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Pflanzenporträt

Lästiger Schwimmfarn

Salvinia molesta

Auf der Blattoberfläche von Salvinia molesta sitzen winzige Gebilde wie Schneebesen. Ihre Haare weisen Wasser stark ab, ihre verbundenen Spitzen lassen sich dagegen benetzen. Gerade diese Kombination kann beim Untertauchen eine Luftschicht festhalten. Das Blatt löst die Aufgabe also mit verschiedenen Eigenschaften an verschiedenen Stellen derselben Struktur.

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KI-Darstellung schwimmender Blätter von Salvinia molesta mit einer dicht behaarten, leicht gefalteten Blattoberfläche.
KI-generierte, fotorealistische Darstellung: Salvinia molesta: Die schwimmenden Blätter tragen auf ihrer Oberseite einen dichten Besatz feiner Haare.

Salvinia molesta D.Mitch. ist bei Kew eine akzeptierte Art der Salviniaceae innerhalb der Salviniales. Lästiger Schwimmfarn und Büschelfarn bezeichnen dieselbe Art. Azolla gehört in derselben Einordnung zur gleichen Familie. Die sechs dargestellten Ränge lassen Zwischenränge aus; Equisetopsida wird im weiten Sinn von Kew verwendet.

Auf einen Blick

Größe
Sprosse bis etwa 30 cm; größere Schwimmblätter oft 2–4 cm langInfoFlora · Artmerkblatt (2023)
Wuchsform
Frei schwimmender Wasserfarn mit zwei Schwimmblättern und einem zerteilten Unterwasserblatt je KnotenInfoFlora · Artmerkblatt (2023)
Lebensraum
Warme stehende oder langsam fließende GewässerInfoFlora · Artmerkblatt (2023)
Natürliches Areal
Südliches und südöstliches Brasilien bis Corrientes in ArgentinienRoyal Botanic Gardens, Kew · POWO
Fortpflanzung
Vegetativ durch Sprosswachstum und Bruchstücke; keine funktionsfähigen SporenInfoFlora · Artmerkblatt (2023) European and Mediterranean Plant Protection Organization
Besonderheit
Benetzbare Spitzen wasserabweisender Haare stabilisieren die Luft-Wasser-GrenzeBeilstein Journal of Nanotechnology · Gandyra et al. (2015)

Zwei Blätter schwimmen, eines hängt unter Wasser

Der Lästige Schwimmfarn ist eine frei schwimmende ausdauernde Wasserpflanze. An seinen waagerechten Sprossen stehen jeweils drei Blätter in zwei Formen: Zwei bleiben an der Oberfläche, das dritte ist stark zerteilt und hängt als wurzelähnlicher Büschel ins Wasser. Dieses Unterwasserorgan ist ein umgebildetes Blatt, keine echte Wurzel.

Die Schwimmblätter verändern ihre Gestalt mit dem Entwicklungszustand und der Dichte des Bestands. Kleine Pflanzen besitzen eher flache Blätter; in dichten Beständen werden sie größer und stark gefaltet. Die Art stammt aus dem südlichen und südöstlichen Brasilien bis ins argentinische Corrientes und hat sich weit darüber hinaus ausgebreitet. Ihre Vermehrung erfolgt vegetativ, etwa durch abgetrennte Sprossteile; funktionsfähige Sporen werden nicht gebildet. Ein Farn kann damit große Bestände aufbauen, ohne seinen Sporenzyklus erfolgreich zu durchlaufen.

InfoFlora · Artmerkblatt (2023) Royal Botanic Gardens, Kew · POWO European and Mediterranean Plant Protection Organization

Wasserabweisung schafft den Luftraum, Haftung hält ihn fest

Auf den Blattoberseiten stehen jeweils vier Haare auf kleinen Erhebungen. Oben sind sie miteinander verbunden und bilden die auffällige Schneebesenform. Der überwiegende Teil ihrer Oberfläche ist stark wasserabweisend. Beim Untertauchen dringt Wasser deshalb nicht ohne Weiteres zwischen die Haare; ein Luftpolster bleibt über dem Blatt eingeschlossen.

Vollständig gleichartige Wasserabweisung wäre aber noch keine ebenso stabile Befestigung dieser Grenzfläche. Die Haarspitzen sind benetzbar: Wasser haftet an ihnen. Sie heften damit die Grenze zwischen Luft und Wasser an vielen kleinen Punkten fest und erschweren, dass Luft durch abgelöste Blasen verloren geht. Eine örtlich wasseranziehende Stelle hilft so, den benachbarten Luftraum trocken zu halten. Dieses Zusammenspiel wird Salvinia-Effekt genannt.

Beilstein Journal of Nanotechnology · Gandyra et al. (2015) Journal of the Royal Society Interface · Konrad et al. (2021)

Die Haltepunkte geben unter Zug nach

Die Haare sind keine starren Pfosten. In einer Einzelhaaruntersuchung wurden 75 Haare aus den mittleren Bereichen von fünfzehn ausgewachsenen Blättern an einer Wasseroberfläche geprüft. Beim langsamen Zurückziehen bildete sich ein Meniskus, eine gewölbte Wasserbrücke, bis die Haftung abriss. Aus seiner Form und der Verformung des Haars ließen sich Haftkraft und elastische Antwort bestimmen.

Vor allem der verzweigte obere Teil veränderte unter Belastung seine Länge. Die Struktur kann also einen Zug an der angehefteten Wasseroberfläche abfedern. Für die Beständigkeit der Luftschicht arbeiten Oberflächenchemie, Form und Elastizität zusammen. Die Messung einzelner Haare belegt allerdings keine unbegrenzt haltende Luftschicht in beliebiger Tiefe und auch keine fertige dauerhafte Schiffsbeschichtung.

Beilstein Journal of Nanotechnology · Gandyra et al. (2015)

Ein Regentropfen stellt eine andere Aufgabe

Stark wasserabweisend bedeutet nicht, dass nach jedem Regenschauer jede Stelle trocken bleibt. Hochgeschwindigkeitsaufnahmen zeigten, wie Tropfen zwischen die Haare eindringen und sowohl Haare als auch Blatt elastisch verformen. Beim Zurückschnellen kann ein großer Teil des Wassers wieder fortgeschleudert werden. Unter den Haarspitzen blieb bei manchen Versuchsbedingungen dennoch Restwasser zurück; die Schneebesenform kann dessen rasches Abfließen sogar behindern.

Über die Spitzen rollende Tropfen können solches Restwasser wiederum aufnehmen. Untertauchen und Tropfenaufprall sind somit zwei unterschiedliche Belastungen derselben Oberfläche. Die Luftschicht besteht aus festgehaltener Luft, nicht aus einem ständig neu erzeugten Gasvorrat. Das Blatt verbindet Wasserabweisung mit beweglichen Haftstellen, statt unter allen Bedingungen wasserdicht zu sein.

Journal of the Royal Society Interface · Konrad et al. (2021)

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Quellen und Bildnachweis

Stand: 2026-10-31

Bild: KI-generierte, fotorealistische Darstellung für Wissenschaftswelle; keine dokumentarische Aufnahme.