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Vögel

Gimpel

Pyrrhula pyrrhula

Der Dompfaff fällt mit schwarzer Kappe und kräftigem Schnabel auf. Die rote Brust trägt das Männchen. Hinter dem vertrauten Wintervogel steckt ein Fink, dessen Nahrung und Aufenthaltsorte sich mit den Jahreszeiten verändern.

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Fotorealistisch KI-generierter erwachsener Gimpel mit schwarzer Kappe, kurzem kräftigem schwarzem Schnabel, roter Brust und grauem Rücken auf einem leicht bereiften Ast; dargestellt ist ein Männchen.
KI-generierte, fotorealistische Darstellung eines erwachsenen Gimpelmännchens; Vogel und winterliche Gehölzszene sind fiktiv.

Pyrrhula pyrrhula (Linnaeus, 1758) nach AviList v2026. Verschiedene regionale Unterarten gehören zu dieser Art; der Azorengimpel Pyrrhula murina wird als eigene Art behandelt. Unterarten werden in den vereinfachten Hauptstufen der Navigation nicht gesondert gefiltert.

Auf einen Blick

Körperlänge im Artprofil
etwa 14–16 cmOrientierungsbereich von BirdLife Österreich ohne ausgewiesene Stichprobe oder einheitliche Messanleitung. Keine statistische Perzentilspanne und keine weltweit gemessenen Extremwerte. Flügelspannweite und Flügellänge aus Beringungsdaten sind andere Maße.BirdLife Österreich
Körpermasse erwachsener Vögel in BTO-Daten
Mittel 22,5 g; 20–25,6 g zwischen 5. und 95. PerzentilBTO-Lebendmessungen: Standardabweichung 1,8 g, N=9.819 Messangaben für Erwachsene beider Geschlechter. Keine Mindest-/Höchstwerte der Art. Geschlechtsspezifische Teilgruppen werden nicht zum Gesamtbestand addiert. Herkunft, Tageszeit und Jahreszeit beeinflussen die Masse; keine entsprechende Tages-/Jahreszeitkorrektur. Britische Messdaten sind nicht automatisch repräsentativ für alle regionalen Unterarten.British Trust for Ornithology British Trust for Ornithology AviList Core Team
Besonderheit
Öffnet Früchte, um an Samen zu gelangenFruchtfleisch kann verworfen werden; nicht jede Frucht wird zwangsläufig gleich behandelt. Die Nahrung wechselt mit Angebot und Jahreszeit. Auch Insekten und andere kleine Gliederfüßer gehören dazu, besonders während der Jungenaufzucht.LBV · Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern BirdLife Zürich Ángel Hernández · Ornithology Research

Nicht jeder Gimpel trägt eine rote Brust

Der kräftige Körper, der kurze Hals und der auffallend kurze, dicke Schnabel geben dem Gimpel eine rundliche Gestalt. Bei erwachsenen Vögeln bilden Kopfkappe und Kinn eine schwarze Zeichnung. Auch Schwanz und Flügel sind dunkel; eine helle Flügelbinde und der weiße Bürzel setzen deutliche Kontraste.

Das Männchen zeigt eine rosarote bis rote Unterseite und einen grauen Rücken. Weibchen wirken an Brust und Bauch graubraun bis graurosa. Junge Gimpel tragen zunächst noch keine schwarze Kopfkappe. Ein unauffälliger Jungvogel lässt sich deshalb nicht allein nach dem bekannten rot-schwarzen Bild des erwachsenen Männchens beurteilen.

„Dompfaff“ und „Gimpel“ bezeichnen dieselbe Art. Der Beiname verweist auf das auffällige Farbkleid, nicht auf eine zweite heimische Gimpelart.

BirdLife Österreich Museum für Naturkunde Berlin · Naturblick LBV · Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern

Ein leiser Pfiff verrät den Vogel im Gebüsch

So kräftig das Männchen gefärbt ist, so unauffällig kann es zwischen Zweigen bleiben. Oft fällt zuerst ein weicher, etwas wehmütiger Pfeifruf auf. Er dient dem Kontakt mit dem Partner oder anderen Gimpeln.

Der eigentliche Gesang ist leise und besteht aus locker gereihten Pfeiftönen, trillernden und teils plaudernden Elementen. Auch Weibchen können singen. Eine weithin schallende, immer vom höchsten freien Wipfel vorgetragene Strophe ist dagegen kein verlässliches Suchbild für diesen Vogel.

Beim Beobachten helfen daher Geräusche und Bewegung gemeinsam: ein kurzer Pfiff, ein Wechsel zwischen benachbarten Zweigen und ein Blick auf Kappe, Schnabel oder Bürzel. Die rote Brust ist nur eines von mehreren Merkmalen.

BirdLife Österreich Museum für Naturkunde Berlin · Naturblick

Ein kräftiger Schnabel für wechselnde Pflanzenkost

Der Gimpel frisst überwiegend pflanzliche Nahrung. Dazu gehören Samen von Kräutern und Bäumen sowie Knospen. Welche Nahrung gerade wichtig ist, hängt vom Angebot und von der Jahreszeit ab. Birken-, Ahorn- und Eschensamen sind Beispiele; auch die Samen verschiedener Wiesenpflanzen werden genutzt.

Gegen Ende des Winters und im Frühjahr können Knospen stärker ins Gewicht fallen. Der Schnabel ist dabei kein langer Rindensucher wie beim Kleiber, sondern ein kurzes, kräftiges Werkzeug zum Abbeißen und Bearbeiten von Pflanzenteilen.

