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Amphibien

Erdkröte

Bufo bufo

Eine Erdkröte verbringt den größten Teil ihres Lebens an Land. Zur Fortpflanzung sucht sie Gewässer auf, in denen aus langen Laichschnüren Kaulquappen werden. Beide Lebensräume und die Wege dazwischen gehören zu ihrer Lebensgeschichte.

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KI-Darstellung einer braunen Erdkröte mit warziger Haut, kupferfarbenem Auge und großem Drüsenwulst hinter dem Auge auf feuchtem Waldlaub.
KI-generierte, fotorealistische Darstellung einer Erdkröte.

Bufo bufo gehört zu den Echten Kröten (Bufo) in der Familie Bufonidae. Die hier verwendete Artabgrenzung führt Bufo spinosus getrennt. Der Pflanzenanteil im Ernährungsfilter betrifft die Kaulquappen; Erwachsene ernähren sich von Tieren.

Auf einen Blick

Größe
Männchen bis etwa 9 cm; Weibchen bis etwa 12 cmKörperlängen aus dem Steckbrief der Naturhistorischen Gesellschaft Nürnberg; Orientierungswerte, keine weltweiten Rekordgrenzen.Naturhistorische Gesellschaft Nürnberg · Freiland-Aquarium und -Terrarium Stein
Gewicht
Männchen etwa 30–50 g; Weibchen etwa 50–100 gGeschlechter getrennt nach demselben Steckbrief. Körperzustand und Fortpflanzungsphase beeinflussen einzelne Messungen; keine Mittelwerte.Naturhistorische Gesellschaft Nürnberg · Freiland-Aquarium und -Terrarium Stein
Besonderheit
Wechsel zwischen Landleben und aquatischer LarvenentwicklungLarven und erwachsene Tiere unterscheiden sich auch in ihrer Nahrung. Der Lebensraumfilter umfasst beide Phasen.Froglife NABU Sachsen

Warzige Haut und kupferfarbene Augen

Eine Erdkröte sitzt zwischen Laub und morschem Holz. Ihr breiter Kopf, der gedrungene Körper und die kurzen Hinterbeine unterscheiden sie von vielen langbeinigen Fröschen. Häufig bewegt sie sich schreitend vorwärts; bei Gefahr kann sie auch hüpfen. Die braune bis graubraune Haut trägt zahlreiche warzenartige Erhebungen.

Hinter den Augen liegen auffällige, paarige Drüsenwülste, die Parotiden. Zusammen mit weiteren Hautdrüsen produzieren sie Abwehrstoffe. Die Erhebungen auf dem Rücken sind also kein Zeichen einer Hautkrankheit. Kupfer- bis bernsteinfarbene Augen mit waagerecht ovaler Pupille gehören ebenfalls zu den typischen Merkmalen. Ein wirksamer chemischer Schutz macht das Tier allerdings nicht für sämtliche Fressfeinde unangreifbar.

Naturhistorische Gesellschaft Nürnberg · Freiland-Aquarium und -Terrarium Stein

Die meiste Zeit an Land

Außerhalb der Fortpflanzungszeit verbringen erwachsene Erdkröten nur wenig Zeit im Wasser. Wälder, Gebüsche und gröber bewachsene Wiesen können geeignete Landlebensräume sein. Tagsüber bleibt eine Kröte oft verborgen; nachts sucht sie unter anderem nach Schnecken, Spinnen und Insekten.

Im Winter nutzt sie geschützte Verstecke unter Totholz oder im Boden. Bei milder Witterung können Tiere zeitweise wieder aktiv werden. Eine Kröte im Sommergarten ist deshalb nicht automatisch fehl am Platz: Ihr Leben umfasst mehr als den Aufenthalt am Laichgewässer.

