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Vögel

Ringeltaube

Columba palumbus

Weißer Halsfleck, kräftige Brust und ein vertrautes Gurren: Die Ringeltaube verbindet Wald, Feld und Stadt. Ihre Jungen starten mit einer besonderen Nahrung, die sowohl Weibchen als auch Männchen im Kropf bilden.

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Fotorealistisch KI-generierte erwachsene europäische Ringeltaube mit weißem Halsfleck, rosa Brust, grauen Flügeln und rötlichen Füßen auf einer grasigen Fläche mit trockenem Laub.
KI-generierte, fotorealistische Darstellung einer erwachsenen europäischen Ringeltaube; Vogel und Parkszene sind fiktiv.

Columba palumbus Linnaeus, 1758; AviList v2026, Artzeile 2686 und Gattung 2650. Das Bild zeigt eine europäische erwachsene Ringeltaube der Nominatform. Die frühere Madeira-Unterart maderensis wird als möglicherweise ausgestorben markiert und hier nicht als gesichertes heutiges Vorkommen dargestellt. Die sechs Hauptränge lassen Zwischenränge weg.

Auf einen Blick

Körperlänge im Artprofil
Etwa 40–42 cmAllgemeine Profilspanne von BirdLife Österreich ohne ausgewiesene einheitliche Messserie oder Geschlechtertrennung. Flügelspannweite und die Länge eines einzelnen ausgestreckten Flügels sind andere Messgrößen. Keine weltweiten Extremwerte.BirdLife Österreich British Trust for Ornithology
Körpermasse erwachsener Vögel
BTO-Mittel 507,4 gStandardabweichung 71,4 g, N = 1.180. 400–612,5 g bezeichnen das 5. und 95. Perzentil, keine Minimal- oder Maximalwerte. Lebendgewichte ohne Korrektur für Tages- und Jahreszeit. Die geschlechtsbezogenen Teilstichproben werden nicht zusätzlich zur Gesamtstichprobe gezählt.British Trust for Ornithology British Trust for Ornithology
Besonderheit
Kropfmilch von Weibchen und MännchenNährstoffreiche Zellen aus der Kropfwand ernähren die frisch geschlüpften Jungen. Die ähnliche Funktion bedeutet nicht, dass Tauben Milchdrüsen wie Säugetiere besitzen.British Trust for Ornithology Nationalpark Donau-Auen

Der weiße Halsfleck kommt erst mit dem Alter

Bei erwachsenen Ringeltauben in Mitteleuropa fällt auf jeder Halsseite ein weißer Fleck auf. Daneben können grüne und purpurne Federn schillern. Der Kopf ist blaugrau, die volle Brust rosa bis weinfarben; am Ende des grauen Schwanzes liegt eine dunkle Binde. Im Flug wird außerdem ein breites weißes Feld auf dem Flügel sichtbar.

Frisch ausgeflogenen Jungen fehlt der weiße Halsfleck noch. Ein unauffälliger Hals bedeutet deshalb nicht automatisch, dass eine andere Taubenart vor einem sitzt. Größe, Flügelzeichnung, Körperform und Alter gehören zusammen.

Die Hohltaube ist kleiner und besitzt keine entsprechenden weißen Flügelfelder. Die heller beige Türkentaube trägt einen dunklen Nackenring. Straßentauben wiederum können sehr unterschiedlich gefärbt sein. Einzelne weiße Federn allein sind daher kein sicherer Beweis für eine Ringeltaube.

BirdLife Österreich British Trust for Ornithology · Garden BirdWatch

Pflanzenkost aus Wald, Feld und Garten

Ringeltauben nehmen Eicheln, Bucheckern, Getreidekörner und andere Samen auf. Dazu kommen Beeren, Knospen, frische Triebe und Blätter. Welche Nahrung überwiegt, ändert sich mit dem örtlichen Angebot und der Jahreszeit. Gelegentlich werden auch kleine wirbellose Tiere gefressen.

Nahrung finden sie sowohl am Boden als auch in Bäumen und Sträuchern. Eine Landschaft kann deshalb mehrere Aufgaben erfüllen: Gehölze bieten Brut- und Ruheplätze, während Felder oder offene Grünflächen Nahrung liefern. Die Nahrungsflächen müssen nicht unmittelbar neben dem Nest liegen.

Auch während der Brutzeit können mehrere Ringeltauben gemeinsam auf einer geeigneten Fläche fressen. Das steht nicht im Widerspruch dazu, dass ein Paar die unmittelbare Umgebung seines Brutplatzes gegen andere Tauben verteidigt.

BirdLife Österreich Nationalpark Donau-Auen

Kropfmilch entsteht bei beiden Eltern

Die ersten Mahlzeiten eines Ringeltaubenkükens bestehen nicht aus ganzen Körnern. Beide Eltern können im Kropf eine besondere Nahrung bilden: die Kropfmilch. Der Kropf ist eine Erweiterung der Speiseröhre, die sonst vor allem als Nahrungsspeicher dient.

Gegen Ende der Brutzeit verändern sich Zellen seiner Innenwand. Abgelöste, nährstoffreiche Zellen bilden die Grundlage der Nahrung, die die frisch geschlüpften Jungen erhalten. In den ersten Lebenstagen ist sie deren alleinige Nahrungsquelle.

