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Insekten

Westliche Honigbiene

Apis mellifera

Sie sammelt Nektar und Pollen, verständigt Nestgefährtinnen durch Tanz und lebt in einer Gemeinschaft, die den Winter gemeinsam überdauern kann.

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Fotorealistisch generierte behaarte Honigbienen-Arbeiterin mit Pollen an den Hinterbeinen auf einer weißen Kleeblüte.
KI-generierte, fotorealistische Darstellung einer Honigbienen-Arbeiterin mit Pollen an einer Kleeblüte; keine dokumentarische Aufnahme.

Apis mellifera ist eine Honigbienenart aus der Familie Apidae; Honigbienen sind nur ein Teil der Bienenvielfalt.

Auf einen Blick

Größe
Arbeiterinnen etwa 10–15 mm KörperlängeKöniginnen und Drohnen haben andere Größenbereiche; auch die Unterarten variieren.University of Michigan · ADW
Besonderheit
Schwänzeltanz vermittelt Hinweise auf Richtung und EntfernungTanzgenauigkeit wird durch Erfahrung beeinflusst; die Nahrungssuche bleibt selbstständig.Science · Dong et al.

Eine Sammlerin und ihr Volk

Eine Honigbiene landet auf einer Blüte, streckt ihren Rüssel aus und fliegt weiter. An ihren Hinterbeinen tragen manche Sammlerinnen gelbe Pollenpakete. Das sichtbare Tier ist jedoch nur ein Teil eines Verbunds: Im Nest leben Tausende Arbeiterinnen mit einer Königin und zeitweise männlichen Drohnen zusammen. Gemeinsam versorgen sie Brut, halten das Nest instand und legen Nahrungsvorräte an.

Die Westliche Honigbiene heißt wissenschaftlich Apis mellifera. Sie gehört zu den staatenbildenden Insekten und ist die Art, die Imkerinnen und Imker in vielen Teilen der Welt halten. Neben ihr gibt es weitere Honigbienenarten und eine große Vielfalt anderer Bienen. Ein Honigbienenvolk steht daher nicht stellvertretend für alle Bestäuber.

USDA National Agricultural Library University of Michigan · ADW

Körperbau für den Blütenbesuch

Wie andere Insekten hat die Biene sechs Beine und einen Körper aus Kopf, Brust und Hinterleib. Am Kopf sitzen Fühler, Augen und Mundwerkzeuge; die Brust trägt Beine und zwei Flügelpaare. Die Behaarung kann Blütenstaub aufnehmen. Arbeiterinnen sammeln Pollen und transportieren ihn als Pakete an den Hinterbeinen zurück zum Nest.

Nektar liefert vor allem Zucker, Pollen enthält unter anderem Eiweiß und andere für die Entwicklung wichtige Nährstoffe. Aus eingetragenem Nektar bereiten die Arbeiterinnen Vorräte auf, darunter Honig. Der Vorrat entsteht also nicht einfach dadurch, dass eine Biene fertigen Honig aus einer Blüte saugt. Größe und Aussehen unterscheiden sich zwischen Königin, Arbeiterin und Drohne; auch innerhalb der Art gibt es regionale Vielfalt.

University of Michigan · ADW US Geological Survey

Von der Larve zur Arbeiterin oder Königin

Die Entwicklung verläuft über Ei, Larve und Puppe zum erwachsenen Insekt. Arbeiterinnen pflegen die Brut in Zellen aus Wachs und füttern die Larven. Eine Larve, aus der eine Königin werden soll, erhält während ihrer Entwicklung eine andere Versorgung als eine Arbeiterinnenlarve. Bei der Entwicklung spielen Ernährung und weitere Bedingungen zusammen; die spätere Rolle ist kein menschlicher Beruf, für den ein ausgewachsenes Tier ausgebildet wird.

Unter günstigen Bedingungen dauert die Entwicklung einer Arbeiterin etwa 21 Tage, die einer Königin etwa 16 und die einer Drohne etwa 24 Tage. Das sind Orientierungswerte, keine für jede Temperatur und jedes Volk auf die Stunde genaue Uhr. Arbeiterinnen übernehmen im Verlauf ihres Lebens unterschiedliche Aufgaben. Jüngere Bienen arbeiten häufig im Nest; später sammeln viele draußen. Diese Abfolge ist flexibel, wenn das Volk andere Aufgaben braucht.