Eine Ernährungsstudie aus Nordwestspanien beschreibt ebenfalls deutliche jahreszeitliche Wechsel: Dort waren Früchte besonders im Herbst und Winter, Baumknospen im Frühjahr und Kräutersamen im Sommer wichtig. Das ist ein örtliches Muster, kein für jeden Gimpel Europas festgelegter Speiseplan.

BirdLife Österreich Ángel Hernández · Ornithology Research

Bei einer Beere kann der Same das Ziel sein

Wer einen Gimpel an einer weichen Frucht sieht, beobachtet nicht unbedingt einen Vogel auf der Suche nach Fruchtfleisch. Er kann die Frucht zerquetschen, die Samen heraussuchen und Fruchtfleisch fallen lassen. Kerne werden geöffnet oder von Hüllen befreit, bevor der essbare Inhalt verschluckt wird.

Das ist ein anderer Umgang mit Früchten als das vollständige Verschlucken einer Beere mit anschließender Verbreitung unbeschädigter Samen. Beim Gimpel können die Samen selbst verbraucht werden. Dennoch folgt daraus nicht, dass jede gefressene Frucht auf genau dieselbe Weise behandelt wird.

Zur Brutzeit gehört auch tierische Nahrung dazu. Kleine Jungvögel erhalten unter anderem Insekten; die spanische Ernährungsstudie nennt außerdem kleine Spinnen. „Überwiegend Pflanzenfresser“ bedeutet deshalb nicht „ausschließlich Pflanzenfresser“.

LBV · Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern BirdLife Zürich Ángel Hernández · Ornithology Research

Deckung und Nahrung müssen zusammenpassen

Unterholzreiche Wälder, Gehölzränder und dichte Hecken bieten Gimpeln Rückzugsmöglichkeiten. Auch Parks, Friedhöfe und Gärten kommen infrage, wenn passende Gehölze vorhanden sind. Eine offene Fläche mit einzelnen dekorativen Bäumen ersetzt diesen Aufbau nicht ohne Weiteres.

In einer Freilandstudie beobachtete Ángel Hernández Gimpel von 2001 bis 2006 auf 78 Hektar im nordwestspanischen Torío-Tal. Er erfasste die Vegetation im Umfeld der Begegnungen und die Aufenthaltsorte der Vögel. Hecken waren dort ganzjährig wichtig; andere Bestandteile, etwa kleine Pappelbestände, gewannen im Sommer und Herbst an Bedeutung.

Das untersuchte Gebiet war bereits stark von Hecken geprägt. Die Beobachtungen beweisen daher keine europaweit einheitliche Vorliebe für dieselben Pflanzen. Sie zeigen vielmehr, warum ein Lebensraum über das Jahr unterschiedliche Angebote bereithalten muss: Nahrung, geschützte Plätze und im Sommer auch Schatten.

Museum für Naturkunde Berlin · Naturblick BirdLife Zürich Ángel Hernández · Avian Research

Ein verstecktes Nest und gemeinsame Versorgung

Das Nest liegt meist gut verborgen in dichter Vegetation, oft in Nadelgehölzen. Gimpel nutzen aber auch andere Bäume und Sträucher. Das Weibchen baut, brütet und wärmt die kleinen Jungen; das Männchen kann das Weibchen mit Nahrung versorgen. Später füttern beide Eltern die Nestlinge.

BirdFacts nennt für den britischen Bestand gewöhnlich vier bis fünf Eier, etwa 14 bis 16 Tage Brutdauer und ungefähr 15 bis 17 Tage Nestlingszeit. Meist werden zwei Bruten angegeben. Diese Orientierungswerte dürfen nicht als starrer Zeitplan für alle Regionen verstanden werden.

Auch die Freilandbeobachtungen aus Spanien zeigen, dass Familienaufgaben über den einzelnen Neststandort hinausreichen: Im Juni und Juli wurden abhängige Jungvögel häufig mit Männchen gesehen. Die vermutete Verbindung mit einer weiteren Brut der Weibchen ist eine Deutung, kein Nachweis für jedes Paar.

BirdLife Zürich British Trust for Ornithology Ángel Hernández · Avian Research

Ganzjährig hier, aber nicht immer dieselben Vögel

In Deutschland sind Gimpel das ganze Jahr über zu sehen. Das schließt Ortswechsel nicht aus. Außerhalb der Brutzeit streifen kleine Gruppen umher; im Winter kommen Vögel aus nördlicheren Gebieten hinzu. In Bergregionen können Schneelage und Nahrungssuche Bewegungen in tiefere Lagen begünstigen.

Die Art Pyrrhula pyrrhula gehört zur Familie der Finken und ist über weite Teile Europas und Asiens verbreitet. Ihre regionalen Formen unterscheiden sich unter anderem in Größe und Gefieder. Deshalb sind Messwerte aus einem britischen Datensatz keine unveränderlichen Werte aller Gimpel.

Der Azorengimpel Pyrrhula murina ist nach AviList 2026 eine eigene Art. Seine eng begrenzte Verbreitung und besondere Nahrungssituation gehören nicht zum Steckbrief des hier beschriebenen Gimpels.

Museum für Naturkunde Berlin · Naturblick BirdLife Österreich AviList Core Team

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Quellen und Bildnachweis

Stand: 2026-10-29

Bild: KI-generierte, fotorealistische Darstellung für Wissenschaftswelle; keine dokumentarische Aufnahme.