Amphibien
Feuersalamander
Salamandra salamandra
Im feuchten Wald lebt der Feuersalamander an Land, während viele seiner Larven in Bächen aufwachsen. Sein Lebenszyklus verbindet Verstecke, Wasser und eine Haut, die Abwehr ermöglicht und zugleich verletzlich bleibt.
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Nordafrikanische und nahöstliche Salamander, die ältere Literatur teilweise einschließt, werden heute als andere Arten geführt. Innerhalb von Salamandra salamandra unterscheiden sich Populationen unter anderem in Zeichnung und Fortpflanzungsweise.
Auf einen Blick
- Größe
- Häufig etwa 14–20 cm GesamtlängeEinschließlich Schwanz; regionale Formen und Individuen unterscheiden sich. Die FVA nennt auch größere Tiere bis etwa 23 cm.Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg BUND Naturschutz in Bayern
- Gewicht
- nicht belegtForstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg
- Besonderheit
- Meist Geburt von Wasserlarven, regional auch bereits umgewandelte JungtiereLarviparie und Pueriparie kommen innerhalb derselben Art vor.Mulder et al. · Molecular Phylogenetics and Evolution
Der Wald reicht bis in den Bach
Ein schwarz-gelbes Tier tritt nach einem Regenschauer aus dem Laub. Es ist ein erwachsener Feuersalamander, der einen großen Teil seines Lebens an Land verbringt. Trotzdem kann sein Lebenszyklus von einem kleinen Bach wenige Meter entfernt abhängen: In Mitteleuropa setzen Weibchen dort ihre Larven ab.
Salamandra salamandra gehört zu den Schwanzlurchen. Sein Verbreitungsgebiet liegt nach heutiger Artabgrenzung in West-, Mittel- und Südeuropa. Einige früher zu ihm gerechnete Salamander Nordafrikas und des Nahen Ostens gelten inzwischen als eigene Arten. Ein weit gefasster alter Verbreitungsatlas kann deshalb mehr Gebiete zeigen als eine aktuelle Artenliste.
American Museum of Natural History · Amphibian Species of the World Bayerische Landesanstalt für Wald und ForstwirtschaftEin auffälliger Körper auf kurzen Beinen
Der breite Kopf, der gedrungene Rumpf und der erhaltene Schwanz unterscheiden den Salamander schon im Umriss von einem erwachsenen Frosch. Seine Haut ist überwiegend schwarz mit gelben Flecken oder Bändern. Das Muster variiert zwischen Tieren und regionalen Formen. Es ist keine gleichmäßige, bei jedem Tier identische Warnweste.
Direkt hinter den Augen liegen auffällige Drüsenbereiche, die sogenannten Parotiden. Die Bezeichnung Ohrdrüsen kann in die Irre führen: Gemeint sind Hautdrüsen, keine abstehenden Ohren. Larven sehen anders aus. Sie besitzen äußere Kiemen und helle Flecken an den Beinansätzen; ihre Zeichnung und Proportionen verändern sich während der Entwicklung.
Amphibien/Reptilien-Biotop-Schutz Baden-Württemberg · Alexander Pieh Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-WürttembergFeuchtigkeit bestimmt den Tagesplan
Die Haut schützt Feuersalamander nur begrenzt vor Wasserverlust. Feuchte Luft und ein kühler Untergrund erleichtern deshalb Aktivitäten außerhalb des Verstecks. Bei Trockenheit und tagsüber bleiben die Tiere oft in Hohlräumen, unter Holz, zwischen Wurzeln oder in Felsspalten. Nachts und bei Regen werden sie eher sichtbar.
Ein geeigneter Wald besteht für einen Salamander somit aus vielen kleinen Klimaräumen. Unter einem modernden Stamm können andere Bedingungen herrschen als auf einem offenen Weg daneben. Verstecke müssen auch während ungünstiger Witterung erreichbar bleiben; Winterquartiere benötigen Schutz vor Frost. Ein schattiger Wald und ein Bach erfüllen dabei unterschiedliche Aufgaben: Der eine trägt das Leben der erwachsenen Tiere, der andere die Entwicklung vieler Larven.
Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-WürttembergBeute im Laub und Beute im Wasser
Erwachsene Feuersalamander erbeuten unter anderem Schnecken, Würmer, Insekten und andere kleine Wirbellose. Sie sind keine auf eine einzige Beuteart spezialisierten Jäger. Entscheidend ist auch, welche Tiere im jeweiligen Lebensraum erreichbar und zu überwältigen sind.
Die Larven suchen im Wasser nach kleiner tierischer Nahrung. Damit verbindet derselbe Lebenszyklus zwei Nahrungsräume. Ein Regenwurm im Waldboden und eine Insektenlarve im Bach sind nicht einfach austauschbare Ressourcen: Sie müssen zur passenden Entwicklungsphase und am erreichbaren Ort vorhanden sein. Der Übergang an Land verändert deshalb mehr als die Art der Fortbewegung.
BUND Naturschutz in Bayern Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-WürttembergPaarung an Land, Larven im Gewässer
Die Paarung findet an Land statt. Das Männchen setzt ein Samenpaket ab, das vom Weibchen aufgenommen wird; die Befruchtung erfolgt im Körper. Bei den in Mitteleuropa üblichen Fortpflanzungsformen entwickeln sich Eier und frühe Larven zunächst im Weibchen. Es setzt anschließend bereits weit entwickelte Larven ins Wasser.
Ruhige Abschnitte kleiner, kühler Bäche sind wichtige Entwicklungsorte. Bei der Metamorphose bilden sich die äußeren Kiemen zurück, und die Jungtiere wechseln in das Landleben. Die Dauer hängt von den Bedingungen ab. Eine Larve im Frühjahr ist daher kein zuverlässiger Kalender, der für jeden Bach denselben Tag des Landgangs vorhersagt.
