuung. Nicht jedes erwachsene Weibchen brütet in jedem Jahr. Jungvögel schließen sich lockeren Gruppen an, erkunden ihre Umgebung und spielen. Dadurch bieten sich zahlreiche Gelegenheiten, Materialien und andere Keas kennenzulernen. Spiel allein beweist allerdings noch keine bestimmte Denkfähigkeit.

New Zealand Birds Online · Colin Miskelly / Birds New Zealand, Te Papa und DOC Kea Conservation Trust

Welches Gefäß verspricht die bessere Chance?

Eine 2020 veröffentlichte Studie untersuchte sechs männliche Keas in einer neuseeländischen Wildtierstation. Sie hatten zuvor gelernt, schwarze Holzplättchen gegen Futter einzutauschen; orange Plättchen brachten keine Belohnung. In den Tests sahen sie zwei Gefäße mit unterschiedlichen Mischungen. Anschließend wählten sie zwischen geschlossenen Händen, die jeweils eine Probe daraus genommen hatten.

Ein besonders aufschlussreicher Vergleich hielt die Zahl der schwarzen Plättchen gleich: In beiden Gefäßen lagen 20. Dazu kamen aber einmal 100 und einmal nur vier orange Plättchen. Vier der sechs Keas bevorzugten in den ersten 20 Testdurchgängen die günstigere Mischung häufiger, als nach Zufall zu erwarten war. Einfach das Gefäß mit mehr schwarzen Plättchen zu wählen, konnte diese Entscheidung nicht erklären.

Amalia P. M. Bastos und Alex H. Taylor · Nature Communications 11, 828 (2020)

Auch erreichbare Bereiche und Menschen spielten eine Rolle

Weitere Aufgaben veränderten, welche Plättchen überhaupt gezogen werden konnten. Eine Trennscheibe machte den unteren Teil eines Gefäßes unzugänglich. Die Entscheidungen passten dazu, dass die Tiere die erreichbare Mischung berücksichtigten. In einem anderen Versuch beobachteten sie vorher, welche Person gezielt belohnte Plättchen herausnahm. Auch solche Erfahrungen konnten die spätere Wahl beeinflussen.

Die Leistungen unterschieden sich zwischen Individuen und Aufgaben. Es handelte sich um trainierte Entscheidungen in einer kleinen Gruppe unter kontrollierten Bedingungen. Daraus folgt weder, dass Keas Brüche wie Menschen berechnen, noch dass jeder frei lebende Kea jede solche Aufgabe löst.

Amalia P. M. Bastos und Alex H. Taylor · Nature Communications 11, 828 (2020)

Ein Nachtrag macht eine wichtige Fehlerquelle sichtbar

Die Forschenden berichteten später, dass Plättchen in manchen Durchgängen zwischen den Fingern sichtbar gewesen sein könnten. Sie prüften geeignete Videoaufnahmen erneut, entfernten oder ersetzten problematische Durchgänge und untersuchten den möglichen Einfluss nicht eindeutig sichtbarer Aufnahmen durch Simulationen. Die übergeordneten Schlussfolgerungen blieben nach dieser Auswertung bestehen.

Zusätzlich erhielten die sechs Vögel Aufgaben mit gleichen Mischungen in beiden Gefäßen. Keiner wählte dabei überzufällig die belohnte Hand. Das sprach gegen eine Erklärung allein durch unbeabsichtigte Körperhinweise der Versuchsleitung. Es beseitigt nicht jede denkbare Unsicherheit, zeigt aber, weshalb Kontrollversuche zur Interpretation dazugehören.

Amalia P. M. Bastos und Alex H. Taylor · Nature Communications 11, 2906 (2020)

Neugier schützt nicht vor neuartigen Gefahren

Am Boden gelegene Nester und häufige Nahrungssuche am Boden machen Keas für eingeschleppte Säugetiere verwundbar. Hermeline und verwilderte Katzen können Vögel oder Jungtiere töten; weitere eingeführte Arten schädigen Nester und Eier. Dazu kommen Bleivergiftungen und Unfälle mit Fahrzeugen oder anderen menschlichen Einrichtungen.

Gerade neugierige Tiere nähern sich leicht Menschen und ihren Gegenständen. Das Department of Conservation rät deshalb ausdrücklich vom Füttern ab. Wer Abstand hält, Nahrung und lose Ausrüstung sichert und einen Kea selbst suchen lässt, unterstützt ein Verhalten, das besser zu seinem natürlichen Leben passt als das Warten auf einen Snack am Parkplatz.

New Zealand Department of Conservation · Te Papa Atawhai

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Quellen und Bildnachweis

Stand: 2026-10-29

Bild: KI-generierte, fotorealistische Darstellung für Wissenschaftswelle; keine dokumentarische Aufnahme.