Der Name beschreibt eine ähnliche Aufgabe wie bei der Milch von Säugetieren: Eltern versorgen damit den sehr jungen Nachwuchs. Entstehungsort und Aufbau sind jedoch anders. Eine Taube besitzt dafür keine Milchdrüsen. Mit dem Heranwachsen verändert sich die Zusammensetzung der Nahrung, die die Eltern an ihre Jungen weitergeben.

British Trust for Ornithology Nationalpark Donau-Auen

Ein einfaches Nest, geteilte Arbeit

Das Nest ist häufig eine flache Plattform aus Zweigen. Es liegt etwa in einem Baum oder Strauch; in Siedlungen werden auch ungewöhnliche Unterlagen genutzt. Die vergleichsweise lockere Bauweise gehört zur Art und ist kein zuverlässiger Hinweis darauf, dass ein bestimmtes Nest verlassen wurde.

Meist besteht das Gelege aus zwei weißen Eiern. Beide Eltern brüten und versorgen die Jungen. Die britischen BirdFacts nennen ungefähr 17 Tage Brutdauer und typischerweise 33 bis 34 Tage bis zum Ausfliegen. Solche Angaben sind Orientierung aus einem bestimmten Datenzusammenhang, kein minutengenauer Zeitplan für jedes Nest.

Die Brutsaison kann lang sein, und mehrere Brutversuche sind möglich. Wie viele davon stattfinden und erfolgreich sind, hängt von den Bedingungen ab. Eine feste Zahl an Jahresbruten gilt daher nicht für jedes Paar.

British Trust for Ornithology British Trust for Ornithology · Garden BirdWatch BirdLife Österreich

Gurren und Flügelklatschen markieren das Revier

Das tiefe, rhythmische Gurren gehört zu den auffälligsten Lauten in Parks und Wäldern. Die häufig fünfteilig wirkende Strophe unterscheidet sich vom kürzeren Rufmuster der Türkentaube. Pausen und Betonung helfen beim Wiedererkennen oft mehr als ein einzelner nachgeahmter Laut.

Während der Balz kann das Männchen steil aufsteigen, mit den Flügeln klatschen und anschließend mit ausgebreiteten Flügeln wieder herabgleiten. Ruf und Flug dienen der Werbung und der Anzeige eines besetzten Reviers.

Auch beim raschen Auffliegen kann ein kräftiges Flügelgeräusch entstehen. Lautes Klatschen allein verrät deshalb noch nicht, ob gerade ein Balzflug stattfindet. Der gesamte Bewegungsablauf liefert den entscheidenden Zusammenhang.

British Trust for Ornithology · Garden BirdWatch BirdLife Österreich

Wildtaube im Stadtzentrum

Ringeltauben leben in Wäldern und an Waldrändern, inzwischen aber auch in vielen Parks, Gärten und dicht bebauten Ortschaften. Sie bleiben dabei Columba palumbus. Die Straßentaube geht dagegen auf domestizierte Felsentauben zurück; der gemeinsame Aufenthaltsort macht beide nicht zur selben Art.

Eine 2022 veröffentlichte Untersuchung kartierte Ringeltauben in drei begrenzten Siedlungsflächen Südostungarns. Die Forscher ordneten anhand von Sicht- und Rufbeobachtungen Brutpaare zu. Die gezählten Paare und ihre Dichten unterschieden sich deutlich zwischen den Orten. Parkartige Bereiche der Siedlungszentren spielten dort bei der frühen Besiedlung eine wichtige Rolle.

Das zeigt, wie unterschiedlich Stadtbesiedlung vor Ort verlaufen kann. Die Beobachtungen beweisen weder eine einheitliche Entwicklung für ganz Europa noch allein, dass Ringeltauben andere Taubenarten ursächlich verdrängen.

BirdLife Österreich András István Csathó und László Bozó · Ornis Hungarica British Trust for Ornithology · Garden BirdWatch

Im Winter bleiben manche, andere ziehen

Ringeltauben sind nicht überall gleich ortstreu. In Teilen West- und Südeuropas bleiben viele Vögel ganzjährig, während nördliche und östliche Populationen stärker ziehen. Das Verbreitungsgebiet reicht über Europa hinaus nach Nordwestafrika und in Teile Asiens.

Im Herbst können sich große Trupps bilden. Ihr Auftreten kann mit Durchzug, der Suche nach ergiebigen Nahrungsflächen oder gemeinsamen Ruheplätzen zusammenhängen. Wer an derselben Stelle im Sommer und Winter Ringeltauben sieht, hat daher nicht automatisch dieselben Individuen vor sich.

Die im Lexikon verwendete Einordnung folgt AviList 2026. Regionale Formen und Zugverhalten gehören zu dieser Art; sie sollten bei der Übertragung örtlicher Beobachtungen auf andere Landschaften mitgedacht werden.

AviList Core Team British Trust for Ornithology BirdLife Österreich

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Quellen und Bildnachweis

Stand: 2026-10-29

Bild: KI-generierte, fotorealistische Darstellung für Wissenschaftswelle; keine dokumentarische Aufnahme.