Der Grasfrosch legt dagegen Laich im Gewässer ab. Der Axolotl kann wesentliche Larvenmerkmale bis zur Geschlechtsreife behalten. Die drei Arten zeigen, wie unterschiedlich Amphibien Fortpflanzung und Wasserleben verbinden.
BUND Naturschutz in Bayern Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft Amphibian and Reptile Conservation Nature CommunicationsNicht überall wird eine Wasserlarve geboren
Innerhalb der Art gibt es eine bemerkenswerte Ausnahme. In bestimmten iberischen Populationen kommen bereits umgewandelte, landlebende Jungtiere zur Welt. Die Geburt von Wasserlarven heißt Larviparie, die Geburt bereits metamorphosierter Jungtiere Pueriparie.
Eine phylogenetische Untersuchung von 2022 verglich genetische Daten und die Verteilung dieser Fortpflanzungsweisen in der Gattung Salamandra. Sie stützte mehrere voneinander unabhängige Übergänge zur Pueriparie. Ein Merkmal kann also auch innerhalb einer Art evolutiv beweglich sein. Die iberischen Ausnahmen machen die mitteleuropäische Bindung vieler Populationen an Larvengewässer nicht bedeutungslos; sie zeigen ihre geografische Grenze.
Mulder et al. · Molecular Phylogenetics and EvolutionEine Abwehr ist kein Schutz gegen alles
Die schwarz-gelbe Färbung wird mit der chemischen Abwehr durch Hautsekrete verbunden. Darin vorkommende Alkaloide helfen, Fressfeinde abzuwehren. Das Tier ist dennoch nicht gegen jede Gefahr geschützt. Hautgifte verhindern weder das Austrocknen des Lebensraums noch zwangsläufig eine Infektion.
Besonders bedrohlich ist der Hautpilz Batrachochytrium salamandrivorans, kurz Bsal. Eine 2017 veröffentlichte Studie verfolgte einen Ausbruch in einer belgischen Population und untersuchte Übertragungswege. Neben beweglichen Sporen wurden widerstandsfähigere Formen beschrieben; auch die Umwelt und weniger empfindliche Amphibien können für das Fortbestehen des Erregers wichtig sein. Der Erreger lässt sich deshalb nicht auf sichtbar kranke Salamander reduzieren.
Staatliches Museum für Naturkunde Karlsruhe · Artenkenntnis Stegen et al. · NatureÜberleben ist noch keine Erholung
Eine spätere Untersuchung verglich vier frühe Ausbruchsorte mit nicht betroffenen Vorkommen. An mehreren Orten überlebten Feuersalamander lange nach starken Einbrüchen in geringer Zahl. Eine ursprünglich kleine Population verschwand dagegen offenbar. Die erhaltenen Bestände zeigten keine einheitliche Rückkehr zu früheren Häufigkeiten; große fortpflanzungsfähige Tiere waren teilweise selten.
Die Arbeit von 2023 zeigt damit zwei Dinge zugleich: Ein Ausbruch endet nicht zwangsläufig überall gleich, und einzelne überlebende Tiere belegen noch keine Erholung der Population. Auch seltene Erregernachweise können schwer zu deuten sein, wenn nur noch wenige Wirte vorhanden sind.
Lebensraumschutz und das Vermeiden einer Verschleppung gehören deshalb zusammen. Feuchte Waldstrukturen, geeignete Gewässer und Verbindungen zwischen Vorkommen bleiben wichtig, während eine zusätzliche Krankheit diese Lebensgemeinschaft unter Druck setzen kann.
Erens et al. · Proceedings of the Royal Society B Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-WürttembergWeitere Tiere

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EntdeckenQuellen und Bildnachweis
Stand: 2026-10-28
- Salamandra salamandra (Linnaeus,1758) · American Museum of Natural History · Amphibian Species of the World · abgerufen 2026-10-28
- Feuersalamander in Bayern: Steckbrief und Infos · BUND Naturschutz in Bayern · abgerufen 2026-10-28
- LWF-Merkblatt49 · Amphibien im Wald (2024) · Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft · abgerufen 2026-10-28
- Feuersalamander · Salamandra salamandra · Amphibien/Reptilien-Biotop-Schutz Baden-Württemberg · Alexander Pieh · abgerufen 2026-10-28
- Feuersalamander · Waldnaturschutz-Informationssystem · Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg · abgerufen 2026-10-28
- Common frog · Rana temporaria · Amphibian and Reptile Conservation · abgerufen 2026-10-27
- Construction of the axolotl cell landscape (2022) · Nature Communications · abgerufen 2026-10-27
- Independent evolutionary transitions to pueriparity across multiple timescales in the viviparous genus Salamandra · Mulder et al. · Molecular Phylogenetics and Evolution · abgerufen 2026-10-28
- Feuersalamander · Salamandra salamandra · Staatliches Museum für Naturkunde Karlsruhe · Artenkenntnis · abgerufen 2026-10-28
- Drivers of salamander extirpation mediated by Batrachochytrium salamandrivorans (2017) · Stegen et al. · Nature · abgerufen 2026-10-28
- Divergent population responses following salamander mass mortalities and declines driven by the emerging pathogen Batrachochytrium salamandrivorans (2023) · Erens et al. · Proceedings of the Royal Society B · abgerufen 2026-10-28
Bild: KI-generierte, fotorealistische Darstellung für Wissenschaftswelle; keine dokumentarische Aufnahme.