University of Michigan · ADW Penn State Extension

Fortpflanzung und ein neues Volk

Meist lebt eine begattete Königin im Volk und legt die Eier. Junge Königinnen paaren sich im Flug mit mehreren Drohnen und können gespeicherten Samen später zur Befruchtung verwenden. Aus befruchteten Eiern entstehen gewöhnlich Weibchen; aus unbefruchteten Eiern entwickeln sich Männchen. Arbeiterinnen legen normalerweise keine Eier, können es unter bestimmten Umständen aber ebenfalls tun. Ein solches Ei entwickelt sich ohne Begattung zu einer Drohne.

Wenn ein Volk schwärmt, zieht die bisherige Königin mit einem Teil der Arbeiterinnen aus; im zurückbleibenden Nest wird eine neue Königin aufgezogen. Damit vermehrt sich nicht nur ein einzelnes Tier: Das Volk teilt sich. Anders als bei vielen Hummelarten kann ein Honigbienenvolk mehrere Jahre bestehen. Im Winter überleben Königin und Arbeiterinnen in einer eng zusammensitzenden Traube und nutzen ihre Vorräte.

University of Michigan · ADW University of Minnesota Extension Penn State Extension

Ein Tanz als Wegbeschreibung

Findet eine Sammlerin eine ergiebige Nahrungsquelle, kann sie im Nest einen Schwänzeltanz aufführen. Während einer geraden Laufstrecke bewegt sie den Hinterleib und kehrt anschließend in Bögen zurück. Richtung und Dauer des Schwänzellaufs vermitteln anderen Bienen Hinweise auf Richtung und Entfernung des Ziels. Auf einer senkrechten Wabe wird die Richtung zur Sonne durch einen Winkel zur Schwerkraft dargestellt.

Die Folgebienen erhalten keine gezeichnete Karte. Sie nehmen Bewegungen und weitere Signale wahr und müssen anschließend selbst zur Nahrung finden. Nicht jeder Tanz führt alle Tiere zuverlässig an denselben Punkt; Wetter, Blütenangebot und Erfahrung beeinflussen das Ergebnis. Forschungsaufnahmen zeigen dennoch, wie ein Volk Informationen über entfernte Nahrungsorte untereinander verbreitet.

Science · Dong et al. University of Sussex · LASI

Wärme aus gemeinsamer Bewegung

In gemäßigten Regionen verändert sich das Volk mit den Jahreszeiten. Im Frühjahr wächst die Brut und viele Arbeiterinnen werden gebraucht; während der Blütensaison füllen Sammlerinnen die Vorräte. Wenn es kalt wird, sitzen die Bienen dicht zusammen. Im Inneren dieser Wintertraube ist es wärmer als am Rand. Durch Muskelarbeit erzeugen die Tiere Wärme, wobei sie Zucker aus den gespeicherten Vorräten verbrauchen.

Das Volk hält nicht einfach den ganzen Winter über dieselbe Temperatur in jedem Winkel des Nestes. Die Traube verändert ihre Form und muss erreichbar gelagertes Futter nutzen können. Eine Beschreibung aus dem Nordosten der USA zeigt den jahreszeitlichen Verlauf; in anderen Klimazonen können Zeitpunkte und Brutpausen anders ausfallen. Gerade das Zusammenspiel von Vorrat, Volksstärke und Witterung entscheidet darüber, ob ein Volk die kalte Zeit übersteht.

Penn State Extension

Warum junge Bienen erfahrenen folgen

Ein Experiment von 2023 untersuchte, was geschieht, wenn junge Honigbienen vor ihrem ersten Tanz keine erfahrenen Tänzerinnen beobachten können. Sie tanzten trotzdem, machten zunächst aber größere Richtungsfehler und verschlüsselten Entfernungen anders als Vergleichstiere. Mit eigener Erfahrung verbesserten sich manche Fehler; die abweichende Entfernungskodierung blieb in diesem Versuch bestehen.