Froglife

Im Frühjahr führen viele Wege zum Gewässer

Mit den ersten milden Frühlingsnächten beginnt die Wanderung zu den Fortpflanzungsgewässern. Im Raum München kann dies bereits Anfang März geschehen. Der Zeitpunkt hängt von Witterung und Region ab. Viele Tiere sammeln sich innerhalb kurzer Zeit; diese gebündelte Fortpflanzung wird als Explosivlaichen bezeichnet.

Erdkröten nutzen unterschiedliche Gewässer, häufig größere Teiche und Weiher. Ein Männchen kann ein Weibchen schon auf dem Weg umklammern und sich von ihm tragen lassen. Die kleineren Männchen sind dadurch auf manchen Wanderungen besonders auffällig. Auf diesen Wegen können Straßen liegen: eine Gefahr schon vor der Eiablage.

LBV Kreisgruppe München Amphibien/Reptilien-Biotop-Schutz Baden-Württemberg · Alexander Pieh

Laichschnüre statt eines Eiklumpens

Im Gewässer legt das Weibchen mehrere Tausend Eier ab. Der bayerische Artsteckbrief nennt als Orientierung etwa 3.000 bis 8.000 Eier. Sie liegen in langen Gallertschnüren, die zwischen Wasserpflanzen und anderen Strukturen aufgespannt werden. Die Eiablage unterscheidet sich damit deutlich von den Laichballen des Grasfroschs.

Auch die Eier und Kaulquappen enthalten Abwehrstoffe. Das kann ihre Nutzung als Nahrung durch Fische verringern und erklärt, weshalb sich Erdkröten auch in manchen fischbesetzten Teichen fortpflanzen. Daraus folgt kein Schutz vor jedem Räuber und keine Garantie für den Erfolg eines beliebigen Fischteichs. Nach dem Ablaichen kehren die erwachsenen Tiere wieder an Land zurück.

BUND Naturschutz in Bayern

Eine Kaulquappe baut ihren Körper um

Die dunklen Kaulquappen können größere Ansammlungen bilden. Während ihrer Entwicklung erscheinen zunächst die Hinterbeine, dann werden auch die Vorderbeine sichtbar. Der Schwanz wird zurückgebildet. Am Ende verlässt eine winzige Kröte das Wasser, häufig bei feuchtem Wetter. Wie lange dieser Umbau dauert, hängt unter anderem von den Entwicklungsbedingungen ab; ein starrer Kalender würde die Unterschiede verdecken.

Mit der Körperform verändert sich auch die Ernährung. Die Larven nutzen unter anderem Algen und Pflanzenmaterial. Das erwachsene Tier jagt dagegen kleine Tiere. Welche Nahrung die Art nutzt, hängt also auch vom Lebensstadium ab. Ein Kaulquappenschwarm und eine nachts jagende Erdkröte sind zwei Phasen derselben Art.

Froglife NABU Sachsen

Eine verbreitete Art braucht verbundene Lebensräume

Die heute enger abgegrenzte Art Bufo bufo lebt in weiten Teilen Europas und reicht ostwärts bis nach Asien. Irland gehört nicht zu ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet. Ältere Darstellungen fassten verwandte Kröten teilweise weiter zusammen; Bufo spinosus wird in der hier verwendeten Systematik als eigene Art geführt. Eine historische Verbreitungsangabe lässt sich deshalb nicht immer unverändert auf die heutige Art übertragen.

Vor Ort reicht es nicht, nur das Wasser eines Teichs zu betrachten. Die Kröten brauchen auch nutzbare Flächen an Land und Wege zwischen diesen Bereichen. Straßen und andere Hindernisse können diese Verbindung unterbrechen. Das erklärt, warum gerade bei einer häufig gesehenen Amphibienart die Wanderung ein wichtiger Teil ihrer Lebensbedingungen ist.

American Museum of Natural History · Amphibian Species of the World Amphibien/Reptilien-Biotop-Schutz Baden-Württemberg · Alexander Pieh

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Quellen und Bildnachweis

Stand: 2026-10-28

Bild: KI-generierte, fotorealistische Darstellung für Wissenschaftswelle; keine dokumentarische Aufnahme.