Das Ergebnis verbindet angelegte Fähigkeiten mit sozialer Erfahrung. Es bedeutet nicht, dass Bienen eine Tanzschule nach menschlichem Vorbild besuchen oder jede Bewegung erst lernen müssen. Untersucht wurden besondere Versuchsvölker unter bestimmten Bedingungen. Wie die genauen Effekte in anderen Umwelten ausfallen, ist eine eigene Forschungsfrage.

Science · Dong et al.

Warum eine Blüte für eine Biene nicht immer gleich viel wert ist

Eine Landschaft kann aus der Luft grün wirken und dennoch nur kurzzeitig Nahrung bieten. Honigbienen brauchen nicht nur einzelne Blüten an einem sonnigen Tag, sondern über längere Zeit zugängliche Quellen von Nektar und Pollen. Unterschiedliche Pflanzen blühen zu verschiedenen Zeiten; eine Lücke zwischen den Blühphasen kann für ein Volk bedeutsam sein.

Der Tanz kann auf lohnende Orte hinweisen, erzeugt aber keine Nahrung. Forschende nutzen entschlüsselte Tänze, um die von beobachteten Völkern aufgesuchten Landschaften besser zu verstehen. Dabei bleiben Reichweite und Wahl der Ziele abhängig vom Standort, vom Wetter und vom tatsächlichen Angebot. Die Daten eines Volkes sind deshalb keine vollständige Karte aller Blüten oder aller Insekten in der Umgebung.

University of Sussex · LASI Penn State Extension

Bestäubung – und die Vielfalt der Wildbienen

Beim Blütenbesuch kann Pollen von einer Blüte zur nächsten gelangen. Für viele Wild- und Kulturpflanzen ist Bestäubung durch Tiere wichtig, und gehaltene Honigbienenvölker werden gezielt dafür eingesetzt. Wie stark eine Pflanzenart davon profitiert, hängt aber von ihrer Blüte und den Besuchern ab. Honigbienen sind keine universell beste Bestäuberin für jede Pflanze.

Andere Bienenarten benötigen teils andere Nahrungspflanzen und Nistplätze. Wo viele gehaltene oder eingeführte Bienen begrenzte Ressourcen nutzen, kann Konkurrenz mit wildlebenden Arten entstehen; die Folgen unterscheiden sich je nach Ort und Situation. Mehr Honigbienenvölker aufzustellen ist deshalb nicht gleichbedeutend mit dem Schutz aller Wildbienen. Blütenreiche Lebensräume und passende Nistmöglichkeiten helfen, deren unterschiedliche Ansprüche mitzudenken.

USDA National Agricultural Library Current Research in Insect Science · Iwasaki und Hogendoorn

Herkunft, Haltung und Belastungen

Ursprünglich ist die Westliche Honigbiene in großen Teilen Europas, Afrikas und Westasiens verbreitet; durch menschliche Haltung kam sie auf weitere Kontinente. Die heutige Verbreitung sagt deshalb nicht überall etwas über das ursprüngliche Vorkommen aus. Neben bewirtschafteten Völkern können auch frei lebende Kolonien in geeigneten Hohlräumen vorkommen.

Für gehaltene Völker ist die Varroamilbe ein wichtiger Parasit. Sie kann Viren übertragen und so zum Verlust von Völkern beitragen. Daneben wirken Nahrungslücken, Krankheiten, Pflanzenschutzmittel und andere Umwelteinflüsse je nach Situation zusammen. Ein Bericht des US-Landwirtschaftsministeriums zu Verlusten in amerikanischen Erwerbsimkereien 2025 benennt Varroa und Viren als wichtige Faktoren, schließt andere Belastungen aber nicht aus. Aus diesem regionalen Ereignis lässt sich keine einzelne Ursache für jedes Bienensterben weltweit ableiten.

University of Michigan · ADW USDA Agricultural Research Service

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Quellen, Prüfstand und Bildnachweis

Fachlicher Stand: 2026-10-27. Recherche und redaktionelle Prüfung mit KI-Unterstützung. Eine persönliche Fachbegutachtung durch externe Zoologen ist nicht erfolgt.

Bild: KI-generierte, fotorealistische Tierdarstellung, erstellt mit ImageGen für Wissenschaftswelle. Sie dokumentiert keine reale Beobachtung. Herkunft, Prompt und Merkmalsprüfung sind im Projektregister hinterlegt.